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Lesbenhistorische Ausflugstipps: Berlin



_Ort der lesbischen Subkultur der 1920er Jahre: ehemaliges Café Märchenland, Lausitzer Platz 12 in Berlin-Kreuzberg (heute: Café V).
Das Café Märchenland wurde 1925 vom Gastwirtsehepaar Kielreuter am Lausitzerplatz in Kreuzberg eröffnet. 1927 wird es einmal in der Zeitschrift Die Freundschaft erwähnt und ab 1931 gibt es vereinzelte Anzeigen in der Zeitschrift Garçonne. Darin heißt es: "Café Märchenland. Treff aller Freundinnen. Intimer Aufenthalt. Zur Bedienung Sonja. Lausitzerplatz 12 (2. Min. v. Görl Bhf.)"
Die Kielreuters betrieben das Lokal bis 1954 – also die Nazizeit hindurch. Nach umfangreichen Umbauten öffneten sie es 1955 unter dem Namen Café 12 wieder. Um 1961 soll es Café Kielreuter geheißen haben. Trotz dieser Namen war es unter "Märchenland" bekannt. Zehn Jahre später, 1965 gaben die Kielreuters das Café auf. In den 1970er Jahren wird daraus das Café April und in den 1980er das Café V – das "V" steht bis heute für vegetarisches Essen am Lausitzer Platz 12.1


_Gedenktafel für Johanna Moosdorf (1911-2000): Kastanienallee 27, Berlin-Wilmersdorf


_Gedenkort für Hilde Radusch (1903-1994): Eisenacherstraße/Ecke Winterfeldtstraße in Berlin-Schöneberg2


_Gedenkstein für Gertrude Sandmann (1893-1981) & Tamara Streck (1915-1979): Alter St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg, zwischen der Großgörschenstraße und der Monumentenstraße. Der Gedenkstein ist im hinteren linken Eck des Friedhofs (vom Eingang aus gesehen) zu finden.


_Gedenktafel für Gertrude Sandmann (1893-1981): Bis zu ihrem Tod 1981 lebte und arbeitete die Künstlerin in Berlin-Schöneberg in der Eisenacher Str. 89.


_Wohnhaus von Claire Waldoff (1884-1957): Gedenktafel am Haus Regensburger Straße 33 in Berlin-Schöneberg, wo sie von 1919 bis 1933 lebte


_Grab von Anna Elisabet Weirauch (1887-1970): Friedhof in Berlin-Reinickendorf





1 Quellen: Anzeige in: Garçonne Nr. 17, 1931, 2. Jg. Vgl. Dobler, Jens: Von anderen Ufern – Geschichte der Berliner Lesben und Schwulen in Kreuzberg und Friedrichshain. Berlin: Gmünder 2003, S. 151-154, Reprint der Anzeige ebd. S. 154.

2 Eisenacherstraße/Ecke Winterfeldstraße, Dienstag, 5. November 2013, ca. 16:00 Uhr: Ein Mann mittleren Alters setzt sich auf die runden Steine mit dem Rücken zum dreiteiligen Denkmal. Kommt ein anderer Mann und ruft: "Weißt du, auf wessen Stein du sitzt?" Der Erste, seelenruhig, ohne sich nach den Tafeln umzudrehen: "Hilde Radusch". Gesehen und gehört von Ingeborg Boxhammer.