Filmliste Spielfilme (ausschließlich deutschsprachig/koproduziert)


Deutsche, deutschsprachige und koproduzierte Spielfilme


Die folgende Liste umfasst mehr als 460 DEUTSCHE, DEUTSCHSPRACHIGE oder KOPRODUZIERTE Spielfilme, in denen (erotische) Anziehung zwischen Frauen angedeutet, unterbunden oder auch im Kontext von so genannten "Hosenrollen" gelebt wird.
Manche Filme konnte ich nicht selbst sichten, da sie mitunter nicht öffentlich zugänglich sind und/oder nicht (mehr) gezeigt werden. Besonders bei den Stummfilmen und auch bei einigen späteren Produktionen habe ich daher auf andere AutorInnen zurückgegriffen, die in diesen Fällen auch ausgewiesen werden. Es werden nur Seitenzahlen bei nicht eindeutig als Lexikon aufgebauten Texten angegeben. Vollständige Literaturangaben mehrmals genannter Quellen befinden sich am Ende der Seite.

"D" als Abkürzung verwende ich für das deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus. "BRD" benutze ich bis zum Beitritt der DDR und schreibe zur Unterscheidung für die Filme ab 1990 "Deutschland" als Herstellungsland aus. Für die unmittelbare Nachkriegszeit füge ich dem "D" ein "West" bzw. "Ost" in Klammern hinzu.

Diese Liste dient zur Information; d. h. dass sie so genannte SPOILER enthält: Alle zur Einordnung des Films notwendigen Informationen werden beschrieben.


© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005, korrigiert, aktualisiert und ergänzt 8/2016)


Zitiervorschlag:
Boxhammer, Ingeborg: Deutsche, deutschsprachige und koproduzierte Filme [online]. Bonn 2005/2016. Available from: Online-Projekt Lesbengeschichte. Boxhammer, Ingeborg/Leidinger, Christiane. URL <http://www.lesbengeschichte.org/film_filmliste_d.html> [cited DATE].

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1910

LESBISCHE LIEBE
D    Regie: Otto Dederscheck, Fridolin Kretzschmar, Buch: ?
Das Pilsner Tageblatt berichtet am 6. August 1910 von einem Prozess in Dresden gegen die Inhaber der deutschen Kinemathographenwerke, Otto Dederscheck und Fridolin Kretzschmar, die etwa zwanzig Angestellte zur Herstellung "unsittlicher Bilder" verpflichteten. Einzelne – offenbar pornographische – Filme wurden im Pirnaer Theater von der Polizei beschlagnahmt; einer der Titel lautete "Lesbische Liebe". Die beiden Hauptangeklagten wurden zu je fünf Monaten Gefängnis verurteilt, die übrigen zu Geldstrafen von je 20 bis 200 Mark. (Quelle: Pilsner Tagblatt, 6.8.1910, S. 6.)

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1911

DAS BARMÄDEL (DAS BARMÄDEL)
D    Regie: Adolf Gärtner, Buch: ?
Dieser Film wurde laut Stefanie Hetze (1986, S. 15) wegen "frivoler schwuler Liebesszenen in der Bar" verboten ...

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1912

AUS EINES MANNES MÄDCHENZEIT (AUS EINES MANNES MÄDCHENZEIT)
D    Regie: ?, Buch: ?, Produzent: Oskar Messter
"'Aus eines Mannes Mädchenzeit' ist die Geschichte eines jungen Herrn, der sich als Frau verkleidet, um eine Stelle als Dienstmädchen annehmen zu können. Unter der Perspektive des Spiels mit der Geschlechterdifferenz eingeführt, gerät die Schilderung des Dienstmädchenalltags zur komischen Darstellung eines sexuellen Spannungsfeldes: Während der Hausherr jedem Schürzenbändel nachzulaufen scheint, hat der Diener offenbar einen besonderen Narren gefressen an der stattlichen Dienstmagd mit einem Anflug von Bart, und die 'Heldin' selber läuft einer reizenden jungen Kollegin nach. Die Enthüllung des wirklichen Geschlechts im Liebesgeständnis führt am Ende nicht zur Erfüllung der erotischen Wünsche, wohl aber zum Verlust des Arbeitsplatzes." (Quelle: Heide Schlüpmann, Der kinematografische Angriff auf das bürgerliche Bild der Frau – Transvestiten, Rebellinnen, Detektivinnen im frühen Kino, in: Frauen und Film 43/1987, S. 61-75, S. 61)




1912

JUGEND UND TOLLHEIT (JUGEND UND TOLLHEIT/UNGDOM OG DAARSKAP)
D/DÄNEMARK     Regie: Urban Gad, Buch: Urban Gad
Jesta Müller (Asta Nielsen) stellt in Männerkleidern einem Mann nach, der aus gesellschaftlichen Gründen eine andere heiraten soll als sie selbst. Gilt als erster deutscher Hosenrollenfilm. (Quellen: Hetze, 1986, S. 15, und Sobek, 2000)

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1913

DIE SUFFRAGETTE (DIE SUFFRAGETTE)
D    Regie: Urban Gad, Buch: Urban Gad
Die junge Nelly (Asta Nielsen) kehrt aus dem Internat in ihr gutbürgerliches Heim zurück und beginnt sich für die Suffragetten zu interessieren, denen sie sich anschließt und deren Kampf sie mit dem Legen einer Bombe unterstützen will, bis ihr Gewissen sie einholt und sie der Emanzipationsbewegung abschwört. "Die Sufragettenbewegung wird einfach lächerlich gemacht." (Quelle: Klassiker des deutschen Stummfilms, 1983, S. 122)

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1914

FRÄULEIN PICCOLO (FRÄULEIN PICCOLO)
D   Regie: Franz Hofer, Buch: Franz Hofer
Aus Personalmangel spielt Lo (Dorrit Weixler), die Tochter eines Hotelbesitzers, sowohl Zimmermädchen als auch Piccolo. (Quelle: Klassiker des deutschen Stummfilms, 1983)




1914

LOLAS HOSENROLLE (LOLAS HOSENROLLE)
D   Regie: L. A. Winkel, Produktion: Neue Filmgesellschaft m. b. H.

Der verheiratete Kaufmann Amadeus Zipfel täuscht seiner Frau Lola (Ellen Jensen-Eck) mit einem Telegramm eine wichtige Aufsichtsratssitzung vor, trifft sich jedoch mit seinen Freunden in einem Tanzlokal. Lola hat den Schwindel durchschaut und gesellt sich mit Perücke und Schnurrbart als junger Mann zum Trinkgelage. Dort spannt sie den Männern lässig eine schöne Frau aus. Sie führt sie zum Tanz und danach ins Chambre separée. Zipfel stellt den forschen Herrn erbost zur Rede und wird prompt zum Duell gefordert. In panischer Angst zeigt Zipfel selbst das Duell der Polizei an. Die nimmt alle fest und Lola gibt sich zu erkennen: Sie "erscheint nun" – wie es in der Kinematographischen Rundschau heißt – "beim Aufruf vor dem Amtsgewaltigen in ihrer Doppelgestalt: unten Mann, oben Weib!" Zipfel sinkt reuig vor seiner Frau nieder und gelobt Besserung. (Quelle: Kinematographische Rundschau, Wien, 8.2.1914, S. 100f)




1914

ZAPATAS BANDE (ZAPATAS BANDE)
D   Regie: Urban Gad, Buch: Urban Gad
Ein Filmteam fährt nach Italien, um dort die Taten der legendären Räuberbande um Zapata möglichst authentisch nachzuspielen. Der Dolmetscher wird mit Geld losgeschickt, um einen Landauer (= eine viersitzige Kutsche) und Statisten zu organisieren, brennt jedoch mit dem Geld durch. Die falsche Bande überfällt also unwissend einen zufällig des Weges kommenden Landauer mit der Gräfin Bellafiore und ihrer Tochter Elena. Diese ist von dem "schönen Räuber" (Asta Nielsen), der ihr Leben rettet, sehr angetan und küsst ihn spontan auf den Mund. Inzwischen hat die echte Bande die Kleider der SchauspielerInnen gestohlen, so dass das Filmteam im Räuberkostüm in die Dörfer zieht und dort aber nach dem Überfall, der sich bereits herumgesprochen hat, direkt beschossen und von der Polizei verfolgt wird. Asta Nielsen dringt in ihrer Räuberrolle in ein Haus ein, in dem die Gräfin wohnt, erschreckt Elena, die sie aber sogleich wiedererkennt und sich ihr an den Hals wirft und darauf besteht, mitgenommen zu werden. Räuberin Asta, die die ständig busselnde Elena kaum abzuwehren weiß, ist heilfroh, als diese sich wetterwendisch einem anderen falschen Räuber zuwendet. Räuberin Asta zieht Elenas Kleid an und holt sich bei einem deutschen Konsul Hilfe, so dass das Missverständnis aufgeklärt werden kann. Netter "Filmscherz" mit deutlichem Genderverwechslungs-Augenzwinkern.
"Die Travestie ermöglicht es, all die kleinen und großen Verbote, die für das weibliche Geschlecht gelten, zu übertreten und auszuspielen. Alles ist in Andeutung in diesen Filmen enthalten und erlaubt – und bleibt doch immer im 'normalen' Rahmen: Die Liebe der Frau wird von der als Mann verkleideten Frau in ZAPATAS BANDE nicht erwidert. Die Anpassung an die herrschende Norm wird auch in diesen Filmen immer vollzogen." (Quelle: Ute Schneider, in: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. München 1984ff)

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1915

DAS ZEITUNGSMÄDEL (DAS ZEITUNGSMÄDEL)
D   Regie: ?, Produzent: Jules Greenbaum, Greenbaum-Film GmbH
"Claire Waldorf (sic) ist in Berlin in der Operette tätig und auch außerhalb der Bühne durch ihr burschikoses Wesen bekannt. Der Film 'Das Zeitungsmädel' gibt ihr ausgiebig Gelegenheit, ihr Wesen auch vor der weißen Wand nicht zu verleugnen." (Quelle: Grazer Tagblatt, 19.11.1915, S. 3)

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1916

DER GIPFEL DER FRECHHEIT (DER GIPFEL DER FRECHHEIT)
D    Regie: ?, Produzent: Franz Vogel, Eiko-Film GmbH
"Kläre Waldow", gemeint ist die Kabarettistin Claire Waldoff alias Clara Wortmann (1884-1957), "in einer Hosenrolle als Piccolo". (Quelle: Kinematographische Rundschau, Wien, Nr. 443, 3.9.1916, S. 15)




1916

DAS LIEBES ABC (DAS LIEBES ABC)
D    Regie: Magnus Stifter, Buch: Louis Levy, Martin Jörgensen
Um ihren Zukünftigen, der ihr auf den ersten Blick nicht gefallen hat, besser kennen zu lernen, verkleidet sich Asta Nielsen als Mann und will ihn ins ABC der Liebe einführen. Dabei erhält sie viel Zuspruch aus den Reihen der Frauen, der ihr doch zu viel wird, so dass sie schnell das Weite sucht. (Quelle: Klassiker des deutschen Stummfilms, 1983)

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1918

AUF DES LEBENS RAUHER BAHN (AUF DES LEBENS RAUHER BAHN)
D    Regie: Georg Bluen, Buch: Fern Andra
"Hier spielt sie ein armes, vom Schicksal arg misshandeltes Mädchen (Fern Andra), das sich das bisschen Glück, welches ihr am Ende ihrer Leidensgeschichte beschert ist, schwer erkämpfen muss. Eine wechselvolle Geschichte, die ihr das Augenlicht nimmt und wiedergeben lässt, die sie als kleine Märtyrerin zeigt und dann (in Hosen gar) als Detektiv, der mehr fast leistet als Max Landa höchstselbst…, der auf einmal zwei schwere Jungen überführt und dingfest macht und dann erst, nun wieder ganz Weibchen, in Samt und Seide vor den Geliebten tritt." (Quelle: Der Film. Zeitschrift für die Gesamt-Interessen der Kinematographie Nr. 44, S. 109, (02.11.1918) s. www.http://deutsches-filminstitut.de)




1918

ICH MÖCHTE KEIN MANN SEIN (ICH MÖCHTE KEIN MANN SEIN)
D    Regie: Ernst Lubitsch, Buch: Ernst Lubitsch, Hanns Kräly
"Ossi Oswalda spielt in Lubitschs wilhelminischen Possen eine weibliche Variante des Sally Pinkus, die sich erfolgreich gegen Domestizierung und sexuelle Rollenzwänge wehrt. Die kindliche Ossi möchte alles tun dürfen, was Männer tun, und sagt erst, wenn sie mit ihrem Mann schlafen will, "Ich möchte kein Mann sein". Als erste seiner androgynen Frauen raucht sie Zigarren, sitzt im Smoking an der Bar. Der fesche Vormund sperrt das Mädchen ein und verliebt sich in ihr männliches Ebenbild. Bisexualität war für Lubitsch kein Tabu, oft ein Thema." (Quelle: Herta-Elisabeth Renk: Ernst Lubitsch, 1992, S. 28)

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1919

ANDERS ALS DIE ANDERN (ANDERS ALS DIE ANDERN)
D   Regie: Richard Oswald, Buch: Richard Oswald, Magnus Hirschfeld
In dem ersten eindeutigen Schwulenfilm der deutschen Filmgeschichte gibt es in den Homosexuellen-Lokalen im Hintergrund auch ein paar Frauen zu sehen. Zwei begrüßen einander, tragen weiße Blusen mit Krawatten und setzen sich an einen Tisch. Der Film erzählt die Geschichte eines schwulen Musikers (Conrad Veidt), der wegen seiner Homosexualität erpresst und schließlich gemeinsam mit dem Erpresser vor Gericht gestellt wird. Dieser Film, bei dem Magnus Hirschfeld mitwirkte und auch den beratenden Sexualwissenschaftler spielt, wurde damals verboten und von Richard Oswald leicht geschnitten 1929 erneut ins Kino gebracht. Siehe dazu u. a. Kreische, Lesbische Liebe im Film bis 1950, 1992 und auch Steakley, Anders als die Andern, 2007.




1919

AUS EINES MANNES MÄDCHENJAHREN (AUS EINES MANNES MÄDCHENJAHREN)
D   Regie: Karl Legband, Julius Rode, Buch: Beate Schach, Karl Grune, Vorlage: N. O. Body (Autobiographie)
"Aus eines Mannes Mädchenjahren. Drama in fünf Akten, das dem Problem des Hermaphrodismus nahe zu kommen sucht. In letzter Zeit sind ja so ziemlich alle Fragen der Geschlechtsverirrungen aufgerollt worden, da durfte natürlich auch die Lesbierin nicht fehlen, obwohl nicht einzusehen ist, welchem Zweck dies eigentlich dienen soll. aber die Filmindustrie scheint sich um Zweckdienlichkeit überhaupt nicht mehr zu kümmern, ihr ist es offenbar nur darum zu tun, immer anders als die andern zu sein." (Quelle: Neue Kino-Rundschau, Wien, 3.1.1920, Nr. 148, S. 24)
Die Autobiographie mit belletristischen Zügen erschien 1919 unter dem Pseudonym N. O. Body. Zu den Hintergründen der Autobiographie s. Hermann Simon zu "Aus eines Mannes Mädchenjahren" (1993).




1919

MORAL UND SINNLICHKEIT (MORAL UND SINNLICHKEIT. KEIMENDES LEBEN. III)
D   Regie: Georg Jacoby, Buch: Georg Jacoby, Paul Meissner
In diesem Film veranstalten zwei Damen der Gesellschaft Parties, an denen außer ihren Freundinnen der omnipotente Liebhaber der Gastgeberin teilnimmt. (Quelle: Hetze, 1986, S. 16f) "Parallel dazu spielte sich Entsprechendes unter Männern und Knaben in einem Homo-Klub ab. Die Ufa weigerte sich, den Film unter ihrem Namen herauszubringen. Sie verkaufte ihn diskret an einen Verleiher mit geringerem Renommee, stärkeren Nerven und schwächeren Skrupeln." (Quelle: Paul Werner, Die Skandalchronik des deutschen Films von 1900 bis 1945. Frankfurt / Main 1990, S. 92.) Teil einer Sitten- und Aufklärungsfilmreihe. (Quelle: www.filmportal.de, 2005)

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1920

HAMLET (HAMLET)
D   Regie: Svend Gade, Heinz Schall, Buch: Erwin Gepard, Vorlage: Erwin Gepard (Sage)
Diese Hamlet-Version, die sich in der Einleitung auf eine Legende beruft, die auch Shakespeares Werk zugrunde liegt, lässt die dänische Königin aus Gründen der Staatsräson ihre neugeborene Tochter als Prinz und Thronfolger Hamlet ausgeben. Hamlet (Asta Nielsen) wächst heran, verliebt sich an der Universität von Wittenberg in Horatio und muss bei der Rückkehr feststellen, dass der Vater von seiner, Hamlets Mutter und dem Oheim durch einen Schlangenbiss umgebracht wurde. Der Onkel sitzt nun auf dem Thron und möchte Hamlet loswerden. Der stülpt über die Jungenmaske noch die Maske des Wahnsinns, um vor dem blutrünstigen Oheim sicher zu sein. Um Hamlet auf andere Gedanken zu bringen, wird ihm Ophelia (Lilly Jacobsson) vorgestellt, die Tochter von Polonius. Ophelia findet auch Gefallen an Hamlet und um das Spiel mitzuspielen, scheint sich auch Hamlet für sie zu interessieren, küsst ihre Finger und sucht ihre Nähe. Aber eigentlich liebt Hamlet Horatio, der wiederum Ophelia liebt. Hamlet boykottiert derweil den Auftrag von Claudius, Hamlet umbringen zu lassen. Stattdessen zündet er Claudius' Haus an, während dieser volltrunken darnieder liegt. Schließlich versucht Hamlets eigene Mutter, Gertrud, ihren Sohn bzw. ihre Tochter zu vergiften. Den Gifttrank trinkt sie unbeabsichtigt selbst, aber Laertes kann im Gefecht einen Hieb mit seinem Degen platzieren, der ebenfalls vergiftet und daher tödlich ist. Im Tod entdeckt Horatio, dass Hamlet eine Frau war. Und so erklärt sich Horatio den "Zauber", der von Hamlet auf ihn gewirkt hatte.
Interessantes, aber doch langatmiges Drama, dessen Grundlage – eigentlich ganz im Shakespeare'schen Sinne – Intrigen und Machtgier sind. Hätte auch ein Mädchen eine Chance auf den Thron gehabt, wäre vielleicht in dieser Hamlet-Interpretation weniger Blut geflossen.
"Die berühmte deutsche Stummfilmfassung weist zwei Besonderheiten auf: Zum einen orientiert sie sich nicht wie all ihre Nachfolger an dem Shakespeare-Stück, zum anderen wagt sie das Experiment, die Rolle des Prinzen Hamlet mit einer Frau (in diesem Falle Asta Nielsen) zu besetzen, wodurch sich in den Liebesszenen zwischen Hamlet und Ophelia einige interessante Aspekte ergeben." (Quelle: Hans-Werner Asmus, Das große cinema Film-Lexikon. Alle Top-Filme von A-Z. Hamburg 1992)

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1921

EXZELLENZ UNTERROCK (EXZELLENZ UNTERROCK)
D   Regie: Edgar Klitzsch, Buch: Paul Adolf, Vorlage: Paul Adolf (Roman)
In der Mitte des 18. Jahrhunderts angesiedelter Kostümfilm: Zur Zeit Ludwigs XV. macht Marquis d'Eon (Marion Regler) in Frauenkleidern Karriere als Soldat und lebt zuletzt als Frau. Vgl. Richard Dyer, Now You See It. Studies on Lesbian and Gay Film. London New York 1990, S. 8.




1921

DIE SÜNDE WIDER DAS GESCHLECHT (DIE SÜNDE WIDER DAS GESCHLECHT)
D   Regie: Alexander Erdmann-Jesnitzer, Buch: Alexander Erdmann-Jesnitzer, Georg Popper
"Ein Witwer erzieht seine Tochter aus Abneigung gegen Frauen als Knaben. Nach allerlei Wirrnissen findet die Tochter zu ihrer 'weiblichen Identität'." (Quelle: Malte Hagener, Verstoßene, Uneheliche und Verkaufte. Sitten- und Aufklärungsfilme der Weimarer Rebuplik, in: Geschlecht in Fesseln, 2000, S. 173.)

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1925/26

DER GEIGER VON FLORENZ (DER GEIGER VON FLORENZ)
D   Regie: Paul Czinner, Buch: Paul Czinner, Béla Balàsz
Als Mann verkleidet reißt Renée (Elisabeth Bergner) aus einem Internat aus und wird sehr von einer jungen Frau und ihrem Bruder umworben. (Quellen: Hetze, 1986, S. 157 und www.filmportal.de, 2005)

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1926

LE COCAIN
ÖSTERREICH   Regie: ?, Buch: ?
In Wien wird ein "pornographisches Werk schlimmster Sorte" beschlagnahmt: Der Film "enthält Szenen von lesbischer Liebe, sowie des widernatürlichen Verkehrs unter Männern. Es gelang der Polizei, insgesamt mehr als 30 Personen zu eruieren, die teils Filmindustrielle, teils Regisseure, teils Darsteller sind. (...) Während 'Fox' und ähnliche Gesellschaften auf die Dummheit und die Sensationsgelüste des Publikums spekulieren und daraus ihren Profit schlagen, haben diese Unternehmer auf die widernatürlichen geschlechtlichen Triebe diverser Leute spekuliert." (Quelle: Die Rote Fahne, 16.9.1926, S. 3)
Der in Wien hergestellte Film sollte vom ehemaligen Schauspieler Louis Moor (Lebensdaten unbekannt) ins Ausland (Balkan) verkauft werden; der polnische Kaufmann Eduard Menasse (Lebensdaten unbekannt) habe sich Kopien angefertigt und damit Geschäfte gemacht. (Quelle: Linzer Tages-Post, 17.9.1926, S. 11)




1926

DIE SIEBEN TÖCHTER DER FRAU GYURKOVICS (FLICKORNA GYURKOVICS)
SCHWEDEN/D   Regie: Ragnar Hyltén-Cavallius, Buch: Ragnar Hyltén-Cavallius, Paul Merzbach, Vorlage: Geza (Ferenc?) Herczeg (Roman)
Turbulente Verwechslungskomödie mit sieben "heiratsfähigen" armen Töchtern Gyurkovics, mehreren heiratswilligen jungen Männern und einem heiratsunwilligen Grafen: Anstelle von Cousin Toni Gyurkovics, der sich gerade heimlich verheiratet hat, fährt sein Freund, Graf Horkay (Willy Fritsch), zu den sieben hübschen Kusinen von Budapest in die ungarische Provinz. Unterwegs trifft er auf eine der sieben Gyurkovics, Mizzy (Betty Balfour); die gibt sich aber als Comtesse Hohenstein aus, die wiederum mit ihrem Liebsten durchgebrannt ist. Mizzy, soeben wegen ungehörigen Betragens aus dem Pensionat geflogen, und Toni alias Graf Horkay, verlieben sich, aber am Bahnhof wird Mizzy tatsächlich für die Comtesse gehalten und in Schloss Hohenstein in eine eigens für die "abartige" Nichte hergerichtete Gummizelle gesperrt. Dass die junge Frau der Comtesse gar nicht ählich sieht, wird ihrer Unangepasstheit zugeschrieben. Damit sich ihr keiner nähern kann, entlassen die Tanten alle männlichen Hausbediensteten. Horkay verkleidet sich als Zofe und wird angestellt. Unter seinen Zofenkleidern verbirgt er an entscheidenden Stellen "Männerkleidung" (Hemd, Hose, Schuhe, Hut!) für Mizzy, die diese rasch anlegt. Horkay befreit sie, indem er vor den Augen der Tanten als Zofe den jungen Burschen aus dem Haus jagt, der sich vor dem Zimmer der Comtesse herumgetrieben habe. Später soll im Hause Gyurkovics eine der Töchter Verlobung feiern - Mizzy will aus ihren Hosen, in denen sie sich allerdings sehr wohl zu fühlen scheint, heraus und in ein Ballkleid hinein. Dafür begibt sie sich im Anzug in ein Varietétheater, macht einer Tänzerin ihrer Statur schöne Augen - Zwinkern, Kusshand - und lässt sich ins Separée einladen. Als die Tänzerin sich hinter dem Paravent umzieht, schnappt Mizzy sich ihre Kleider und verschwindet, um kurze Zeit später als junge Dame ihrer Mutter gegenüberzutreten. Auf der Feier klären sich langsam und wendungsreich die vielen Verwechslungen und Verliebtheiten.
Keine einzige der zahlreichen und unterschiedlichen Frauenrollen fungiert hier als Beiwerk; ganz im Gegenteil bestimmen eher die Frauen den Film.

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1927

DONA JUANA (DONA JUANA)
D   Regie: Paul Czinner, Buch: Béla Balasz, Vorlage: Tirso de Molina (Bühnenstück "Don Gil de las Calzas Verdes")
"Ein verarmter Edelmann erzieht seine Tochter Juana als Jungen, weil er glaubt, sie nicht standesgemäß verheiraten zu können. Als sie sich in einen Edelmann verliebt, will ihr Vater sie in ein Kloster schicken. Auch der junge Mann soll auf Wunsch seines Vaters mit einem reichen Mädchen verheiratet werden. Da Juana sich verraten fühlt, reist sie dem Geliebten voraus und stellt sich der für ihn bestimmten Schönen unter seinem Namen vor. Nach einigen Verwicklungen dürfen die beiden am Ende doch mit der Zustimmung der widerspenstigen Väter rechnen." (Quelle: www.murnau-stiftung.de, 2004)




1927

VENUS IM FRACK (VENUS IM FRACK)
D   Regie: Robert Land, Buch: Ladislaus Vajda, Vorlage: Thilde Förster (Idee)
Eine emanzipierte Rechtsanwältin (Carmen Boni) gilt als Männerhasserin und würde gern dafür sorgen, dass sich alle verheirateten Frauen scheiden lassen. Natürlich kann ein verliebter Mann sie schließlich für sich gewinnen. (Quelle: Sobek, 2000 und www.filmportal.de, 2005)

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1928

ANDERE FRAUEN (SCHWÜLE STUNDEN / ANDRE FRAUEN)
ÖSTERREICH   Regie: Heinz Hanus, Buch: Franz Pollak, Vorlage: Hugo Bettauer (Roman: "Das entfesselte Wien")
Als verschollen geltender Lesbenfilm nach einer Idee des Wiener Schriftstellers Hugo Bettauer (1872-1925).(1) Laut Arbeiter-Zeitung tötet schließlich ein Sowjetdiplomat die beiden lesbischen Frauen mit Schlangengift.(2)

(1) Vgl. Andreas Brunner, Geheimsache-Leben: Schwule und Lesben im Wien des 20. Jahrhunderts. Wien Neustifthalle 26.10.2005 - 08.01.2006: eine Ausstellung von Ecce Homo. Ausstellungskatalog. Wien 2005.
(2) Vgl. Rosenfeld, Fritz: Die Welt des Films. Oesterreichischer Film, in: Arbeiter-Zeitung, 21.10.1928, S. 20f.




1928

MARQUIS D'EON, DER SPION DER POMPADOUR (MARQUIS D'EON, DER SPION DER POMPADOUR)
D   Regie: Karl Grune, Buch: Max Ferner, Bobby E. Lüthg
Der Marquis D'Eon (Liane Haid) am Hofe Königs Ludwigs XV. ist nicht nur in einen englischen Gesandten verliebt, sondern außerdem weiblich.




1928

OSSI HAT DIE HOSEN AN (OSSI HAT DIE HOSEN AN / ABENTEUER EINES UNTERROCKS)
D   Regie: Carl Boese, Buch: Berta Ruck, Luise Heilborn-Körbitz, Vorlage: Berta Ruck (Roman "Sir or Madam")
Cross-Dressing-Komödie mit Ossi Oswalda in der Hauptrolle.




1928

DIE REPUBLIK DER BACKFISCHE (DIE REPUBLIK DER BACKFISCHE)
D   Regie: Constantin I. David, Buch: Axel Eggebrecht, Constantin I. David
"Billie lebt mit ihrem Vater auf einer Farm in Argentinien. Selbstbewußt reitet und schießt sie drauflos. Da ein Mädchen aus gutem Hause sich so ja nicht benehmen darf, wird sie nach Europa ins Pensionat geschickt. Dort hat sie bald die Faxen dicke und gründet mit einer Horde Mädels im Schlepptau ihren eigenen Staat: Die Republik der Backfische." (Quelle: Programmheft der 5. Freiburger Lesbenfilmtage 1995)

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1928/29

DIE BÜCHSE DER PANDORA (DIE BÜCHSE DER PANDORA)
D   Regie: Georg Wilhelm Pabst, Buch: Ladislaus Vajda, Vorlage: Frank Wedekind (Bühnenstücke)
Die unschuldig wirkende Lulu scheint mit ihren Reizen alle zu verzaubern, was sich für die Männer – und für eine Frau – katastrophal auswirkt... Lulu (Louise Brooks) lässt sich von verschiedenen reichen Männern aushalten. Die wohlhabende Kostümbildnerin Gräfin Geschwitz (Alice Roberts) ist begeistert bei der Vorstellung, Lulu ein Kleid zu entwerfen. Gräfin Geschwitz tritt zwar in einem mondänen Kostüm auf, trägt aber eine Fliege und hat diesen 'speziellen Blick", der sie als Lesbe erkennbar macht. Nachdem Lulu mehr aus Notwehr den Vater ihres neuen Freundes Alwa (beide ihre Liebhaber) erschießt und vor Gericht kommt, setzt sich die Gräfin für sie ein. Lulu wird verurteilt, kann fliehen – wieder mit Hilfe der Geschwitz, denn sie leiht ihr ihren Pass. In einer Spelunke verhökert der zum Spieler gewordene Alwa sein letztes Geld. Die vermeintlichen Freunde wollen Geld von Lulu oder sie anzeigen. Der alte Schigolch und Lulu hetzen einen Gläubiger auf die Geschwitz und die Geschwitz geht aus Liebe zu Lulu auf die Anträge des fetten Schuldeneintreibers ein, um die Schulden mit ihrem Geld zu tilgen. Während Alwa der Falschspielerei überführt und die Polizei gerufen wird, ermordet die Geschwitz den unliebsamen aufdringlichen Erpresser. Lulu, Alwa und Schigolch fliehen mit einem Boot nach London, wo Lulu, als sie sich als Prostituierte verdingen will, vom Frauenmörder umgebracht wird.

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1931

LIEBESKOMMANDO (LIEBESKOMMANDO)
D   Regie: Géza von Bolvary, Buch: Fritz Grünbaum,Alexander Roda-Roda, Walter Reisch (ungenannt)
Antonia (Dolly Haas) geht für ihren Bruder zum Militär. Hosenrollenkomödie.




1931

MÄDCHEN IN UNIFORM (MÄDCHEN IN UNIFORM)
D   Regie: Leontine Sagan, Buch: Christa Winsloe, F.D. Andam, Vorlage: Christa Winsloe ("Gestern und Heute")
Nach dem Tod ihrer Mutter kommt die junge Manuela von Meinhardis (Hertha Thiele) in ein strenges Mädcheninternat. Zunächst fühlt sie sich sehr verloren unter all den Mädchen und den kühlen Lehrerinnen. Nur eine der Erzieherinnen bringt den Mädchen Wärme und Liebe entgegen: Fräulein Elisabeth von Bernburg (Dorothea Wieck). Sie bedenkt jedes der Mädchen jeden Abend mit einem mütterlichen Kuss auf die Stirn, der auch schon mal auf den Mund ausrutschen und einen anderen Kontext assoziieren kann. Der sparsamen und disziplinierten Oberin (Emilia Unda) ist hingegen zu viel Freiheit ein Dorn im Auge. Als Manuela nach erfolgreicher Theateraufführung und leicht beschwipst öffentlich verkündet, sie habe Fräulein von Bernburg lieb, hält die Oberin dies für einen Skandal. Die grenzenlose Hingabe, die Manuela für ihre Lehrerin empfindet, führt denn auch zu einem Suizidversuch, als ihr ihre Liebe ausgeredet werden soll. Dies ist der erste deutsche Film, der sich recht eindeutig mit dem Thema Frauenliebe auseinandersetzt uznd diese dabei in einer Anklage gegen engstirnige preußische Moralvorstellungen und daraus resultierende Gefühlskälte verpackt. Der Klassiker unter den Lesbenfilmen!

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1932

ACHT MÄDELS IM BOOT (ACHT MÄDELS IM BOOT)
D   Regie: Erich Waschneck, Buch: Franz Winterstein
In Erich Waschnecks 'Acht Mädels im Boot' (1932) brachte sich das Rebellenmotiv ungehindert zur Geltung. "Christa, eine Studentin, hat eine qualvoll schwere Zeit durchzumachen, seit sie von ihrem Freund, gleichfalls noch einem Studenten, ein Kind erwartet." Ein befreundeter Arzt willigt ein, eine Abtreibung vorzunehmen, aber sie hat zu viel Angst. Sie flüchtet in den Ruderclub. "Hier trainiert Hanna, ein kraftstrotzendes blondes Geschöpf, die ihr unterstellten Mädchen für eine Ruder-wettfahrt." Die Mädchen, allen voran Hanna, setzen sich für Christa bei deren Vater ein. Und am Ende gibt es die ersehnte Hochzeit, die alle glücklich macht." (Quelle: Siegfried Kracauer, Von Caligari bis Hitler. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Films. Hamburg 1958, S. 167f.)




1932

VAMPYR (VAMPYR – DER TRAUM DES ALLAN GRAY)
D   Regie: Carl Theodor Dreyer, Buch: Carl Theodor Dreyer, Christen Jul, Vorlage: Sheridan Le Fanu (Erzählung "Carmilla")
Allan Gray (Julien West) übernachtete in einem abgelegenen Gasthof und träumt von einer alten Vampirin, die auch die Schwestern Léone (Sybille Schmitz) und Gisèle (Renée Mandel) im nahe gelegenen Schloss bedroht. Léone erleidet einen unerklärlichen Blutverlust und scheint ihre Schwester Gisèle zu begehren. Schnell spendet Gray Blut, hindert Léone daran, sich das Leben zu nehmen. Er sieht sich als Toter, aber auch als derjenige, der der Vampirin einen Pfahl ins Herz treibt. Léone kann gerettet werden und Gray erwacht aus seinem Traum.

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1933

ANNA UND ELISABETH (ANNA UND ELISABETH)
D   Regie: Frank Wysbar, Buch: Gina Fink
Der jungen gläubigen Anna (Hertha Thiele) werden heilende Kräfte unterstellt, von der die im Rollstuhl sitzende Elisabeth (Dorothea Wieck) schließlich ebenfalls profitiert. Nach der Gesundung will Elisabeth Anna an sich binden. Sie glaubt, nur leben zu können, wenn Anna bei ihr ist. Aber die interessiert sich auch für einen jungen Mann, der ihr rät, sich von Elisabeth zu trennen. Elisabeth stürzt sich daraufhin von einer Klippe und gibt Anna auf dem Sterbebett frei, so dass diese endlich ein "normales", sprich heterosexuelles Leben führen kann.




1933

DER PAGE VOM DALMASSE-HOTEL (DER PAGE VOM DALMASSE-HOTEL)
D   Regie: Viktor Janson, Buch: Walter Wassermann, Vorlage: Maria Peteani (Roman)
Friederike (Dolly Haas) nimmt als Friedel einen Job als Page im Hotel an, weil sie arbeitslos ist und bereits ihre Miete nicht mehr zahlen kann. Als Junge verliebt sie sich in Baron von Dahlen (Harry Liedtke), der sich jedoch brennend für eine junge Amerikanerin interessiert, die Friederike alias Friedel als Hochstaplerin entlarvt. Aus Dankbarkeit nimmt der Baron den Pagen mit auf sein Gut. Seine Mutter erkennt in dem Jungen sofort eine junge Frau und testet Friedel mit ihrem Strickzeug, mit dem sich Friedel zu gut auskennt, um ein Junge sein zu können. Die vermeintliche Amerikanerin (Gina Falckenberg) im Hotel findet Friedel "very sweet, indeed" – und auch eine Hausangestellte des Barons flirrt um ihn herum und macht deutlich, dass er nur zu klopfen brauche, denn ihr Zimmer grenze direkt an seines – vielsagender Blick...




1933

VIKTOR UND VIKTORIA (VIKTOR UND VIKTORIA)
D   Regie: Reinhold Schünzel, Buch: Reinhold Schünzel
Eine arbeitslose Operettensängerin springt für einen erkälteten Varieté-Künstler (Hermann Thimig) ein und hat schließlich Mühe, die Rolle als männlicher Gigolo aufrecht zu erhalten. Als "Viktoria" tingelt Susanne (Renate Müller) schließlich durch Europa und gibt vor, ein Mann zu sein, der als Frau auftritt. Eines Abends in London geht Viktoria alleine essen und zieht die Blicke vieler (insbesondere älterer) Damen auf sich. Sie jedoch interessiert sich vor allem für Robert (Adolf Wohlbrück). Robert, dem durch Zufall die wahre Geschichte entdeckt wurde, führt Viktoria in eine Spelunke, wo er ihr eine Pfeife in den Mund steckt. (Merkwürdiges Vorurteil, dass Pfeifen für Frauen zu stark sein könnten ...) In dieser Kneipe flirtet Viktoria tapfer mit einer Frau, die dummerweise mit einem eifersüchtigen Hünen am Tisch sitzt, wie sich wenig später herausstellt. Robert und Viktoria müssen aus der Keilerei, in der sich beide wacker schlagen, fliehen. Am nächsten Morgen gaukelt er ihr vor, Elinor heiraten zu wollen, die allerdings Viktoria zum Tee bittet. Viktoria plant ihrem geliebten Robert die Braut vor der Nase wegzuschnappen und turtelt halbherzig mit der etwas überraschten und sich geschmeichelt fühlenden Elinor (Hilde Hildebrandt, die ihrerseits wirklich Lust auf mehr macht). Teilweise angestaubter, teilweise richtig netter Klassiker!

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1934

ABSCHIEDSWALZER (ABSCHIEDSWALZER)
D   Regie: Geza von Bolváry, Buch: Ernst Marischka
Was eigentlich eine Biografie Frederic Chopins werden sollte, konzentriert sich auf die schwierige Beziehung zwischen Chopin (Wolfgang Liebeneiner) und der etwas ausgefallenen Schriftstellerin George Sand (Sybille Schmitz). Die Dichterin tritt Zigarre rauchend und im Smoking auf und gewinnt seine Zuneigung. Der bisexuellen Sybille Schmitz setzte Rainer Werner Fassbinder in "DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS" ein Denkmal. (Quelle: Sobek, 2000); siehe zu Sybille Schmitz: www.sybilleschmitz.de.vu/




1934

PETER, DAS MÄDCHEN VON DER TANKSTELLE (PETER, PETER)
ÖSTERR/UNG Regie: Hermann Kosterlitz (=Henry Koster), Buch: Felix Joachimson, Johann von Vaszary, Vorlage: Johann von Vaszary
Die mittellose Eva (Franziska Gaal) wird mit ihrem Großvater auf die Straße gesetzt, weil sie die Miete nicht mehr zahlen können. Als sie von einem flüchtigen Dieb zum Kleidertausch gezwungen wird, ergreift sie die Gelegenheit, nennt sich Peter und versucht sich als Zeitungsjunge. Weil sie ihre Werbeslogans übertreibt ("Zweijähriges Kind überfällt seine Eltern"), bringt Robert (Hans Jaray), ein junger Arzt, sie vor Gericht, verschafft ihm/ihr jedoch eine Stelle an einer Tankstelle. Auf einem Ball greift Peter sich eine Frau und tanzt mit ihr einen wilden Tango, dem die Frau zunächst widerstrebt, aber schlussendlich dahinschmilzt. Robert, der längst weiß, dass Peter Eva heißt, küsst sie/ihn in der Praxis. Seine Sprechstundenhilfe kommt hinzu und ist peinlich berührt, besonders angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der die beiden vermeintlichen Männer in ihrer Gegenwart miteinander umgehen.




1934

SCHWARZER JÄGER JOHANNA (DER SPION DES KAISERS)
D   Regie: Johannes Meyer, Buch: Heinrich Oberländer, Heinz Umbehr, Vorlage: Georg von der Fring (Roman)
"Die norddeutsche Bürgerstochter Johanna Luerssen (Marianne Hoppe) schließt sich 1809 in Husarenuniform den Soldaten des geliebten Majors (Paul Hartmann) an. Der Film wurde 1945 von den Alliierten verboten. Nachdem die jungenhafte Johanna Luerssen von der Mutter ihres Jugendfreundes, Frau Cropp erfahren hat, dass sich dieser in Kassel mit einer Adeligen verlobt hat, reist sie mit ihrer Mutter enttäuscht mit einer Postkutsche nach Braunschweig. Im Bremen steigt der unsympathische Dr. Forst zu, den Major Korfes, ein weiterer Mitreisender offensichtlich kennt. Plötzlich erhält Korfes einen Brief von einem vorbeireitenden Boten. Als die Kutsche jedoch von einer französischen Dragonerpatroille angehalten wird, verhaftet man Korfes. Im letzten Augenblick steckt er Johanna heimlich den Brief zu. In Braunschweig gelingt es Johanna den Brief wieder dem inzwischen freigelassenen Korfes zu geben. Verfolgt von den Franzosen flüchten die beiden nach Böhmen, wo Johanna auf dem Gut von Hofrat Zöllner in Sicherheit gebracht wird. Korfes reitet weiter zum Schwarzen Korps des Herzogs von Böhmen. Kurz darauf besorgt sich Johanna eine schwarze Uniform und schneidet sich die Haare ab. Als Schwarzer Jäger reitet sie dem Korps nach." (Quelle: www.deutscher-tonfilm.de, 2004)

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1935

DER JUNGE GRAF (DER JUNGE GRAF)
D   Regie: Carl Lamac, Buch: Dinah Nelken, Hans H. Zerlett
Die junge Billy (Anny Ondra) tritt mit ihrem Vater als Clown im Zirkus auf. Weil sie finanziell knapp bei Kasse sind, verkleidet sich Billy als Graf Egon, schleicht sich so ins Schloss ihres reichen Großvaters und soll von Hans Flint (Hans Söhnker) zum Mann erzogen werden. Dazu gehören natürlich ein abhärtendes Bad im Swimming Pool und eine Rasur. Billy verliebt sich in Flint und spukt als Geist vor ihrer Rivalin, um sie in die Flucht zu schlagen. Anspruchsloser Musikfilm.




1935

DAS MÄDCHEN JOHANNA (DAS MÄDCHEN JOHANNA)
D   Regie: Gustav Ucicky, Buch: Gerhard Menzel
Die Geschichte der Johanna von Orleans: eine mutige Frau (Angela Salloker) legt Männerkleidung an, tritt damit in die Welt der Männer und des Militärs ein und unterstützt das französische Heer gegen die Feinde. (Quellen: Hetze, 1986, S. 21 und www.filmportal.de, 2005)

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1936

SEINE TOCHTER IST DER PETER (SEINE TOCHTER IST DER PETER)
Österreich   Regie: Heinz Helbig, Buch: Erich Ebermayer, Vorlage: Edith Zellwecker (Roman "Und seine Tochter ist der Peter")
Ein kleines Mädchen, dessen Eltern geschieden sind, wird von seinem Vater als Peter aufgezogen. Im austrofaschistischen Österreich wurde der Film zensiert, gekürzt und dann für Jugendliche über 14 Jahre freigegeben, weil die Filmhandlung immer wieder vom Thema "Scheidung" bestimmt war und die Darstellung der Frauen und Mädchen nicht dem gewünschten Bild entsprach. (Quelle: Karin Moser, Die Bilderwelt der "Österreich in Bild und Ton" Die konstruierte Realität eines ständestaatlichen Propagandainstruments, in: Achenbach, Michael; Moser, Karin (Hg.), Österreich in Bild und Ton Die Filmwochenschau des austrofaschistischen Ständestaates, Wien 2002, S. 99-148, online unter: www.demokratiezentrum.org, 10/2011)

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1938

CAPRICCIO (CAPRICCIO)
D   Regie: Karl Ritter, Buch: Felix Lützkendorf, Rudo Ritter
Paris, 18. Jahrhundert: Madelone (Lilian Harvey), der weibliche Zögling einer Klosterschule, flieht von dort in Männerkleidern und erhält unterwegs von mehreren Frauen Heiratsanträge. Lilian Harvey, verkleidet als Don Juan di Casanova, erhält nachts Besuch von einer Dame, die ihr ihre Liebe gesteht. Natürlich endet alles wie gewohnt hetero. (Siehe Lexikon des Internationalen Films, 2000; www.murnau-stiftung.de, 2005)
"Der überzeugte Nazi (…) Karl Ritter inszenierte 1938 mit 'Capriccio' den turbulen-testen Film des Travestiegenres, in dem Lilian Harvey in einer Hosenrolle durch sämtliche Anzüglichkeiten wirbelt und dem 'Führer' den Ausspruch 'Mist in höchster Potenz' entlockte." (Quelle: Theis, Verdrängung und Travestie, S. 111)




1938

DIE VIER GESELLEN (JA, JA, DIE LIEBE!)
D   Regie: Carl Froelich, Buch: Jochen Huth, Vorlage: Jochen Huth (Stück)
Nachdem vier Grafikerinnen ihre Ausbildung bei Kohlund (Hans Söhnker) abgeschlossen haben, tun sie sich wegen der schlechten Auftragslage (niemand will Frauen engagieren) zusammen und gründen eine eigene Firma, "Die vier Gesellen", in deren Atelier sie auch wohnen. Um ihr Projekt nicht zu gefährden, schwören sie den Männern und der Liebe ab. Als sie unerkannt von Kohlund in Vertrag genommen werden und es finanziell aufwärts geht, heiratet Lotte (Carsta Löck) heimlich einen Steuerbeamten (Erich Ponto), Käthe (Sabine Peters) wird von ihrem Freund schwanger und Franziska (Ursula Herking) – genannt Franz (!) – macht Karriere als zeitgenössische Malerin. Die treibende Kraft des Projektes, Marianne (Ingrid Bergman in ihrem einzigen deutschen Film), ist in Kohlund verliebt und will ihm zeigen, dass sie auch ohne ihn leben kann. Da sie ihre Freundinnen alle im Stich lassen, besinnt sie sich und wendet sich dem geliebten Mann zu, der sie ohnehin lieber mit der Schürze in der Küche sehen würde.
Die erste Firma, von der Marianne einen Auftrag erhält, heißt "Sappho" – aber es wird kein Bezug hergestellt. Die einzige Intimität, die die Inszenierung zwischen den Freundinnen zulässt, spielt sich morgens beim Aufstehen ab. Käthe will um jeden Preis weiter schlafen, Marianne beugt sich über sie und ist sehr angetan von ihr: "Ist sie nicht zum Verlieben?"
Siehe zum faschistischen Frauenbild: Verena Lueken, Die unmögliche Frau. Ingrid Bergman in "Die vier Gesellen", in: Frauen und Film 44/45/1988, S. 90-102.

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1939

WIR TANZEN UM DIE WELT (WIR TANZEN UM DIE WELT)
D   Regie: Karl Anton, Buch: Willi Kollo, Felix von Eckhardt
Zwei junge Frauen einer Mädchentanzgruppe haben eine enge Beziehung zueinander. Eva (Irene von Meyendorff) stirbt, woraufhin eine andere aus der Gruppe der übrig gebliebenen Norma (Charlotte Thiele) Avancen macht. (Quelle: Hetze, 1986, S. 21, s. zum Stab www.filmportal.de, 2005)

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1941

FRAUEN SIND DOCH BESSERE DIPLOMATEN (FRAUEN SIND DOCH BESSERE DIPLOMATEN)
D   Regie: Georg Jacoby, Buch: Karl Georg Külb, Gustav Kampendonck (Mitarbeit)
Der unter nationalsozialistischer Herrschaft von 1939 bis 1941 entstandene Kostümfilm spielt zur Zeit der Frankfurter Nationalversammlung Mitte des 19. Jahrhunderts: 1848 fängt die hannoveranische Armee die Demoiselle Palli (Marik Rökk) auf ihrem Weg nach Homburg ab, weil Homburg wegen der Nationalversammlung besetzt werden soll. Rittmeister von Karstein (Willy Fritsch) soll die Nacht über auf die freche und selbstbewusste Tänzerin aufpassen. Aber Palli war für ihren Onkel, der in Homburg ein Spielcasino betreibt, in Frankfurt, um die Truppenaufmärsche zu erkunden. Sie verdreht dem Rittmeister den Kopf und trickst ihn aus, so dass sie ihm entkommen kann, um ihren Onkel zu warnen. Von Karsteins Wertschätzung schwankt hin und her: Eigenschaften wie ihre Fähigkeit, Männern den Kopf zu verdrehen, machen sie in seinen Augen offenbar zur Hure, während Demut und Ängstlichkeit ihre Redlichkeit und Liebenswürdigkeit zu unterstreichen scheinen. Die Frau des Bürgermeisters (Erika von Thellmann) warnt von Karstein vor Palli, sie sei besonders für Frauen eine Gefahr. Er fragt nach: Für Frauen? – Ja, weil sie ihnen die Männer ausspannt. Die Aussage, sie sei für Frauen eine Gefahr, ist für die Sekunden bis zur differenzierenden Antwort zweideutig,wenngleich von vornherein klar ist, worauf Frau Bürgermeister anspielt. Dieser aufwändig produzierte erste deutsche abendfüllende Agfacolor-Farbfilm präsentiert außerdem üppig ausgestattete Tanzszenen mit Marika Rökk. In einer zentralen Szene tritt sie in einem Torero-Kostüm auf und singt die Frauen umwerbende Rolle eines Mannes: "Ich blicke verliebt in ihre Augen (…) ach, ich liebe alle Frauen …." Dann verschwinden die Mittänzerinnen von der Bühne; als Toreros verkleidete Tänzer wickeln Palli in eine riesige Schärpe, aus der sie mit einem Kleid, also als Frau wieder herauskommt und nun "Ach, ich liebe alle Männer" singt. Palli hat kein anderes Ziel, als die Frau vom Rittmeister zu werden; dafür lässt sie ihre Karriere als Tänzerin gern sausen. Siehe zum Frauenbild des Films auch Fox, Jo: Filming Women in the Third Reich. Oxford 2000, S. 132-139.

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1947

FILM OHNE TITEL (FILM OHNE TITEL)
D(West)     Regie: Rudolf Jugert, Buch: Helmut Käutner, Ellen Fechner, Rudolf Jugert
Kurz nach dem Krieg überlegen ein Regisseur (Peter Hamel), ein Autor (Fritz Odemar) und der Schauspieler Willy Fritsch ein neues Filmprojekt, das eine Komödie auf dem Hintergrund der harten Zeiten werden soll. Nach dem Besuch des Kunsthändlers Martin Delius (Hans Söhnker) und dessen Frau Christine (Hildegard Knef) erzählt der Autor den anderen beiden dessen Liebesgeschichte, die in Rückblenden aufgerollt wird. Christine war während des Krieges Delius' Haushaltshife; der Standes- und der Altersunterschied schienen eine Heirat auszuschließen. Nach dem Krieg hat Delius alles verloren und arbeitet in Niedersachsen auf dem elterlichen Hof Christines als Bauer, verlässt das Gut jedoch, um sich eine neue, eigene Existenz aufzubauen. Der Regisseur, der die Entwicklung zum glücklichen Ende der beiden nicht abwarten kann, entwirft in der Fantasie – von den berichteten Schicksalsschlägen beeinflusst – eine expressionistisch-düster anmutende dekadente Szenerie, in der sich die beiden Liebenden wiederfinden. Im Off ist der Kommentar des Regisseurs zu der entsprechend gezeigten Szene zu hören: "Zwei betrunkene Mädchen küssen sich." Vielleicht in derselben Spelunke macht die Geschäftspartnerin und ehemalige Geliebte von Delius, Angelika Rösch (Irene von Meyendorff), als Sängerin im Stile Marlene Dietrichs Karriere. Erfrischend lockerer und in seiner Deutlichkeit der sexuellen Beziehung des Paares Martin/Christine erstaunlicher Nachkriegsfilm, der sich jedoch einen Kuss zwischen zwei Frauen nur in einem negativen Kontext vorstellen kann.

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1948

DAS MÄDCHEN CHRISTINE (DAS MÄDCHEN CHRISTINE)
D(Ost)     Regie: Arthur Maria Rabenalt, Buch: Frank Clifford, Vorlage: Hans Rabl (Novelle)
"Eine verliebte 16-jährige folgt im Dreißigjährigen Krieg – zunächst als Troßjunge verkleidet, später zum Leutnant befördert – dem kaiserlichen Obristen eines Landsknechtshaufens. Als sie sich ihm hingibt und ihn als Rohling erlebt, der am nächsten Tag sein nächtliches Abenteuer zotig abtut, tötet sie ihn im Duell. Das Kriegsgericht läßt sie als Frau laufen, weil sie ja nicht der zum Tode verurteilte Leutnant sei." (Quelle: www.kabel1.de, 2005)

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1949

DIE REISE NACH MARRAKESCH (DIE REISE NACH MARRAKESCH)
BRD     Regie: Richard Eichberg, Buch: Irmgard Palz, Vorlage: Benno Vigny (Roman)
Zwei sog. Halbweltdamen (Luise Ulrich und Maria Holst) tragen in Marrakesch ihre Hassliebe und ihre Konkurrenz in Bezug auf Männer aus. Laut Stefanie Hetze (1986, S. 25) nur lesbische Andeutungen.

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1950

EVA IM FRACK (EVA IM FRACK)
BRD     Regie: Paul Verhoeven, Buch: Curt J. Braun
Weil ihr Bruder, der als Pianist in einem Orchester spielt, einen Unfall hat, springt seine Schwester in Männerkleidung für ihn ein. Hosenrollenkomödie mit üblicher Auflösung und üblichem Happy End.

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1951

DAS GEHEIMNIS VOM BERGSEE (DAS MÄDCHEN MIT DER PEITSCHE)
BRD/CH/FRA     Regie: Jean Dréville, Buch: Johanna Humbert-Beaujon, A.M. Fasold, Alexander Geßner, Vorlage: Ernst Zahn (Roman)
Da sie als Tochter eines Schmugglers weder einen guten Ruf noch Geld erben würde, überredet ihre Mutter (Lil Dagover) Angelina (Harriet Geßner) in die Rolle ihres verstorbenen Halbbruders Pietro zu schlüpfen. Pietro bewegt sich unbeschwert inmitten der Männer der Schweizer Bergwelt, bis sie von ihrer vermeintlichen Großmutter in ein Jungeninternat gesteckt wird. Sie flieht zu ihrem Freund, den sie liebt und der ihr Geheimnis entdeckt hat. Während einem dramatischen Showdown rettet sie ihm das Leben und heiratet ihn. Unbeholfen inszeniertes und montiertes Drama, das in zwei Fassungen, einer deutschsprachigen und einer französischsprachigen, mit jeweils anderer Besetzung gedreht wurde.

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1952

FRITZ UND FRIEDERIKE (FRITZ UND FRIEDERIKE)
BRD     Regie: Geza von Bolváry, Buch: Felix Lützkendorf, Vorlage: F.A. Mainz ("Lili Marleen")
Friederike (Liselotte Pulver) sieht nicht nur aus wie ein Junge namens Fritz, sie benimmt sich auch so. Sie reitet, fechtet, flucht und trinkt wie ein Kavallerieoffizier. Als ihr Vormund sie gegen ihren Willen auf ein Mädcheninternat schickt, scheint es aus zu sein mit ihrem burschikosen Leben. Die Zähmversuche schlagen fehl. Ganz im Gegenteil schafft Friederike es in kürzester Zeit, die Schulkameradinnen zum Rauchen zu bewegen, mit ihnen Amazonenspiele zu spielen und außerdem die Leiterin von Karl Mays Qualitäten zu überzeugen. Doch Friederike entflieht der strengen Welt des Internats und schließt sich als Mann verkleidet einer Schein-Armee an. Dort trifft sie auf ihren Turniergegner (Albert Lieven), der sich in sie verliebt, als er sie in Frauenkleidern beobachtet und ihr Geheimnis durchschaut. Natürlich verliebt sich Friederike als Fritz in den jungen Soldaten, der einer ihrer Mitschülerinnen schöne Augen macht. In einem Duell, das sie übermütig herausfordert, verletzt sie ihn und ist darüber ganz betroffen. Er wiederum ist sehr beeindruckt von dem vermeintlichen jungen Mann, der ihn bereits im Pferderennen besiegt hatte. Die junge Frau, die sich den Konventionen widersetzt, hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen und wird nicht in ihrem Stolz und ihrer Autonomie gebrochen. Toll ist auch, dass sowohl Geschlechterkonventionen als auch Militärstrukturen und Militarismus an sich karikiert werden – und das in einer Zeit, in der bereits die Einführung einer Wehrpflicht diskutiert wurde. Lesbische Komponenten sind rar, aber Friederike erntet mit ihren Qualitäten und Fähigkeiten sehr viel Aufmerksamkeit von durchaus erwachsenen Frauen (z. B. durch ihren Auftritt beim Pferderennen) und Liselotte Pulver spielt die Rolle der respektlosen Friederike mit Bravour.

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1955

SEINE TOCHTER IST DER PETER (SEINE TOCHTER IST DER PETER)
ÖSTERREICH     Regie: Gustav Fröhlich, Buch: Gustav Fröhlich, Ilse von Gasteiger, Ernst A. Welsch, Vorlage: Edith Zellwecker (Roman "Und seine Tochter ist der Peter")
Nach der Scheidung der Eltern wird ein fünfjähriges Mädchen in Tirol wie ein Junge erzogen und heißt Peter (Sabine Eggerth). Als die Mutter die Kleine wieder zu sich nehmen will, streiten sich die Geschiedenen auf Kosten des Kindes um das Sorgerecht.

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1956

MÄDCHEN MIT SCHWACHEM GEDÄCHTNIS (MÄDCHEN MIT SCHWACHEM GEDÄCHTNIS)
BRD     Regie: Géza von Cziffra, Buch: Oliver Hassencamp, Gustav Kampendonk
Anny (Germaine Damar) möchte in München Karriere machen und reist ihrem Liebsten, Poldi (Peter Weck), ins Hotel nach, wo er als Zimmerkellner arbeitet. Auf Rat seines Freundes Albert (Heinz Erhardt) täuscht Anny einen Gedächtnisverlust vor und wird für die verschwundene Tochter des reichen Fabrikanten Howard (Rudolf Platte) gehalten, der wiederum mit seiner Frau (Loni Heuser) die fremde junge Frau dazu benutzen will, den Verzicht auf die Erbschaft zu unterzeichnen, die seiner Tochter, die nichts mehr von ihren Eltern wissen will, zusteht. Um dem Geschehen besser folgen zu können, verkleidet sich Poldi als Haushälterin und lässt sich von Mama Howard einstellen. Die Howards halten Anny einen Moment lang offenbar für lesbisch, bis sie den Irrtum einsehen. Am Ende klärt sich alles auf und die Howards wandern ins Gefängnis. Unspektakuläre Komödie.

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1957

DER PAGE VOM PALAST-HOTEL (DER PAGE VOM PALAST-HOTEL)
ÖSTERREICH     Regie: Thomas Engel, Buch: Gustav Kampendonk, Vorlage: Maria Peteani (Roman)
"Eine Medizinstudentin verdient sich, als Mann verkleidet, in einem mondänen Luxushotel als Hotelpage Geld fürs nächste Semester. Ihr stellt eine betrunkene Amerikanerin nach, während ein Hoteldieb in Frauenkleidern seinen Geschäften nachgeht." (Quelle: Lexikon des Internationalen Films, 1995ff.)




1957

VIKTOR + VIKTORIA (VIKTOR UND VIKTORIA)
BRD     Regie: Karl Anton, Buch: Curt C. Braun, Vorlage: Reinhold Schünzel (Film "Viktor und Viktoria, 1933)
Aus Geldnot tritt Erika Lohr (Johanna von Koczian) für den Damenimitator Viktor (Georg Thomalla) auf und hat enormen Erfolg als Mann, der als Frau auftritt. Die beiden werden angeheuert und treten als "Viktor und Viktoria" auf. Dort sieht sie der wohlhabende Theaterbesitzer Perrot (Johannes Heesters). Er zweifelt eigentlch nicht wirklich daran, dass Viktor tatsächlich eine Frau ist und geht mit ihm/ihr aus, verwickelt ihn in offenbar typische Männertest-Situationen (Whiskey trinken und vertragen, mit einer Frau tanzen, in eine fingierte Schlägerei verwickelt werden, sich rasieren lassen), um ihn/sie zu kompromittieren. Dabei fällt Erikas Pass aus dem Anzug und Perrot wird in seiner Annahme bestätigt. Viktor sieht die gemeinsame Karriere gefährdet und ist außerdem auch eifersüchtig; in dieser Version jedenfalls ist er alles andere als schwul. Perrot inszeniert eine Auseinandersetzung zwischen seinem Assistenten und Viktor und führt Erich/Erika an der Nase herum, da er sich natürlich längst verliebt hat. Das Durcheinander endet damit, dass die Polizei Erika beschuldigt, ihren Bruder ermordet zu haben.
Perrot zweifelt hier nie an der weiblichen Identität der Travestiekünstlerin, ist in jeder Szene überlegen und Herr der Lage. Zu Besuch in seiner eigenen Kneipe fordert er eine seiner Gesellschaftsdamen, Titine (Annie Cordy) mit einer Kopfbewegung auf, Erich bzw. Erika den Hof zu machen; er sorgt auch für eine Schlägerei, aus der er den Jüngling/Erika retten wird.




1957

DAS WIRTSHAUS IM SPESSART (DAS WIRTSHAUS IM SPESSART)
BRD     Regie: Kurt Hoffmann, Buch: Heinz Pauck, Lieselotte Enderle, H.C. Gutbrod, Günter Neumann, Vorlage: Wilhelm Hauff (Märchen)
Die reiche Komtess Franziska (Liselotte Pulver) wird von den berüchtigten Spessart-Räubern als Geisel genommen, um von ihrem Vater Geld für die Armen zu erpressen. Franziska tauscht ihre Kleider mit einem Wandersmann (Helmut Lohner), flieht nach Hause und empört sich darüber, dass ihr Vater unter den gegebenen Umständen nicht daran denkt, das Lösegeld zu zahlen. Auf eigene Faust stellt sie sich – als Mann verkleidet – in den Dienst des Räuberhauptmanns (Carlos Thompson) und ist irritiert über manchen Blick, den ihr die Wirtin oder auch die Gespielin des Räubers zuwirft. Natürlich entdeckt der Räuberhauptmann zufällig ihre Identität und führt sie vor... Nettes, aber belangloses Spiel mit Geschlechterrollen und Moral.

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1958

MÄDCHEN IN UNIFORM (MÄDCHEN IN UNIFORM)
BRD     Regie: Geza von Radvany, Buch: F.D. Andam, Franz Höllering, Vorlage: Christa Winsloe ("Ritter Nérestan")
Manuela von Meinhardis (Romy Schneider) kommt nach dem Tod ihrer Mutter in ein Mädchenpensionat, das von der Leiterin (Therese Giehse) streng und unnachgiebig geführt wird. Einzig die Lehrerin Fräulein von Bernburg (Lilli Palmer) bringt Manuela und den anderen Mädchen Wärme entgegen. Schon bald fühlt sich Manuela stark zu ihr hingezogen. Die Mädchen führen unter der Anleitung einer Lehrerin "Romeo und Julia" als Theaterstück auf; Manuela soll den Romeo spielen, aber Fräulein von Bernburg findet sie darin noch nicht so überzeugend. In einer Pause probt sie mit ihr die Szene und plötzlich ist Manuela nur noch Romeo und küsst Fräulein von Bernburg. Nach erfolgreicher Aufführung bekommen die Mädchen durch eine Verwechslung eine Bowle mit Alkohol und die beschwipste Manuela verkündet lauthals, sie liebe Fräulein von Bernburg. Das ist für die Schulleiterin ein Skandal und sie kündigt die rämliche Trennung der beiden an. Manuela will sich daraufhin das Leben nehmen, wird jedoch gerettet.

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1959

GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT (GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT)
BRD     Regie: Hans Schweikart, Buch: Hans Schweikart, Vorlage: Jean-Paul Sartre (Theaterstück), TV
Kammerspielartige Fernsehverfilmung des Sartre'schen Theaterstücks: Zusammen mit der intellektuellen Inès (Brigitte Horney) und der reichen und naiven Estelle (Ursula Lingen) wird der Revolutionär Garcin (Kurt Meisel) nach seinem Tod in ein Zimmer gepfercht, wo sie einander die Hölle bereiten werden: Inès begehrt Estelle, die sich ausschließlich für Garcin interessiert, der wiederum Inès begehrt.




1959

LABYRINTH / LABYRINTH DER LEIDENSCHAFTEN (NEUROSE)
BRD/ITA     Regie: Rolf Thiele, Buch: Rolf Thiele, Gregor von Rezzori, Vorlage: Gladys Baker (Roman)
"Die psychotherapeutische Behandlung einer Alkoholikerin in einem Schweizer Luxus-Sanatorium endet in einem lösenden Schock, als die Patientin den Selbstmord einer von ihr abgewiesenen Nymphomanin miterlebt." (Quelle: www.kabel1.de, 2005)
Nicole Badal als Mutter Oberin. Es gibt eine lesbische Szene zwischen Nadja Tiller und Nicole Badal. (Quelle: Holm, Lesbische Liebe, 1969, S. 177)




1959

EIN TOTER HING IM NETZ (EIN TOTER HING IM NETZ)
ÖSTERREICH/BRD     Regie: Fritz Böttger, Buch: Fritz Böttger
Während eines Fluges nach Übersee stürzt ein New Yorker Werbemanager zusammen mit seiner Freundin und sieben Tänzerinnen ab. Sie retten sich auf eine einsame Insel. Der Mann wird von einem Tier gebissen, das ihn zu einer Art Spinnenmonster mutieren lässt. Zwei Forscher kommen den Frauen zu Hilfe.
Beim Casting der Tänzerinnen vor dem Flug treten zwei Frauen Händchen haltend auf und werden engagiert. Mit Horror- und (angedeuteten) Sexelementen angereicherter Kolportagefilm, in dem Frauen als dumm-naive, missgünstige Kinder erscheinen, die die überlegen-männliche Vorherrschaft brauchen, um überhaupt überleben zu können.

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1960

GUSTAV ADOLFS PAGE (GUSTAV ADOLFS PAGE)
ÖSTERR/BRD     Regie: Rolf Hansen, Buch: Juliane Kay, Tibor Yost, Peter Goldbaum, Vorlage: Conrad Ferdinand Meyer (Novelle)
Die mutterlose Gustl Leubelfing (Liselotte Pulver) tritt als Page verkleidet in den Dienst des schwedischen Königs Gustav (Curd Jürgens). Im Lager der Soldaten flirtet Ellen Schwiers als Prostituierte mit ihr. Gustl gewinnt die Hure im Würfelspiel ungewollt für sich; sie entdeckt rasch Gustls Identität und verliert ihr sexuelles Interesse, das sich zuvor recht ausgeprägt auf den vermeintlichen jungen Mann richtete. Die Kurtisane, die der König Gustav unterstehende Herzog von Lauenburg unter seinen Schutz stellt und im Lager lässt, entdeckt Lauenburg Gustls Geheimnis, als sie selbst um ihr Leben bangen muss. Lauenburg und seine Verbündeten geben diese pikante Information an Gustavs Gegner Wallenstein weiter. Anders als in der Vorlage erfährt Gustav von der Maskerade seines Pagen; in Meyers Novelle bleibt es ihm verborgen. Aber auch hier sterben sie einen gemeinsamen Tod.

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1961

GELIEBTE HOCHSTAPLERIN (GELIEBTE HOCHSTAPLERIN)
BRD     Regie: Akos von Rathony, Buch: Gregor von Rizzori, Vorlage: Jacques Deval (Theaterstück)
Hausbackene und biedere Verwechslungskomödie, die auf einem Schiff spielt, das von Hamburg nach New York fährt. Robert Bolle (Walter Giller) reist als blinder Passagier in der Luxuskabine der Hochstaplerin Martine Colombe (Nadja Tiller), die als Mannequin mit der Kollektion des Chefs durchgebrannt ist. Die Zimmerfrau (Edith Hancke) entdeckt Bolles Füße unter dem Bett und erstattet dem Zahlmeister Bericht, der ihre Aufregung auf die sexuellen Übergriffe eines Mannes in einer anderen Kabine zurückführt. "Aber die [Kabine] 59 ist eine Dame!", entgegnet die Zimmerfrau. Der Zahlmeister geht von Übergriffen aus ("Und die hat SIE attackiert? Das ist ja ein dolles Ding!"), bis die Zimmerfrau den Irrtum aufklärt.

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1962

LULU (LULU)
ÖSTERREICH     Regie: Rolf Thiele, Buch: Rolf Thiele, Vorlage: Frank Wedekind ("Die Büchse der Pandora", "Erdgeist")
Die Kindfrau Lulu (Nadja Tiller) verliert ihren ersten Ehemann, da dieser an Altersschwäche stirbt. Daraufhin heiratet sie ihren Gönner, Dr. Schön (O. E. Hasse). Ihn erschießt Lulu in Notwehr, als dieser sie ermorden will. Lulu muss für die Tat ins Gefängnis, wird jedoch von ihren bankrotten Verehrern und dem Geld der sie anbetenden Gräfin Geschwitz (Hildegard Knef) Lulu befreit. Gemeinsam fliehen sie nach Paris, später nach London, wo Lulu einem Freier zum Opfer fällt. Im Gegensatz zur Vorlage bleibt die Gräfin hier vom Frauenmörder verschont. Unausgegorene Farce, die auch dem Zeitkolorit des beginnenden 20. Jahrhunderts, das es als Rahmen nutzen will, nicht gerecht wird.




1962

UNSERE TOLLEN NICHTEN (UNSERE TOLLEN NICHTEN)
ÖSTERREICH     Regie: Rolf Olsen, Buch: Rolf Olsen
Nachdem die Männer ihre Hosen gegen Kleider getauscht haben, tauschen nun deren Freundinnen die Frauenkleider gegen Hosen und kurz geschnittene Haare aus. Hosenrollenkomödie. (Quelle: Rote Küsse, 1990)

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1963

DER FLUCH DER GRÜNEN AUGEN (DIE GROTTE DER LEBENDEN TOTEN)
BRD/JUGOSLAWIEN     Regie: Akos Rathony, Buch: Kurt Roecken
Ein Ermittler (Adrian Hoven) wird mit den Nachforschungen zum Tod von sechs jungen Frauen beauftragt, die offenbar einem Vampir zum Opfer gefallen sind. Ist seine Assistentin Karin (Karin Field) darin verwickelt? Lesbischer Bezug bleibt in den Beschreibungen unklar.




1963

VENUSBERG (VENUSBERG)
BRD     Regie: Rolf Thiele, Buch: Rolf Thiele
Sieben Frauen verbringen einige Zeit in einem abgelegenen Ferienhaus und tauschen sich über ihre Lebenserfahrungen aus. Nur eine von ihnen (Claudia Marius), die ihre Liebste auch gleich mitgebracht hat, erzählt von anderen Erlebnissen als der Rest. (Quelle: Sobek, 2000)

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1967

DAS GESCHLECHT DER ENGEL (IL SESSO DEGLI ANGELI)
ITA/BRD     Regie: Ugo Liberatore, Buch: Ugo Liberatore
Auf einem Boot teilen sich ein lesbisches und ein heterosexuelles Paar eine Kabine. In einem Handgemenge wird der Mann erschossen, die Lesben übernehmen das Boot und zwingen seine Partnerin, mit ihnen intim zu werden. Trashiger Film mit viel nackter Haut.




1967

DAS GESTÄNDNIS EINES MÄDCHENS (DAS GESTÄNDNIS EINES MÄDCHENS)
BRD     Regie: Jürgen Büchmann, Buch: Rubin Sharon, Günter Schlesinger
Nachdem eine 18-jährige wegen Einbruchs in ein Erziehungsheim eingeliefert wurde, ist sie dort den lesbischen Übergriffen der 'verklemmten' anderen Mädchen ausgesetzt. (Quelle: Lexikon des Internationalen Films, 1995ff.)




1967

KÜSS MICH, MONSTER/SCHLOSS DER GEHENKTEN (BESAME MONSTRUO)
SPA/BRD     Regie: Jesus Franco, Buch: Jesus Franco, Vorlage: Karl Heinz Mannchen (Story)
Diana (Janine Reynaud) und Regina (Rosanna Yanni) sind zwei Detektivinnen der Red Lips Agency, die u. a. eine Gruppe von feministischen Lesben mit auf eine seltsame Insel nehmen, auf der sich allerlei Dinge entwickeln.   




1967

UNRUHIGE TÖCHTER (UNRUHIGE TÖCHTER)
BRD/CH     Regie: Hansjörg Amon, Buch: Wolfgang Steinhardt, Vorlage: Ilse Collignon (Illu-Serie)
"Eine egozentrische Primanerin verführt ihren Lehrer, erfüllt einer vergewaltigten Mitschülerin deren lesbische Wünsche und gewinnt erotische Kontakte zu einem Regisseur, womit sie ihre Filmkarriere einleitet." (Quelle: Lexikon des internationalen Films, 1995ff.)

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1968

ASTRAGAL (L' ASTRAGALE)
FRA/BRD     Regie: Guy Casaril, Buch: Guy Casaril, Vorlage: Albertine Sarrazin (Roman)
Anne (Marlène Jobert) flieht aus dem Gefängnis, hält sich mit Raubzügen und Prostitution über Wasser und wartet auf ihren Freund Julien (Horst Buchholz), der sich nicht in Paris aufhalten darf. Als sie sich den Fuß verletzt, bleibt ihr wegen der großen Schmerzen nichts anderes übrig, als sich im Gefängniskrankenhaus behandeln zu lassen. Im Gefängnis hat sie lt. Dan Pavlides (AMG, 2005) auch eine lesbische Affäre.




1968

DJANGO NUDO UND DIE LÜSTERNEN MÄDCHEN VON PORNO HILL (BRAND OF SHAME / NUDE DJANGO)
USA/BRD     Regie: Byron Mabe, Buch: David F. Friedman, Gene Radford
Western-Sexfilm um die Karte einer Goldmine. Dem Portal www.imdb.com (2009) zufolge gibt es eine lesbische Barkeeperin.




1968

EINE FRAU SUCHT LIEBE (A WOMAN NEEDS LOVING)
UK/BRD     Regie: Robert Azderball, Buch: Dean C. Finney
"Bevor ein Mädchen (Eva Renzi) (…) ihre wahre Liebe findet, muss sie erst die seelische Belastung durch eine frühere lesbische Beziehung zu einer Freundin (Barbara Rütting) und durch eine pervers erotische Beziehung zu einem älteren Mann überwinden." (Quelle: Holm, Lesbische Liebe, 1969, S. 178)




1968

DER HEISSE TOD/99 FRAUEN (99 WOMEN/99 MUJERES)
BRD/ITA/SPA     Regie: Jess Franco, Buch: Peter Welbeck, Jess Franco
Die junge Marie (Maria Rohm) kommt, nachdem sie einen ihrer Vergewaltiger erstochen hat, in ein Strafgefangenenlager auf einer einsamen Insel. Dort führt Thelma (Mercedes McCambridge) ein blutiges Regiment, u. a. stellt sie den sexuellen Lüsten des Gouverneurs Santos (Herbert Lom) diverse Insassinnen zur Verfügung. Marie, die Neue, die hier die Nummer 99 trägt, wird zusammen mit der lesbischen Zoe (Rosalba Neri) einer brutalen Behandlung unterzogen. Zoe, so beichtet Marie in einem ruhigen Moment, wurde als Tänzerin von ihrer Chefin Grace begehrt und benutzt, wofür Zoe Grace ermordet hat. Auf diese Weise – so legt der Film nahe – wurde Zoe lesbisch.
Nach einem erneuten Todesfall wird eine andere Superintendentin zur Kontrolle geschickt: Leonie Caroll (Maria Schell). Ihr "humaner" Ansatz (kein Bunker, kein Auspeitschen) wird von den Gefangenen als sexuelles Interesse an Marie gedeutet. Leonie kann sich nicht durchsetzen und muss gehen, nachdem drei Frauen (auch Marie) ausgebrochen waren, eine von den Gefangenen des Männerlagers zu Tode vergewaltigt wurde und die anderen wieder gefasst worden sind. Genüsslich ausbeuterisch inszeniertes Frauengefängnisklischee, in dem Maria Schell völlig deplatziert wirkt und auch Mercedes McCambridge nicht gegen das Klischee anzuspielen vermag.




1968

KOMM NUR, MEIN LIEBSTES VÖGELEIN… (KOMM NUR, MEIN LIEBSTES VÖGELEIN…)
BRD/ITA     Regie: Rolf Thiele, Buch: Rolf Thiele, Ernst Flügel, Vorlage: Joachim Fernau (Roman)
Auf dem Foto in "Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms" (1983) packt Christine Rücker der nackten Inge Marschall an die Brust.




1968

LADY HAMILTON – ZWISCHEN SCHMACH UND LIEBE (LES AMOURS DE LADY HAMILTON/LE CALDE NOTTI DI LADY HAMILTON)
FRA/BRD/ITA     Regie: Christian-Jaque, Buch: Jameson Brewer, Werner P. Zibaso, Valeria Bonamano, Christian-Jaque
Die Bauernmagd Emma Lyon (Michèle Mercier) macht im London des 18. Jahrhunderts schnell Karriere als Geliebte namhafter wohlhabender Männer. Sie heiratet den greisen Lord Hamilton und steigt damit in die besseren Kreise auf, wo sie zur Freundin der Königin Maria Carolina von Neapel (Nadja Tiller) wird und mit ihr auch diverse lesbische Spielchen spielt.




1968

DIE NICHTEN DER FRAU OBERST (IM GARTEN DER LUST)
BRD/ITA     Regie: Michael Thomas (= Erwin C. Dietrich), Buch: Claude Martin, Vorlage: Guy de Maupassant
Tante Clarissa (Kai Fischer), von einem ihrer Liebhaber "Frau Oberst" genannt, will sich nicht an einen einzelnen Mann binden und reicht ihre Geliebten an ihre beiden launischen Nichten, Julia (Heidrun Hankammer) und Florentine (Tamara Baroni), weiter, die sich ihrer Meinung nach zu sehr für einander interessieren. Trashiger und langweiliger Sexfilm.




1968

DIE NICHTEN DER FRAU OBERST – 2. TEIL (DIE NICHTEN DER FRAU OBERST – 2. TEIL MEIN BETT IST MEINE BURG)
BRD/ITA     Regie: Michael Thomas (= Erwin C. Dietrich), Buch: Manfred Gregor, Vorlage: Guy de Maupassant
"Auch die Fortsetzung der "Literaturverfilmung", die nunmehr sadistische und lesbische Liebe in den Vordergrund rückt, verblüfft durch ihren Mangel an Fantasie." (Quelle: Lexikon des internationalen Films, 1995ff.)




1968

SCHREIE IN DER NACHT (CONTRONATURA)
ITA/BRD     Regie: Antonio Margheriti (= Anthony M. Dawson), Buch: Antonio Margheriti (= Anthony M. Dawson)
Eine kleine Gesellschaft mit dubioser Vergangenheit rettet sich bei einem Unwetter in ein abgelegenes Landhaus in Kent, wo sie einer spiritistischen Sitzung beiwohnt. Dabei werden zahlreiche Verbrechen aufgedeckt, die die Anwesenden auf dem Gewissen haben und die der Film in Rückblenden erzählt: Vivien (Marianne Koch) hatte eine Affäre mit Ben (Joachim Fuchsberger), dem Anwalt des Barrett-Anwesens, begehrte allerdings die verheiratete Elisabeth (Helga Anders), die sich zunächst auf sie einließ, aber dann Vivien zu dominieren versuchte, woraufhin diese sie erschlug. Nun begehrt Vivien Margaret (Dominique Boschero), von der sie jedoch im Streit getötet wird.




1968

THERESE UND ISABELL (THERESE AND ISABELLE)
USA/BRD     Regie: Radley Metzger, Buch: Jesse Vogel, Vorlage: Violette Leduc ("Thérèse et Isabelle", 1966)
Eine Frau fährt mit einem teuren Auto bei einem verlassenen Internat vor und erinnert sich, während sie durch das Anwesen spaziert, an die leidenschaftliche Affäre mit einer Mitschülerin. In Schwarz-weiß und Cinemascope mit sehr eindringlicher "Letztes Jahr in Marienbad"-Atmosphäre gefilmt. Es gibt zwar keine explizite Sexszene nach heutigem Verständnis, alles ist nur erzählt bzw. im Off abgelesen, aber nicht ohne Reiz. Und es gibt keinen Zweifel, in welcher Art und Weise die beiden Mädchen einander zugetan waren. Es gibt zahlreiche Szenen, in denen sich die beiden Mädchen miteinander beschäftigen. Beide Mädchen rennen in die Kapelle, schmeißen sich hinter ein Grabmal oder ähnliches und Thereses Stimme erzählt im Off, was beide, die nicht zu sehen sind, gerade miteinander tun. Dazu wird aus Leducs Roman zitiert.
"Interessanterweise existierte ein alternatives Ende zum Film, auf welches glücklicherweise verzichtet wurde – Therese wird am Ende des melancholischen Besuchs ihrer einstigen Schule von ihrem Ehemann abgeholt." (Quelle: http://www.radleymetzger.de/therese.html, 2005)




1968

ZIEH DICH AUS, PUPPE (ZIEH DICH AUS, PUPPE)
BRD     Regie: Akos von Rathony, Buch: Akos von Rathony
Eine junge Frau brennt durch und landet in einem Bordell. Die Barkeeperin Diana (Elisabeth Volkmann) ist lesbisch.

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1969

DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY (IL RITRATO DI DORIAN GRAY)
BRD/ITA     Regie: Massimo Dallamano, Buch: Massimo Dallamano, Günter Ebert, Marcello Coscia, Vorlage: Oscar Wilde
Eine der zahlreichen Wilde-Verfilmungen, die die Geschichte als sexuelles Potenzial ausschlachten: Dorian Gray (Helmut Berger) lässt sich von einem Freund malen und wünscht sich nie zu altern. Während sein Porträt aus dem abgebildeten Dorian einen Greis macht, geht der lebende Dorian als ewigjunger Mann auf alle sexuellen Angebote ein, die ihm gemacht werden. Auf dem Schiff seines Liebhabers (Herbert Lom) hat er nacheinander Sex mit zwei Frauen, die anschließend ohne ihn miteinander ins Bett gehen. Schließlich altert das Bild nicht mehr und Dorian zerfällt zu Staub.




1969

EHEPAAR SUCHT GLEICHGESINNTES (EHEPAAR SUCHT GLEICHGESINNTES)
BRD     Regie: Franz Josef Gottlieb, Buch: Franz Josef Gottlieb, Günter Heller
"Nachdem einige Fachleute darunter ein Philosophieprofessor über Leibfeindlichkeit und Triebunterdrückung doziert haben, demonstriert der Aufklärungsfilm – ein 'authentischer Bericht' – den Partnertausch zweier biederer Pärchen, einen Sextölpel, dessen verklemmte Frau ihre Verstörung im Gruppensex mühselig überwindet, und viel Problemgeschwätz." (Quelle: www.kabel1.de, 2005)




1969

EROS-CENTER HAMBURG (EROS-CENTER HAMBURG)
BRD     Regie: Günter Hendel, Buch: Günter Hendel, Alois Brummer
Ein Journalist recherchiert für eine Reportage im Eros-Center Hamburg und gerät in Verdacht, eine Prostituierte ermordet zu haben. Auf eigene Faust sucht er den Mörder unter den Zuhältern, die in ihren Häusern Shows mit pseudo-lesbischen Handlungen inszenieren. Plakativer Sexfilm, der Frauen als permanent sexuell verfügbar zeigt.




1969

FREIHEIT FÜR DIE LIEBE (FREIHEIT FÜR DIE LIEBE)
BRD     Regie: Eberhardt Kronhausen, Phyllis Kronhausen, Buch: Eberhardt Kronhausen, Phyllis Kronhausen
Episodenfilm um diverse sexuelle Begegnungen, in dem es auch um zwei lesbische Frauen geht, die von zwei jungen Mädchen beim Sex beobachtet werden.




1969

DAS GESICHT IM DUNKELN (A DOPPIA FACCIA)
BRD/ITA     Regie: Riccardo Freda, Buch: Paul Hengge, Riccardo Freda, Vorlage: Edgar Wallace (Roman)
Die reiche Helen Alexander (Margaret Lee) lebt mit ihrem Ehemann, John Alexander (Klaus Kinski), in einer großzügig angelegten Villa, lässt jedoch immer öfter von ihrer Geliebten Liz (Annabella Incontrera) zu Hause besuchen. Auf einer Reise nach London kommt sie durch einen Sprengsatz an ihrem Wagen zu Tode. Ein paar Monate später findet John eine Frau in seinem Haus vor, Christine (Christiane Krüger). Mit ihr besucht er einen Club, in dem kurze verbotene Pornos gezeigt werden, die gerade erst abgedreht wurden. John glaubt, seine Frau zu erkennen, die demnach noch leben muss. Schließlich schafft John es, mit Helen Kontakt aufzunehmen. Sie versucht, ihr durch das Feuer entstelltes Gesicht zu verbergen, aber John reißt ihr die Maske ab, erkennt diese mysteriöse Frau, die ihn in den Pornoclub geführt hat und ist im Begriff, sie zu erwürgen, als die Polizei erscheint und nicht ihn, sondern Helens Stiefvater verhaftet, der gemeinsam mit Christine die Tochter ermordet hat.
Zwar ist die lesbische Beziehung als exotisches Additivum gemeint, aber ausnahmsweise sind die Lesben nicht die Mörderinnen, sie werden nicht mal als gestörte Charaktere inszeniert. Nur können sie natürlich als Paar nicht überleben, weshalb eine von ihnen gleich zu Beginn des Films stirbt.
"Die deutsche Kinofassung wurde im Vergleich zur italienischen Fassung stark gekürzt und im Handlungsablauf umgestellt." (Quelle: www.deutscher-tonfilm.de, 2005)




1969

GIER NACH LUST (MORE)
BRD/FRA/LUXEMBURG     Regie: Barbet Schroeder, Buch: Eugene Archer, Mimsy Farmer, Paul Gardner, Paul Gégauff, Barbet Schroeder
Ein kleiner Gauner (Klaus Grünberg) trampt von Lübeck nach Paris und verliebt sich in Estelle (Mimsy Farmer), die jedoch auf Ibiza sowohl mit einem deutschen Drogenbaron, dem ehemaligen Nazi Dr. Ernesto Wolf (Heinz Engelmann), als auch mit Cathy (Louise Wink) eine intime Beziehung hat.




1969

DIE MÄDCHEN DER MADAME (DIE MÄDCHEN DER MADAME)
BRD     Regie: Günter Schlesinger, Buch: Horst Müller
"Der Fluchtweg von vier ausgebrochenen Zuchthäuslern führt in das Landhaus einer lesbischen Frau und ihrer Freundinnen, die von den Eindringlingen vergewaltigt werden." (Quelle: Lexikon des internationalen Films, 1995ff.)




1969

DIE SIEBEN MÄNNER DER SUMURU (THE GIRL FROM RIO/RIO 70)
USA/BRD/SPA     Regie: Jess Franco, Buch: Franz Eichhorn, Bruno Leder, Harry Alan Towers, Vorlage: Sax Rohmer
Sumuru (Shirley Eaton), die bisexuelle und größenwahnsinnige Anführerin einer Frauen-Gang, die die Weltherrschaft übernehmen will, zwingt die Männer in die Sklaverei. Trashiger Abenteuerfilm mit nackten Frauen. (Quelle: www.allmovie.com, 2006)




1969

SPIELST DU MIT SCHRÄGEN VÖGELN (SPIELST DU MIT SCHRÄGEN VÖGELN)
BRD     Regie: Gustav Ehmck, Buch: Günter Seuren
"Zwei Düsseldorfer Pärchen fahren an die französische Atlantikküste, lieben sich (auch über Kreuz) und treiben Späße mit einem dicken deutschen Touristen. Eines der Mädchen wendet sich schließlich dem eigenen Geschlecht zu." Sexfilm mit Horst Janson und Margarethe von Trotta. (Quelle: Der Neue Deutsche Film 1960-1980, 1981)




1969

VENUS IM PELZ/PAROXISMUS/SCHWARZER ENGEL (VENUS IN FURS / PAROXYSMUS / BLACK ANGEL)
BRD/ITA     Regie: Hans Billian, Jess Franco, Buch: Jess Franco, Milo G. Cuccia, Malvin Wald, Bruno Leder
Olga (Margaret Lee), Kapp (Dennis Price) und Ahmed (Klaus Kinski) sind für den Tod von Wanda Reed (Maria Rohm) verantwortlich, die später scheinbar als Untote zurückkehrt, um sich zu rächen. Ein Jazzpianist gerät dazwischen und findet in Wanda eine geeignete Domina. Wanda beschäftigt außerdem zwei Zofen, die ein Paar sind.




1969

VON HAUT ZU HAUT (VON HAUT ZU HAUT)
BRD     Regie: John Scott (= Hanns Schott-Schöbinger), Buch: M.W. Garden, Arnulf Mann
Zwei Zwillingsschwestern erleben durch eine merkwürdige Fügung alles am eigenen Körper, was die andere auch erlebt. "Kitschiger Trashfilm mit Sexeinlagen". (Quelle: Sobek, 2000)




1969

DIE WILDEN TÖCHTER VON GLÜCKSBURG (RAT MAL, WER HEUT NACHT BEI UNS SCHLÄFT)
BRD     Regie: Alexis Neve, Buch: Hans Bilian
Die Mitglieder einer Adelsfamilie schlafen mit allen, die ihren Weg kreuzen. Nur die Tochter der Familie, Alexandra (Andrea Rau), die frisch aus dem Internat kommt, will ihre Keuschheit bewahren. Um sie umzustimmen, wird die lesbische Nachbarin eingespannt.

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1970

ABARTEN DER KÖRPERLICHEN LIEBE (ABARTEN DER KÖRPERLICHEN LIEBE)
BRD     Regie: Franz Marischka, Buch: Fritz Leist
Ein Beispiel für so genannte "Aufklärungsfilme" mit Spielszenen, die Anfang der Siebziger gedreht wurden und in denen Homosexualität sehr häufig thematisiert wurde.
Auszug aus der Presseinformation: "Wie aber werden Frauen zu Lesbierinnen? Oft ist es die Furcht des unerfahrenen jungen Mädchens vor der ersten körperlichen Begegnung mit dem Manne…" Zitiert nach Erwin In het Panhuis, Die Harten und die Zarten. 1997, S. 36.




1970

BAMBULE (BAMBULE)
BRD     Regie: Eberhard Itzenplitz, Buch: Ulrike Marie Meinhof, Vorlage: Ulrike Marie Meinhof (Stück)
Ulrike Meinhof ging es um die Darstellung von Heimstrukturen, die mit ihrer Kälte und der unmenschlichen Maschinerie jedes Geborgenheitsgefühl verhindern. Im Zentrum steht Irene, auch Pampas genannt, die nach diversen Ausbruchsversuchen freiwillig zurück ins Heim geht, weil dort die Lebensbedingungen wenigstens berechenbar sind. Außerdem begreift sie, dass ihre geliebte Freundin Gisela draußen auf den Strich geht. Die beiden Freundinnen, Jynette und Heidi, bei denen sie "draußen" Unterschlupf sucht, haben eine Beziehung miteinander, arbeiten jedoch auch als Prostituierte. Eine andere, Monika, erzählt Frau Lack, einer der netteren Erzieherinnen, von ihrem bisherigen Werdegang. Der schließt auch ein, dass sie aus einem Nonneninternat geflogen ist, weil sie eine Beziehung mit einem anderen Mädchen eingegangen war. Trotz heftiger Abwehr und dem Einsatz von Frau Lack landet Monika am Schluss erneut im Kloster. Der Begriff "Bambule" beschreibt laut Lexikon eine "Protesthandlung aufgebrachter Häftlinge". Am Ende des Films beschließen Evelyne alias Iv und Irene, sich den Strukturen im Heim nachdrücklich zu widersetzen und den Aufstand zu proben.




1970

BLUT AN DEN LIPPEN (LE ROUGE AUX LEVRES)
FRA/BELG/BRD/ITA     Regie: Harry Kümel, Buch: Harry Kümel, Pierre Drouot, Manfred Köhler
Die ungarische Gräfin Barthory (Delphine Seyrig) trifft mit ihrer Geliebten Ilona (Andrea Rau) in einem Hotel auf ein frisch vermähltes Ehepaar und rivalisiert mit dem Ehemann, Stefan (John Karlen), um die Gunst der Braut. Sie nähert sich Valerie (Danielle Ouimet) systematisch an, streichelt ihre Hand, küsst ihr den Handrücken und entwirft flugs eine gemeinsame Zukunft: "Wenn Sie mich erst einmal so lieben wie ich Sie jetzt schon liebe – das wird das unendliche Glück sein"... Während Stefan von Ilona verführt wird, beginnt die Gräfin eine intime Beziehung mit Valerie, die sich von ihr zum gemeinsamen Mord am Gatten anstiften lässt und zu spät begreift, dass es sich bei der mysteriösen Gräfin um eine Vampirin handelt. Auf der Flucht vor der Polizei stürzt die Kutsche um und Gräfin Bathory wird "zufällig" von einem Ast gepfählt... Klassiker des lesbischen Vampirfilms.




1970

EUGENIE (EUGENIE)
LIECHTENSTEIN     Regie: Jess Franco, Buch: Jess Franco
"Eugenie Radeck (…) entdeckt den wahren Charakter ihres Vaters, der ein Sadist von teuflischer Perversion ist. Anstatt erschreckt zu sein, wird sie seine Komplizin, und sie beschließen, zusammen ein perfektes Verbrechen zu begehen. So planen sie eine Unbekannte zu ermorden, die als Modell für Amateur-Fotografen arbeitet." (Quelle: Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms, 1983, S. 48f)




1970

ICH, EIN GROUPIE (ICH, EIN GROUPIE / DAS MÄDCHEN MIT DEM EINWEGTICKET)
CH/BRD     Regie: Erwin C. Dietrich, Buch: Erwin C. Dietrich
Vicky (Ingrid Steeger) verbringt in London eine Nacht mit dem Rockstar Stuart und meint ihn zu lieben. Er jedoch lässt sie sitzen und reist ohne Abschied ab. Zusammen mit einer Bekannten, Vivian (Vivian Weiss), fährt sie ihm über Amsterdam und Zürich nach Berlin nach. Zwischendurch kaufen und verkaufen die beiden Frauen "Shit" und haben Sex mit allen Männern, die ihnen unterwegs begegnen. Am Schluss landen die Frauen nach einer Drogenspritze miteinander im Bett, Vicky jedoch befriedigt das nicht und sie muss sich übergeben. Sie rennt nackt und mit Erbrochenem im Gesicht durch die Stadt, bis sie von einem Auto überfahren wird.




1970

DIE JUNGFRAU UND DIE PEITSCHE (EUGENIE / DE SADE 70)
BRD/SPA     Regie: Jess Franco, Buch: Harry Alan Towers (= Peter Welbeck), Vorlage: Marquis de Sade ( "La Philosophie de la Boudoir")
"Die junge Eugenie wird von einer Dame auf ihre einsame Insel eingeladen, wo sie im sadeschen Sinne korrumpiert wird. Erotik und Sexualmorde stürzen Eugenie in einen tiefen Abgrund." (Quelle: Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms, 1983, S. 56)




1970

DER KONFORMIST / DER GROSSE IRRTUM (IL CONFORMISTA)
ITA/FRA/BRD     Regie: Bernardo Bertolucci, Buch: Bernardo Bertolucci, Vorlage: Alberto Moravia (Roman)
Marcello Clerici (Jean-Louis Trintignant) hatte als Kind ein unangenehmes Erlebnis mit einem Schwulen. In seiner Not hatte er auf ihn geschossen und glaubt ihn seitdem tot. Inzwischen ist er ein erwachsener angesehener Faschist, der neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler für den Geheimdienst arbeitet. Er fährt nach Frankreich, um dort auftragsgemäß einen alten Bekannten zu töten, der aus politischen Gründen nach Frankreich emigriert ist. Er tarnt die Reise als Hochzeitsreise mit seiner Frau Giulia (Stefania Sandrelli), die prompt von Anna (Dominique Sanda), der Frau des Opfers, umworben wird. Marcello, der sich sehr für sie interessiert, deutet ihr Interesse an ihm zunächst falsch. Er verliebt sich in sie, aber sie möchte etwas von Giulia. Dann führt Marcello seinen Auftrag aus und wird Zeuge des geplanten Mordes an Anna und ihrem Mann. Giulia kann ihm das nicht verzeihen, obwohl sie auf Annas Avancen nicht eingegangen war.




1970

DIE NACHT DER VAMPIRE (LA NOCHE DE WALPURGIS)
BRD/SPA     Regie: Léon Klimovsky, Buch: Jacinto Molinal, Hans Muncke
Nachdem Ärzte Graf Waldemar eine silberne Kugel aus der Brust entfernt haben, erwacht dieser wieder zum Leben und sucht nach Gräfin Waldessa (Patty Shepard), die als Vampirin erdolcht wurde. Mit der Hilfe zweier Studentinnen erweckt er auch sie wieder zum Leben. Eine der beiden schneidet sich und tröpfelt das Blut der Vampirin in den Mund, die beißt, nachdem sie erwacht ist. Diese Szene soll lt. The Bent Lens (2003) sehr erotisch sein ...




1970

PSYCHOLOGIE DES ORGASMUS (LIEBE WIE DU SIE BRAUCHST)
BRD     Regie: Hermann Schnell, Buch: Hermann Schnell
Typischer Aufklärungsfilm über sexuelle Techniken, die voyeuristisch aufgearbeitet werden und neben Gruppensex auch lesbischen Sex beinhalten.




1970

SCHULMÄDCHENREPORT – WAS ELTERN NICHT FÜR MÖGLICH HALTEN (SCHULMÄDCHENREPORT – WAS ELTERN NICHT FÜR MÖGLICH HALTEN)
BRD     Regie: Ernst Hofbauer, Buch: Günther Hunold, Kurt Seelmann
Junge Mädchen haben nichts anderes als Sex im Kopf und wollen eben nicht für die Schule lernen. Ein Jugendpsychologe versucht zwischen den Eltern und ihren Sprösslingen zu vermitteln. Eine der Schülerinnen machte lesbische Erfahrungen beim Ballett und um der ganzen Sexinszenierung die im Übrigen mangelnde Seriosität zu verleihen, wird alles mit Straßeninterviews gewürzt.




1970

SIE TÖTETE IN EKSTASE (SHE KILLED IN ECSTASY)
BRD/SPA     Regie: Jess Franco, Buch: Jess Franco
Nachdem ihr Ehemann von seinen Ärztekollegen in den Suizid getrieben wurde, nimmt eine Frau (Susann Korda) blutige Rache. Garniert wird das Gemetzel mit vielen, auch lesbischen Sexszenen.




1970

SIEGFRIED UND DAS SAGENHAFTE LIEBESLEBEN DER NIBELUNGEN (THE LONG SWIFT SWORD OF SIEGFRIED)
BRD/USA     Regie: David F. Friedman, Adrian Hoven, Buch: David F. Friedman, Fred Denger, Brigitte Panitzke
Ausbeuterischer Sexfilm vor dem Setting der Nibelungensage: Der stets zu Sex bereite Siegfried (Raimund Harmstorf) hält am Wormser Hof um die Hand der Königsschwester Kriemhild (Sybil Danning) an, die sich derweil mit der Masseuse Ortlinde (Flavia Kent) vergnügt und deren Gunst er erst erwirbt, als er König Gunter dabei geholfen hat, die begehrte Brunhilde zu befriedigen. Narzisstische Männerphantasie, in der nackt herumlaufende Frauen sich freudig derben Männern hingeben.




1970

VAMPIROS LESBOS (VAMPYROS LESBOS / LESBIAN VAMPIRES)
BRD/SPA/FRA     Regie: Jess Franco (Jesus Manera), Buch: Jess Franco, Vorlage: Jess Franco
Die junge Rechtsanwältin Linda (Ewa Strömberg), die mit ihrem Freund in Istanbul lebt, träumt erotische Begegnungen mit einer Frau, die sie bei einem lesbischen Liveact in einem Nachtclub wiederzuerkennen meint. Ihr Psychiater rät ihr, sich einen besseren Liebhaber zu nehmen, dann würden diese Träume schon aufhören. Aber dann wird Linda von der Gräfin Carody (Soledad Miranda) wegen einer Erbschaftsangelegenheit beruflich nach Anatolien beordert. Nadine Carody geht mit ihr schwimmen und verführt sie in der Nacht. Obwohl Linda die passiv Verführte zu sein scheint, macht Nadine später klar, dass sie ihr verfallen ist und nicht umgekehrt. Um Linda ungestört in die Vampir-Riten einführen zu können, beseitigt Nadine den neugierigen Doktor Seward. Denn Nadine hasst Männer wegen einer erlittenen Vergewaltigung und hat keine Lust, den Doktor ebenfalls zu initiieren.

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1971

BEICHTE EINER LIEBESTOLLEN (ALPENRÖSCHEN IM DIRNDLHÖSCHEN)
BRD     Regie: Alois Brummer, Buch: Peter Kross
Lederhosen-Sexfilm mit sexwütigen Bayern. Im Zentrum stehen die Erfahrungen von Sabine, die von "Fräulein Kunze", einer Lesbe, ihre ersten Sextoys bekommt.




1971

DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT (DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT)
BRD     Regie: Rainer Werner Fassbinder, Buch: Rainer Werner Fassbinder
Eine erfolgreiche Modeschöpferin, von Männern enttäuscht, findet auch in der Beziehung zu Frauen kein Glück und bleibt am Ende allein. Die insgesamt kühle Atmosphäre hebt den fast steril anmutenden Liebeswunsch der Petra von Kant (Margit Carstensen) hervor, die sich meistens auf ihrem Bett wälzt und dort auch Besuch empfängt, der aus der Freundin Sidonie (Katrin Schaake) und Karin Timm (Hanna Schygulla) besteht. Karin zieht im Nu bei Petra ein und beginnt ein Liebesverhältnis mit ihr. Nach und nach kristallisiert sich jedoch heraus, dass Petra sich nicht wirklich geliebt fühlt und die anfänglich propagierte Freiheit nicht länger leben will. Karin lässt sich nicht enger binden, ist von einem Wutausbruch Karins beleidigt und verschwindet auf unbestimmte Zeit. Erst der eigene Geburtstag, der Besuch ihrer Tochter und ihrer Mutter lösen sie aus ihrer Leidenslethargie heraus. Petra besinnt sich schließlich und wendet sich der ihr demütig ergebenen Hausdame und rechten Hand Marlene (Irm Hermann) zu, die aber diesen plötzlich freundlichen Ton nicht erträgt und sofort ihre Koffer packt.




1971

PORNOGRAFIE ILLEGAL (PORNOGRAFIE ILLEGAL)
BRD     Regie: Alois Brummer, Buch: Alois Brummer
Zwei Verbrecher bringen Diamanten an sich und töten den Boten, den sie durch eine Hure angelockt haben. Sie brechen in Hamburg und in München, wo auch noch zwei andere Gangster ihr Unwesen treiben, in mehrere Häuser ein, in denen halbnackte Frauen von ihnen gedemütigt und vergewaltigt werden. Die Frauen, die durchweg dümmlich und unselbständig dargestellt werden, neigen sich nach anfänglicher Abwehr und deutlichem Ekel im Verlauf der Beleidigungen und Misshandlungen mehr und mehr den sie erniedrigenden Männern zu. Zwei lesbische Frauen, die sich zunächst zur Wehr setzen, werden mit Vergewaltigung bestraft und damit zur Männerliebe bekehrt. Extrem Frauen und Schwule verachtender Kolportagefilm aus der anspruchslosen Brummer-Schmiede, der Frauen gern als beschränkte, sich den Männern unterwerfende Wesen inszeniert, und dessen gezwungen wirkender Dialogwitz über verklemmte Pubertätsspäße nicht hinausreicht.




1971

TROTTA (TROTTA)
BRD     Regie: Johannes Schaaf, Buch: Maximilian Schell, Johannes Schaaf, Vorlage: Joseph Roth ("Die Kapuzinergruft")
Elisabeth (Doris Kunstmann), die Ehefrau des Barons Trotta (Andreas Balint), der durch den Ersten Weltkrieg aus der Bahn geworfen wird, verlässt ihren Mann und entscheidet sich für ihre eifersüchtige Freundin Almarin (Rosemarie Fendel). (Quelle: Hetze, 1986, S. 171; s. auch Der Neue Deutsche Film 1960-1980, 1981, S. 258)




1971

ZUM ZWEITEN FRÜHSTÜCK: HEISSE LIEBE (LONELY WIVES)
BRD     Regie: Hubert Frank, Buch: Hubert Frank, Vorlage: Oliver Freistadt (Story)
Sexfilm mit Ingrid Steeger als vernachlässigte Ehefrau, die auch mit einer Frau ins Bett steigt.

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1972

ADELE SPITZEDER (ADELE SPITZEDER)
BRD     Regie: Peer Raben, Buch: Martin Sperr, Peer Raben, Vorlage: Martin Sperr (Fernsehspiel)
Adele Spitzeder (Ruth Drexel) kommt 1870 mit ihrer Geliebten nach München und versucht, sich ohne Arbeit durchs Leben zu schlagen. Sie quartieren sich bei Peter Kern ein und beteiligen ihn später an ihren Geldgeschäften. Wie die Banken fängt Adele an, den Sparenden Zinsen für ihre Einlagen anzubieten – nur viel höhere als die Banken, die das auch nicht lange tolerieren und Adele Spitzeder ins Gefängnis bringen. Während ihrer Zeit als Geldverwalterin schickt sie ihre ursprüngliche Geliebte weg, weil diese den Geldgeschäften ihrer Freundin misstraut und dauernd jammert. Adele bändelt mit der bedeutendsten Schauspielerin Münchens (Monica Bleibtreu) an, verliert sie aber schließlich an einen Mann. Spitzeder ist und bleibt von Anfang bis Ende ungebrochen lesbisch, und diese innere Sicherheit korrespondiert mit ihrer Resolutheit, was die Geldgeschäfte betrifft. Siehe auch DIE VERFÜHRERIN ADELE SPITZEDER (2011).




1972

EINE ARMEE GRETCHEN (FRÄULEINS IN UNIFORM / SHE-DEVILS OF THE SS)
CH     Regie: Erwin C. Dietrich, Buch: Erwin C. Dietrich, Vorlage: Karl-Heinz Helms-Liesenhoff (Roman)
Während des Zweiten Weltkriegs werden im nationalsozialistischen Deutschland junge Frauen gemustert und eingezogen. Eine lesbische Kommandantin (Birgit Bergen) befehligt dieses Braunschweiger Frauenbataillon, dessen Soldatinnen darauf brennen, sich für den Führer zu opfern. Neben einigen Kriegshandlungen kopulieren hier mehr oder weniger alle miteinander (wobei die Frauen immer nackt sind, die Männer stets in Uniform bleiben); hinter jedem Busch und in jedem Bett liegen entweder ein Soldat und eine Soldatin oder zwei Soldatinnen. Dieses "Lotterleben" wird immer wieder von den Kommandierenden verboten, die im nächsten Moment erneut selbst in einer entsprechenden Konstellation zu sehen sind. Bis auf den Geliebten einer Soldatin, einem russischen Partisan, handelt es sich bei allen um überzeugte Nazis. Mehrdeutige Kolportage mit willkürlicher Ironie.




1972

DIE BETTHOSTESSEN (HOSTESS IN HEART)
CH     Regie: Erwin C. Dietrich, Buch: Erwin C. Dietrich
Eine Hostess (Ingrid Steeger) erzählt Geschichten von sexuellen Begegnungen, die bebildert werden. Dabei gibt es auch eine intime Szene zwischen ihr und Ilona (Christa Free).




1972

BLAUBART (BLUEBEARD)
FRA/ITA/BRD     Regie: Edward Dmytryk, Luciano Sacripanti, Buch: Edward Dmytryk, Ennio de Concini, Maria Pia Fusco
Ein österreichischer Aristokrat (Richard Burton) entledigt sich seiner Frauen, indem er sie ermordet. Erika (Nathalie Delon) hat eine Affäre mit einer Prostituierten (Sybil Danning). Trashiges Drama.




1972

BLUTIGER FREITAG (VIOLENZ CONTRO VIOLENZ / LA STRAGE DI MONACO)
BRD/ITA     Regie: Rolf Olsen, Buch: Rolf Olsen, Valeria Bonanno
Eine bunte Gruppe überfällt eine Bank und nimmt Geiseln. Das "Lexikon des internationalen Films" (1995ff) wertet den Krimi als Reaktion auf die Banküberfälle in deutschen Großstädten Anfang der siebziger Jahre.
"In einem einsamen Landhaus finden die Gangster mit ihren Opfern Unterschlupf. Der Arzt, den man wegen Luigis Verletzung gekidnappt hat, entkommt und verständigt die Polizei, während Klett die lesbische Dagmar roh vergewaltigt." (Auszug aus der Inhaltsangabe der Produktionsfirma: www.lisafilm.at, 2009)




1972

DER DRITTE (DER DRITTE)
DDR     Regie: Egon Günther, Buch: Günther Rücker, Vorlage: Eberhard Panitz ("Unter den Bäumen regnet es zweimal")
Eine Frau Mitte Dreißig, Margit Fließer (Jutta Hoffmann), entscheidet sich nach zwei gescheiterten Beziehungen, sich selbstbewusst und gezielt den nächsten Mann auszusuchen. Frauenfilm, in dem es auch den Versuch einer körperlichen Annäherung zwischen Margit und ihrer besten Freundin Lucie (Barbara Dittus) gibt. Sie küssen und streicheln sich kurz, entscheiden aber, dass das für sie beide nichts ist. (Herzlichen Dank für den Hinweis von Marinka Körzendörfer; siehe zu diesem Film auch Anita-Mathilde Schrumpf, Schwerpunkt: Konflikt und Widerspruch in Egon Günthers Film "Der Dritte" – www.takes-and-shots.de – Ausgabe 01/2003 (Erstveröffentlichung am 31.03.2003))




1972

HARLIS (HARLIS)
BRD     Regie: Robert van Ackeren, Buch: Robert van Ackeren, Iris Wagner, Joy Markert
Die Nachtclubtänzerin Harlis (Mascha Rabben) lebt in einer lesbischen Beziehung mit ihrer Tanzpartnerin Pera (Gabi Larifari) in einem Haus, das voller lesbischer Pärchen zu sein scheint. Raymond (Ulli Lommel) verliebt sich in Harlis und spannt sie Pera aus. Harlis zieht zu ihm, der aber mit seinem Bruder Prado (Rolf Zacher) zusammen wohnt. Dieser will Harlis haben und stellt ihr auf übergriffige Weise nach, zum Schluss mit der Hilfe der eifersüchtigen Ex-Freundin Pia (Heidi Bohlen) von Raymond. Prado vergewaltigt Harlis und erwürgt schließlich Pia, die gerade seine Frau geworden war. Raymond versucht sich umzubringen, als Harlis wieder mit ihrer Geliebten ins Bett geht. Sie einigen sich auf eine Mènage à trois, die auch von der Lesbengemeinschaft akzeptiert wird. Die lesbische Atmosphäre soll dem Film etwas Extraordinäres geben, ist vielleicht sogar im Ansatz als gleichwertige Beziehung gedacht, entlarvt aber die biedere Haltung der AutorInnen, denn die Frauen wissen außer Küssen nichts miteinander anzufangen. Sie umarmen sich ungelenk, während der eigentliche Sexualakt wieder mal dem Mann vorbehalten bleibt. Insgesamt ein der Entstehungszeit entsprechender Versuch, freiheitliche Beziehungen zu leben und darzustellen, der aber an den Script-Klischees scheitert.




1972

HAUSFRAUENREPORT 4. TEIL (HAUSFRAUENREPORT 4. TEIL)
BRD     Regie: Eberhard Schöner, Buch: Quirin Steiner
Laut TVSpielfilm gibt es eine lesbische Szene mit Elisabeth Volkmann. (Quelle: http://tvspielfilm.msn.de, 2005)




1972

HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT (HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT)
BRD     Regie: Adrian Hoven, Buch: Michael Armstrong (as Sergio Casstner), Fred Denger, Adrian Hoven
In der Fortsetzung von "Hexen bis aufs Blut gequält" (1969) bringt der mittelalterliche Hexenjäger Balthasar von Ross Männer und Frauen aus eigennützigen Gründen auf den Scheiterhaufen. Eine Gräfin, eine Kräuterhexe und eine (offenbar lesbische) Nonne setzen sich zur Wehr, werden aber brutal vergewaltigt.




1972

HOCHZEITSNACHT-REPORT (HOCHZEITSNACHT-REPORT)
BRD     Regie: Hubert Frank, Buch: Hubert Frank, Artur Brauner
Nachdem sich das frisch vermählte Paar zurückgezogen hat, vertreibt sich die zurückbleibende Hochzeitsgesellschaft die Zeit mit eigenen (auch lesbischen) Sex-Geschichten.




1972

DIE KLOSTERSCHÜLERINNEN (LE CHATEAU)
BRD/FRA     Regie: Eberhard Schröder, Buch: Werner P. Zibaso, Michel Gast, Vorlage: Günther Hunold (Illu-Serie)
Orientiert an den scheinheiligen pseudo-dokumentarischen Aufklärungsfilmen der sechziger und siebziger Jahre kolportiert der Film bigott-katholische Erziehung angesichts von Begierden überforderter Schülerinnen und Lehrerinnen. In einem oberbayrischen Kloster betäubt eine Oberstudienrätin (Elisabeth Volkmann) eine Schülerin, um sie dann vergewaltigen zu können. Andere Schülerinnen lassen sich von Bett- oder Zimmernachbarinnen sexuell trösten, und es folgen zahlreiche heterosexuelle Gewaltszenen, in denen die jungen Frauen von Männern vergewaltigt werden. Die verlogene Moral, die der Film vordergründig anzuklagen scheint, verfolgt er selbst und stellt zudem alles genüsslich zur Schau, was angeblich als Missstand bewertet wird.




1972

KRANKENSCHWESTERN-REPORT (KRANKENSCHWESTERN-REPORT)
BRD     Regie: Walter Boos, Buch: Werner P. Zibaso
An den SCHULMÄDCHEN-REPORT anknüpfender Trash, der diverse sexuell aufgeladene Situationen (auch zwischen Frauen) in einem Krankenhaus in Szene setzt.




1972

VIER MAL HEUTE NACHT (QUANTE VOLTE ... QUELLA NOTTE)
ITA/BRD     Regie: Mario Bava, Buch: Mario Morini, Charles Ross
Nachdem Tina (Daniela Giordano) ein Date mit einem fremden Mann hatte, kommt sie spät in der Nacht zerschunden nach Hause. Mehrere Perspektiven auf die vergangenen Ereignisse – alle mit Fokus auf eine sexuelle Begegnung – werden assoziiert, darunter auch eine mit einer Frau (Pascale Peti).




1972

WAS? (CHE?/QUOI?)
ITA/BRD/FRA     Regie: Roman Polanski, Buch: Gérard Brach, Roman Polanski
Nancy (Sydne Rome), eine extrem naive US-Amerikanerin, flüchtet vor den Vergewaltigungsversuchen dreier Männer in eine nahe Villa. Dort zollen ihr die Bewohner nur sporadisch Aufmerksamkeit und wollen überwiegend nur Sex. Ein Paar sonnengebräunter französischer Lesben wohnt auch im Haus und verbringt die Tage nackt und sich gegenseitig einkremend am Strand. Ein als "schwuler Zuhälter" (Marcell Mastroianni) beschimpfter Hausgenosse vergewaltigt Nancy mehrmals in diversen Kostümen. Nancy verliert über all den alptraumähnlichen Episoden nach und nach alle ihre Kleidungsstücke und flüchtet schließlich nackt in einen vorbeifahrenden Lkw. Abgedrehte Farce, die mit allerlei Versatzstücken spielt, dabei jedoch Sydne Romes Körper immer wieder dem Voyeurismus und einer der Filmlogik entsprechenden Männermacht preisgibt.





1972

WILLOW SPRINGS (WILLOW SPRINGS)
BRD/FRA     Regie: Werner Schroeter, Buch: Werner Schroeter
In einer abgelegenen und kaum bewohnten Kleinstadt in Kalifornien, in Willow Springs, leben drei Frauen, die teilweise von durchreisenden Männern misshandelt werden oder ihrerseits Männer ausrauben und niederstrecken. Magdalena dominiert Christine und Ila. Dann taucht ein sehr junger Mann auf, der das gelangweilte Trio zu stören scheint. Als Magdalena sieht, wie Ila und der junge Mann Sex haben, erschießt sie den ihn wenig später. Als schließlich der Sheriff kommt, um nach dem Rechten zu sehen, versucht eine der Frauen auszubrechen, aber Magdalena lässt es nicht zu. Zum Schluss tötet sie Ila und Christine und verlässt Willow Springs.

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1973

BIBI – SÜNDIG UND SÜSS (BABY LOVE / VILD PA SEX / CONFESSIONS OF A SEX KITTEN)
CH/SCHWEDEN/BRD     Regie: Joseph W. Sarno, Buch: Joseph W. Sarno
Die junge Bibi (Marie Forsa) besucht für eine längere Zeitspanne ihre Tante Toni (Nadia Henkowa), zu deren Bekannten viele Frauen gehören, die alle miteinander ins Bett gehen. Die zunächst als naiv eingeführte Bibi entpuppt sich als skrupellose Verführerin, die mit allen Sex hat, die im Film auftreten. Zum Schluss muss sie sich vor allen, denen sie vorheuchelte, sie seien die Einzigen in ihrem Leben, rechtfertigen. Da alle mit allen Sex haben, bleibt der Film die Antwort auf die Frage schuldig, was Bibis Lebenswandel im Verhältnis zu den anderen Charakteren so sündig macht.




1973

DER FLUCH DER SCHWARZEN SCHWESTERN (DEN PORNOGRAFISKE JUNGFRUN / VAMPIRE ECSTASY / VEIL OF BLOOD)
SCHWED/CH/BRD     Regie: Joseph W. Sarno, Buch: Joseph W. Sarno
Auf einem Schloss empfängt eine mysteriöse Frau, die sich als "Haushälterin" vorstellt, unfreiwillige Gäste wie drei junge Frauen und das Geschwisterpaar Paul und Julia Malenkow. Nachts huldigen die Schlossbewohnerinnen einem Kult, bei dem sie sich nackt ausziehen und einander zum Orgasmus bringen. Julia forscht als "Doktor" dem okkulten Treiben nach, aber die Geschwister entpuppen sich als verwandt mit den in die Sekte verwickelten Frauen. Auch das Kreuz hilft schließlich nicht mehr gegen die hypnotisierend anziehenden Frauen ... Lächerlicher Sexfilm, der nackte Haut und lesbische Ekstase ins immer wieder gleiche voyeuristische Bild setzt.




1973

DER NONNENSPIEGEL (LA STORIA DI UNA MONACA DI CLAUSURA)
BRD/ITA/FRA     Regie: Domenico Paolella, Buch: Domenico Paolella, Tonino Cervi
Im Gewand eines authentischen Historienfilms werden lüsterne Nonnen des frühen 17. Jahrhunderts gegenüber der frommen und aufrechten Novizin Carmelia (Eleonora Giorgi) ins Bild gesetzt. Gegen ihren Willen soll Carmelia mit einem Mann verheiratet werden, dem sie seit ihrem ersten Lebensjahr versprochen ist. Ihre Mutter steckt sie in ein Kloster. Dort buhlt sowohl die Mutter Oberin (Suzy Kendall) um ihre Gunst als auch die Nonne Elisabeta (Catherine Spaak), die sich zwischendurch im angrenzenden Schuppen immer mal wieder mit dem Edelmann Diego verlustiert. Elisabeta ermöglicht auch Carmelia heimliche Treffen mit ihrem Geliebten, von dem sie schwanger wird. Da sie sich nicht nur der Oberin, sondern auch Elisabeta verweigert, lässt Elisabeta aus Ärger darüber Carmelias Geliebten eine Abreibung verpassen, bei der er allerdings getötet wird. Als die Kirchenoberen von der Geburt des kleinen Guiliano hinter Klostermauern erfahren, lösen sie das Kloster auf. Alle Nonnen verhelfen Carmelia zur Flucht, auch Elisabeta, der Carmelia längst verziehen hat, wie sie sagt. Unausgegorener Möchtegernsexfilm, der mit Kostümen und Ausstattung darum bettelt, ernst genommen zu werden, der es aber in jeder Hinsicht an Format fehlen lässt. Nicht einmal die von der Handlung in keiner Weise gerechtfertigten Nacktszenen lassen einen Hauch von Erotik aufkommen. Allein Elisabeta, die eines Nachts von Carmelia mit einer anderen Nonne im Bett überrascht wird, und die Mutter Oberin sorgen für ein wenig Spannung – was weniger der haarsträubenden Regie als den Darstellerinnen zu verdanken ist.

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1974

ACH JODEL MIR NOCH EINEN (STOSSTRUPP VENUS BLÄST ZUM ANGRIFF)
BRD/ÖSTERREICH     Regie: Georg Tressler, Buch: Willy Fritsch
Außerirdische Frauen vom Planet Venus suchen bei bayrischen Erdenmännern Nachschub für ihre Samenbank. Im Raumschiff wenden sie sich auch schon mal einander zu. Sex-Trash.




1974

BUTTERFLY (BUTTERFLIES/BROKEN BUTTERFLY)
BRD/SCHWED     Regie: Joseph W. Sarno, Buch: Joseph W. Sarno
Eine junge Frau, Denise, die von einer Model-Karriere träumt, kommt stattdessen in einem Nachtclub unter. Inhaber Frank ist alles andere als treu und deshalb landet Denise, die sich betrogen fühlt, in den Armen von Franks Geschäftspartnerin.




1974

DOROTHEAS RACHE (DOROTHEA)
BRD/FRA     Regie: Peter Fleischmann, Buch: Peter Fleischmann, Jean-Claude Carrière
Die 17-jährige Dorothea (Anna Henkel) gibt sich allen sexuellen Erfahrungen hin, um vielleicht dabei die Liebe ergründen zu können. Pseudodokumentarischer Semispielfilm, der die Aufklärungsfilme ad absurdum führt und unerotische Sexszenen inszeniert. Mit ihrer Freundin Sissi (Elisabeth Potchanski), die als Prostituierte arbeitet, verbindet Dorothea eine tiefe Freundschaft. Sie übernimmt eine Stunde ihren Job und lernt durch sie eine Domina kennen, die Männer erniedrigt und auf deren Wunsch foltert. Die Domina verliebt sich in Dorothea und würde gern mit ihr zusammenbleiben. Aber Dorothea zieht es weiter, bis sie mit ihren drei Freunden und Sissi bei ihrer Oma unterkommt. Überflüssige Möchtegern-Satire.




1974

MAGDALENA, VOM TEUFEL BESESSEN (MAGDALENA, VOM TEUFEL BESESSEN)
BRD     Regie: Michael Walter (= Walter Boos), Buch: August Rieger
Die 17-jährige Teenagerin Magdalena (Dagmar Hedrich) scheint vom Teufel besessen, zieht sich nackt aus und fordert überall Sex ein. Dabei gibt es auch eine sexuelle Begegnung mit einer Frau.




1974

DER TEUFEL IN MISS JONAS (WAS GESCHAH WIRKLICH MIT MISS JONAS?)
CH     Regie: Michael Thomas (= Erwin C. Dietrich), Buch: Manfred Gregor (= Dietrich)
"Eine Nymphomanin und Lesbierin träumt in sehr exzessiver Weise von ihrer Höllenfahrt und vorübergehenden Rückkehr auf die Erde." (Quelle: Lexikon des internationalen Films, 1995ff)




1974

TRIO INFERNAL (LE TRIO INFERNAL)
FRA/BRD/ITA     Regie: Francis Girod, Buch: Francis Girod, Jacques Rouffio, Vorlage: Solange Fasquelle (Roman)
Philomène (Romy Schneider) und George (Michel Piccoli) morden wohlhabende Ehemänner, um sich daran zu bereichern. Schon nach kurzer Zeit gesellt sich Philomènes Schwester Catherine (Mascha Gonska) hinzu und sie morden als Trio. Um Catherines Lebensversicherung kassieren zu können, adoptiert Philomène eine todkranke und allein stehende junge Frau, Magalie (Monica Fiorentini), die an Stelle von Catherine sterben soll. George trägt Catherine auf, mit Magalie ins Bett zu gehen – was diese auch brav tut. Es scheint sich jedoch bei beiden nicht um eine oberflächliche Geschichte zu handeln, denn Magalie geht an ihrem Geburtstag nicht auf die gemeinsame Anmache von George und Philomène ein, sondern sucht Catherine, die sich frustriert in ihr Zimmer zurückgezogen hat. Aber für Catherine ist offenbar alles zuviel, sie stürzt sich aus dem Fenster. George bringt in Erfahrung, dass Philomène trotzdem das Geld der Versicherung kassiert. Wenn er etwas davon haben will, muss er sie heiraten, schlägt ihm Philomène triumphierend vor. Das tun sie – und im Hintergrund steht Magalie – offenbar nun mit von der Partie. Respektlose Komödie, die sich immer wieder den Publikumserwartungen widersetzt.

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1975

ANNA UND EDITH (ANNA UND EDITH)
BRD     Regie: Gerrit Neuhaus, Buch: Cristina Perincioli, Cäcilia Rentmeister
Anna Dessauer (Barbara Stanek) regt sich wieder einmal über ihren Ehemann Dieter auf, der unbedingt ein Kind mit ihr zeugen will. In ihrem Frust besucht sie die Bürokollegin Edith Marais (Karin Siefarth) in der Kneipe, in der diese abends Klavier spielt und singt. Edith bietet Anna an, bei ihr einzuziehen, was der gemeinsame Chef Schönherr nicht gerade begrüßt. Während Anna Ediths Sinn für soziale Gerechtigkeit schärft und sie für den gemeinsamen Arbeitskampf der völlig überarbeiteten Frauen im Büro begeistern kann, kommen die Frauen einander näher. Bei einem Wochenendausflug neckt Anna die im Gras schlafende Edith und die Szene mündet in einen Kuss, der auf mehr schließen lässt. Schönherr wittert diese Nähe, denn er fühlt, dass Edith sich arbeitstechnisch wie auch beziehungsmäßig von ihm entfernt hat. Schließlich stellen Anna und Edith die Situation vor ihren Kolleginnen zur Diskussion. Alle überlegen gemeinsam, wie sie die Versetzung von Edith verhindern können.




1975

DES CHRISTOFFEL VON GRIMMELSHAUSEN ABENTEUERLICHER SIMPLIZISSIMUS (DES CHRISTOFFEL VON GRIMMELSHAUSEN ABENTEUERLICHER SIMPLIZISSIMUS)
BRD/ÖSTERREICH     Regie: Firtz Umgelter, Buch: Leopold Ahlsen, Vorlage: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (Roman), TV
Vierteilige ZDF-Literaturverfilmung des Schelmenromans von 1669: Der naive Simplizius Simplizissimus (Matthias Habich) flieht während des Dreißigjährigen Krieges vor den Soldaten, wird von einem Einsiedler unterrichtet und macht zunächst Karriere als Narr, später als "Jäger von Soest". Auf seinen Abenteuern muss er mehrmals um sein Leben laufen. Einmal flieht er aus Not in Frauenkleidern, wird darin von zahlreichen Männern bedrängt und von einer Baronin als Zofe aufgenommen, die sich ein erotisches Stelldichein mit ihr/ihm wünscht. Als seine Maskerade auffliegt, wird er für einen Spion gehalten und muss erneut fliehen. In Paris wird er gezwungen, mit mehreren Hofdamen das Lager zu teilen, die ihn dafür großzügig belohnen. Als er daraufhin jedoch an Syphillis erkrankt, beinah zugrunde geht und sein bester Freund stirbt, wendet er sich von der Welt ab und wählt ein Leben als Einsiedler im Wald.




1975

FRAUENGEFÄNGNIS (CAGED WOMEN / BARBED WIRE DOLLS / FEMMES EN CAGE)
CH     Regie: Jess Franco, Buch: Jess Franco
Eine skrupellose Aufseherin malträtiert Gefängnisinsassinnen auf einer südamerikanischen Insel mit Elektroschocks und anderer Gewalt. Maria da Guerra, Tochter des Gouverneurs, kommt lebenslänglich ins Gefängnis, weil sie ihren übergriffigen Vater getötet haben soll, was sie auch selbst glaubt. In ihrer Zelle liegt auch eine sexhungrige lesbische Frau, die die Flucht der Häftlinge nicht verrät, aber dafür getötet wird. Auch die Flüchtigen werden vom Gouverneur und der Aufseherin erschossen. Frauen- und menschenverachtende Inszenierung.




1975

DIE GESCHICHTE DER O (L’HISTORE D'O)
FRA/BRD     Regie: Just Jaeckin, Buch: Sébastien Japrisot, Vorlage: Dominique Aury (= Pauline Réage) (Roman)
René (Udo Kier) bringt seine Geliebte O (Corinne Cléry) in ein Schloss in Roissy, wo sie sich aus Liebe zu ihm auspeitschen, benutzen und demütigen lässt. Danach wird sie Sir Stephen (Anthony Steel) übereignet. Er setzt sie auf ihr Model Jacqueline (Li Sellgren) an, das sie als Fotografin kennt und begehrt. Während O alle Wünsche und Befehle von Sir Stephen befolgt und ihm absoluten Gehorsam verspricht, verführt sie – was ganz in seinem Sinne ist – Jacqueline und sorgt dafür, dass auch sie aus Liebe zu ihr nach Roissy will. Dort gibt es auch einen Frauenraum, geleitet von Anne-Marie (Christiane Minazzoli), die die Besitzverhältnisse unter den Frauen regelt. Ihr gehört Therèse (Martine Kelly), die für Eifersucht bei Jacqueline sorgt, als diese sich zu gut mit O versteht. Jacqueline soll nach Roissy, um langfristig in den Besitz von René übergehen zu können, worauf diese sich – wiederum aus Liebe zu O – auch einlässt. Neben erniedrigenden Sexualakten, die O über sich ergehen lässt, werden die Frauen meistens nackt oder nur dürftig bekleidet vorgeführt, während alle Männer vollständig angezogen bleiben. Dieser Film sorgte wegen seiner unkritischen Frauen verachtenden Darstellung (Frauen wollen Männern gehören und ihnen absoluten Gehorsam schwören) bei seiner Aufführung 1975 für Protestaktionen in mehreren deutschen Städten; s. hierzu "Zuschauerproteste gegen 'Die Geschichte der O'".




1975

ROLLS ROYCE BABY (ROLLS ROYCE BABY)
CH     Regie: Erwin C. Dietrich, Buch: Erwin C. Dietrich
Rolls Royce Baby (Lina Romay) vertreibt sich in ihrem pompösen Landhaus mit Sexspielchen die Zeit. Zur Abwechslung fährt sie mit ihrem Rolls Royce durch die Lande und sammelt Anhalter und Anhalterinnen ein, denen sie sich im Innern des Wagens hingibt.




1975

SCHULMÄDCHENREPORT 9. TEIL: REIFERÜFUNG VOR DEM ABITUR (SCHULMÄDCHENREPORT 9. TEIL: REIFERÜFUNG VOR DEM ABITUR)
BRD     Regie: Michael Walter (= Walter Boos), Buch: Günther Heller
Serienübliche Sexspielchen, diesmal im Bereich Schule, wo sich auch lesbische Begegnungen ergeben.




1975

SCHWARZE NYLONS, WILDE ENGEL (DOWNTOWN – DIE NACKTEN PUPPEN DER UNTERWELT)
CH     Regie: Jess Franco, Buch: Christine Lembach
Spekulativer Krimi um einen Detektiv (Jess Franco), der bei seinen Ermittlungen in eine Dreiecksgeschichte zwischen drei Frauen, Olga (Monica Swinn), Cynthia (Lina Romay) und Lola (Martine Stedil) gerät.

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1976

ANITA DROGEMÖLLER UND DIE RUHE AN DER RUHR (JET-SET-GIRL UND SPIONAGE)
BRD     Regie: Alfred Vohrer, Buch: Werner P. Zibaso, Jürgen Lodemann
"Rückblende ins Leben eines Callgirls. Anfangs lesbische Beziehungen und Vergewaltigung im Erziehungsheim, dann Strich und 'Erholung' als Serviererin, schließlich der Aufstieg zum gefragten Callgirl im wohlhabenden Essener Süden; Korruption, Erpressung und Spionage sind die weiteren Stationen der Karriere, die mit dem plötzlichen Tod endet. Ein Krimi aus dem Ruhrgebiet, zwar um Milieutreue bemüht, aber realitätsfern, klischeehaft, pseudokritisch und nur stellenweise spannend." (Quelle: Lexikon des internationalen Films, 1995ff)




1976

DAS ENDE DER BEHERRSCHUNG (DAS ENDE DER BEHERRSCHUNG)
BRD     Regie: Gabi Kubach, Buch: Hans-Jürgen Kiebach, WDR
Die aufsässige und unausgeglichene 17-jährige Carmen (Pola Kinski) drängt sich der etwas unbedarften, aber freundlichen älteren Elisabeth (Gila von Weitershausen) auf, die nicht recht weiß, was sie davon halten soll. Die beiden Frauen freunden sich an. Nachdem Elisabeth Carmen fürsorglich zu einem Abtreibungstermin nach Amsterdam gefahren hat, nimmt sie die flippige Streunerin mit nach Hause, die schon kurze Zeit später ganz einzieht. Dann ist es Elisabeth, der die Freundschaft gar nicht eng genug sein kann. Als Carmens Freund in die trügerische Idylle einbricht und Carmen mit Nachdruck für sich haben will, erschlägt ihn Elisabeth – auch um Carmen vor ihm zu schützen.




1976

ERIKAS LEIDENSCHAFTEN (ERIKAS LEIDENSCHAFTEN) [AR 66]
BRD     Regie: Ula Stöckl, Buch: Ula Stöckl
Nach vier Jahren, in denen sie getrennt waren, treffen sich die beiden Freundinnen Franziska (Vera Tschechowa) und Erika (Karin Baal) zu Erikas Geburtstag wieder. In ihren Gesprächen und Erinnerungen spiegeln sich Verletzungen und Erwartungen. Eine Zeit lang hatten sie offenbar denselben Geliebten, ohne es zu wissen. Franziska muss aus Erikas Leben verschwunden sein, nachdem sie beide im Bett im überrascht hat. Die Liebesbeziehungen zu Männern sind immer wieder Thema, obwohl die intensive Freundschaft, die die beiden Frauen miteinander verband, immer noch viel tiefer zu gehen scheint. Franziska war diejenige, die gern mehr Wissen und Können zur Schau tragen wollte als Erika. Die wirft ihr vor, sie immer klein gehalten zu haben. Neben der Angst, erneut verletzt zu werden, wird auch immer wieder innige Zuneigung zwischen beiden sichtbar. In seiner Auseinandersetzung mit Beziehungskonflikten hat der Film etwas erschreckend Zeitloses.




1976

FRAUEN IM LIEBESLAGER (LOVE CAMP)
BRD     Regie: Jess Franco, Buch: Erwin C. Dietrich, Vorlage: Erwin C. Dietrich (Story)
"A group of women are kidnapped by guerrillas and brought to a jungle brothel where they are forced to work as prostitutes for the soldiers. Those who refuse to cooperate are decapitated by the cruel, sadistic wardress (Nanda Van Bergen) of the camp, who is privately interested in some of the women herself. One day guerrilla leader Gino da Guerra (Wal Davies), who came up with the idea of opening the brothel for his soldiers, visits the place in search of some fun with one of the 'prisoners' (Ada Tauler). However he falls in love with her and tries to help her to escape. But he didn’t take into account the sadistic wardress who has also developed an interest in the girl..." (Quelle: www.cinebizarre.com, 2005)




1976

GRETA – HAUS OHNE MÄNNER (ILSA – THE WICKED WARDEN/GRETA LA TORTIONNIARE)
CH/FRA     Regie: Jess Franco, Buch: Manfred Gregor, Jess Franco
Vermutlich in Südamerika werden Frauen in einer Klinik gefangen gehalten und von der Leiterin Greta, auch Marquesa genannt (Dyanne Thorne), dem Adlatus und den Wärterinnen grausam gefoltert und gequält. Abigail Philips (Tania Busselier) überredet einen Arzt, sie in diese Klinik zu schleusen, um dem mysteriösen Verschwinden ihrer Schwester nachforschen zu können. Abigail ist nicht nur den S/M-Spielchen der Mitinsassinnen ausgesetzt, sondern auch der Willkür der Marquesa. Deren Lieblingsspielzeug ist Juana (Lina Romay), die es wiederum auf Abigail abgesehen hat und ihr schließlich zu helfen versucht. Regierungsbeauftragte holen Abigail aus der Klinik; die jedoch ist durch Elektroschocks und andere Folterungen bereits nicht mehr ansprechbar. Juana führt die restlichen Insassinnen ihrer Station an und gemeinsam fressen sie Greta bei lebendigem Leib auf.




1976

GRIECHISCHE FEIGEN (GRIECHISCHE FEIGEN)
BRD     Regie: Sigi Rothemund, Buch: Patrizia Piccardi
Eine Deutsche macht sich per Anhalter auf eine Reise durch Griechenland und hat unterwegs nicht nur heterosexuelle Kontakte.




1976

DIE HINRICHTUNG (BORN FOR HELL / NAKED MASSACRE)
BRD/KANADA/FRA/ITA     Regie: Denis Héroux, Buch: Denis Héroux, Fred Denger, Cle-ment Woods, Vorlage: Géza von Radvanyi (Idee)
Der brutale Thriller, der sich an dem Serienmörder Richard Speck orientiert, porträtiert den jungen Frauenmörder Adams (Mathieu Carriere). Der Killer zwingt zwei Frauen (Leonora Fani und Christine Boisson) zum Sex miteinander; s. hierzu auch: www.imdb.com, 2005.




1976

LIEBE IST ETWAS ZÄRTLICHES (IO SONO MIA)
BRD/SPA/ITA     Regie: Sofia Scandurra, Buch: Sofia Scandurra, Kerstin Dobertin von Fürstenberg, Lu Leone, Vorlage: Dacia Maraini (Roman)
Eine Ehefrau lernt auf einer italienischen Insel mehrere Frauen kennen, mit denen sie sich anfreundet. Darunter ist auch eine behinderte Lesbe, die sie zu verführen sucht, jedoch ein neues Verhältnis mit einem Mann ansehen muss und sich daraufhin zu Tode stürzt. (Quelle: Sobek, 2000)




1976

LIEBESBRIEFE EINER PORTUGIESISCHEN NONNE (LIEBESBRIEFE EINER PORTUGIESISCHEN NONNE)
BRD     Regie: Jess Franco, Buch: Manfred Gregor, Christine Lembach (Dialoge), Vorlage: Maria Alcoforado (Roman)
Zur Zeit der Inquisition in Portugal setzt Pater Vinzenz (William Berger) die Mutter der vierzehnjährigen Marie (Susan Hemingway) unter Druck, damit sie ihre Tochter dem nahe gelegenen Kloster übereignet, wo sie sowohl seinen Fantasien und den sexuellen Übergriffen der anderen Nonnen als auch brutalen Folterungen, Misshandlungen und heterosexuellen Vergewaltigungen ausgesetzt ist. Oberin und Pater liefern Marie schließlich dem Großinquisitor aus, der sie auf den Scheiterhaufen bringt, von dem sie der junge progressiv denkende König rettet. Das naive Ende entlarvt einmal mehr die Begeisterung des Filmemachers für das, was er vordergründig zu kritisieren vorgibt.




1976

DIE MARQUISE DE SADE (DAS BILDNIS DER DORIANA GRAY)
CH     Regie: Jess Franco, Buch: Jess Franco
Lady Doriana (Lina Romay) vertreibt sich mit sexuellen Begegnungen die Zeit auf ihrem Schloss, während sich ihre Zwillingsschwester in einer Nervenklinik befindet. Die Lady entpuppt sich als mörderische Lesbe.




1976

NEA, EIN MÄDCHEN ENTDECKT DIE LIEBE (NEA)
FRA/BRD     Regie: Nelly Kaplan, Buch: Nelly Kaplan, Jean Chapot, Vorlage: Emmanuelle Arsan (Roman)
Sybil (Ann Zacharias), eine 16-jährige Teenagerin aus "gutem Hause", schreibt unter Pseudonym einen Skandal umwitterten Porno-Bestseller. Sie macht ihren Verleger Axel (Sami Frey) zielsicher zu ihrem Geliebten und zögert auch nicht, die eigenen Familienmitglieder zu Studien zu missbrauchen. Gleich zu Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere beobachtet sie ihre Mutter (Micheline Presle) mit ihrer Geliebten Judith (Françoise Brion), der Schwester von Sybils Vater (Heinz Bennent), beim Liebesspiel im Bett. Der Ehemann platzt in die Szenerie und schmeißt Judith aus dem Haus, weil er die Beziehung der beiden Frauen nicht länger ertragen kann. Am nächsten Tag kommt es zum Eklat zwischen Sybil und ihrem Vater, da sie ihn mit den beobachteten Fakten konfrontiert. Ihrer Mutter Helène teilt sie ihr Wissen ebenfalls mit und rät ihr, nach ihren Bedürfnissen zu leben. Als Axel von ihrem Buch profitiert und sie mit ihrer Schwester Florence betrügt, täuscht sie eine Vergewaltigung vor und sorgt damit für Aufsehen. Vater Ashby und Florence beschwören Sybil zu widerrufen und Axel nicht zu verklagen, während ihre Mutter zu ihr hält und droht, mit ihr gemeinsam fortzugehen. „Wohin? Zu den Lesben?“, will ihr Mann wissen. „Vielleicht“, antwortet sie und drängt darauf, auch ihrer älteren Tochter von ihrer Liebe zu Judith zu erzählen. Schließlich versöhnt sich Sybil mit Axel und brennt mit ihm durch. Heléne verlässt ihren Mann und zieht zu Judith.




1976

VANESSA (VANESSA)
BRD     Regie: Hubert Frank, Buch: Joos de Ridder
"Eine streng erzogene Klosterschülerin wird von einer reichen Erbschaft nach Hongkong geführt und entdeckt dort, dass sie eine Bordellkette geerbt hat. Nachdem sie zahlreiche Sexualakte beobachtet, zwei Vergewaltigungsversuche überstanden und lesbische Spiele ausprobiert hat, kehrt sie angewidert nach Europa zurück. Geschmäcklerisch-aufwändig ausgestatteter und fotografierter Sexfilm, inhaltsleer und spekulativ." (Quelle: www.kabel1.de, 2005)




1976

WEISSE HAUT UND SCHWARZE SCHENKEL (WEISSE HAUT AUF SCHWARZEN SCHENKELN)
CH     Regie: Michael Thomas (= Erwin C. Dietrich), Buch: Michael Thomas
"Die Beziehungen zwischen weiß- und dunkelhäutigen Striptease-Tänzerinnen und ein Selbstmordversuch bilden den kläglichen Handlungsfaden für meist lesbische Sexszenen. Ein Film aus der für derartig dürftige Produkte bekannten Fabrik Dietrich, der in üblicher Weise Frauen als Schau- und Reizobjekte für männliche Voyeure benutzt." (Quelle: www.kabel1.de, 2004)

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1977

FLUCHT VON DER TODESINSEL / FRAUEN FÜR ZELLENBLOCK 9 (WOMEN IN CELLBLOCK 9)
CH     Regie: Jess Franco, Buch: Jess Franco
Besonders brutaler und menschenverachtender Jess-Franco-Film: Drei vermeintliche Untergrundkämpferinnen werden von einer lesbischen Leiterin eines militärischen Straflagers und einem Doktor (Howard Vernon) in Südamerika gefoltert, vergewaltigt, misshandelt und getötet.




1977

DAS FRAUENHAUS (BLUE RITA/CABARET DES FILLES PERVERSES)
CH/BRD     Regie: Jess Franco, Buch: Jess Franco
Die Angestellten eines gestylten Nachtclubs in Paris ketten im Auftrag des Besitzers die wohlhabenden Kunden der Prostituierten in einem Käfig an, übergießen sie mit einer stimulierenden Flüssigkeit und überlassen sie ihren Gelüsten, deren Befriedigung ihnen so lange verwehrt wird, bis sie mit Geld und Informationen bezahlen. Blue Rita, eine lesbische Stripperin mit blauen Haaren, hat Sex mit Sun, einer neuen Prostituierten, überführt fälschlicherweise die ebenfalls lesbische Managerin Gina des Verrats, rächt sich, indem sie Gina durch einen ausgehungerten Gefangenen vergewaltigen und durch Vincessa, eine andere Stripperin, töten lässt. Schließlich entpuppt Sun sich als Agentin von Interpol, die einen Ostagenten im Visier hatte. Blue Rita wird festgenommen. Überfrachtete Männerphantasie, die gefürchtete Frauenrollen inszenatorisch bestraft.




1977

MADAME X – EINE ABSOLUTE HERRSCHERIN (MADAME X)
BRD     Regie: Ulrike Ottinger, Buch: Ulrike Ottinger
Eine bunte Gruppe von Frauen folgt dem Ruf einer geheimnisvollen Herrscherin des Chinesischen Meeres nach Gold, Liebe, Abenteuer und Selbstverwirklichung. Neun Frauen begeben sich auf die Dschunke der Madame X (Tabea Blumenschein), die bei dem Versuch, ihre Liebste Orlanda aus den Fängen einer schwimmenden Fleisch fressenden Pflanze zu retten, ihre rechte Hand verlor. Dieses Erlebnis machte sie zur erfolgreichsten Piratin weit und breit. Per Los wird unter den frisch rekrutierten Frauen eine neue Gefährtin für Madame X gesucht. Noa-Noa (Roswitha Janz) besticht die unnahbare Herrscherin mit Charme und einem Blumenkohl. Ein Schiffbrüchiger, Belcampo, wird von der an Bord befindlichen Psychologin Karla Freud-Goldmund, die alle Ereignisse fleißig niederschreibt und analysiert, einem Psycho-Test unterzogen. (U. a. mit Fragen wie "Verlässt Ihre Seele manchmal den Körper? Fühlen Sie sich stark von Personen Ihres eigenen Geschlechts angezogen?") Belcampo wurde von einer Luxusyacht geworfen; Madame X nimmt Kurs auf die Yacht und ist dermaßen angewidert von all dem Luxus, dass sie die Besatzung töten lässt und die Wertsachen an sich nimmt. Am Ufer wechselt die Herrscherin ihre eigene Besatzung aus und sticht mit einer neuen, die jedoch mit der alten identisch ist, wieder in See. Experimenteller Frauenfilm, der mit Sehgewohnheiten bricht und klassische Machtvorstellungen ironisiert.




1977

DER RUF DER BLONDEN GÖTTIN (DER RUF DER BLONDEN GÖTTIN)
CH     Regie: Jess Franco, Buch: Erwin C. Dietrich, Jess Franco
Frisch vermählt zieht Susan zu Jack nach Haiti, der dort als britischer Konsul arbeitet und wo die lesbische Olga sich halbnackt auf dem Bett räkelt. Nachdem Konsul Jack sich seiner ehemännlichen Allmacht versichert hat ("Würdest du alles tun, was ich von dir verlange?" Susan: "Natürlich."), träumt Susan sexuelle Orgien und blutige Rituale mit nackten einheimischen Männern und Frauen, die eine Art poppigen Voodoo tanzen und sie indirekt mit mehreren Morden beauftragen, die sie auch zu begehen scheint. Dann lässt Susan sich von Olga sexuell trösten. Schließlich stellt sich heraus, dass Jack in Wirklichkeit ein feindlicher Agent ist, der mit Hilfe von Susan Zeugen verschwinden lassen wollte. Voodoo und Haiti dienen als "exotische" Kulisse einer dünnen Story.




1977

DAS ZWEITE ERWACHEN DER CHRISTA KLAGES (DAS ZWEITE ERWACHEN DER CHRISTA KLAGES)
BRD     Regie: Margarethe von Trotta, Buch: Margarethe von Trotta, Luisa Francia
Christa (Tina Engel) beschließt, dem Kinderladen, der kurz vor der Pleite steht und der auch ihr Kind betreut, auf unkonventionelle Weise zu helfen: Sie raubt kurzerhand eine Bank aus. Die Geisel, die sie spontan nimmt, Lena Seidlhofer, erkundigt sich später bei der Polizei nach Namen und Adresse der Verdächtigen, ohne sie zu verraten. Sie sucht und findet sie zum Entsetzen von Christa Klages. Ihr Partner stirbt im Kugelhagel und sie flieht zur Freundin Ingrid (Sylvia Reize), die später nach Portugal nachkommt. Die Beziehung zu Ingrid wird sehr intensiv dargestellt und lässt Rückschlüsse auf eine über Freundschaft hinausgehende Intensität zu. Regiedebüt von Margarethe von Trotta, die zusammen mit Ehemann Volker Schlöndorff bei "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" bereits Regie führte. Die beiden Drehbuchautorinnen orientierten sich an einem authentischen Fall, nämlich dem der Margit Czenki, die später selbst Filme drehte und hier in einer kleinen Nebenrolle spielt. Vgl. auch: Der Neue Deutsche Film 1960-1980 (1981), S. 138ff.

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1978

DIE BEIDEN FREUNDINNEN (DIE BEIDEN FREUNDINNEN UND IHR GIFTMORD)
BRD     Regie: Axel Corti, Buch: Knut Boeser, Vorlage: Alfred Döblin (Bericht)
In den 1920er Jahren reist Elli (Ulrike Bliefert) nach Berlin, um dort ihr Glück zu machen. Nach kurzer Zeit heiratet sie den Handwerker Karl Link (Stefan Wigger), der sie schon bald misshandelt. Ellis Vater schickt sie zurück zu ihm, da seiner Meinung nach die Zeiten an allem Schuld sind und ein Kommunist wie Karl gerade richtig für seine Tochter ist. Mehrere Versuche, Karl zu verlassen, bringen Elli doch immer wieder zurück zu ihm. Dann freundet sie sich mit der Frau einer seiner Bekannten an – was von beiden Männern nicht gern gesehen wird. Als Elli auszieht, werden Elli und Grete Bende (Erika Skrotzki) miteinander intim. Aber wieder ist es Ellis Vater, der sie überredet, sich wieder auf Karl einzulassen. Sie bricht mit Grete, ohne es ihr mitzuteilen. Aber es dauert nicht lange, bis Karl sie erneut schlägt und schließlich auch einen Liebesbrief von Grete findet und Anstalten unternimmt, sich zu erhängen. Elli schneidet den Strick durch und beginnt ihn mit Arsen zu vergiften. Karl stirbt im Krankenhaus. Das Gericht verurteilt Elli und Grete zu mehreren Jahren Haft. Der Fernsehfilm illustriert den Bericht Döblins und will zeigen, wie es zu Ellis Tat kam. Das Berliner Milieu der zwanziger Jahre und auch die beengten Wohnsituationen sind glaubwürdig inszeniert; die Unmöglichkeit der Frauen, ihr Leben selbst zu bestimmen, wird immer wieder deutlich. Die intime Beziehung geht mehr von Grete aus als von Elli, die in erster Linie Wärme und Geborgenheit sucht und enttäuscht ist, dass sie das von Karl nicht bekommt. Elli weiß sich schließlich nicht anders zu helfen, als den brutalen Ehemann systematisch zu vergiften und damit zur Mörderin zu werden.




1978

DIE INSEL DER TAUSEND FREUDEN (ISLAND OF THOUSAND DELIGHTS)
BRD/FRA     Regie: Hubert Frank, Buch: Jean-Jacques Duval
Auf Mauritius wird der notorische Spieler Michael zwar von seiner Tante ausgehalten, verspielt jedoch schließlich sogar seine Ehefrau Julia (Bea Fiedler), die er sowieso schon die ganze Zeit mit deren bester Freundin Sylvia (Elisa Servier) betrügt, an den Menschenhändler Howard (Arthur Brauss). Schließlich stellt sich heraus, dass Sylvia und Julia seit Langem ein Liebespaar sind und den Mord an Michael und seiner Tante planen. Mit Hilfe der Privatdetektivin Peggy (Olivia Pascal) werden die bösen Lesben von der Insel gejagt.




1978

MESSIDOR (MESSIDOR)
CH     Regie: Alain Tanner, Buch: Alain Tanner
Die Studentin Jeanne (Clementine Amouroux) und die Verkäuferin Marie (Catherine Retoré) begeben sich ohne Geld und ohne konkretes Ziel auf eine abenteuerliche Reise durch die Schweiz. Als Tramperinnen müssen sie sich unterwegs gegen die Autofahrer mit einer gestohlenen Waffe durchsetzen und werden ungewollt zu polizeilich gesuchten Outlaws, bis sie bei ihrer Verhaftung den Verräter erschießen. Eine der beiden Frauen fragt die andere, ob sie sich nicht mal küssen könnten, wird jedoch brüsk abgewiesen.

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1979

GEFANGENE FRAUEN (ISLAND WOMEN / CAGED WOMEN)
CH     Regie: Erwin C. Dietrich, Buch: Erwin C. Dietrich
Auf einer einsamen Insel in Südamerika werden die weiblichen Häftlinge (vom Diktator gekidnappte Frauen aus einem Bordell) gequält und vergewaltigt; manche geben sich freiwillig den (auch gleichgeschlechtlichen) Sexspielchen hin. Die fast permanent nackten Frauen werden in sie zur Schau stellenden Situationen und Posen inszeniert und unterstehen der sadistischen Kommandantin Carla.




1979

LULU (LULU)
BRD/FRA/ITA     Regie: Walerian Borowczyk, Buch: Walerian Borowczyk, Geza von Radvany, Vorlage: Frank Wedekind
Hier spielt Anne Bennent die Lulu, ihr Vater Heinz Bennent ihren Liebhaber. Borowczyk zeigt Lulu als Symbol für die sexuelle Freiheit. (Vgl. Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms, 1983)




1979

NACKT UND HEISS AUF MYKONOS (NACKT UND HEISS AUF MYKONOS / HIGH SEASON)
BRD/GR     Regie: Claus Tiedemans (Tinney), Buch: Franz-Xaver Lederle
Das Ehepaar Ginster (Margit Mann) und Tobias (Sascha Hehn) bricht nach einem Ehekrach getrennt in die Ägäis auf. Dort verlieben sich beide – ohne voneinander zu wissen – in die Reiseleiterin Jasmin (Maritta Joy). Am Ende des Urlaubs versöhnen sich Ginster und Tobias, Jasmin bleibt zurück. Klischeehafte "erotische Komödie". S. hierzu: Cinema 8/1979, S. 56f.




1979

DIE NICHTEN DER FRAU OBERST (COME PLAY WITH ME 2)
BRD     Regie: Erwin C. Dietrich, Buch: Erwin C. Dietrich
Laut TVSpielfilm gibt es eine lesbische Szene zwischen den Schauspielerinnen Brigitte Lahaie und Cathy Stewart. (Vgl. http://tvspielfilm.msn.de, 2005)




1979

SECHS SCHWEDINNEN IM PENSIONAT (SECHS SCHWEDINNEN IM PENSIONAT)
CH/FRA     Regie: Michael Thomas (= Erwin C. Dietrich), Buch: Manfred Gregor (= Dietrich)
Zwei Schwestern, Greta (Brigitte Lahaie) und Inga (Nadine Pascal), werden in ein Mädcheninternat geschickt. Sie beobachten ihre Lehrerin beim Onanieren und lassen sich davon inspirieren, miteinander Sex zu haben. Abends im gemeinschaftlichen Schlafsaal ergeben sich in den unterschiedlichen Betten diverse Frauen-Paare, die sich miteinander beschäftigen. Das Treiben findet ein jähes Ende, als die Oberlehrerin sich dem Schlafsaal nähert.




1979/80

FABIAN (FABIAN)
BRD     Regie: Wolf Gremm, Buch: Wolf Gremm, Hans Borgelt, Annette Regnier, Vorlage: Erich Kästner (Roman)
Der Werbetexter Fabian (Hans-Peter Hallwachs) lebt im Berlin der zwanziger Jahre unbeschwert in den Tag hinein, bis er sich in Cornelia (Silvia Janisch) verliebt und ihm aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage gekündigt wird. Sein Freund Labude (Hermann Lause), dessen Lebenswerk, eine Doktorarbeit über Lessing, von einem kleinen Winkeladvokaten (Rainer Hunold) aus "Spaß" abgelehnt wurde, erschießt sich, und die Nazis gewinnen immer mehr an Boden. Dem ironischen Unterton der Vorlage wird die hölzerne Inszenierung nur streckenweise gerecht.
Fabian hat Cornelia in einem Atelier einer lesbischen Bildhauerin, die "der Baron" genannt wird, kennengelernt. Der Baron hat ein Verhältnis mit seinem Model, Selow (Roswitha Lipfert).

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1980

JULCHEN & JETTCHEN – DIE VERLIEBTEN APOTHEKERSTÖCHTER (JULCHEN & JETTCHEN – DIE VERLIEBTEN APOTHEKERSTÖCHTER)
CH     Regie: Michael Thomas, Buch: Manfred Gregor, Christine Lembach
Sexfilm, in dem die Frauen sich mit Selbstbefriedigung und lesbischen Spielchen vergnügen, bevor sie sich den Männern zuwenden. (Vgl. Lexikon des Internationalen Films, 1995ff.)




1980

PATRIZIA (PATRICIA)
SPA/ÖSTERR     Regie: Hubert Frank, Buch: Hubert Frank
Die reiche Erbin Patricia Cook (Anne Parillaud) liebt ihre (sexuelle) Freiheit und bringt ihren Vater damit offensichtlich ins Grab, denn er erleidet einen Herzinfarkt. Daraufhin trennt sie sich von dem zwielichtigen Harry (Sascha Hehn) und beginnt u. a. eine Affäre mit ihrer Kusine Pussy (Brigitte Stein). (Vgl. www.imdb.com, 2005)




1980

SADOMANIA – HÖLLE DER LUST (SADOMANIA / HELLHOLE WOMEN)
SPA/BRD     Regie: Jess Franco, Buch: Jess Franco, Günter Ebert
"They've managed to cut out the court system entirely – this prison just captures women rather than waiting for them to be convicted of anything. In addition to a fan-tastic bevy of beauties and all of the staples of WIP films, Sadomania adds both nude gladiatorial combat and a 'Most Dangerous Game' angle. Beautiful Ursula Buchfellner stars in this story of a young woman, Olga, (Uta Koepke) who is kid-napped on her honeymoon and sent to a brutal women’s prison somewhere deep in South America where Governor Mendoza (Robert Foster) holds reign and is in search of a woman that can cure his and his wife's sexual problems. Olga's husband franticly tries to find her as she is brutally abused by the sadistic lesbian wardress, Ajita Wilson, and by her fellow inmates of the prison. The inmates are regularly tormented and abused by being forced into prostitution. Escape is not an option as the sharp eyed warden is always on guard." (Quelle: www.cinebizarre.com, 2004)




1980

DIE SECHS SCHWEDINNEN VON DER TANKSTELLE (HIGHT TEST GIRLS)
CH     Regie: Erwin C. Dietrich, Buch: Erwin C. Dietrich
Laut TVSpielfilm gibt es eine lesbische Sexszene. (Vgl. http://tvspielfilm.msn.de, 2005)




1980

TÖCHTER DER VENUS (MODELA TIS IDONIS)
BRD/GR     Regie: Ilias Mylonakos, Buch: Larry Dolgin, Vagelis Fournistakis
In Griechenland angesiedelter Sexfilm, in dem zwei Models nicht nur Sex mit dem Besitzer einer Yacht haben, sondern auch mit dessen Frau. (Vgl. www.imdb.com, 2007)

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1981

FREAK ORLANDO (FREAK ORLANDO)
BRD     Regie: Ulrike Ottinger, Buch: Ulrike Ottinger
Orlando (Magdalena Montezuma) bewegt sich – mal als Mann, mal als Frau – innerhalb bizarrer Episoden mit fellinesken Gestalten, exaltierten siamesischen Zwillingen und religiösem Wahn. Alles in schrillen Plastikfarben gehalten, trifft Orlando immer wieder auf Delphine Seyrig in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Als Orlando jedoch einen Zwilling nicht ohne den anderen haben kann, erschießt er/sie die andere und tötet damit auch die Liebste.




1981

LINDA / DIE NACKTEN SUPERHEXEN VON RIO AMORE (ORGIA DE NINFOMANAS)
BRD/SPA     Regie: Jess Franco, Buch: Erich Tomek
Die Teenagerin Linda (Katja Bienert) macht Urlaub vom nonnengeführten Erziehungsheim, wo sie allerlei Sexualpraktiken lernte, und besucht ihre ältere Schwester, die in einem Bordell arbeiten muss. Sadistischer Sexfilm.




1981

OBSZÖN – DER FALL PETER HERZL
BRD     Regie: Hans Christof Stenzel, Buch: H. C. Stenzel, Alfred Paul Schmidt
Peter Herzl (Volker Spengler) macht sich verdächtig und gerät in die Mühlen der Justiz. Er versteckt sich bei Kathi (Lydia Kreibohm) und deren 13-jähriger Tochter (Karina Fallenstein). Schon nach kurzer Zeit gehen die drei alle miteinander ins Bett. Inzest und Exploitation im Gewand einer Psychostudie. S. hierzu: Cinema 11/1981, S. 34f.




1981

WEGGEHEN UM ANZUKOMMEN (WEGGEHEN UM ANZUKOMMEN)
BRD     Regie: Alexandra von Grote, Buch: Alexandra von Grote
Nach einem Beziehungsdrama zwischen Anna und ihrer Freundin, das in eingestreuten Rückblenden entfaltet wird, flüchtet Anna (Gabriele Osburg) mit ihrem Wohnbulli nach Südfrankreich, um sich dort zu finden. Einer der ersten deutschen Lesbenfilme, die Anfang der Achtziger vereinzelt ins Kino kamen.

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1982

DER ALTE: KALT WIE DIAMANT (DER ALTE: KALT WIE DIAMANT)
BRD/ÖSTERREICH     Regie: Theodor Grädler, Buch: Volker Vogeler, TV
Kommissar Köster (Siegfried Lowitz) recherchiert im Mordfall eines Juweliers, dessen Witwe Verena (Doris Kunstmann) bei seinem Ableben eine reiche Frau wird. Köster verhört Frau Dr. Carola Stephan (Thekla Carola Wied), "der seltene Fall einer Chirurgin" – wie Köster kommentiert, die mit Verena Klahn ein Verhältnis hatte. Es stellt sich heraus, dass die beiden Frauen den Ex-Mann von Klahn dafür bezahlt haben, den Juwelier zu töten. Der Mörder wurde jedoch von einer Mitwisserin im Auftrag der Eltern von Verena Klahn erpresst. Arg konstruierter ZDF-Krimi mit Rückgriffen auf die Hetzkampagne der "Bild"-Zeitungsserie "Die Verbrechen der lesbischen Frauen" von 1973.




1982

APHRODITE – IM WENDEKREIS DER BEGIERDE (APHRODITE / AFRODITA)
FRA/UK/CH/BRD     Regie: Robert Fuest, Buch: Jean Ardy, Jean Melson, Vorlage: Pierre Louys (Roman)
Am Vorabend des Ersten Weltkrieges schippert der reiche Waffenkonstrukteur Harry (Horst Buchholz) mit seiner Yacht auf eine griechische Insel, wo er mit einer dekadenten Runde die von Pierre Louys kolportierte erotische Geschichte von Aphrodite in den folgenden drei Tagen nachspielen will. Schon vor dem Spiel demonstriert eine der Damen an einer anderen, was Rasputin mit ihr getan haben soll. Innerhalb des Spiels turteln auch zwei Frauen miteinander. Pauline (Valérie Kaprisky) spielt Crysis, die allerlei Paare in ihr Haus lockt. Die offenbar als erotisch gedachten Szenen zeigen ausschließlich drapierte nackte Frauenkörper, die sich liebkosen. S. auch: Cinema 12/1982, S. 68.




1982

CATHERINE (CATHERINE)
BRD     Regie: Hubert Frank, Buch: Hubert Frank
Ein reicher Schriftsteller zieht sich mit seiner Geliebten und einem Hausmädchen auf eine Villa auf Gran Canaria zurück. Neben seiner eigenen Befriedigung schaut er auch gern seiner Mätresse Catherine (Berta Cabre) und dem Hausmädchen (Ajita Wilson) beim erotischen Treiben zu. Als ein Fotograf in die Dreieridylle einbricht, kommt es zu einem blutigen Schowdown, der überstanden wird und Catherine eine Karriere als Sängerin ermöglicht. S. dazu: Cinema 7/1982, S. 80f.




1982

DIE EIGENWILLIGEN (DIE EIGENWILLIGEN)
BRD     Regie: Doris Schmakowski, Brigitte Pleis, Buch: Doris Schmakowski, Brigitte Pleis
Eine Schuldirektorin stolpert in den Räumen ihrer Schule über eine eigenwillige griechische Putzfrau und hat mit ihr Sex. Diese unterhaltsame Komödie war einer der wenigen lesbischen Kurzfilmspiele, die auf der ersten Feminale im April 1984 in Köln liefen.




1982

DAS FRAUENLAGER (CHAINED HEAT)
USA/BRD     Regie: Paul Nicholas (= Lutz Schaarwächter), Buch: Vincent Mengel, Paul Nicholas
Klischeehafter Frauengefängnisfilm, in dem Carol (Linda Blair), eine junge Frau, die bei einem Autounfall einen Mann getötet hat, im Gefängnis den Übergriffen und Anfeindungen sowohl der Mitinsassinnen als auch der Wärterinnen ausgesetzt ist. Die weißen Frauen werden von Ericka (Sybil Danning) angeführt, die sich Carol sexuell nähert. Ericka kämpft gegen Dutchess (Tamara Dobson), die Anführerin der Schwarzen. Vergewaltigungen und Gemetzel sind in diesem mutmaßlich auch rassistischen Film an der Tagesordnung. S. hierzu auch: Cinema 8/1983, S. 73.




1982

HELLER WAHN (FOLIE DES FEMMES)
BRD/FRA     Regie: Margarethe von Trotta, Buch: Margarethe von Trotta
Im Mittelpunkt stehen zwei sehr unterschiedliche Frauen, die eine ist eine schicke Germanistikdozentin und heißt Olga (Hanna Schygulla), die andere ist eine suizidale, menschenscheue Malerin namens Ruth (Angela Winkler). Beide sind verheiratet und werden trotz der Ehemänner enge Freundinnen. Ihr inniges Verhältnis leidet jedoch unter den ständigen Ein- und Übergriffen ihrer Männer, die die plötzliche Selbstbestimmtheit der Frauen und deren Auswirkungen auf die bisherigen Beziehungsstrukturen nicht ertragen können. Psychodrama, das hervorragend den Zeitgeist der frühen achtziger Jahre widerspiegelt.




1982

DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS (DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS)
BRD     Regie: Rainer Werner Fassbinder, Buch: Pea Fröhlich, Peter Märthesheimer
Die morphiumsüchtige Veronika Voss (Rosel Zech) war einst eine gefeierte Diva, deren Karriere im Dritten Reich vielleicht nicht ganz ohne Hilfe der Nazis in der vollen Blüte stand. In der Nachkriegszeit jedoch interessiert sich kein Studio mehr für sie. Nur ein kleiner Sportreporter, Robert Krohn (Hilmar Tate), fühlt sich von ihr angezogen, obwohl er bald merken muss, dass sie ihn finanziell ausnimmt. Er erkennt durch einen Besuch bei ihrer Ärztin Frau Dr. Kratz (Annemarie Düringer), dass das merkwürdige Verhalten der Frau Voss ihrer Suchtkrankheit zuzuschreiben ist. Mit Hilfe seiner Freundin Henriette (Cornelia Froboess) wird Krohn auch klar, dass die Ärztin ihre Schützlinge in Abhängigkeit hält und sich damit deren Vermögen erpresst. Als das Paar die Nervenärztin überführen will, lässt diese Henriette ermorden sorgt dafür, dass es wie ein Unfall aussieht. Krohn kann nichts beweisen. Er versucht Veronika zu schützen, aber die verleugnet ihn und wird mit entsprechenden Tabletten in ein Zimmer gesperrt, in dem sie sich das Leben nehmen wird. Interessante Studie über eine gescheiterte Diva, deren Drogensucht sie ins Grab bringt.




1982

SEI ZÄRTLICH, PINGUIN (SEI ZÄRTLICH, PINGUIN)
BRD/ÖSTERREICH     Regie: Peter Hajek, Buch: Peter Hajek
Mick (Heinz Hoenig) und Nina (Marie Colbin) unterhalten zusammen eine Partnervermittlung. Es kriselt in der Beziehung, als Nina bewusst wird, dass ihr der Sex mit Mick keinen Spaß macht. Ihre Schwester wundert sich, dass sie ihm nicht erzählt, was sie mag, denn schließlich würde sie doch auch nicht jahrelang Zucker in den Kaffee nehmen, wenn ihr das nicht schmecken würde. Nina geht mit Freundin Debbie, die sich nzwischen von dem auf Sex und Alkohol fixierten Tommy (Rainer Hunold!) getrennt hat, für eine Weile aufs Land, wo Nina mit Debbies Hilfe ihre Orgasmusfähigkeit entdeckt. Allein gelassen wird der hellhörig gewordene Mick aus dem Frauenbuchladen geschmissen und lässt sich von einer älteren Frau Bücher über weibliche Sexualität besorgen, die er alle aufmerksam liest. Nina sehnt sich schließlich nach Mick und kehrt zu ihm zurück, auch wenn Debbie damit gar nicht einverstanden ist.

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1983

EINE LIEBE VON SWANN (UN AMOUR DE SWANN)
FRA/BRD     Regie: Volker Schlöndorff, Buch: Volker Schlöndorff, Peter Brook, Jean-Claude Carrière, Marie-Hélène Estienne; Vorlage: Marcel Proust (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit)
Charles Swann (Jeremy Irons), ein wohlhabender Angehöriger des Großbürgertums, verliebt sich in die Prostituierte Odette (Ornella Muti), die ihn nicht nur mit anderen Männern, sondern auch mit Frauen zu betrügen scheint.




EIN MANN WIE E.V.A. (EIN MANN WIE E.V.A.)
BRD     Regie: Radu Gabrea, Buch: Radu Gabrea
Es geht um Rainer Werner Fassbinder, der 1982, ein Jahr vor der Produktion dieses Filmes, gestorben ist. Seinem Auftreten und seinem Leben nachempfunden dreht ein Filmteam unter seiner Regie den Film "Die Kameliendame“. Während der Dreharbeiten kommt es zu allerlei zwischenmenschlichen Konflikten. Die werden besonders dadurch spannend, dass Gabrea die Rolle Fassbinders mit einer Frau, nämlich Eva Mattes, besetzt hat. Mit angeklebtem Bart und schmierigem Hut schlurft sie durch die Szenerie, lässt sich von einer Verehrerin einen "runter holen", säuft und raucht. Gudrun (Lisa Kreuzer) macht ihr/ihm Avancen, heiratet E.V.A., aber die/der geht doch lieber seinen schwulen Neigungen nach. Interessante Porträtstudie, in der die Besetzung der Fassbinderrolle mit der erschreckend überzeugenden Mattes jede Szene gegen den Strich bürstet und ein Karussell im Kopf der Betrachterin in Gang setzt.

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1984

DORIAN GRAY IM SPIEGEL DER BOULEVARDPRESSE (DORIAN GRAY IM SPIEGEL DER BOULEVARDPRESSE)
BRD     Regie: Ulrike Ottinger, Buch: Ulrike Ottinger
Frau Dr. Mabuse (Delphine Seyrig), die Chefin eines Medienkonzerns, plant sich ein Geschöpf zu schaffen, dass in alle Richtungen medial ausschlachtbar ist und dass nur sie kontrollieren kann. Für diesen Plan kommt ihr der narzisstische junge Dorian Gray (Veruschka von Lehndorff), der sich im Großstadtsumpf an seine Kindheit erinnert, gerade recht. Dr. Mabuse vermarktet seine Skandale mit einer Frau genau so wie seinen Tod.




1984

NOVEMBERMOND (LUNE DE NOVEMBRE)
BRD/FRA     Regie: Alexandra von Grote, Buch: Alexandra von Grote
Nach dem Tod ihres Vaters versucht die Jüdin November (Gabriele Osburg) zur Zeit der Naziherrschaft in Paris Fuß zu fassen. Eine ehemalige Geliebte ihres Vaters, Chantal, bietet ihr einen Job als Kellnerin an. Chantals Sohn Laurent verliebt sich in sie, aber sie interessiert sich mehr für dessen Schwester Ferial (Christiane Millet). Die beiden Frauen finden schnell zueinander. Als der Krieg ausbricht, verlassen viele Haus und Hof und fliehen ins Landesinnere. Ferial geht nach dem Waffenstillstand zurück in die Stadt, um Geld zu verdienen, während November auf einem Hof Unterschlupf findet. Aber noch bevor diese fliehen kann, entdecken sie die Nazis und nehmen sie fest. Sie wird vergewaltigt, gefoltert und als Hure in ein Bordell gesteckt. Aus Verzweiflung tötet sie einen Freier und flieht blutüberströmt durch die Felder. November schleppt sich zu Ferial, die sie aufopfernd pflegt und ihre Mutter überredet, sie in der gemeinsamen Wohnung in Paris zu verstecken. Um einer Durchsuchung vorzubeugen, kooperiert Ferial mit einem Nazi. Die französischen NachbarInnen missbilligen Ferials Kontakte. Der Krieg scheint zu Ende zu gehen; Ferial und November verbringen im Freudentaumel eine abrupt geschnittene Liebesnacht. Sobald jedoch die Deutschen abgezogen sind, greifen sich die aufgebrachten Franzosen Ferial als Kollaborateurin und schneiden ihr zur Strafe die Haare ab.
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




1984

RED HEAT – UNSCHULD HINTER GITTERN (RED HEAT)
USA/BRD/ÖSTERREICH     Regie: Robert Collector, Buch: Robert Collector, Garry Drucker
Die US-Amerikanerin Christine (Linda Blair) gerät in West-Berlin, wo sie ihren dort als Soldat stationierten Verlobten besucht, zusammen mit einer aus dem Osten geflüchteten Biochemikerin (Sue Kiel) ins Visier der Stasi, die beide kidnapped und in ein Gefängnis nach Zwickau bringt (gedreht wurde in Wien, ohne die Hinweise auf diesen Drehort zu verbergen). Dort werden sie grausam misshandelt. Die sadistische Sofia (Syliva Kristel) steht unter dem Schutz von Einbeck (Elisabeth Volkmann), eine der Befehlshaberinnen. Zusammen mit ihren Anhängerinnen, die alle lesbisch zu sein scheinen, quält Sofia besonders die politischen Gefangenen, die schließlich alle von Christines Freund befreit werden. Im Mäntelchen eines Politthrillers konzentriert sich der Film lediglich darauf, lesbische Übergriffe in einem Gefängnis ins Bild setzen zu können.




1984

DIE WOLFSBRAUT (DIE WOLFSBRAUT)
BRD     Regie: Dagmar Beiersdorf, Buch: Dagmar Beiersdorf
Die intellektuelle Filmemacherin Mascha (Imke Barnstedt) erwidert das Interesse einer jungen Frau afrikanischer Abstammung (Martine Felton), die als Putzfrau und als Nutte arbeitet. Die problematische Beziehung, die die beiden unterschiedlichen Frauen eingehen, wird nur wenig gezeigt. Fasziniert von der neuen Welt, dreht Mascha schließlich einen Film über die neue Szene, mit der sie Kontakt hat: Transvestiten und Nutten. Schwerfälliger und sperriger Film, mit Lothar Lambert als Kurtchen im Kleidchen.

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1985

CLAIRE BEROLINA (CLAIRE BEROLINA)
DDR     Regie: Klaus Gendries, Buch: Klaus Gendries
Im Zentrum dieser Biografie steht das künstlerische Leben der Claire Waldoff (1884-1957), das kaleidoskopartig in diversen Kabarettauftritten und der jeweiligen politischen Umstände porträtiert wird. Bei diesem bunten Potpourri bleibt die Darstellung der persönlichen Kontakte mitunter auf der Strecke. Die innige Beziehung zu Oli von Roeder ist nur mit einem entsprechenden Vorwissen richtig zu verstehen. Die Freundschaften mit Kurt Tucholsky oder Heinrich Zille werden lediglich angerissen. Alles in allem legt der Film mehr Wert auf Waldoffs unnachahmliches Temperament, ihren Ehrgeiz und ihre Bühnenpräsenz.




1985

FLUCHT IN DEN NORDEN (PAKO POHJOISEEN)
BRD/FINNLAND     Regie: Ingemo Engström, Buch: Ingemo Engström, Vorlage: Klaus Mann ("Flucht in den Norden")
Johanna (Katharina Thalbach) flieht vor den Nazis nach Finnland zu ihrer Freundin Karin (Lena Olin), die sie tröstet, indem sie ihr die Brust streichelt; die recht dunkle Szene endet in einem leidenschaftlichen Kuss, den Johanna erwidert – Schnitt auf den nächsten Tag, an dem es regnet. Später wird sich Johanna von Karin distanzieren und immer mehr Ragnar (Jukka-Pekka Palo) zuwenden: "Obwohl der Film vorgibt, die Frage politischer Verantwortung aufzugreifen, besteht der Entscheidungsprozess Johannas hauptsächlich aus unzähligen Sexszenen zwischen ihr und Ragnar, gespickt mit Aufnahmen von atemberaubend schönen Landschaften und Sonnenuntergängen und begleitet von wenig Dialog. (…) Die eigentliche Affäre [mit Karin, I.B.] dient keinem erzählerischen Zweck und scheint in dem Film nur vorzukommen, um die Möglichkeit lesbischer Liebe zugunsten heterosexueller Liebe verwerfen zu können." (Quelle: Julia Knight, Frauen und der Neue Deutsche Film, 1995, S. 130)
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




1985

LEIDENSCHAFTEN (THE BERLIN AFFAIR)
ITA/BRD     Regie: Liliana Cavani, Buch: Liliana Cavani, Roberta Mazzoni, Vorlage: Junichiro Tanizaki (Roman)
1938 in Berlin: Louise von Hollendorf (Gudrun Landgrebe), die Frau eines angesehenen Nazi-Diplomaten, lernt in einem Zeichenkurs die Tochter des japanischen Botschafters kennen und fühlt sich gleich magisch angezogen. Die scheinbar weltoffene Mitsuko (Mio Takaki) beginnt eine Affäre mit Louise, die sich in wilden Küssen ausdrückt. (Offenbar wussten die Frauen nicht, was sie sonst miteinander hätten tun können.) Louise geht völlig in dieser Beziehung auf, die politischen Gefahren durch die Nazis, die sie umgeben, nimmt sie nur am Rande wahr. Und auch die Eifersucht ihres Gatten Heinz interessiert sie nicht wirklich. Dann entdeckt ihr Josef, der ehemalige Zeichenlehrer, dass er schon lange ein Verhältnis mit Mitsuko hat und beide Louise benutzt haben, um von ihm abzulenken. Louise ist tief enttäuscht und wendet sich wieder ihrem Mann zu. Aber Mitsuko will nicht auf sie verzichten. Daraufhin erpresst Josef ihren Mann Heinz, der ihn von den Nazis verhaften lässt, während er selbst seinerseits eine Affäre mit Mitsuko beginnt. Als die Nazis die lesbische Affäre publik machen und nach ihnen fahnden, hält Mitsuko für sie alle drei Gift bereit. Mitsuko und Heinz sterben daran, Louise hat gar kein Gift bekommen, überlebt daher und erzählt die ganze Geschichte ihrem ehemaligen, von den Nazis geschassten Philosophieprofessor, der von der Gestapo abgeholt wird, als sie gerade ihre Geschichte beendet hat. Die Amour Fou, die beschrieben wird, überzeugt nicht in ihrer Ausweglosigkeit, sondern eher in ihrer Ignoranz und Dummheit: Die dekadente Oberschicht des deutschen Faschismus bringt sich selbst zu Fall, weil sie ungeachtet aller Begleitumstände ihren Trieben folgt.
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




1985

POLIZEIRUF 110: VERFÜHRUNG (POLIZEIRUF 110: VERFÜHRUNG)
DDR     Regie: Peter Hagen, Buch: Regina Weicker, Peter Hagen, Sonja Goslicki, Hans-Jürgen Sasse
Episode der seit 1971 erfolgreichen abendfüllenden DEFA-Fernsehkrimiserie "Polizeiruf 110": Die eigentlich rechtschaffene 18-jährige Ramona Richter, für deren kleinen Jungen ihre Mutter das Sorgerecht hat, lässt sich von zwei lesbisch lebenden Frauen (Marie Gruber und Ute Lubosch) überreden, das Geldversteck des älteren Ehepaares zu verraten, bei dem sie putzt. Nach erfolgreichem Diebstahl muss Ramona in "Männerkleidung" einer schwangeren Frau die Handtasche entwenden, die dabei eine Fehlgeburt erleidet. Die Polizei kommt dem Trio schließlich auf die Schliche, denn ein Zeuge meint beobachtet zu haben: "So läuft kein Mann!" Der biedere Krimi kann sich in seiner diskriminierenden Absicht nicht entscheiden, ob die beiden Frauen Verbrechen begehen, weil sie lesbisch sind, oder ob sie lesbisch leben, weil sie Verbrecherinnen sind. In der haarsträubenden Filmlogik gehört beides ganz offensichtlich untrennbar zusammen.




1985

VERFÜHRUNG: DIE GRAUSAME FRAU (SEDUCTION: THE CRUEL WOMAN)
BRD     Regie: Monika Treut, Elfi Mikesch, Buch: Monika Treut, Elfi Mikesch, Vorlage: Leopold Sacher-Masoch
Die mondäne Wanda (Mechthild Grossmann) eröffnet eine Galerie, in der alle Mit-wirkenden ihre Wünsche und Träume ausleben können. In ihrer Performance greift Wanda u. a. auf ihren Ehemann Georg (Udo Kier) zurück, da dieser sehr gern leidet und es liebt, ihre Sklavin zu spielen. Wandas Geliebte Caren (Carola Regnier) kann diesem Spielchen nichts abgewinnen; stärker jedoch beunruhigt sie die Ankunft der blonden Amerikanerin Justine (Sheila McLaughlin), die Wanda privat begehrt, aber auch gleich in ihre Show einbaut. Ästhetisierte Fantasie über Sado-Maso-Spiele, die mitunter verblüfft, allerdings an anderer Stelle wiederum allzu platt wirkt. Mechthild Grossmann als Wanda erntete in der an die Aufführung des Films auf der Berlinale 1986 anschließenden Diskussion großen Beifall für ihre tiefe erotisierende Stimme.

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1986

MANO DESTRA (MANO DESTRA)
CH    Regie: Cleo Uebelmann, Buch: Cleo Uebelmann
Experimenteller Kultfilm, in dem sich zwei Frauen mit sadomasochistischen Fesselungsspielen erregen.

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1987

FELIX (FELIX)
BRD     Regie: Margarethe von Trotta, Helma Sanders-Brahms, Christel Buschmann, Helke Sander, Buch: Margarethe von Trotta (Episode "Eva")
Episodenfilm über den liebeskranken Macho Felix (Ulrich Tukur), der mit den Frauen nicht klarkommt, obwohl er etwas anderes propagiert. In einer Episode lernt er die heulende Eva (Eva Mattes) kennen, die gerade verlassen wurde. Widerstrebend tröstet er sie und führt mit ihr in einem Café ein Beziehungsgespräch, bis sich herausstellt, dass sie gar nicht von einem Mann spricht, sondern von ihrer Geliebten, Susanne (Annette Uhlen). Susanne erscheint dann auch aufgelöst auf der Straße, weil sie verzweifelt nach Eva sucht. Die beiden Frauen nehmen Felix mit nach Hause, wo Susannes kleine Tochter von ihm so begeistert ist, dass sie bei ihm schlafen möchte. Felix macht sich aus dem Staub.




1987

HASENHERZ (HASENHERZ)
DDR     Regie: Gunter Friedrich, Buch: Anne Goßens
Die 13-jährige Janni (Bettina Hohensee) sieht überhaupt nicht so aus wie die anderen Mädchen in ihrer Klasse. Als Außenseiterin leidet sie unter den Demütigungen der anderen. Eines Tages fällt die Wahl eines Filmregisseurs (Volkmar Kleinert), der einen ängstlichen Jungen für sein nächstes Projekt sucht, auf Janni. Zunächst weigert sie sich, da sie nicht als Junge angesehen werden will, aber ihre Mutter (Juliane Koren, einen Vater scheint es nicht zu geben) redet ihr zu. Zwischen den Drehs lernt Janni zufällig Sabine (Charlotte Bastian) kennen, die sehr angetan von dem netten Jungen ist und sich ihm auch körperlich zu nähern versucht. "Du hast lange Wimpern wie ein Mädchen", sagt sie bewundernd. Janni findet Sabine auch sehr nett, aber noch besser gefällt ihr Sabines Bruder Sebastian (Clemens Ziesenitz). Der hält sie jedoch auch für einen Jungen. Bruder und Schwester besuchen Janni bei Außendreharbeiten. Dabei ruft die Maskenbildnerin Janni mit ihrem vollen Namen Janette. Sabine stutzt und wird Janni küssen, wie sie Sebastian mitteilt: "Wenn's ein Junge ist, lässt er sich [küssen], ein Mädchen haut ab". Sabine küsst Janni stürmisch und die wehrt sich und beschimpft Sabine. Die will daraufhin wissen, ob sie ein Junge oder ein Mädchen oder beides sei. Die beiden gehen aufeinander los und Sebastian bringt sie auseinander. Später lädt Janni ihre Klasse zur Filmpremiere ein und erntet endlich die ersehnte Anerkennung. Sabine allerdings ist immer noch sauer auf sie und hat Sebastian nichts von der Aufführung gesagt. Als Happy-End jedoch gewinnt Janni Sebastians Herz auch als Mädchen.
Das Dogma des Rollenverhaltens wird leider nur oberflächlich hinterfragt. Warum muss der Regisseur im Film auf ein Mädchen ausweichen, um einen ängstlichen Jungen, der sich bewährt, darstellen zu können? Mit all den Geschlechtsverwirrungen und den demzufolge "unangemessenen" Verliebtheiten manifestiert "Hasenherz" die traditionellen Rollenmuster statt sie aufzubrechen.




1987

KOMPLIZINNEN (KOMPLIZINNEN)
BRD     Regie: Margit Czenki, Buch: Margit Czenki
Die Regisseurin Margit Czenki, die selbst eine Zeit lang inhaftiert war, porträtiert hier anhand der Geschichte der Barbara (Pola Kinski), die wegen eines Banküberfalls einsitzt, den Alltag in einem Frauengefängnis. Zwischen Hass, Aggression und Streit gibt es auch immer wieder zarte Annäherungen zwischen den Insassinnen, die besonders von Barbara ausgehen. Erotische Anziehung benutzt Barbara mitunter auch als Waffe gegen eine der Aufseherinnen, die gern ihre Aufmerksamkeit genießt. Freundschaftliche Umarmungen oder Berührungen werden da schon mal rüde von der Wärterin unterbunden und als "Ferkeleien" verunglimpft. In einer Essenspause unterhalten sich die Frauen über eine Mitgefangene, Küchen-Edith, die Frauen küsst. Aus ihren Überlegungen, dass die Wärterinnen Freundschaft und Verständnis innerhalb der Häftlinge nicht ertragen können, resultiert ein Kiss-In fast aller Frauen. Interessante "Milieustudie", deren experimentell schiefe und schräge Kameraführung (Kamera: Hille Sagel) besonders hervorzuheben ist. Die Knastatmosphäre wird nachvollziehbar und erlebbar. Sängerin Marianne Rosenberg spielt eine Mitgefangene.




1987

NICHTS IST WIE ES IST (NICHTS IST WIE ES IST)
BRD     Regie: Karl Heinz Kramberg, Maria Kramberg, Buch: K.H. Kramberg, Vorlage: Alfred de Musset (Gamiani oder Zwei Nächte der Ausschweifung)
Die Fotografin Ulla Damiani (Rita Russik) reist ursprünglich alleine nach Finnland, lernt aber auf der Fähre die junge Pitz (Christiane-Bettina Pfannkuch) kennen und macht sie zu ihrer Gefährtin und zu ihrem Fotomodell vor Naturkulisse. Die beiden werden ein Liebespaar und genießen gemeinsam die Idylle. Dann taucht in der Einsamkeit der finnischen Seenwelt ein scheinbar verirrter Überlebenskünstler (Miro Nemec) auf, und spannt Ulla ihre Freundin aus. Ulla lockt Frank zu einem Fototermin, schläft mit ihm auf einer abgelegenen Insel und setzt ihn dort aus. Pitz jedoch will bei ihrer Rückkehr nichts mehr von ihr wissen. Sie fahren in getrennten Kabinen von Helsinki nach Travemünde, aber auf dem Schiff taucht der vermeintlich ausgesetzte Frank wieder auf und Ulla erleidet einen Zusammenbruch. Sie sitzt in der Ecke, trinkt die Wodkas, die Frank ihr bestellt hat, und beobachtet die beiden beim Tanzen. Damit ist die Geschichte zu Ende. TV-Produktion des Bayerischen Fernsehens.

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1988

JOHANNA D'ARC OF MONGOLIA (JOHANNA D'ARC OF MONGOLIA)
BRD     Regie: Ulrike Ottinger, Buch: Ulrike Ottinger
Lady Windermere (Delphine Seyrig) reist mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei. Unterwegs macht sie die intensive Bekanntschaft mit der sehr attraktiven jungen Giovanna (Ines Sastre). Dann werden sie von Nomaden entführt und lernen deren Lebensumstände kennen. Zur allgemeinen Enttäuschung der neugierigen TouristInnen wird schließlich offenbar, dass diese spannenden mongolischen Frauen auch nur während der Sommermonate in der Steppe leben. Experimentell gehaltener Mix aus Reisefilm und ethnologischer Studie, der zwischendurch ein wenig langatmig geraten ist.




1988

DIE JUNGFRAUENMASCHINE (THE VIRGIN MACHINE)
BRD     Regie: Monika Treut, Buch: Monika Treut
Eine naive deutsche Journalistin, Dorothee Müller (Ina Blum), sucht zunächst in Hamburg, dann in der Lesbenszene von San Francisco nach Liebe und untersucht ihre Erscheinungsformen als Krankheit. Ihrer Sexualität selbst noch nicht sicher, lässt sie sich von der Expertin Susie Sexpert (Susie Bright) in Sachen Lesbischsein und Sex unterrichten und verliebt sich in die Performerin Ramona (Shelly Mars). Was für Dorothee der Anfang einer wunderschönen Romanze ist, ist für Ramona Arbeit; sie stellt ihr $500 für die geleisteten Dienste in Rechnung. Was als narratives Drama beginnt, verliert sich in gestelzten Dialogen und kantigen Witzen.

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1989

COMING OUT (COMING OUT)
DDR     Regie: Heiner Carow, Buch: Wolfram Witt
Der junge Lehrer Philipp (Matthias Freihof) versucht seine homosexuellen Bedürfnisse zu verdrängen und flüchtet sich in eine Beziehung mit Kollegin Tanja (Dagmar Manzel). Zufällig begegnet er durch sie jedoch einer alten Jugendliebe wieder und wird erneut mit seiner Homosexualität konfrontiert. In einer Schwulenbar trifft er Matthias (Dirk Kummer), der den volltrunkenen Philipp später fürsorglich nach Hause bringen wird. Eine der Bartransen (Charlotte von Mahlsdorf) erzählt Philipp von ihrer Schwester, die eine Lesbe gewesen sei und viel lieber Männerkleidung getragen habe. Die Natur habe sich mit ihm und ihr einen Scherz erlaubt; sie hätte der Mann werden sollen und er eine Frau. Der Film feierte Premiere am Abend des Mauerfalls am 9. November 1989.




1989

DU ELVIS, ICH MONROE (DU ELVIS, ICH MONROE)
BRD     Regie: Lothar Lambert, Buch: Lothar Lambert
Zwischen grotesken Paarverknüpfungen in einem Berliner Hinterhaus wenden sich auch zwei völlig unterschiedliche Frauen einander zu. (Vgl. Out im Kino, 2003)




1989

GESCHICHTE DER DIENERIN (THE HANDMAID'S TALE)
USA/BRD     Regie: Volker Schlöndorff, Buch: Harold Pinter, Vorlage: Margaret Atwood („Report der Magd‚)
In einer totalitären Zukunft wird Kate (Natasha Richardson) gefangen genommen, als sie mit Mann und Kind aus Gilead fliehen will. Sie wird als Gebärmaschine in einen wohlhabenden Haushalt der Herrschenden verkauft und soll das Kind des Kommandanten Fred (Robert Duvall) und seiner Frau Serena Joy (Faye Dunaway) austragen. Im Transportbus lernt sie eine andere Dienerin, Moira (Elizabeth McGovern), kennen. Sie tauschen die Gründe aus, warum sie im Gefängnis saßen. "Ich steh auf Frauen", sagt Moira, und das ist verboten. Moira ist nicht nur unangepasst, sie hat eine dezidierte Gegenposition und immer einen coolen Spruch auf den Lippen, während sich Kate (später erhält sie den Namen Offred) eher vorsichtig zurück hält. Mit Kates Hilfe kann Moira fliehen, kommt jedoch nicht weit. Fred führt Offred eines Tages in ein Edelbordell, und dort trifft sie Moira wieder. Schlöndorffs Inszenierung gelingt es nicht, die düstere und gesellschaftskritische Atmosphäre der Vorlage einzufangen; bis auf ein paar kleinere Änderungen ist die Verfilmung jedoch recht vorlagengetreu. In Atwoods Roman kannten sich Moira und Offred von früher: Moira war eine feministische und organisierte Lesbe.

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1990

DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER (DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER)
DEUTSCHLAND     Regie: Christoph Schlingensief, Buch: Christoph Schlingensief
Als Clara in der Nacht zum 3. Oktober 1990 mit ihrem Trabi über die Grenze fährt und dort ihren Liebsten trifft, wird dieser vor ihren Augen von einem Mann blutrünstig ermordet. Panisch flieht sie und gerät an eine schwarzgekleidete Lesbe, die sie auf übergriffige Art zu verführen sucht. Zusammen mit ihrer Clique fährt sie durch Deutschland und meuchelt u. a. mit der Kettensäge ein Ehepaar aus dem Osten. Die Lesbe bewahrt Clara davor, ebenfalls zu Wurst verarbeitet zu werden, wird dann jedoch von Clara mit einem Messer vergewaltigt und damit ermordet. Lesben verachtender Trash.




1990

DER KLEINE HERR FRIEDEMANN (DER KLEINE HERR FRIEDEMANN)
DEUTSCHLAND     Regie: Peter Vogel, Buch: Günter Haubold, Peter Vogel, Vorlage: Thomas Mann (Novelle)
Die Verfilmung von Thomas Manns erster Novelle erzählt die Geschichte des kleinen und buckeligen Johannes Friedemann (Ulrich Mühe), der zusammen mit seinen drei unverheirateten Schwestern ein unauffälliges Leben lebt. Als die Gattin des neuen Bezirkskommandanten, Gerda von Rinnlingen (Maria von Bismarck), ins Gerede kommt, zieht die unangepasste Frau auch Friedemanns Aufmerksamkeit auf sich. Bei einer kurzen Begegnung im Theater fühlt er sich von ihr aufgereizt und verliert beinah die Beherrschung. Kein bisschen leichter hat es ihr Ehemann, den sie überall als störend empfindet. Als sich Gerda von ihrer Zofe baden, einseifen und neckisch waschen lässt, versucht sie, ihren dazu kommenden Ehemann rauszuschmeißen. Friedemann erträgt Gerdas Ablehnung nicht und nimmt sich das Leben. DFF-Produktion mit ARD-Beteiligung.




1990

MONDO WEIRDO – JUNGFRAU AM ABGRUND (MONDO WEIRDO)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH     Regie: Carl Andersen, Buch: Carl Andersen
Undergroundporno und Horror in Schwarzweißbildern: Der Alptraum einer jungen Frau besteht darin, immer wieder obsessiv von zwei sie verführenden Lesben zu träumen, von denen sich eine offenbar als Vampirin entpuppt. Gemeinsam wird im gemischten Dreier ein Mann "entmannt".

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1991

COLETTE (BECOMING COLETTE)
DEUTSCHLAND/UK/FRA     Regie: Danny Huston, Buch: Ruth Graham
Hölzern wirkender Film über das Leben von Sidonie-Gabrielle Colette (1873-1954), die unter dem Namen ihres 15 Jahre älteren Gatten Gauthier/Villard erste erotische Schriften veröffentlichte. Im Film ist es dieser Ehemann (Klaus Maria Brandauer), der Colette (Mathilda May) skrupellos und lüstern auch sexuell mit anderen Frauen zusammenbringt, dann aber eifersüchtig und immer Besitz ergreifender wird, als sich die beiden Frauen tatsächlich ineinander zu verlieben scheinen. Immer wieder wendet sich Gabrielle Colette ihm zu, aber er veröffentlicht weiter völlig eigennützig ihr Werk unter seinem Namen, bis Paulere (Virginia Madsen), die dritte aus der Dreiecksbeziehung, den Schwindel aufdeckt. Es gibt eine schöne Szene zwischen den Frauen, als sie gemeinsam ein Heroinpfeifchen rauchen und sich gegenseitig den Rauch in den Mund blasen, bis es zwischen ihnen zum Kuss kommt.




1991

MY FATHER IS COMING (MY FATHER IS COMING)
DEUTSCHLAND/USA     Regie: Monika Treut, Buch: Sarah Schulman, Bruce Benderson
Vicky (Shelley Kastner), eine junge Deutsche, lebt in New York mit einem Schwulen zusammen, den sie zu Hause als Ehemann ausgegeben hat, um in den USA bleiben zu können. Als ihr biederer Vater Hans (Alfred Edel) plötzlich vor der Tür steht, kann sie ihm auf Dauer weder verbergen, dass sie kein Star ist, noch dass sie nicht hetero lebt. Sie hat ein Verhältnis mit Lisa (Mary-Lou Graulau), einer Küchenkollegin im Restaurant, in dem sie jobbt, aber spannender findet sie den jungen Mann Joe (Michael Massee), der Annie Sprinkle begleitet, ihr jedoch mitteilt, dass er transsexuell ist. Mit ihrem Vater kommt alles ins Reine und sie vertieft die Freundschaft zum Transidenten. Wieder einmal setzt Treut Nordamerika als freiheitliches Paradies in Szene, das sogar die Grenzen eines bürgerlich-konservativen Deutschen zu verschieben vermag.




1991

SALMONBERRIES (SALMONBERRIES)
DEUTSCHLAND     Regie: Percy Adlon, Buch: Percy Adlon
Die Waise Kotzebue (k.d. lang), nach dem Ort in Alaska benannt, an dem sie gefunden wurde und in dem sie nun lebt, bedrängt die belesene Bibliothekarin Roswitha (Rosel Zech), ihr bei der Erforschung ihrer Herkunft zu helfen. Zunächst funktioniert die Kommunikation zwischen den beiden spröden Frauen überhaupt nicht: Kotzebue verhält sich schweigsam und übergriffig, während Roswitha sie rüde in ihre Schranken weist. Trotzdem gibt es eine Annäherung zwischen beiden und nachdem Roswitha Kotzebue von ihrer Flucht über die deutsch-deutsche Grenze vor 21 Jahren erzählt hat, bei der ihr Mann erschossen wurde, kauft Kotzebue Flugtickets für sie beide nach Berlin. Roswitha trifft ihren Bruder, der sie damals verraten hatte. Kotzebue wirft sich im Hotelzimmer auf sie, küsst sie und macht ihr klar, dass sie sie begehrt. Aber Roswitha weist sie zurück, erklärt, das sei sie nicht und paraphrasiert ihre ablehnende Haltung wortreich. Dann reisen sie wieder zurück nach Alaska, finden Kotzebues Vater (Chuck Connors) und die Geschichte ist zu Ende. Unmittelbar nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung gedreht, reißt das Drama ein Stück deutscher Vergangenheitsbewältigung an, verwebt sie mit der Wurzelsuche Kotzebues und bleibt mittendrin stecken wie in einer unübersichtlichen Sackgasse. Zu viele Eindrücke sollten hier wirken: eiskalte Bilder von Alaska, die Transidentität Kotzebues – oder besser der komplette Mangel an Identität – und die herbe Bitterkeit von Roswitha. Aber Alaska ist hier nicht kalt genug, Kotzebue plötzlich überraschend lebensfähig und konstruktiv und Roswitha völlig regressiv, so dass trotz der netten Stimme von k.d. lang im Hintergrund ("Barefoot") ein unbefriedigender Film übrig bleibt.




1991

UNTER KOLLEGEN (UNTER KOLLEGEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Claus-Michael Rohne, Buch: Dagmar Knöpfel, Claus-Michael Rohne
Die Belegschaft einer kleinen Firma macht einen Betriebsausflug mit der Straßenbahn. Einige der männlichen Kollegen versuchen das Lesbenpaar Daniela (Janna Marangosoff) und Christa (Ulrike Folkerts) auseinanderzubringen, da sie selbst insbesondere an der aufreizenden Daniela interessiert sind. Die jedoch – mit einem am Rücken tief ausgeschnittenen Kleid ausgestattet – angelt sich die Frau des neuen Chefstellvertreters, der an diesem Abend seinen Einstand gibt und missmutig sowohl den Alkoholgenuss als auch die Flirterei mit Daniela betrachtet. Daniela spielt nicht nur mit der Ehefrau des Neuen, sondern auch mit einem jungen Mitarbeiter. Christa sieht sich alles mit an und warnt Daniela schließlich, sie könne nicht mit allen spielen. Trennen sich die beiden? Das Ende bleibt offen.




1991

WAS SIE NIE ÜBER FRAUEN WISSEN WOLLTEN (WILDE WEIBER GMBH)
DEUTSCHLAND Regie: Lothar Lambert, Buch: Lothar Lambert
Eine Wohnungssuchende aus Ost-Berlin findet einen Platz in einer "therapeutischen" Frauen-Wohngemeinschaft und sieht sich den schrillsten sexuellen Besessenheiten ihrer neuen Mitbewohnerinnen ausgesetzt. (Vgl. Lexikon des internationalen Films, 2001)

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1992

BRANDNACHT (BRANDNACHT)
DEUTSCHLAND/CH     Regie: Markus Fischer, Buch: Markus Fischer, Rosemarie Fendel, Vorlage: Saum Jaun (Roman)
Der Schweizer Kunstmaler Peter Keller (Bruno Ganz), der seit Jahren in Berlin wohnt, wird von einem ehemaligen Armeekameraden im Emmental um Hilfe gebeten, weil dieser des Mordes an einer jungen Frau bezichtigt wird. Überall schlägt Keller Feindseligkeit entgegen; nur die scheinbar mit einer Mechanikerin liierte Uta (Barbara Auer) wendet sich ihm bald auch erotisch zu, was ihrer Freundin egal ist. Die Anklänge einer lesbischen Beziehung sollen nur die verschrobenen Reaktionen der Dorfbevölkerung illustrieren, deren Mitglieder in diesem Kriminalstück alle etwas zu verbergen haben.




MEIN IST DEIN GANZES HERZ (MEIN IST DEIN GANZES HERZ)
DEUTSCHLAND     Regie: Elke Götz, Buch: Elke Götz
Die behütete und auf ihre Kolleginnen äußerst bieder wirkende Buchhalterin Hilde (Karla Schlender) stattet nach der Arbeit der Metzgerei einen Besuch ab und verliebt sich in die extrem coole Wurstverkäuferin Gigi (Zimbo Zimmermann). Hildes Mutter versucht mit allen abstrusen Mitteln ihre Tochter für sich zu behalten und konkurriert mit der neuen Freundin. So besticht sie im Kostüm einer Kammerzofe, denn Hilde ist in ihrem Spiel immer der König – während Gigi locker mit dem Metzgermesser hantiert und Hilde mit in die Lesbenszene nimmt. Witzige und etwas schräge Komödie.




1992

ROTE OHREN FETZEN DURCH ASCHE (ROTE OHREN FETZEN DURCH ASCHE)
ÖSTERREICH     Regie: Angela Hans Scheirl, Ursula Pürrer, Buch: Dietmar Schipek, Ursula Pürrer, Angela Hans Scheirl
"Experimenteller lesbischer Science Fiction, der im Jahr 2700 angesiedelt ist. Drei lesbische Einzelkämpferinnen trotzen dem Dschungel der Betonbauten und tragen Beziehungsreigen aus. Laut "Out im Kino", 2003 ein "Geniestreich". Die Freiburger Lesbenfilmtage 1994 beschreiben ihn als "wohl der umstrittenste Film der letzten Jahre. Eine Seite lehnt ihn wegen seiner obsessiven Verbindung zwischen Sex und Gewalt rigoros ab. Die andere Seite verteidigt ihn damit, dass hier Ansätze für eine radikal andere lesbische Repräsentation gesucht werden." (Quelle: Programmheft 4. Freiburger Lesbenfilmtage 1994)

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1993

DAS GEISTERHAUS (THE HOUSE OF SPIRITS)
DEUTSCHLAND/DÄNEMARK/PORTUGAL/USA     Regie: Bille August, Buch: Bille August, Vorlage: Isabel Allende (Roman)
Die chilenische Familienchronik, die sich über 50 Jahre erstreckt, wird aus der Sicht von Claras (Meryl Streep) Tochter Blanca (Winona Ryder) erzählt. Die seherisch begabte Clara heiratet 1928 Esteban (Jeremy Irons) und nimmt dessen einsame Schwester Férula (Glenn Close) im neuen Haus auf. Férula, die von ihrem Bruder verachtet wird, fühlt sich sehr zu ihrer Schwägerin hingezogen und beichtet ihre sündigen Gedanken dem gierigen Priester. Esteban geht als Großgrundbesitzer und konservativer Politiker in den Senat. Seine Tochter hingegen verbündet sich mit dem Sohn des Vorarbeiters (Antonio Banderas) und nimmt eine oppositionelle Position ein. Esteban muss sich außerdem mit seinem unehelichen Sohn auseinandersetzen, den eine von ihm vergewaltigte Frau geboren hat. Dieser Sohn avanciert zu einem der brutalen Anführer des Militärregimes. Immerhin wird deutlich, dass Esteban Clara zwar begehrt, aber nicht die leiseste Ahnung von ihrem Innern hat. Zwischendurch begreift er das auch und wird tödlich eifersüchtig auf seine Schwester, die er daraufhin aus dem Haus wirft.




1993

ICH KLAGE AN (ICH KLAGE AN)
DEUTSCHLAND     Regie: Frank Guthke, Buch: Klaus Poche, Vorlage: Ines Veith (Roman)
"Zweiteiliger Fernsehfilm über einen authentischen Vorfall in der DDR 1984. Während des Urlaubs im Harz nahe der innerdeutschen Grenze verschwindet der dreijährige Sohn einer Familie aus der Lausitz beim Ausflug zu einer Tropfsteinhöhle. Die Polizei sucht den Jungen zunächst vergeblich, bricht dann aber aus scheinbar unerklärlichen Gründen die Nachforschungen ab. Es beginnt ein jahrelanger Kampf der Eltern, die sich weigern, ihren Sohn für tot erklären zu lassen, obwohl sie immer unverblümteren Schikanen der Staatssicherheit ausgesetzt werden. Erst nach dem Fall der Mauer gelingt es der Mutter, ihr Kind wieder zu finden. Zunächst weitgehend glaubwürdig und präzise entwickelte Milieustudie, in der das Ausgeliefertsein der Stasi-Opfer hautnah spürbar wird. Umso ärgerlicher das effekthascherische "Nachspiel", das auch zu einem recht sorglosen Umgang mit den Fakten des zugrunde liegenden Falls greift." (Quelle: http://www.deutsches-filmhaus.de, 2005) Vera Färber (Thekla Carola Wied) kommt ins Gefängnis, muss zunächst die Annäherungen einer Frau abwehren, freundet sich jedoch schließlich mit ihr an. (Vgl. Sobek, 2000)




1993

DAS TAGEBUCH DER LADY M (LE JOURNAL DE LADY M)
CH/BELG/SPA/FRA     Regie: Alain Tanner, Buch: Myriam Mézières
Die Künstlerin Lady M (Myriam Mézières) fängt auf einer Tournee in Spanien eine Liaison mit dem verheirateten Diego (Juanjo Puigcorbé) an, was sich aber nicht lange hält. So versucht sie es mal mit Diegos Frau Nuria (Félicité Nuassi). Aber auch das ist nicht von Dauer. (Vgl. Sobek, 2000)

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1994

AFFÄREN (AFFÄREN)
DEUTSCHLAND     Regie: Jacques Breuer, Buch: Ben Taylor, Helena Winke
Ein junges Ehepaar (Sophie von Kessel und Gedeon Burkhard), das sich in der Krise befindet, holt eine attraktive Ehetherapeutin zu sich nach Hause, die schließlich mit der Ehefrau eine Affäre beginnt, nachdem der Mann keinerlei Anstalten unternommen hat, die Ehe zu kitten. Nora Prinz (Sophie von Kessel) langweilt sich und ist permanent übellaunig. Die Psychologin Charlotte Kirsch (Daniela Lunkewitz) bringt Stimmung und Spaß … Allerdings liebt Nora ihren Mann noch immer und kehrt zuletzt zu ihm zurück. Einer dieser deutschen Kinofilme, die schon von der Story her so an den Haaren herbeigezogen sind, dass der Kritikerin kaum mehr etwas einfällt. Die Dialoge sind schlimmer als bei "Big Brother", und die DarstellerInnen retten nicht das Geringste.




1994

HIMMLISCHE KREATUREN (HEAVENLY CREATURES)
NEUSEELAND/UK/DEUTSCHLAND     Regie: Peter Jackson, Buch: Peter Jackson
Neuseeland in den 50er Jahren: Eines Tages kommt ein neues Mädchen, Juliet Hulme (Kate Winslet), in die Schule von Pauline. Bald stellt sich heraus, dass sie – ebenso wie Pauline Parker (Melanie Lynskey) – den Tenor Mario Lanza vergöttert und sich den neuseeländischen Schulnormen ganz und gar nicht fügen will. Die beiden Mädchen werden die engsten Freundinnen. Gemeinsam verbringen sie all ihre freie Zeit und tauchen ab in Phantasien einer anderen Welt. Das scheint bald zur Sucht zu werden. Und als die Mädchen nur noch beieinander sein wollen, versuchen die Eltern, sie zu trennen. Da sehen die beiden keinen anderen Ausweg, als Paulines Mutter umzubringen, die sie als besonders behindernd einstufen.
Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit; die beiden Mädchen kamen ins Gefängnis, mussten versprechen, einander nie wiederzusehen. Juliet Hulme ist heute eine angesehene Schriftstellerin, die unter dem Namen Anne Perry schreibt. Es gibt eine Szene, in denen beide Mädchen im Bett Figuren aus ihren Phantasien nachspielen und miteinander Sex haben. Exzellent gespielt und gefilmt.




1994

KOMMT MAUSI RAUS? (KOMMT MAUSI RAUS?)
DEUTSCHLAND     Regie: Alexander Scherer, Angelina Maccarone, Buch: Angelina Maccarone
Mausi alias Kati (Julia Richter) zieht wegen des Studiums nach Hamburg. Dort macht sie erste Erfahrungen in der Lesbenszene, verliebt sich im Sub direkt in ihren ersten One-Night-Stand. Jo (Inga Busch) mag sie, will aber nichts Festes mit ihr. Im Bioladen, in dem Mausi jobbt und von Gerburg Jahnke (von den "Missfits"!) unfreiwillig zum Grübeln über ihren Fleischkonsum angeregt wird, trifft sie Yumiko (Alexandra Wilcke), die Frau, in die sie sich schließlich über beide Ohren verliebt. Zum "Coming Out" kehrt sie gestärkt in ihr Heimatdorf bei Dortmund zurück, wundert sich über die Coolness der Mutter, die Verklemmtheit ihrer heiß geliebten Lehrerin von einst und die Engstirnigkeit der Heimatgemeinde. Gelungenes Debüt(-Drehbuch) von Angelina Maccarone, das zum Lesbenklassiker der Neunziger avancierte.

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1995

BIESTER (LA CEREMONIE)
FRA/D EUTSCHLAND     Regie: Claude Chabrol, Buch: Claude Chabrol
Die Analphabetin Sophie (Sandrine Bonnaire) erhält eine Stellung als Haushaltshilfe bei den Lelièvres auf dem Land. Madame (Jacqueline Bisset) ist sehr freundlich zu ihr, auch der Ehemann (Jean-Pierre Cassel) behandelt sie zunächst mit Respekt. Sophie gerät immer wieder in Schwierigkeiten, weil sie Aufträge, bei denen sie Lesen und Schreiben muss, nicht ausführen kann. Vorsichtig freundet sie sich mit Jeanne (Isabelle Huppert) an, die bei der Post arbeitet, aber von den Lelièvres aufgrund einer mysteriösen Geschichte über Kindsmord nicht im Haus gelitten wird. Arm in Arm schauen die beiden Frauen in Sophies Zimmer Fernsehen. Je näher sich Sophie Jeanne fühlt, desto aufmüpfiger verhält sie sich gegenüber ihren Arbeitgebern. Als die Tochter des Hauses ihr Geheimnis zu lüften droht, erpresst sie sie damit, ihren Eltern von ihrer unerwünschten Schwangerschaft zu erzählen. Daraufhin wird Sophie entlassen. Sie zieht zu Jeanne. Die beiden Außenseiterinnen stärken sich gegenseitig, was ihrer Verbindung etwas Positives verleiht. Andererseits ist Jeanne tatsächlich Schuld am Tod ihres eigenen Kindes, wodurch die Freundschaft als "unheilige Allianz" erscheint. Beide dringen in das Haus ein, in dem die Lelièvres gerade geschlossen Mozarts "Don Giovanni" im Fernsehen gucken. Sie erschießen gemeinsam die ganze Familie, während im Hintergrund die Oper weiter läuft. Die Täterinnen bleiben völlig unberührt von ihrem Blutbad; Jeanne verabschiedet sich von Sophie mit einer innigen Umarmung, die eine Intensivierung der Freundschaft impliziert. Während Sophie das Haus so herrichtet, als habe ein Einbruch stattgefunden, verunglückt Jeanne auf der Heimfahrt tödlich. Als Sophie die Unglücksstelle erreicht, findet die Polizei gerade das Aufnahmegerät, mit dem die Lelièvres die Oper und damit auch die Dialoge, die die Täterinnen entlarven, aufgenommen haben.




1995

BLUTIGE SPUR (BLUTIGE SPUR)
DEUTSCHLAND     Regie: Carlo Rola, Buch: Christos Yiannopoulos
Der Chirurg Alexander West (Jan Niklas) wird des Mordes an seiner Frau angeklagt. Um seine Unschuld zu beweisen, tut er sich mit der Journalistin Maria Dennert (Hannelore Elsner) zusammen. Diese wohnt mit einer jungen Kollegin (Ursula Buschhorn) zusammen, mit der sie offenbar ein lesbisches Verhältnis hat. (Quelle: Daniela Sobek, 2000)




1995

FEMALE PERVERSIONS – PHANTASIEN EINER FRAU (FEMALE PERVERSIONS)
USA/DEUTSCHLAND     Regie: Susan Streitfeld, Buch: Susan Streitfeld, Julie Hebert, Vorlage: Louise J. Kaplan ("Weibliche Perversionen")
Die jung-dynamische Rechtsanwältin Eve (Tilda Swinton), die kurz vor ihrer Ernennung zur Richterin steht, entpuppt sich als neurotisch, ängstlich und beziehungsunfähig – was sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Die Psychiaterin Renée (Karen Sillas), die gerade neu ins Gebäude gezogen ist, lässt sich nicht lange auf ihre Sprunghaftigkeit ein. Ihre abgedrehte Schwester (Amy Madigan) wird dummerweise beim Stehlen erwischt, und so versucht die Anwältin verzweifelt, sie freizubekommen, weil dieser Zwischenfall sie ihre Karriere kosten könnte. Interessante Verfilmung einer wissenschaftlichen Abhandlung, die das weibliche Verhalten seziert und es in exquisit kunstvollen Bildern serviert.




1995

DIE FLUGHAFENKLINIK – JUNGE ÄRZTE IM EINSATZ (DIE FLUGHAFENKLINIK – JUNGE ÄRZTE IM EINSATZ)
DEUTSCHLAND     Regie: Nikolaus Stein von Kaminski, Buch: Wolfgang Brenner
"Im Mittelpunkt stehen drei junge Ärzte, die in der Klinik des Münchener Flughafens arbeiten. Zu Beginn des Pilotfilms besteht das Problem, dass für die drei AIPler eigentlich nur zwei Stellen existieren. Daher entbrennt ein Konkurrenzkampf zwischen den drei Ärzten [...]. Am Ende des Films muss jedoch Dr. Salzberg, [...] aufgrund eines Kunstfehlers ihren Platz räumen, so dass eine weitere Stelle für die jungen Ärzte frei geräumt ist und alle bleiben können. Frau Dr. Salzberg (Monika Schwarz), die sich in ihre Freundin Regina (Antje Schmidt), die Oberschwester verliebt hat: [die] macht ihr jedoch klar, dass nie mehr als Freundschaft zwischen ihnen sein kann. Daher entschließt sich Dr. Salzberg ihren Kummer in einer Menge Alkohol zu ertränken und das natürlich noch während ihrer Arbeitszeit." (Quelle: http://www.cootv.de, 2005)




1995

POLIZEIRUF 110: ABGRÜNDE (POLIZEIRUF 110: ABGRÜNDE)
ÖSTERREICH     Regie: Susanne Zanke, Buch: Manfred Rebhandl
Ein Mord deckt die Hassbeziehungen innerhalb einer angesehenen Wiener Familie auf, in der die Mutter beispielsweise Alkoholikerin ist und keine Ahnung vom Umgang ihrer ermordeten Tochter hatte. Ein lesbisches Au-pair-Mädchen gibt es auch noch ...

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1996

ROSSINI ODER DIE MÖRDERISCHE FRAGE, WER MIT WEM SCHLIEF (ROSSINI)
DEUTSCHLAND     Regie: Helmut Dietl, Buch: Helmut Dietl, Patrick Süskind
Die Münchner Crème-de-la-Crème trifft sich allabendlich im Edelrestaurant "Rossini" des gleichnamigen Besitzers (Mario Adorf). Frau Watussnik (Meret Becker) hat mit Schneewittchen (Veronica Ferres) eine Liebesbeziehung. Allerdings sperrt Frau Watussnik Schneewittchen nach einem heftigen Krach ein und geht an ihrer Stelle zum Vorsprechen für die Rolle der "Lorelei" aus dem unverfilmbaren Bestseller des scheuen Autors Windisch (Joachim Król). Schneewittchen kann sich befreien; Frau Watussnik und Schneewittchen versöhnen sichvorübergehend wieder. Schneewittchen wendet sich schließlich von Frau Watussnik ab und ganz den Männern zu.




1996

UNBESTÄNDIG UND KÜHL (UNBESTÄNDIG UND KÜHL)
DEUTSCHLAND     Regie: Sandra Nettelbeck, Buch: Sandra Nettelbeck
Während ihre Heterofreunde das "Bäumchen wechsele dich"-Spiel spielen, wagt die lesbische Nina (Jasmin Tabatabai) keine engere Beziehung, betrinkt sich regelmäßig und verliebt sich doch in die Taxifahrerin Ella (Sandra Nettelbeck), die es aber zu ernst mit ihr meint. Deshalb weist sie sie zunächst von sich, flirtet mit zahlreichen Frauen und findet erst zu ihr zurück, als Ella sich bereits eine andere gesucht hat. Der Unfalltod von Nina, den sie im Suff fabriziert, weckt die Gewissensbisse der anderen Pärchen. TV-Film.

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1997

AIMEE UND JAGUAR (AIMEE & JAGUAR)
DEUTSCHLAND     Regie: Max Färberböck, Buch: Max Färberböck, Vorlage: Erika Fischer (Porträt)
Überzeugende Verfilmung der Geschichte der dreifachen Mutter und Mutterkreuzträgerin Lilly Wust (Juliane Köhler), die sich – nach den umstrittenen Aufzeichnungen von Erica Fischer – während der Nazizeit in die Jüdin und Widerstandskämpferin Felice Schragenheim (Maria Schrader) verliebte und sie vor den Nazis versteckte, bis sie sie fanden und deportierten. Die beiden Hauptdarstellerinnen erhielten für ihre Leistungen das Filmband in Gold. Aber auch Heike Makatsch glänzt in ihrer Rolle als Klärchen.
Siehe zu diesem Film und seiner Rezeption auch die kommentierte Literaturliste.




1997

ALLES WIRD GUT (ALLES WIRD GUT)
DEUTSCHLAND     Regie: Angelina Maccarone, Buch: Angelina Maccarone, Fatima El-Tayeb
Die afrodeutsche Nabou (Kati Stüdemann), die ihre Ex-Geliebte (Aglaia Szyszkowitz) zurückerobern will, lässt sich von einer anderen Hausbewohnerin, der ebenfall afrodeutschen Werbetexterin Kim (Chantal de Freitas) als Putzfrau einstellen, um ihrer Freundin "rein zufällig" immer wieder begegnen zu können. Zunächst verstehen sich Nabou und Kim überhaupt nicht. Während jedoch Nabou ihre Ex auf allerlei unterhaltsame Arten ausspioniert und eifersüchtig jeden intimen Kontakt verfolgt, nähert sie sich scheinbar unmerklich ihrer Auftraggeberin Kim an, die mit Freund und Karriere hadert. Aber noch ist Nabou auf ihre Katja fixiert, scheint sie auch zurückzugewinnen, aber da ist Katja schon nicht mehr das Ziel ihrer Wünsche; Kim ist plötzlich viel anziehender für Nabou. Sie und Kim entdecken viele Gemeinsamkeiten in ihrer Geschichte und schließlich entzieht sich Kim dem Karrieredruck, trennt sich von ihrem Vorzeigepartner und entscheidet sich für Nabou. In weiten Teilen auch politisch überzeugende Liebeskomödie mit ungewöhnlichen Protagonistinnen und erster Lesbenfilm mit schwarzen Deutschen in Hauptrollen.




1997

CHANCE TO SEAL OUR LOVE (CHANCE TO SEAL OUR LOVE)
DEUTSCHLAND     Regie: Beate Kunath, Buch: Beate Kunath
"Juliana deckt jeden Morgen für zwei und frühstückt doch meistens allein. In einer Kleinstadt wie Chemnitz hat es eine junge Lesbe schwer, die Auswahl an Partnerinnen ist begrenzt und die Frau fürs Leben findet sich sowieso nicht auf die Schnelle. Klar – Juliana hat ihre Freundinnen, zieht zusammen mit ihnen durch die Kneipen, aber eben die Eine, die Richtige ist ihr noch nicht über den Weg gelaufen. Da trifft sie Marleen. Erst begegnet sie ihr vor einer Kirche, dann überfährt sie sie fast mit dem Auto, ein andermal treffen sich die beiden per Zufall im Kino. Es könnte geradezu Schicksal sein, hätte Marleen nicht Mann und Tochter... CHANCE TO SEAL OUR LOVE ist ein romantischer Film, der seine Geschichte mit viel Herz und einem märchenhaften, optimistisch stimmenden Ende erzählt." (42 min, Quelle: www.filmwerkstatt.de, 2004)




1997

DAS HOCHZEITSGESCHENK (DAS HOCHZEITSGESCHENK)
DEUTSCHLAND     Regie: Bernd Böhlich, Buch: Claudia Pütz, Katharina Eckart, Vorlage: Claudia Pütz ("Vom anderen Stern")
Die junge Künstlerin Paula (Anja Kling) stammt aus reichem Hause und leitet eine Agentur. Sie ist mit der grobschlächtigen Mechanikerin Maggie (Isabella Parkinson) liiert und lebt ein Leben jenseits von normalen Problemen. Ihre Schwester Vera, die zu ihrer großen Hochzeitsfeier nach Hamburg kommt, ist nicht sonderlich davon angetan, dass es sich bei der großen Liebe von Paula um eine Frau handelt. Da sie aber den Eltern schon von Paulas neuer Beziehung erzählt hat und diese ja unmöglich die prollige Maggie zu den Feierlichkeiten mitbringen kann, (Film und Script verschweigen jegliche glaubwürdige Begründung für diese Prämisse), wird ein Mann für diesen Posten angeheuert, bis es auf der Feier zum Eklat, aber im Endeffekt natürlich zum Happy-End kommt. Coming-Out-Komödie über Selbstverleugnung.




1997

DIE KOMMISSARIN – GEFÄHRLICHE ÜBERTRAGUNG (DIE KOMMISSARIN – GEFÄHRLICHE ÜBERTRAGUNG)
DEUTSCHLAND     Regie: Petra Haffter, Buch: Eva Maria Mieke
Eine junge Frau, die aus einem Hochhaus in den Tod stürzte, war wegen Magersucht in Behandlung gewesen und hatte eine Affäre mit ihrem Therapeuten (Hans Czypionka), der offenbar auch andere Patienten auf diese Weise "heilte", denn eine Zeugin (Anna Thalbach) berichtet der nachforschenden Kommissarin (Hannelore Elsner), er habe mit ihr Sex haben wollen, um sie von ihrem Lesbischsein zu kurieren. Ihre Ex-Freundin (Barbara Rudnik) liebt sie jedoch noch immer und versucht sie zu schützen ... TV-Serie.




1997

DIE KONKURRENTIN (DIE KONKURRENTIN)
DEUTSCHLAND     Regie: Dagmar Hirtz, Buch: Laila Stieler, Vorlage: Caroline von Senden (Roman)
Nach erfolgreichen Jahren in einer kleinen Unternehmensberatung wird der gestandenen Ehefrau und Mutter Katharina (Charlotte Schwab) eine junge Kollegin zur Seite gestellt, die offenbar vom Juniorchef dazu erkoren wurde, Katharina rauszuekeln. Nach anfänglichem Konkurrenzkampf entpuppt sich die junge Maren (Ann-Kathrin Kramer) als waschechte Lesbe (schon daran zu erkennen, dass sie Melissa Etheridge hört, als Katharina unangemeldet bei ihr zu Hause auftaucht), die natürlich schnell ein Auge auf die verheiratete Kollegin wirft. Die ist davon irritiert und – zum Ärger ihres ohnehin häufig untreuen Mannes – nicht wirklich abgeneigt. So gehen die beiden eine intensive Beziehung ein, die sie auch beruflich unschlagbar macht. Nach 18 Jahren Ehe trennt sich Katharina von ihrer Familie und ihrem Arbeitgeber und macht zusammen mit Maren in einer Villa eine eigene Unternehmensberatung auf. Erfrischendes Drama, in dem das alte Klischee, Frauen seien einander die größten Feindinnen, regelrecht ad absurdum geführt und mit dem Postulat "Frauen gemeinsam sind stark" ersetzt wird.




1997

REBECCA (REBECCA)
UK/D     Regie: Jim O'Brien, Buch: Arthur Hopcraft, Vorlage: Daphne Du Maurier (Roman)
Der reiche Maxim De Winter heiratet eine junge Gesellschafterin und bringt sie zu seinem Anwesen Manderlay, wo die resolute Haushälterin Mrs. Danvers (Diana Rigg) immer noch um die frühere Mrs. De Winter namens Rebecca trauert, die auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Diana Rigg bekam einen Emmy für ihre Darstellung in dieser Neuverfilmung des Hitchcock-Klassikers von 1940.




1997

RENNLAUF (RENNLAUF)
ÖSTERREICH     Regie: Wolfram Paulus, Buch: Wolfram Paulus
"Die Spitzenskiläuferin Andrea (Johanna Wölfl) will nach einer Verletzung ihre Karriere beenden, doch der Trainer kann sie noch mal überreden weiterzumachen. Andrea, die demnächst heiraten will, teilt sich ihr Zimmer in Trainingslagern und während der Weltcupsaison immer mit Alice (Franka Potente)(einer Deutschen, die aber für den Österreichischen Skiverband startet) und schon bald erfahren wir, dass zwischen den beiden Sportlerinnen mehr läuft als eine platonische Zimmerteilung. (...) Die lesbische Beziehung zwischen Andrea und Alice wird zwar in mehreren Szenen gezeigt, jedoch erfährt man nie, ob die beiden tatsächlich etwas füreinander empfinden, das über Sex hinausgeht." (Quelle: www.cootv.de, 2001)




1997

VERGEWALTIGT – EINE FRAU SCHLÄGT ZURÜCK (VERGEWALTIGT/ BLINDES VERTRAUEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Martin Enlen, Buch: Andrew Findlay, Hortense Ullrich
Ein Psychopath vergewaltigt mehrere Frauen. Der Fall geht vor Gericht. Die einzelnen Frauen verarbeiten das Geschehen unterschiedlich. Eine von ihnen ist eine erkennbare Lesbe; sie lebt mit ihrer Freundin zusammen. Laut Daniela Sobek, 2000, eine recht gut gelungene RTL-Produktion.

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1998

ANDREA UND MARIE (ANDREA UND MARIE)
DEUTSCHLAND     Regie: Martin Enlen, Buch: Thommie Bayer, Vorlage: Heike Wiehle-Timm (Idee)
Durch Zufall lernen sich die beiden Frauen Andrea (Hannelore Elsner) und Marie (Iris Berben) im Urlaub kennen. Sie erkennen in der jeweils anderen die lang ersehnte Freundin fürs Leben, aber dann bemerkt Andrea, dass ihr Geliebter Ralf (Michael Mendl) der Ehemann von Marie ist. Andreas Gefühle für Marie sind inzwischen so intensiv, dass sie die zweijährige Liaison mit Ralf abrupt abbricht. Nach einer kurzen Phase der Besinnung reisen beide Frauen gemeinsam an die Cote d'Azur. Zusammen mit der Architektin Marie baut die Künstlerin Andrea ein Haus. Die Intensität ihrer Beziehung wird daran deutlich, dass sie sich beispielsweise einen Callboy teilen (nacheinander, versteht sich, nicht zur gleichen Zeit). Es gibt auch ein paar Irritationen im freundschaftlichen Miteinander. So fordert Andreas Tochter Celine, die beiden müssten sich zum vereinbarten "Du" küssen, was sie auch nach kurzem Zögern tun. Später wird es eine Art Fotosession zwischen den beiden Frauen geben, bei der sich Marie provokant auszieht. Mehr gibt es jedoch nicht. Und am Schluss taucht auch Ralf auf, der die beiden von weitem beobachtet. Ob er sich da bald wieder als Hahn im Korb fühlen darf, bleibt offen.




1998

DUBLIN DESPERADOS (CRUSH PROOF)
IRLAND/UK/NL/DEUTSCHLAND     Regie: Paul Tickell, Vorlage: John Edwards, James Mathers (Story)
Als der halbstarke Neal aus dem Gefängnis entlassen wird, führt ihn sein Weg als Erstes zu seiner Exfreundin, mit der er ein Kind hat. Als er im Begriff ist, die Tür einzutreten, ruft sie die Polizei. Auch seine Mutter, die inzwischen mit ihrer Geliebten zusammenlebt, ist nicht über seinen Besuch begeistert. Allein seine kleine Schwester vermisst ihn und stimmt in seine diskriminierenden Lesbenscherze ein. Neal rächt sich an einem alten Kumpel und wird natürlich erneut straffällig.




1998

EIN ENGEL SCHLÄGT ZURÜCK
DEUTSCHLAND     Regie: Angelina Maccarone, Buch: Angelina Maccarone, Michaela Ewers, TV
Der Prostituierten Aishe (Jale Arikan) stirbt der langjährige Freier beim Liebesspiel weg. Was sie nicht erwartet hat: Er hat sie zur Erbin seiner Imbissbude auf Helgoland gemacht. Dort ist sie nicht willkommen; nur die naive Charlotte (Tatjana Blacher) empfängt sie mit offenen Armen und wird nach und nach ihre Freundin. Charlotte ist unglücklich in den Inselpiloten verliebt; es gibt aber nach dem gelöschten Brand im Imbiss einen Freundschaftskuss zwischen den Frauen und Charlotte zitiert aus dem Hohelied der Liebe.




1998

JULIA – KÄMPFE FÜR DEINE TRÄUME (JULIA – KÄMPFE FÜR DEINE TRÄUME)
DEUTSCHLAND     Regie: Gabi Kubach, Buch: Angela Marquis (als Elisabeth Prack), Horst Wendlandt (als Sebastian von Werau), TV
Dreiteilige von RTL produzierte Miniserie um die lesbische Lehrerin Julia, die allerlei Abenteuer bestehen muss und zwischendurch wieder hetero wird und ein "ganz normales Leben" führt.




1998

TIGERSTREIFENBABY WARTET AUF TARZAN (TIGERSTREIFENBABY WARTET AUF TARZAN)
DEUTSCHLAND     Regie: Rudolf Thome, Buch: Rudolf Thome
Zunächst ruhiger Film über einen Außerirdischen, der sich in die Schriftstellerin Luna (Valeska Hanel) verliebt und schließlich sowohl mit ihr als auch mit einer Frau, die er als erste auf der Erde kennenlernte, eine Beziehung eingeht. Auch die beiden Frauen, Luise (Cora Frost) und Luna, beginnen miteinander zu schlafen. Es endet in einer harmonischen Dreiecksgeschichte, die durch den wütenden Geliebten einer der Frauen beendet wird, indem er alle erschießt.




1998

VOM LUXUS DER LIEBE (VOM LUXUS DER LIEBE)
DEUTSCHLAND     Regie: Carl Andersen, Buch: Carl Andersen
Die Darstellerin von Andersens früherem Film "MONDO WEIRDO", Jessica T. Manera, läuft beim Versuch, ein eigenes Remake zu drehen, die Hauptdarstellerin und Geliebte weg, so dass Jessica auf sich selbst zurückgeworfen wird, in Depression versinkt und nicht in der Lage ist, den Film zu beenden.




1998

WUT IM BAUCH (WUT IM BAUCH)
DEUTSCHLAND     Regie: Claus-Michael Rohne, Buch: Axel Plogstedt
Nachdem ihr Chef sie bei einer Beförderung übergangen hat, weil sie eine Frau ist, schlüpft Charlotte Mayer (Evelyn Hamann) in die Rolle des offenbar spurlos verschwundenen Nachfolgers und leitet als Horst Mayer erfolgreich die Bankfiliale. Ihre Sekretärin, Frau Schmitt genannt Schmittchen (Ulli Philipp), ist hin und weg von dem neuen Chef, hält ihn jedoch schließlich für schwul, als sie ihn zusammen mit dem Musiklehrer von Charlottes Tochter sieht. In ihrer Enttäuschung wirft sie ihm vor, kein Mann zu sein. Damit sieht sich Charlotte überführt, erklärt sich Schmittchen und ihren Kindern – und letztendlich wird alles gut: Sie bekommt als Frau den Posten einer Filialleiterin und den Musiklehrer. Seichte und anspruchslose Fernsehunterhaltung des NDR.




1998

YARA (YARA)
DEUTSCHLAND/TÜRKEI/CH     Regie: Yilmaz Arslan, Buch: Yilmaz Arslan
Die junge Deutschtürkin Hülya (Yelda Reynaud) wird wegen einer psychischen Erkrankung in die Türkei geschickt. Sie versucht sich das Leben zu nehmen und kommt in eine psychiatrische Anstalt, in der es auch eine lesbische Aufseherin gibt. (Vgl. Silvia Hallensleben in epd film 7/1999, S. 48)

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1999

AUSGEMUSTERT (LES DECLASSES)
FRA/DEUTSCHLAND     Regie: Tony Baillargeat, Buch: Tony Baillargeat
Baillargeat selbst spielt den kleinen Gauner Nicolas, der mit seinem Bruder Eric zusammenlebt. Der Boss der beiden ist ein brutaler Gang-Anführer, den der Regisseur auch noch zum Schwulen stilisiert hat. Laut epd film (1/2001) gibt es auch zwei Lesben, die über Androgynität plaudern.




1999

CALLBOYS – JEDE LUST HAT IHREN PREIS (CALLBOYS – JEDE LUST HAT IHREN PREIS)
DEUTSCHLAND     Regie: Christiane Balthasar, Buch: Ecki Ziedrich
Kommissarin Michelle Eisner (Ann-Kathrin Kramer) ist auf der Spur eines Serienmörders, der Frauen die Zunge herausschneidet. Dabei verguckt sie sich in den Hauptverdächtigen, einen selbstverliebten Callboy. Alle Opfer waren Kundinnen von ihm. Außerdem gibt es noch die clevere lesbische Reporterin, Eva Hellmann (Marion Mitterhammer), deren Geliebte ebenfalls Opfer des Mörders wurden. Und die Kommissarin selbst hatte mal "etwas" mit ihr... Schließlich findet Eisner heraus, dass Hellmann von ihrem Vater missbraucht wurde und deshalb die Geliebten, die sich auch auf Männer einlassen, zunächst betäubt und dann umbringt. Eisner entgeht der Ermordung nur, weil der zwielichtig wirkende Kriminalpsychologe (Burkhard Driest) im richtigen Moment eingreift.
Dieser TV-Film von Sat1 dokumentiert einen Rückgriff auf längst überholte Filmklischees, in denen Frauen aufgrund von sexueller Gewalt zu Lesben werden und nicht ertragen können, wenn ihre Geliebten auch mit Männern ins Bett gehen. Vordergründiger Thriller.




1999

DROP OUT – NIPPELSUSE SCHLÄGT ZURÜCK (DROP OUT – NIPPELSUSE SCHLÄGT ZURÜCK)
DEUTSCHLAND     Regie: Beatrice Mankowski, Buch: Beatrice Mankowski, Wolfgang Büld
"Marion Nipplowski wird schon in ihrer Schulzeit 'Nippelsuse' genannt, weil sie, um besser nachdenken zu können, immer an ihren Nippeln spielen muss ... Als Privatdetektivin will sie ihr verkorkstes Leben wieder in den Griff bekommen. Doch schon ihr erster Fall endet in einem bluttriefenden Fiasko: Die eigentlich von Natur aus mit Frohsinn ausgestattete Marion landet mit drei Frauen im Bett, muss den Mord an ihrer Klientin miterleben und sieht sich plötzlich nackt, nur mit einem Dildo beschnallt, quer durch St. Pauli irren. Nun muss sie ihre Unschuld beweisen. Steckt etwa die lesbische Justizsenatorin Karin Semmelrogge hinter dem Mord?" (Quelle: Lesbisch-schwule Filmtage Hamburg, 2001)




1999

DURCHGEKNALLT (GIRL, INTERRUPTED)
USA/DEUTSCHLAND     Regie: James Mangold, Buch: Lisa Loomer, Anna Hamilton Phelan, Vorlage: Susanna Kaysen (Roman)
Susanna Kaysen (Winona Ryder) schluckt Tabletten und eine Flasche Schnaps. In der Annahme, dass sie sich umbringen wollte, stecken ihre Eltern sie vorübergehend in eine geschlossene Anstalt. Dort trifft sie auf die aufmüpfige Lisa Rowe (Angelina Jolie), mit der sie sich so freundschaftlich verbunden fühlt, dass es auch mal einen Kuss gibt.




1999

DER EINSTEIN DES SEX (DER EINSTEIN DES SEX)
DEUTSCHLAND     Regie: Rosa von Praunheim, Buch: Chris Kraus, Rosa von Praunheim, Friedl von Wangenheim, Valentin Passoni
Der von einem amerikanischen Journalisten als "Einstein des Sex" bezeichnete Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld (1868- 1835) studierte Medizin und widmete sich der Homosexuellenfrage. 1897 gründete er das "Wissenschaftlich-humanitäre Komitee" und engagierte sich für die Abschaffung des §175. 1919 eröffnete er in Berlin das "Institut für Sexualwissenschaft", das die Nazis 1933 plünderten und niederbrannten. Hirschfeld selbst sieht das während seines Aufenthaltes in Paris in einer französischen Wochenschau. Die Filmbiografie zeigt Hirschfeld in jungen Jahren (Kai Schuhmann), seine homosexuellen Beziehungen und sein Wirken als Arzt (Friedel von Wangenheim). Als Hirschfeld den Polizeipräsidenten (Wolfgang Völz), der die Erpressungsdelikte reduzieren will, in die entsprechenden Lokalitäten führt, sind im Hintergrund auch ein paar Frauenpaare zu sehen.




1999

FREMDE FREUNDIN (FREMDE FREUNDIN)
DEUTSCHLAND     Regie: Anne Hoegh Krohn, Buch: Anne Hoegh Krohn
Nach mehreren Jahren im Gefängnis, in dem sie wegen Totschlags am Freund ihrer besten Freundin saß, kehrt eine junge Frau, Ellen (Karoline Eichhorn) ins bürgerliche Leben zurück. Ihre beste Freundin Katrin (Inga Busch) geht ihr aus dem Weg und hat sie auch nicht im Knast besucht. Im Laufe des Films und anhand von geschickt montierten Rückblenden entdeckt das Puzzle eine andere Geschichte. Nicht die Verurteilte, sondern die Freundin, Katrin, versetzte ihrem brutalen Freund den tödlichen Hieb. Ellen konfrontiert Katrin am verlassenen Tatort mit ihrer jahrelangen Liebe und auch mit ihrer Enttäuschung. Interessante und intensive Psychostudie, die überzeugend besetzt ist.




1999

DIE SINGLEFALLE – LIEBESSPIELE BIS ZUM TOD (DIE SINGLEFALLE – LIEBESSPIELE BIS IN DEN TOD)
DEUTSCHLAND     Regie: Michael Keusch, Buch: Andrew Findlay
Emma (Charlotte Schwab) führt eine Partnervermittlung für zahlungskräftige KundInnen. Als zwei ihrer Kundinnen ermordet werden, wird sie wie ihre Ex-Freundin (Tamara Rohloff) des Mordes verdächtigt. Lt. Daniela Sobek, 2000, kolportagehafte Darstellung der Lesben. Laut clublez, 2002 sollen Kathrin (Doreen Jacobi) & Julia (Sandra Speichert) in diesem TV-Thriller miteinander eine kleine lesbische Szene haben. Ein Foto zeigt sie küssend.




1999

SONNENALLEE (SONNENALLEE)
DEUTSCHLAND     Regie: Leander Haußmann, Buch: Detlev Buck, L. Haußmann, Vorlage: Thomas Brussig ("Am kürzeren Ende der Sonnenallee")
Der 17-jährige Mischa (Alexander Scheer) wohnt in der Sonnenallee in Ost-Berlin. Porträtiert wird seine Jugend in der DDR der achtziger Jahre, direkt an der Mauer zu Westdeutschland. Auf einer turbulenten Party setzt ein badendes lesbisches Pärchen die Wohnung unter Wasser.




1999

DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (DIE STILLE NACH DEM SCHUSS)
DEUTSCHLAND     Regie: Volker Schlöndorff, Buch: Wolfgang Kohlhaase
Schlöndorff und Kohlhaase orientieren sich daran, dass westdeutsche Terroristinnen in der DDR Asyl und eine neue Identität bekommen hatten. Verschiedene Lebensläufe (unter anderem von Inge Vieth, die sich von dem Film distanzierte. Vgl. Interview in "Junge Welt" vom 23.11.2004) flossen hier hinein. Erzählt wird die Geschichte von Rita Vogt (Bibiana Beglau), die in den frühen 70er Jahren zusammen mit anderen Terroristen Banken ausraubte und Genossen befreite, ständig auf der Flucht ist, in Paris bei einer Routinekontrolle einen Polizisten erschießt und schließlich in der DDR bleibt. Mit einer neuen Identität ausgestattet arbeitet sie in einem volkseigenen Betrieb und setzt sich für Tatjana (Nadja Uhl) ein, die alkoholabhängig ist. Tatjana verliebt sich in Rita bzw. Susanne, und letztere ist nicht abgeneigt, darauf einzugehen, wird aber just in diesem Moment von einer Kollegin durch eine Westfernsehsendung erkannt und muss alles hinter sich lassen – auch Tatjana. Mit einem neuen Namen ausgestattet versucht Rita alias jetzt Sabine erneut ihr Glück und geht auf das Werben eines Bademeisters ein, der sie bald schon heiraten und mit ihr nach Moskau gehen will. Dies jedoch sieht die Sicherheit der DDR nicht vor. Inzwischen schreibt man das Jahr 1990, die DDR hat die Grenzen geöffnet und der Westen verlangt die Auslieferung. Auf der Flucht wird Rita mit einem Schuss in den Rücken getötet.




1999

TAGEBUCH DER LUST (THE DIARY/CAHIERS INTIMS I)
USA/DEUTSCHLAND/UK/FRA     Regie: Nicolas Weber, Buch: Nicolas Weber
Langweiliger Sexfilm vor zwanziger Jahre-Kulissen: Die junge Internatsschülerin Anna (Lila Baumann) treibt es mit Oscar, mit dem sie sich überwirft, und dann treibt sie es mit zahlreichen Schulkameradinnen und natürlich dann wieder sehr viel intensiver mit Männern. Die Lesbenszenen gehen über die übliche Streichelei nicht hinaus; nach bewährtem Muster ("Emanuelle" usw.) gibt es eine Erzählerin im Off ...




1999

ZÄRTLICHE BEGIERDE (ZÄRTLICHE BEGIERDE/MEINE FRAU LIEBT ZWEI)
DEUTSCHLAND     Regie: Michael Keusch, Buch: Tobias Saalfeld, Rolf Schilling
Während der erfolgreiche Ehemann,Martin (Christoph M. Ohrt) seine Frau Christine (Tina Ruland) mit seiner Chefin betrügt, bereitet die unwissende Christine ein Essen für Martins Auftraggeber vor und wird dabei qua Montage mit ihrer neuen Nachbarin verlinkt, die mit dem Motorrad vorfährt und sich zu "Burning down the House" daran macht, die Wohnung zu renovieren. Christine geht hinüber, um sie nach etwas Salz zu fragen. "Who's that Girl", singt Annie Lennox – und Annas (Gesche Tebbenhoff) überrascht-erfreute Begrüßungsblicke sprechen Bände: Die beiden Frauen finden einander auf der Stelle anziehend; die Zeitlupe macht es noch deutlicher. Martin wird durch den plötzlichen Kontakt seiner Frau zu einer Lesbe immer eifersüchtiger und versucht Christine unbeholfen an sich zu binden. Die hingegen begibt sich mit Anna in einen Hamburger Sub, in dem sie sich hervorragend unterhält. Bald beginnen Anna und Christine ein Verhältnis miteinander, was Martin schier wahnsinnig werden lässt. Sein Freund Heiner (Ingolf Lück) soll der Lesbe mal zeigen, was ein richtiger Mann ist. Dieser Plan scheitert jedoch an der coolen Überlegenheit Annas, die Heiner vorführt. Anna erzählt dem niedergeschlagenen Martin ihre Lesbenvita, wobei sie eine Verflossene als "große Liebe" bezeichnet. Martin beeilt sich, diese Exfreundin zu Annas Geburtstag einzuladen und triumphiert, als Maren (Denise Virieux) seine Christine an die Wand zu spielen scheint. Aber Anna will Christine, nicht Maren. Wen will Christine? Martin oder Anna? Sie verbringt eine Nacht mit Martin – und schließlich räumt Anna das Feld, zumindest vorübergehend, denn sie reist Maren nach, parkt jedoch ihr Motorrad bei Christine…




1999

ZORNIGE KÜSSE (ZORNIGE KÜSSE)
CH/DEUTSCHLAND     Regie: Judith Kennel, Buch: Judith Kennel, Markus Imhof
Die junge unausgeglichene Lea (Maria Simon) wird von ihrer Mutter in ein Nonneninternat gesteckt. Zusammen mit ihrer neuen Freundin Katrin (Julia Jentsch) schmiedet sie Pläne, um aus dem Internat geschmissen zu werden. Katrin versucht den jungen Priester (Jürgen Vogel) zu verführen, aber Katrin hat inzwischen entdeckt, dass sie selbst in Lea verliebt ist. Währenddessen verliebt sich Lea ernsthaft in den Priester, der sich auch auf sie einlässt, sich aber dann seiner Rolle erinnert – wobei der Film ihn lediglich als Priester zweifeln lässt, nicht als erwachsene Aufsichtsperson in der Fürsorgepflicht... Katrins Leidenschaft für Lea erscheint hier als alltägliche Spielart einer ersten unglücklichen Liebe.




1999

ZWEI FRAUEN, EIN MANN UND EIN BABY (ZWEI FRAUEN, EIN MANN UND EIN BABY)
ÖSTERREICH     Regie: Wolfgang Murnberger, Buch: Uli Brée, Rupert Henning
Die Beziehung von Iris (Eva Herzig) und Sandra (Nicole Ansari-Cox) wird eingeführt wie eine heterosexuelle Ehe: Die viel beschäftigte Sandra hat kaum Zeit für ihre Liebste, während Iris mit einem schwulen Freund einen Blumenladen führt und unbedingt ein Kind mit Sandra will, die dieses auch austragen soll. Iris engagiert den Spanier Antonio (Ralf Bauer), dessen Samen Sandra zur künstlichen Befruchtung nutzt, unwissend, dass er von ihrem neuen Kollegen ist, mit dem sie eine Affäre angefangen hat. Sandra und Iris trennen sich. Antonio zieht prompt bei Sandra ein, während Iris von einer alten Verehrerin aufgenommen wird. Rosie (Viktoria Schubert) entpuppt sich als Liebhaberin von Lack und Latex. Während Antonio Sandra bei einem von ihr zubereiteten Candlelight-Dinner einen Heiratsantrag macht, verführt Iris Rosie, die sie beide mit Handschellen verbunden hat. Dummerweise ist nach der wilden Nacht der Schlüssel nicht wiederzufinden und so muss der Schlüsseldienst kommen und die beiden Frauen voneinander befreien. Aber das vermeintliche Glück wehrt nicht lange. Iris liebt Sandra noch immer. Vor dem Traualtar erscheint plötzlich auch Iris in Weiß und hält um Sandras Hand an.

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2000

ALCINA (ALCINA)
DEUTSCHLAND     Regie: Jossi Wieler, Sergio Morabito, Buch: Ludovico Ariosto, Georg Friedrich Händel
Die Oper "Alcina" von Georg Friedrich Händel (1685-1759), die 1735 uraufgeführt wurde, beinhaltet mehrere Männerrollen, die von Frauen gespielt und gesungen werden: Die Zauberin Alcina (Catherine Naglestad), die Ritter auf ihre Insel lockt und in Steine verwandelt, liebt Ruggero (Alice Coote), der jedoch mit Bradamante (Helene Schneiderman) verlobt ist. Sie kommt als ihr eigener Bruder verkleidet auf die Insel, um nach Ruggiero zu suchen. Alcinas Schwester Morgana (Catriona Smith) verliebt sich in Bradamante/Ricciardo und nimmt sie mit an Alcinas Hof. Dort trifft Bradamante auf Ruggiero, der sie nicht erkennt und seine Liebe zu Bradamante verspottet. Oronte wiederum, der Morgana liebt, feindet Bradamante/Ricciardo an. Ein anderer, Oberto (Claudia Mahnke), sucht nach seinem verschollenen Vater. Am Ende erlischt Alcinas Zauberkunst und alle Paare finden wieder zusammen. In dieser auf DVD veröffentlichten Inszenierung der Staatsoper Stuttgart zauberte die Kostümdesignerin Anna Viebrock modern-erotische Kleider, die für einen zeitgenössischen Bezug sorgen.




2000

BELLA BLOCK – BLINDE LIEBE (BELLA BLOCK – BLINDE LIEBE)
DEUTSCHLAND     Regie: Sherry Horman, Buch: Sherry Horman, Michael Albers, Natalia Wörner, Vorlage: Isolde Sammer (Roman)
Bella Block (Hannelore Hoger) ermittelt im Mordfall der jungen Barbara, deren Wasserleiche erst nach sechs Monaten entdeckt wurde. Die erste Spur führt zu Barbaras ehemaliger Geliebter Ruth (Catrin Striebeck), die darunter gelitten hatte, dass Barbara auch Männer in ihr Leben ließ. Einer von ihnen war Wolf Krauss (Martin Wuttke), den Barbara wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Es stellt sich heraus, dass Krauss tatsächlich ein brutaler Totschläger ist, den Mord jedoch seine ihm hörige Freundin Christa (Natalia Wörner) begangen hat, die außerdem noch regelmäßig ihre geistig behinderte Schwester Biggi (Julia Schmidt) auf seinen Wunsch hin an Freier verkauft.
Ruth hatte ihre Anwesenheit während der Vergewaltigung verdrängt; als Kraus sie vor Wut beinah umbringt, erinnert sie sich wieder. Dass Christa dem rücksichtslosen Krauss hörig ist, vermittelt Wörners Spiel sehr überzeugend; was die bisexuelle Barbara von ihm gewollt haben könnte, verrät uns die Inszenierung nicht. Mittelmäßiger Krimi, aber Hannelore Hoger und Natalia Wörner sind herausragend.




2000

CUT (CUT)
AUSTRALIEN/D/USA     Regie: Kimble Rendall, Buch: Dave Warner
Eine Gruppe von FilmstudentInnen versucht einen Horrorfilm zu beenden, der einige Jahre unvollendet geblieben war, nachdem der Regisseur unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen war. Ohne zu wissen, dass jeder Versuch, die Produktion zu Ende zu führen, mit Morden an der Filmcrew einhergeht, reisen die StudentInnen an die Originalschauplätze in einem abgelegenen Landstrich und werden dort dezimiert. Zwei Studentinnen verbindet eine intime Beziehung. (Vgl. Luis Miguel Carmona, Las Cien Mejores Películas sobre Lesbianismo, 2007, S. 267)




2000

DOPPELTER EINSATZ: BLUTROTER MOND (DOPPELTER EINSATZ: BLUTROTER MOND)
DEUTSCHLAND     Regie: Torsten C. Fischer, Buch: Norbert Eberlein
RTL-Krimireihe nach dem Vorbild von "Cagney & Lacey", in abendfüllendem Spielfilmformat: In dieser Episode verliebt sich die Kommissarin Sabrina (Despina Pajanou) in eine Verdächtige. Sabrina ist völlig durch den Wind, weil sie sich am Tod einer Kollegin schuldig fühlt. Die Lesbe, die sie in einem scheinbar anderen Fall kennen lernt, gibt ihr die Möglichkeit, ihre Beschützerinnenfähigkeit als Polizistin erneut unter Beweis zu stellen und sich außerdem von ihrem Schuldkomplex ablenken zu lassen. Die lesbische Affäre als solche wird nicht in Frage gestellt oder als etwas Außergewöhnliches behandelt. Sabrina lässt die nette Frau wieder fallen, weil sie ihr in dem Mordfall die Unwahrheit gesagt hat. Allerdings ist die Lesbe nicht die gesuchte Mörderin!




2000

DER FRAUENMÖRDER VON FRANKFURT (EINSATZ MORD: KOMMISSARIN GÖLLNER UND DER FRAUENMÖRDER VON FRANKFURT)
DEUTSCHLAND     Regie: Peter Patzak, Buch: Bigi Müller
"Kommissarin Anna Göllner (Sonja Kirchberger), die im Milieu aufgewachsen ist, versucht den Mord an einer Prostituierten aufzuklären. Als sie Hilfe bei ihrer frühren Freundin Marie (Elke Winkens) sucht, wird diese ebenfalls ermordet. In Verdacht gerät der Betreiber des Stundenhotels, Conny Mommsen, der von Anna fasziniert ist. Er entführt sie, um so ihre Liebe zu gewinnen. Als dies nicht funktioniert, droht er ihre Mutter zu töten, sollte sie nicht mit ihm schlafen. [...] Allein Sonja Kirchberger, die als sie vom Tod ihrer Geliebten erfährt, so guckt als hätte der Supermarkt gerade geschlossen und sie überlege nun an der Tanke noch Toastbrot zu kaufen, ist es schon wert, diesen Film nicht anzusehen. [...] Zusammen mit Judy Winter und einer absolut abstrusen Story hat RTL eine so unterirdischen Film geschaffen, der sogar Highlights wie Kommissarin Flemming bei weiten 'übertrumpft'. Auch die Story um ihre frühere Liebe Marie, die von Anna verlassen wurde, weil diese sich nicht binden wollte und mit ihrem "Beruf" als Prostituierte nicht umgehen konnte, obwohl sie sie liebte und im Film immer noch liebt kann man nur als unmotiviert beschreiben. Auch wenn sie wohl dazu dienen sollte, den Film 'aufzupeppen'. [..] Man wünscht sich der Film würde genau wie Anna's Mutter in irgendeinem Verließ unter der Erde mit einer Plastiktüte über dem Kopf verrotten." (Quelle: www.cootv.de, 2004)




2000

DAS GEBURTSTAGSGESCHENK (DAS GEBURTSTAGSGESCHENK)
DEUTSCHLAND     Regie: Corinna Rückert, Buch: Corinna Rückert
Ein Mann wünscht sich zum Geburtstag einen flotten Dreier – und seine Frau erfüllt ihm den Wunsch. Sexfilm, der – so Corinna Rückert 2002 in Köln – extra für (heterosexuelle?) Frauen gemacht ist.




2000

GRIPSHOLM (GRIPSHOLM)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH/CH     Regie: Xavier Koller, Buch: Stefan Kolditz, Vorlage: Kurt Tucholsky (Roman)
Während sich in Deutschland das Dritte Reich formiert, vergnügt sich Kurt (Ulrich Noethen) im schwedischen Gripsholm mit seiner Geliebten Lydia (Heike Makatsch), die er Prinzessin nennt. Ein alter Bekannter taucht auf und erinnert an die Ereignisse in Form von mitgebrachten Zeitungen, in denen Tucholsky als Vaterlandsverräter angeklagt wird. Außerdem kommt die Variete-Tänzerin Billie (Jasmin Tabatabai) zu Besuch, die eine enge Freundin von Lydia ist. Sie verbringen eine Nacht gemeinsam; Kurt soll woanders schlafen. Die beiden Frauen „machen ein wenig miteinander herum“, aber mehr als eine Andeutung wird es nicht. Gemeinsam retten die drei ein kleines Mädchen aus den Fängen einer strengen Internatsleiterin. Im Roman verbringt der Erzähler eine erotische Nacht mit Lydia und Billie




2000

LIEB MICH! (LIEB MICH!)
DEUTSCHLAND     Regie: Maris Pfeiffer, Buch: Maris Pfeiffer
Die verheiratete Kathrin Wedel (Julia Richter) verliebt sich in die Lehrerin (Naomi Krauss) ihres frisch eingeschulten Sohnes, beginnt eine Affäre mit ihr und will schließlich weder ihren Mann verlassen, von dem sie sich etwas entfernt hatte, noch die neue Geliebte. In einem etwas unglaubwürdigen Auftritt schlafen die Geliebte und der Ehemann miteinander, wovon die Lesbe schwanger wird (...). Am Schluss hat die Lehrerin, die wegen des Babys einfach mal so gekündigt hatte, eine neue Freundin und besucht die wieder intakte Familie in trauter Eintracht.




2000

MARLENE (MARLENE)
DEUTSCHLAND     Regie: Joseph Vilsmaier, Buch: Christian Pfannenschmidt, Vorlage: Maria Riva
Katja Flint spielt als "Marlene" das – für das Publikum hergerichtete – Leben von Marlene Dietrich nach. Es gibt nur einen zusammenhanglosen kurzen Flirt und zwei Kuss-Szenen mit Margo Lion (Katharina Müller-Elmau), mit der sie "Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin..." singt. Da mengt sich auch schon ein Nazi-Soldat zwischen die Frauen, der später Widerstandskämpfer und Dietrichs Geliebter wird. Hierzu gibt es keinerlei Entsprechung in ihrer Biografie; er wurde für diesen Film einfach erfunden. Vilsmaier ignoriert Fakten und redigiert für den erhofften Erfolg. Und das, obwohl bereits Maria Riva in ihrem Buch "Meine Mutter Marlene" (1992) ihre Mutter als eindeutig bisexuell und uneingeschränkt antifaschistisch beschrieben hat und Michael Strauven in seinem Fernsehporträt "Marlene Dietrich (1901-1992)" von 1998 bereits konstatierte: "Schon in Berlin hatte sie enge Beziehungen zu Frauen. Vieles deutet darauf hin, dass sie diese sexuell ergiebiger fand als die Liebesbeziehungen zu Männern". Leider hat auch Dietrichs Enkel J. David Riva in seinem biografischen Porträt "Marlene Dietrich – Her own Song" (D/USA 2001) die Bisexualität seiner Großmutter weithin verschwiegen; die überzeugte Antifaschistin jedoch stellt auch er nicht in Frage. Siehe zu Vilsmaiers "Seifenoper" die treffsichere und bitterböse Kritik von Georg Seeßlen in epd film 3/2000, S. 50f.
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




2000

NURSE BETTY – GEFÄHRLICHE TRÄUME (NURSE BETTY)
USA/DEUTSCHLAND     Regie: Neil LaBute, Buch: John C. Richards, James Flamberg
Kellnerin Betty (Renee Zellweger) beobachtet zu Hause zufällig den brutalen Mord an ihrem widerlichen Ehemann Del (Aaron Eckhart). Der Schock lässt sie glauben, ihre Lieblingskrankenhausserie sei real. Deshalb bricht sie nach Los Angeles auf, um den Serienarzt David (Greg Kinnear) glücklich zu machen. Sie beeindruckt ihn mit ihren Kenntnissen der Serie und soll in den Plot integriert werden. Dabei erinnert sie sich plötzlich wieder an den Mord. Die Killer (Morgan Freeman und Chris Rock) überwältigen alle, krümmen jedoch Betty kein Haar. Einer von ihnen wird erschossen, der andere nimmt sich selbst das Leben. Betty wird Star der Serie und glückliche Single. Zwei Charaktere der Serie, zwei Krankenschwestern, outen sich in einer Folge durch einen Kuss.




2000

ROSA ROTH: TOD EINES BULLEN (ROSA ROTH: TOD EINES BULLEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Carlo Rola, Buch: Olaf Michalke, Klaus Poche
Als ein Polizist auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist, fahndet Rosa Roth (Iris Berben) bei der Kollegin Jenny (Karoline Eichhorn), die mit einer Frau zusammen wohnt und sich als Lesbe entpuppt.




2000

ÜBER KURZ ODER LANG (BLOW DRY)
UK/DEUTSCHLAND/USA     Regie: Paddy Breathnatch, Buch: Simon Beaufoy
Im britischen Keighley soll ein nationaler Frisierwettbewerb stattfinden, um das Ansehen der Kleinstadt zu vergrößern. Allerdings sind die ansässigen Friseure und Friseurinnen miteinander zerstritten. Der große Kunstfriseur Phil (Alan Rickman) kann seiner Frau Shelley (Natasha Richardson) nicht verzeihen, dass sie vor Jahren mit einem ihrer Models, Sandra (Rachel Griffiths), durchgebrannt ist. Seitdem sprechen die beiden nicht mehr miteinander, obwohl der gemeinsame Sohn (Josh Hartnett) für Phil arbeitet. Shelley wird sterben, denn sie hat Krebs, aber das weiß außer ihrer Freundin niemand. Noch einmal bringt sie allen Lebensmut auf, um die ansässigen Kollegen zur Teilnahme am Wettstreit zu bewegen. Und natürlich lässt sich Phil in jeder Hinsicht erweichen, als er erfährt, dass Shelley todkrank ist. Zwar durchsichtige, aber dennoch nette und unterhaltsame Komödie.

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2001

BIS DASS DEIN TOD UNS SCHEIDET (BIS DASS DEIN TOD UNS SCHEIDET)
DEUTSCHLAND     Regie: Manfred Stelzer, Buch: Anke Appelt, Michael Bergmann
Gunnar (Günther Maria Halmer) und Edith (Senta Berger) sind ein nicht mehr ganz junges Ehepaar. Gunnar befasst sich immer öfter mit dem Sterben, insbesondere, da sein Tauchgeschäft nicht mehr so lukrativ ist wie früher. Journalistin Edith hat keine Lust, sich mit Schlagzeilenthemen für Teenagerinnen auseinanderzusetzen und eckt in der Frauenzeitschrift "Hannah" immer häufiger an.
Ein Freund erzählt von Kyra (Loretta Pflaum), die mit einem von ihr selbst entwickelten Programm den Todestag eines jeden Menschen errechnen kann. Von dieser Kyra wird erzählt, sie sei eine Lesbe, aber darum geht es im Film nicht. Gunnar, von dem Gedanken ans Sterben schon ganz krank, möchte unbedingt seinen Termin erfahren, während Edith dem Ganzen doch etwas misstrauisch gegenübersteht und durchsetzt, dass beide die entsprechenden Briefe nicht öffnen. Trotzdem ist Gunnar nicht mehr von der Überzeugung abzubringen, dass sein Tod nah ist. Er verunsichert Edith, die lieber eine gute Reportage über die Story machen würde. Nette Komödie über ein Ehepaar in der Midlife-Crisis.




2001

DER FALL VERA BRÜHNE (DER FALL VERA BRÜHNE)
DEUTSCHLAND     Regie: Hark Bohm, Buch: Hark Bohm, Vorlage: authentischer Fall
Die "Lebedame" Vera Brühne (herausragend: Corinna Harfouch) wurde 1962 wegen Mordes an ihrem Arbeitgeber zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihr bester Freund Fernbach (auch hervorragend: Uwe Ochsenknecht) kommt als zweiter Täter ebenfalls ins Gefängnis und stirbt dort. Sie selbst wurde 1979 begnadigt, aber nicht vom Makel der Mörderin befreit. Genauso reißerisch wie in den Medien der 60er mit dem Fall umgegangen wurde, präsentiert Hark Bohm diese von Sat1 und Bernd Eichinger produzierte Geschichte der Prozessführung und Ermittlungen: Vera Brühne war clever, berechnend und kalt. Ihre beste Freundin Iris (Katja Flint), mit der sie auch eine Affäre hatte, traut ihr letztendlich einen Mord zu und stützt damit die Anklage. Die Rahmengeschichte stellt zwei junge Juristen vor, die zehn Jahre später herausfinden, dass seinerzeit nicht richtig recherchiert worden war und Frau Brühne vielleicht sogar unschuldig ist. Die reale Frau Brühne starb im April 2001 91jährig.




2001

HEIRATEN FÜR FORTGESCHRITTENE (DREI FREUNDINNEN UND EIN LIEBHABER/CRUSH)
DEUTSCHLAND/UK     Regie: John McKay, Buch: John McKay
Die drei Freundinnen Kate (Andie McDowell), Janine (Imelda Staunton) und Molly (Anna Chancellor) – alle um die 40 – berichten wöchentlich ihre neuesten Misserfolge mit Männern. Kate verliebt sich in einen ehemaligen Schüler, den die anderen beiden zu jung für sie finden. Nach einer Auseinandersetzung kommt er zufällig zu Tode. Als Kate frustriert und niedergeschlagen alternativ einen alten Verehrer ehelichen will, intervenieren Molly und Kate erneut...
Hohle Komödie, die die Frauenfreundschaft genau so glorifiziert wie demontiert. Obwohl alle drei erfolgreiche Karrierefrauen sind (Kate ist Schuldirektorin, Molly Ärztin und Janine leitende Polizistin), geht es ausschließlich um das private Glück, das – wie könnte es auch anders sein – nur in Beziehungen (zu Männern) liegen kann. Die scheinbar hinterfragte Regel, dass eine ältere Frau keinen jüngeren Mann lieben darf, wird gleich wieder damit bestätigt, dass dieser aus dem Film ausscheidet und das Problem sich damit erübrigt. Am Schluss beichtet Molly, sie hätte auf einer Party in einem Ablenkungsmanöver eine Frau geküsst, Eleanor (Louise Gold), mit der sie sich nun schon ein paar Mal getroffen und mit der sie auch geschlafen habe. Aber sie sei nicht... Nein, natürlich nicht, bestätigen Kate und Janine.




2001

HOCHZEIT AUF RATEN (HOCHZEIT AUF RATEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Jan Ruzicka, Buch: Nele Christensen, Inka Fromme
Diese mittelmäßige TV-Produktion (Sat 1) erzählt die uralte Geschichte eines erfolgreichen Heteropaares, das nach den ersten Ehejahren die Leidenschaft für einander verliert. Zu den besten Freundinnen der Protagonistin gehört die Modedesignerin Bianca (Birge Schade), die anfangs mit einer Frau zusammenlebt, zwischendurch als Trösterin der vernachlässigten Ehefrau auftritt und sich dabei als Männerhasserin outet. Jule sucht nämlich für einige Zeit bei ihr Asyl und bringt einen neuen Lover mit. Am Schluss des Films wird die typisch dargestellte Freundschaft noch ein Stück enger, denn auch Bianca wird von ihrer Freundin verlassen und so können sie gemeinsam jammern. Keine spektakuläre Inszenierung, alles unterer Durchschnitt. Interessant vielleicht, dass Ehemann und Ehefrau bei der Boulevardpresse arbeiten und er zum Chefredakteur aufsteigen soll. Als sich seine Frau von ihm trennt, wird deutlich, dass sie das Zugpferd war. Ohne sie ist er seine privilegierte Stellung sofort los. Zur Darstellung der Lesben ist nicht viel zu sagen, denn sie treten kaum auf. Einmal küssen sie sich in Anwesenheit von Jule, die darüber die Hoffnung ausspricht, auch einmal einen Mann zu haben, der sie küsst, wenn er nach Hause kommt. Die heimgekehrte Liebste Biancas reagiert darauf verständnislos. Mit dieser Rollenzuteilung, die mindestens eine in einer lesbischen Beziehung als Mann sieht, kann sie nichts anfangen.




2001

MÄDCHEN, MÄDCHEN (MÄDCHEN, MÄDCHEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Dennis Gansel, Buch: Maggie Peren, Christian Zübert
Die drei Oberstufenschülerinnen Inken (Diana Amft), Victoria (Felicitas Woll) und Lena (Karoline Herfurth) wollen endlich mal einen Orgasmus erleben, aber irgendwie suchen sie sich dafür die falschen Männer aus. Victoria törnt ein Lesben-Chat gehörig an, allerdings stellt sich später heraus, dass jene umwerfende Joy eigentlich ihr (männlicher) Bekannter ist, dem sie bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt hat. Da er ihr als Joy jedoch ein Bild von einem weiblichen hat, hält sie diese Frau vorübergehend für Joy ... Zwar gibt es so gut wie keine lesbischen Inhalte, aber die Dialoge sind erfrischend.




2001

DIE MANNS – EIN JAHRHUNDERTROMAN (DIE MANNS – EIN JAHRHUNDERT-ROMAN)
DEUTSCHLAND     Regie: Heinrich Breloer, Buch: Horst Königstein
Biografischer Fernsehfilm, der in drei Teilen die Geschichte der Familie Mann erzählt. Allen voran wird der "Zauberer" Thomas Mann (Armin Mueller-Stahl) porträtiert, neben seinem Bruder Heinrich Mann (Jürgen Hentsch), seiner Frau Katia (Monika Bleibtreu), seinen Söhnen Klaus, Michael und Golo – und seiner Töchter Elisabeth (die während der Dreharbeiten noch lebende Zeitzeugin Elisabeth Mann-Borgese) und Erika (Sophie Rois), die in ihrer Kabarettzeit mit der "Pfeffermühle" eine Beziehung mit ihrer Partnerin Therese Giehse (Katharina Thalbach) hatte. Im ersten Teil werden die gemeinsame Arbeit und ihr Miteinander in einigen Szenen innerhalb der "Pfeffermühle" dargestellt. Den schwul lebenden Klaus Mann verband eine enge Beziehung zu seiner Schwester Erika. Speziell zu den beiden drehten Andrea Weiss und Wieland Speck die Dokumentation "Flucht ins Leben Die Klaus- und Erika-Mann-Story" (Escape to Life, D/UK 2000).




2001

DIE REISE NACH KAFIRISTAN (DIE REISE NACH KAFIRISTAN)
DEUTSCHLAND/CH/NL     Regie: Donatello Dubini, Fosco Dubini, Buch: Donatello Dubin, Fosco Dubini, Barbara Marx
Die jüdische Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach (Jeanette Hain) und die Ethnologin Ella Maillart (Nina Petri) reisen im Frühjahr 1939 zusammen in einem Auto nach Kabul. Beide sind in ihre eigenen Geschichten verstrickt. Schwarzenbach hat gerade eine Entziehungskur (Morphium) hinter sich, kleidet sich gern wie ein Mann, raucht Dope und schläft mit Frauen, ist jedoch mit einem französischen Diplomaten verheiratet. Sie verbringt in Teheran eine Nacht mit Jale (Özlen Soydan), der todkranken Tochter des türkischen Botschafters. Maillart ist rastlos und eher straight, deshalb geraten die beiden Charaktere auch schon mal aneinander. Maillart will auf jeden Fall das mysteriöse Tal Kafiristan in Afghanistan anschauen, Schwarzenbach erhofft sich das "glückliche Tal" als Ort jenseits von Flucht und Grenzen, aber die Entwicklungen des Zweiten Weltkrieges vereiteln ihre Pläne. Schließlich müssen sie umkehren, ohne ihr Ziel erreicht zu haben. Ihre Wege trennen sich. Der viel versprechende Anfang, der etwas von Abenteuerlichkeit und Neugier anklingen lässt, verliert sich in langatmigen und leeren Szenarien, in denen die Persönlichkeiten der beiden Protagonistinnen eher verschwinden als Gestalt annehmen.




2001

TATORT: FETTE KRIEGER (TATORT: FETTE KRIEGER)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH/CH 2001 Regie: Dominik Reding, Buch: Dominik Reding, Peter Lennartz (Vorlage)
Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ermittelt den Mord an dem deutschen Hip-Hop-Star Fett. Kurz vor seinem Tod erklärt er öffentlich das Ende seiner bisherigen Band und brüskiert nur wenig später seine Freundin Mona (Sandra Borgmann). Lena und Mona verstehen sich auf Anhieb gut und sind einander deutlich zugetan. Als Mona Lena überredet, einen Stromkasten mit Graffities zu verschönern und ein Streifenpolizist auftaucht, weiß Lena sich nicht anders zu helfen als Mona zu küssen. "Das wirkt immer", kommentiert sie ihre Aktion (der Polizist hat sich tatsächlich aus dem Staub gemacht) und Mona bestätigt: "Ja, das stimmt!" Dann lädt sie Lena zu sich ein. Lena muss aber erst Kopper aufschließen, der seinen Schlüssel vergessen hat. Der Schnitt auf Kopper im Treppenhaus lässt offen, ob sie die Nacht mit Mona verbracht hat. Aber später weist Lena Kopper auf einen Beweisgegenstand hin, der sich sicher in Monas Privatwohnung befinden soll und sie nennt ihm die entsprechende Adresse. Natürlich tötet der Mörder schließlich auch Mona – denn sonst hätten sie und Lena ja vielleicht eine Zukunft gehabt.
Mittelmäßiger Krimi aus der ARD-Tatort-Reihe, in dem eigentlich nur Sandra Borgmann und Ulrike Folkerts sehenswert sind.

2002

CHICAGO (CHICAGO)
USA/DEUTSCHLAND     Regie: Rob Marshall, Buch: Bill Condon, Vorlage: Bob Fosse, Fred Ebb (Musical)
Schwungvolles Musical nach Bob Fosse, dem der Film auch gewidmet ist: Im Chicago der Prohibition möchte Roxie Hart (Renée Zellweger) gerne ein Nightclub-Star werden wie es Velma Kelly (Catherine Zeta-Jones) bereits ist. Beide lernen einander kurze Zeit später im Gefängnis kennen; Roxie hat ihren rücksichtslosen Geliebten umgebracht, der gar nicht daran dachte, ihr zu einem Auftritt zu verhelfen. Velma hingegen hat ihren Mann mit ihrer Schwester überrascht und beide umgebracht. Die naiv scheinende Roxie wird von der taffen und ironischen Aufseherin Mama Morton (Queen Latifah) auf den Staranwalt Billy Flynn (Richard Gere) angesetzt, der jede aus dem Knast holt, sofern sie ihm 5.000 Dollar zahlen kann. Roxy wird nun im Gefängnis der Star, den sie gerne auf der Bühne verkörpert hätte. Ständig jedoch ist ihre Popularität den Angriffen anderer spektakulärer Verbrechen und den Intrigen der Rivalin Velma ausgesetzt, die sogar vor Gericht gegen sie aussagt und dafür auf freien Fuß gesetzt wird. Am Schluss treten sie als unvergleichliches Duo auf, obwohl oder gerade weil sie einander nicht ausstehen können. Mama Morton ist die üppige Karikatur aller trashigen Gefängnisaufseherinnen; ihr süffisanter Blick und manche Berührung lassen auf mehr schließen, bleiben aber nur angedeutet.




2002

EINSATZ MORD – KOMMISSARIN FLEMING UND DER MORD VOR DER KAMERA (EINSATZ MORD – KOMMISSARIN FLEMING UND DER MORD VOR DER KAMERA)
DEUTSCHLAND     Regie: Wilhelm Engelhardt, Buch: Rafael Solá Ferer
"Die knallharte Moderatorin Diana (Denise Virieux) entgeht nur knapp einem Mordanschlag, als nicht sie, sondern einer ihrer Gäste ihr Glas Wasser, das mit Säure präpariert ist, trinkt. Es gibt viele Verdächtige: den Praktikanten Robert, Dianas spielsüchtiger Geliebter Robert, ihre Assistentin Mira (Marie-Lou Sellem), mit der Diana ein Verhältnis hat oder Mira's eifersüchtige Freundin Iris (Catrin Striebeck). Während den Ermittlungen geschehen weitere Anschläge, doch das hält Diana nicht davon ab, sich weiter durch die Schlafzimmer zu robben und auch die Kommissarin scheint in ihren Bann geraten zu sein. Ein weiterer Lesbenfilm wie ihn uns nur RTL bescheren konnte und bei dem man sich unweigerlich fragt, ob sich die 'Hinter Gittern'- Drehbuchautoren ein Zubrot verdienen mussten. Und um diesen Verdacht zu bestärken, taucht dann auch die als Knastlesbe Walter bekannt gewordene Katy Karrenbauer kurz als Lesbenbarbesitzerin auf. [...]" (Quelle: www.cootv.de, 2005)




2002

HOTTE IM PARADIES (HOTTE IM PARADIES)
DEUTSCHLAND     Regie: Dominik Graf, Buch: Ralf Basedow
Der Zuhälter Hotte (Misel Maticevic), der von noch mehr Geld träumt, als er bereits hat, und der sich sehr wohl in seinen Kreisen fühlt, bekommt von seinem Freund Jenna (Nadeshda Brennicke) als dritte Hure zu Rosa und Yvonne. Auf der Heimfahrt nesteln Rosa (Birge Schade) und Yvonne (Stefanie Stappenbeck) auf dem Rücksitz aneinander herum. Im Off erzählte und kommentierte so genannte Milieustudie.




2002

HÜTER DER GRENZE (VARUH MEJE)
SLOWENIEN/DEUTSCHLAND     Regie: Maja Weiss, Buch: Brock Norman Brock, Zoran Hocevar, Maja Weiss
Unter den drei jungen Sloweninnen Alja, Zana und Simona, die sich auf einen Campausflug begeben, befindet sich ein lesbisches Pärchen – wodurch sich die dritte, Simona, erst recht ausgeschlossen fühlt. Als sie dann an der slowenisch-kroatischen Grenze auch noch auf den selbsternannten "Hüter der Grenze" treffen, spitzt sich die Situation zu. Zumindest in ihrer Fantasie wird er übergriffig, während das Lesbenpärchen sich im Zelt vergnügt. Der erste von einer Frau inszenierte slowenische Film spielt mit Genreversatzstücken, verwebt Realität und Traum mit nationalistischen Überzeugungen.




2002

KICK IT LIKE BECKHAM (BEND IT LIKE BECKHAM)
UK/DEUTSCHLAND     Regie: Gurinder Chadha, Buch: Gurinder Chadha
Jess (Parminder Nagra), Tochter indischer Eltern, aber in London aufgewachsen, möchte gerne gegen den Willen ihrer traditionsbewussten Familie Profifußballerin werden. Eine junge Frau sieht sie im Park spielen; ihre Beobachtungen könnten auf lesbisches Interesse schließen lassen, aber nein, sie stellt sie sich als Stürmerin der Mannschaft vor, in der sie selbst spielt. Trotz aller Regeln, Gerüchte und Sitten darf sie schließlich dem Ruf in die USA als Profi folgen. Bevor es aber dazu kommt, zerstreiten sich die neuen Freundinnen, weil beide in den Trainer verknallt sind. Die Mutter (Julie Stevenson) von Jules (Keira Knightley) hingegen hält das Zerwürfnis für ein lesbisches Beziehungsdrama und macht auf der indischen Hochzeitszeremonie von Jess' Schwester diesbezüglich einen Aufstand. Eine tatsächliche Lesbe kommt im Film nicht vor, aber es wäre auch etwas, was sowohl die indische als auch die britische Moral nicht tolerieren könnten. So viel wird deutlich. Und nachdem Jules ihrer Mutter glaubwürdig erklärt hat, dass sie hetero ist, setzt sie noch hinzu: "Und überhaupt, wäre ich lesbisch, das wäre ja wohl nicht so schlimm!" – Und die erleichterte Mutter pflichtet sofort bei: "Nein, dagegen hätte ich nicht das Geringste einzuwenden!" Sehr unterhaltsame Fußballkomödie mit netten Wendungen, aber leider absehbarem Ende.




2002

KÜHE VOM NEBEL GESCHWÄNGERT (KÜHE VOM NEBEL GESCHWÄNGERT)
DEUTSCHLAND     Regie: Rosa von Praunheim, Buch: Alexandra Kordes, Lorenz Haarmann
Rosa von Praunheim inszenierte hier mit dem Berliner Obdachlosentheater. Eine junge Russin hat dabei eine Affäre mit einer Frau ohne Wohnung. (Vgl. Out im Kino, 2003)




2002

LOVE CRASH (LOVE CRASH)
DEUTSCHLAND     Regie: Donald Kraemer, Buch: Astrid Ströher
Die unbarmherzige Restaurantkritikerin Ina (Valerie Niehaus) steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem reichen Unternehmersohn Clemens, als sie aus Wut über ihn vor ein Auto läuft. Nach dem "Crash" kann sie sich an nichts erinnern und wird von Gunnar (Stephan Hornung), dem Fahrer des Unfallautos, mit nach Hause genommen. Er wohnt außerhalb Hamburgs in der Pension seiner Mutter (Lisa Kreuzer), zusammen mit seiner Schwester Lisa (Annika Blendl), deren Freundin Jenny (Carmen Rüter) und ein paar Freunden seiner Mutter. Ina hilft, die Pension zu renovieren, verliebt sich in Gunnar, gibt Clement nach der Rückkehr ihrer Erinnerung den Laufpass und zieht zu Gunnar und den Freunden. Lisa fragt zwischendurch mal Ina, ob es vielleicht sein könne, dass sie auf Frauen stehe. Aber so weit geht ihr Gedächtnisschwund nicht. Lisa kündigt zum Schluss an, mit ihrer Freundin Jenny ausziehen zu wollen – weil es einfach mal an der Zeit wäre. Das Lesbenpaar ist kein Thema, wird gleich zu Beginn des Films ganz selbstverständlich eingeführt und auch nicht weiter kommentiert.




2002

PIGS WILL FLY (PIGS WILL FLY)
DEUTSCHLAND     Regie: Eoin Moore, Buch: Eoin Moore, Nadya Derado
Der jähzornige Laxe (Andreas Schmidt) verliert oft die Beherrschung und prügelt seine Freundin krankenhausreif. Um Abstand zu gewinnen, fliegt er nach San Francisco zu seinem Bruder Walter (Thomas Morris), der mit der gemeinsamen Mutter vor dem ebenfalls brutalen Vater geflohen war. Laxe leugnet die Vergangenheit und die Rolle des Vaters und tritt in seine Fußstapfen. Eine neue Freundin in San Francisco wird ebenfalls von ihm zusammengeschlagen. Die lesbische Mitbewohnerin Stacey (Alexis Lezin) ist ihm etwas suspekt; außerdem ist Walter unglücklich verliebt in sie und verlässt traurig den Raum, als Stacey verkündet, dass sie mit ihrer neuesten Liebsten, Jo, zusammenziehen wird. Milieustudie, die sich sehr viel Zeit mit Widersprüchen und Denkanstößen lässt.




2002

DIE RITTERINNEN (DIE RITTERINNEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Barbara Teufel, Buch: Barbara Teufel
In einem halbdokumentarischen Spielfilm zeichnet Barbara Teufel die deutsche Frauenbewegung der achtziger Jahre in Berlin nach. Bonnie (Jana Straulino) – eine Art alter ego der Regisseurin Teufel – kommt zum Studieren nach Berlin und zieht in eine autonome Wohngemeinschaft, die sich in einer Fabrik namens "Ritterhof" befindet. Nach mehreren Diskussionen entscheiden sich die Frauen für eine Frauen-WG. Sie wollen aus einer Kasse leben, in die alle einzahlen und entscheiden Anschaffungen gemeinsam. Neben offiziellen Stellungnahmen gibt es auch subversive Aktionen gegen die herrschende Imperialismuspolitik. Bei den Auseinandersetzungen innerhalb der autonomen Szene Berlins sehen nicht alle ihre Ziele im Miteinander mit den Männern verwirklicht. Viele der Mitbewohnerinnen beziehen sich verstärkt auf Frauen. Bonnie lebt mittlerweile eine Beziehung zu einer Frau, hält sie aber vor ihrer Vertrauten eine Zeitlang geheim. Und dann möchte Bonnie Karriere machen. Es kommt zum Eklat, als sie vom gemeinsamen Geld einfach eine Kamera kauft, um Filmemacherin werden zu können. In die Spielszenen sind Interviews mit den historischen WG-Bewohnerinnen geschnitten, die die damaligen Ereignisse ein paar Jahre später kritisch kommentieren.




2002

SCHLEUDERTRAUMA (SCHLEUDERTRAUMA)
DEUTSCHLAND     Regie: Johannes Fabrick, Buch: Stefan Kolditz
Bei einem Streit verliert Ben (Tim Bergmann) die Kontrolle über das Fahrzeug und fährt gegen einen Brückenpfeiler. Seine Frau Karen (Anja Kling) stirbt an den Unfallfolgen, seine Schwägerin wird schwer verletzt, er und sein kleiner Sohn Jonathan überleben. Nach dem Unglück überdenkt Ben gezwungenermaßen sein bisheriges Leben und muss diverse Irrtümer erkennen. Seine Frau, von der er sich entfremdet, hatte eine Affäre mit Corinna (Natalia Wörner) und seine Ehe war vielleicht doch nicht so in Ordnung, wie er dachte. Seine Schwiegereltern wollen ihm durch eine Klage das Sorgerecht für Jonathan entziehen und alle sind gegen ihn. Seine Reue und seine Einsicht besänftigen schließlich aber nicht nur seine Schwägerin, sondern auch Corinna, die ihm beim Abschied versichert, eigentlich habe Karen immer zu ihm gehört und nicht zu ihr. Familiendrama, produziert von SWR, BR und Arte.

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2003

AFFÄRE ZU DRITT (AFFÄRE ZU DRITT)
DEUTSCHLAND     Regie: Josh Broecker, Buch: Kerstin Cantz, A. Levi
Die Ehe zwischen Polizeiärztin Katrin (Sophie von Kessel) und Kripokommissar Max (Oliver Bootz) dümpelt so vor sich hin, als Max die neue Kollegin Franziska (Nadeshda Brennicke) an die Seite gestellt wird, für die sich bald beide Eheleute sehr intensiv interessieren. Als ihre Ärztin recherchiert Katrin den traumatisierenden Unfall, den die "kühle und verletzliche Franziska" (O-Ton Katrin) vor ihrer Versetzung erlitten hat. Es gibt eine merkwürdige Anziehung zwischen den beiden Frauen, der sich Katrin nicht ganz entziehen kann. Aber nach einer irgendwie miteinander verbrachten Nacht (wurde uns nicht gezeigt) will Katrin das Ganze lieber ungeschehen machen. "Ich bin nicht lesbisch", teilt sie ihrer Tante und Freundin Hella mit. Daraufhin treibt es Franziska bei einem gemeinsamen Überwachungseinsatz mal kurz mit Max. Wieder mit Max unterwegs, der sie nach seiner Frau befragt und ihr klagend sagt, er liebe Katrin, erwidert sie, das tue sie auch. Sie stellen den Täter, aber es kommt zu einer schon vorher antizipierten Szene, in der Franziska Max schützen müsste, indem sie einen Verdächtigen, der auf ihn zielt, niederschießt, was sie nicht tut – und so wird Max lebensgefährlich getroffen. Das ist auch gleichzeitig der Todesstoß für die Affäre zwischen Franziska und Katrin, die jetzt nichts mehr mit Franziska zu tun haben will. Sat1-Fernsehproduktion.




2003

DIE ANDERE FRAU (DIE ANDERE FRAU)
DEUTSCHLAND     Regie: Margarethe von Trotta, Buch: Pamela Katz
Ivonne (Barbara Auer) erfährt, dass ihr Mann Stefan (Stefan Kurt) jahrelang ein Doppelleben geführt und als Stasi-Spitzel gearbeitet hat. In diesem anderen Leben gab es natürlich auch eine andere Frau, nämlich Vera (Barbara Sukowa), die seit Jahren wegen Spionage einsitzt und die alles vor allem aus Liebe zu ihm getan hat. Ivonne besucht Vera im Gefängnis und zunächst ist sie voller Misstrauen und Abwehr. Vera (Sukowa herb-hämisch wie eh und je) hingegen hat sich fest vorgenommen, Ivonnes hehres Bild von ihrem Mann zu zerstören. Und das Bild vom gutmütigen Opfer bröckelt tatsächlich immer mehr. Irgendwann begreift das auch Ivonne und führt ihn mit Hilfe von Vera und seinem unbeabsichtigten Geständnis, andere ehemalige Stasi-Spitzel zu erpressen, der Polizei zu. In einer imaginierten Rückblende stellt sich Ivonne die Hochzeit von Vera und Peter alias Stefan in der Kirche vor. Vera stürzt nach der Zeremonie im Brautkleid an das Türgitter, das ans Gefängnis erinnern soll und küsst Ivonne auf den Mund, was diese extrem irritiert. Sie zieht sich schnell zurück. Es gibt eine leichte Annäherung zwischen den Frauen, die nicht sexuell ist, aber von einer inneren Verbundenheit getragen wird, die vielleicht nur der gemeinsamen Erfahrung abhängig ist, betrogen worden zu sein, aber einen urtümlichen lesbischen Touch hat.




2003

CONSEQUENCE (CONSEQUENCE)
DEUTSCHLAND     Regie: Anthony Hickox, Buch: Mark Fergus, Hawk Ostby
Sam (Armand Assante) unterzieht sich einer Gesichtsoperation, um wie sein verschollener Bruder auszusehen. Damit erhofft er sich eine Stange Geld für sich und seine Freundin. Das funktioniert nicht wie geplant, da sein Bruder in üble Geschäfte verwickelt war. In einer Mini-Szene überrascht Sam seine Freundin Eva mit seiner Ex-Frau in der Dusche. (Vgl. www.clublez.com, 2004)




2003

DONNA LEON – VENEZIANISCHES FINALE (DONNA LEON – VENEZIANISCHES FINALE)
DEUTSCHLAND     Regie: Sigi Rothemund, Buch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig, Vorlage: Donna Leon (Krimi)
Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) wird ins Opernhaus von Venedig gerufen, weil der berühmte Dirigent Wellauer ermordet wurde. Schnell wird offenbar, dass Wellauer nicht sonderlich nett mit seinen Mitmenschen umgegangen war und dass daher zahlreiche FreundInnen und KollegInnen ein Motiv gehabt haben könnten, ihm nach dem Leben zu trachten. Unter den Verdächtigen ist auch die lesbische Opernsängerin Flavia Petrelli (Leslie Malton). Die Spur führt Brunetti gerade wegen Wellauers krankhafter Homophobie und wegen seiner Moralpredigten zu dessen eigenem Sexualleben. Wellauer hat – wie sich herausstellt  – minderjährige Mädchen vergewaltigt.
Flavia Petrelli lebt mit ihrer Agentin Brett Lynch (Gesine Cukrowski) zusammen, die eigentlich als Archäologin in China bedeutsame Ausgrabungen leiten könnte und stattdessen ihre Zeit mit Flavia verbringt. Nicht nur, dass der Krimi in einem venezianischen Ambiente spielt, das mit der Gegenwart nicht viel zu tun hat (Brunetti schreibt seine Berichte bspw. auf einer mechanischen Schreibmaschine); die Inszenierung ist in seinen steifen Dialogen erkennbar deutsch, während der lesbischen Beziehung etwas Dekadentes anhaftet, das jedoch jegliche Intimität zwischen den beiden Frauen von vornherein ausschließt. Bretts Aura ist in erster Linie dazu angetan, den drögen Brunetti etwas zu irritieren; in den Szenen zwischen ihr und ihm flirrt es mehr als mit Flavia.




2003

DONNA LEON – ACQUA ALTA (DONNA LEON – ACQUA ALTA)
DEUTSCHLAND     Regie: Sigi Rothemund, Buch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig, Vorlage: Donna Leon (Krimi)
Die lesbische Archäologin Brett Lynch (Gesine Cukrowski), die Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) in "Venezianisches Finale" kennen gelernt hatte, wird brutal zusammengeschlagen, als sie vor dem Haus auf ihre Freundin Flavia Petrelli (Leslie Malton) wartet. Brunetti findet mit Petrellis Hilfe heraus, dass Lynch einem Kunstliebhaber auf der Spur war, der aus ihrer Ausstellung wertvolle chinesische Vasen entwendet hat. Der manische Sammler La Capra (Gottfried John) lockt sie später unter dem Vorwand, ihre Geliebte entführt zu haben, in sein Haus, um ihr seine Sammlung zu zeigen. Sein Sohn hat alle Mitwisser ermordet und soll nun auch Lynch beseitigen, die aber von Petrelli und Brunetti im letzten Moment in dem vom Hochwasser gebeutelten Venedig gerettet wird. Belangloser Krimi, in dem jedoch das lesbische Paar eine bedeutende Rolle spielt.




2003

EULOGY (EULOGY)
USA/UK/DEUTSCHLAND     Regie: Michael Clancy, Buch: Michael Clancy
Anlässlich eines Todesfalls versammeln sich die einzelnen Familienmitglieder bei der Witwe, die ihre Mutter oder Großmutter ist. Zwischen den Geschwistern kommt blanker Hass zum Vorschein, in den auch ihre Kinder mitunter einstimmen. Tochter Lucy (Kelly Preston) bringt ihre Lebensgefährtin Judy (Famke Janssen) mit und sorgt damit für einigen Aufruhr. Besonders übel reagiert die verhasste Schwester Alice (Debra Winger) auf die Heiratspläne des lesbischen Paares. Aber noch vor der Beerdigung stellt sich heraus, dass Alice selbst in ihrer Jugend mit einer Freundin herum experimentiert hat, bevor sie ihren langweiligen Mann ehelichte und noch langweiligere Kinder bekam. Ausgerechnet diese Jugendfreundin, Samantha (Glenne Headly), trifft sie nun im Krankenhaus als Schwester wieder, da die Witwe des Toten die schrecklichen Familienmitglieder nicht länger ertragen kann und sich versucht, das Leben zu nehmen. Schwarzhumoriges Familienporträt.




2003

LIEBE UND VERLANGEN (LIEBE UND VERLANGEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Judith Kennel, Buch: Judith Kennel, Günter Schütter
Die Englischlehrerin Jeanne Breuer (Natalia Wörner) zieht in eine Kleinstadt bei Köln, um hier ihren neuen Job anzutreten. Puppa (Katja Flint), die Frau des Direktors, arbeitet als Betreuerin an der Schule und beobachtet die Neue skeptisch auf dem Schulfest, denn die Neue steht auf Frauen. Puppa und Jeanne landen kurze Zeit später miteinander im Bett. Eine eifersüchtige Teenagerin beschuldigt Jeanne eines sexuellen Übergriffs. Der Direktor stellt Strafanzeige gegen Jeanne. Sie wird schlagartig von allen gemieden und geächtet. Die Situation spitzt sich zu und Jeanne begeht aus Verzweiflung einen Suizidversuch, der Puppa aufrüttelt. Genau in dem Moment, in dem ihr Anderssein in einen negativen Zusammenhang gestellt werden kann (Ehefrau als Geliebte, Kinderschänderin), entlarvt sich die Scheinliberalität und aufgesetzte Aufgeschlossenheit des Kollegiums bzw. der gesamten Kleinstadt (Jugendamt, Polizei). Die Lesbe wird darauf reduziert, ein störender Faktor zu sein; eine Perverse (obwohl der Begriff nicht fällt), der alles Miese zugetraut wird. Buch und Regie sind eindeutig auf der Seite der Lesben, die jedoch trotz der Nähe zu Köln offenbar noch nichts von Beratungsstellen oder anderen Selbsthilfeorganisationen gehört haben. Das lesbische Happy End lässt die Lesben noch einmal in einem positiven Licht erscheinen, obwohl sie die Stadt verlassen. ZDF-Produktion.




2003

MEIN ERSTER FREUND, MUTTER UND ICH (MEIN ERSTER FREUND, MUTTER UND ICH)
DEUTSCHLAND     Regie: Annette Ernst, Buch: Axel Staeck
Die junge Nicole (Jasmin Schwiers) verknallt sich unsterblich in ihren neuen Mitschüler Daniel. Alles könnte bestens laufen, wäre da nicht ihre neurotische Mutter Sonja (Andrea Sawatzki), die den Seitensprung ihres Ex-Mannes (Herbert Knaup) nicht überwunden und infolgedessen eine Agentur für betrogene Ehefrauen ins Leben gerufen hat. Sonja versucht alles, den neuen Freund ihrer Tochter als untreu zu entlarven. Dies scheint auch beinah zu klappen, aber Daniel ist eben doch nicht untreu. Bis die Teeniekomödie zum Happy End kommt, müssen Nicole und Daniel einiges über sich ergehen lassen. Als Caro (Karoline Schuch), Nicoles beste Freundin, sie tröstet und sie auf andere Gedanken bringen will, küsst sie Nicole in angeheitertem Zustand und diese ist entsetzt. Dass Caro diesen Kuss durchaus ernst meinen könnte, zeigen ihre beobachtenden Blicke in der Schule. Aber schließlich knutscht sie mit Nicoles vermeintlicher Rivalin Mandy (Julia Dietze), Nicole lässt sich überzeugen, dass zwischen Daniel und Mandy nichts läuft und alles ist gut. Ganz nette und gut gespielte Fernsehkomödie.




2003

NACHBARINNEN (NACHBARINNEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Franziska Meletzky, Buch: Elke Rössler
Dora (Dagmar Manzel) führt nach der Trennung von ihrem Mann ein abgeschottetes Leben in einem Leipziger Mietshaus und verwehrt sich der geselligen Anheimelungen ihrer NachbarInnen. Eines Tages klopft die Polin Jola (Grazyna Skapolowska) an die Tür – sie hat sich eben mit dem übergriffigen Kneipenchef Bernd überworfen und glaubt, ihn mit seiner Pistole getötet zu haben. Dora will ganz und gar nicht helfen, lässt Jola aber dennoch in ihre Wohnung und belügt die ermittelnde Polizei. Dora hat sich in ihren Trennungswunden eingerichtet und sanktioniert Einmischungen von außen fast grundsätzlich mit einem coolen abweisenden Spruch, während sich Jola in ihrer Angst, ihrem schlechten Gewissen und ihrer Verwunderung über Doras Gebaren trotz allem dieser sperrigen Frau annähert und Sympathie für sie empfindet. Es dauert einige Zeit, aber dann lernt Dora Jolas Anwesenheit in ihrem Reich zu schätzen und möchte sie nicht wieder gehen lassen. Sie verschweigt Jola, dass Bernd lediglich mit einem Streifschuss im Krankenhaus liegt, sogar gestanden hat, an dieser Verletzung selbst Schuld zu sein und dass Jola auch nicht, wie behauptet, sein Geld gestohlen hat. Ganz im Gegenteil verkündet Dora eine lebensgefährliche Verletzung Bernds, gibt ihrem Gefühl nach und landet mit Jola im Bett. Jola findet über einen belauschten Monolog von Doras hingebungsvollem Freund Conny (Jörg Schüttauf) zufällig die Wahrheit heraus und gibt Dora die Möglichkeit, alles zu offenbaren. Aber Dora nutzt die Chance zu spät und kann die aufbrechende Jola schließlich auch nicht mehr mit Offenheit halten. Zwar ist "Nachbarinnen" auf den ersten Blick ein netter Liebesfilm, aber eigentlich geht es viel mehr um Lebenslügen, die erfolgreich im alltäglichen Einerlei installiert wurden. Dora putzt und wienert ihre Wohnung, hält alles akribisch "rein", ist jedoch andererseits nicht in der Lage, mal das kaputte Schlüsselbrett zu reparieren, das ihr bei jeder Benutzung entgegenkommt. Als Bernd wieder nach Hause entlassen wird und Jola bereits in Holland ist, nehmen die Zurückbleibenden ihr Leben dort wieder auf, wo es gestört worden ist. Vielleicht lächelt Dora nun ein wenig mehr und gibt sich auch nicht mehr ganz so kratzbürstig – für sie könnte es noch etwas anderes geben...




2003

SCHÖNE FRAUEN (SCHÖNE FRAUEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Sathyan Ramesh, Buch: Sathyan Ramesh
Fünf Frauen treffen bei einem Castingtermin aufeinander und beschließen die sowieso unangenehme Frauenfilmrolle, die zur Disposition steht, zu boykottieren und sich gemeinsam einen schönen Tag zu machen. Gemeinsam fahren sie ans Meer, finden zufällig eine Unterkunft im geräumigen Haus des Musikduos "Queen Bee" (das sich selbst spielt: Ina Müller und Edda Schnittgard) und lernen einander vorsichtig kennen. Vor dem Castingtermin liegt Geno (Clelia Sarto) mit ihrer Freundin im Bett, die sie – zu Recht – fragt, warum sie eigentlich diese blöde Rolle spielen will. Geno wird später den anderen erzählen, dass sie im Begriff ist sich zu trennen. Unter den fünf Frauen entsteht ansatzweise ein weiteres Pärchen: Die traurige Kinderdarstellerin der Peppa (Ulrike C. Tscharre) wird von Dana (Julia Jäger) am Freitod im Meer gehindert und danach landen die beiden Frauen miteinander im Bett. Was dort außer einem zärtlichen Kuss passiert, wird nicht gezeigt. Aber als sich die Gruppe nach einem Jahr wieder in diesem Hotel trifft, ist die Begrüßung dieser beiden Frauen besonders herzlich. Netter, aber leider belangloser Film mit altbekannten Dialogen und Geschichten, die allein durch die Darstellerinnen an Witz gewinnen und die durch sie auch halbwegs spannend sind.




2003

WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN (WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Achim von Borries, Buch: Achim von Borries, Hendrik Handloegten, Annette Hess, Alexander Pfeuffer
Im Jahre 1927 entscheiden die beiden Oberprimaner Paul Krantz (Daniel Brühl) und Günther Scheller (Alexander Diehl), gemeinsam aus dem Leben zu scheiden, wenn sie keine Liebe mehr spüren. Die, die ihnen ihre Liebe entzogen haben, sollen mit ihnen gehen. Da Günther noch immer in Hans (Thure Lindhardt) verliebt ist, der sich aber inzwischen mehr seiner Schwester Hilde (Anna Maria Mühe) zuwendet, und Paul sich wiederum nach Hilde verzehrt, kommt es nach einer wilden Party zu einem Eklat. Günther erschießt Hans und dann sich selbst. Paul wird verhaftet.
Bei den Partyvorbereitungen sinnieren die jungen Frauen kurz über Lesben. Lotte (Julia Dietze) meint, wenn sich eine Frau nicht für einen entscheiden könnte, sei sie lesbisch. Alle emanzipierten Frauen seien doch lesbisch. Elli (Jana Pallaske) grinst: "Und von Coca Cola bekommt man braune Füße?" Intensives Porträt, das auf einer wahren Begebenheit beruht.




2003

WIE KRIEG ICH MEINE MUTTER GROSS? (WIE KRIEG ICH MEINE MUTTER GROSS?)
DEUTSCHLAND     Regie: Stephan Wagner, Buch: Maria Solrun
Ginger (Katja Flint) ist überzeugte Single und alleinerziehende Mutter. Sie arbeitet u. a. zusammen mit Hans (Matthias Brandt), einem Freund, und mit Lotta (Sólveig Arnarsdóttir), der "schwedischen Lesbe", wie sie von Ginger im Off vorgestellt wird. Lotta wird ein paar Mal von ihrer Freundin von der Arbeit abgeholt und nimmt auch an gemeinsamen Essen teil.
Die Fernsehproduktion verrät ihre unangepasste Protagonistin, indem sie die pubertären und spießigen Bedürfnisse ihrer halbwüchsigen Tochter als grundlegend inszeniert. Erst als sie sich "Mutter" statt Ginger nennen lässt, ihrer Tochter ein biederes Abschlusskleid näht und endlich durch eine Beziehung mit Hans für "richtige" Familienverhältnisse sorgt, ist sie dort angekommen, wo sie hin soll. Frauenfeindliches und rückschrittliches Familiendrama.




2003

WUNSCHKINDER UND ANDERE ZUFÄLLE (WUNSCHKINDER UND ANDERE ZUFÄLLE)
DEUTSCHLAND     Regie: Thomas Jacob, Buch: Andy T. Hoetzel, Ina Siefert, Vorlage: Maria Herder (Roman)
Hildegard Reimund (Ruth Maria Kubitschek) fühlt sich nach dem Tod ihres Manns einsam in der großen Villa und möchte von ihren drei Töchtern gern ein Enkelkind. Aber Regina ist auch ohne Kind glücklich mit Robert verheiratet. Susanne, die Jüngste, arbeitet als Hebamme. Und dann ist da noch Anja (Tina Ruland), die zu einem Kaffeetrinken bei Mama ihre Lebensgefährtin Karin (Gesine Cukrowski) mitbringt und damit all ihre Hoffnungen zu zerstören scheint. Mutter Reimund setzt das Haus für die Tochter aus, die ihr als Erste einen Enkel präsentiert. Daraufhin plant Karin, für Anja einen Mann zu suchen. Darüber zerstreiten sich die beiden und trennen sich. Im Schmerz tröstet sich Anja mit dem soften Nachbarn und wird natürlich von ihm schwanger. Anja und Karin versöhnen sich wieder. Robert hat finanzielle Schwierigkeiten und zeugt mit Regina ein Kind, um mit dem Haus die Schulden bezahlen zu können. Und Susanne lernt endlich einen Mann kennen, von dem sie selbstverständlich auch sofort schwanger wird. Der Wettlauf um das Haus beginnt.
Übles Machwerk, das Schwesternrivalitäten und Mutterschaft als die zentralen Themen von Frauen in den Vordergrund spielt. Familie erscheint hier ausschließlich als das non plus ultra eines glücklichen Frauenlebens. Dass es unter den Paaren auch ein Lesbenpärchen gibt, dient nur der Anreicherung der Gags und Klischees innerhalb der unkritisch dargestellten Beziehungsstrukturen. Hervorzuheben ist lediglich, dass die Lesben auch Lesben bleiben.




2003

ZUCKERBROT (ZUCKERBROT)
DEUTSCHLAND     Regie: Hartmut Schön, Buch: Hartmut Schön
Als die halbwüchsige Jenny (Marie Zielcke) aus dem Knast entlassen wird und wieder zu ihrem Vater und ihrem suchtkranken Bruder zieht, vermisst sie ihre Liebste sehr und fiebert dem Tag entgegen, an dem Mia (Maike Bollow) endlich auch entlassen wird. Aber Mia kehrt vor ihren Augen zu ihrer Exfreundin zurück und Jenny findet zunächst keinen anderen Halt als ihren kriminellen Bruder, der sie mit in seine gefährlichen Geschäfte zieht. Erst die Zuneigung des Aussiedlers Mitja bringt sie auf andere Gedanken. Lesbisches verliert sich in diesem Film sehr bald.

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2004

ABGEFAHREN (ABGEFAHREN)
DEUTSCHLAND     Regie: Jakob Schäuffelen, Buch: Axel Melzener, Jörn Precht, Frank Weiss
Mia (Felicitas Woll) bastelt mit Vorliebe an dem alten Käfer ihrer Mutter (Sissi Perlinger) und würde gern Rennfahrerin werden. Durch Zufall lernt sie die coole Fahrlehrerin Sherin (Nina Tenge) kennen, die sich von Anfang an deutlich für sie interessiert und – wer hätte das gedacht – mit ihren beiden Freundinnen heimlich Rennen fährt. Mit von der illegalen Partie ist auch der Macho Cosmo (Sebastian Ströbel), der sehr von der scheinbar lässigen Mia angetan ist. Die kann ihn auch nicht übersehen, lässt sich aber zunächst auf die werbende Sherin ein, die jede Begegnung zwischen Cosmo und Mia mit Argusaugen beobachtet. Natürlich fühlt sich Mia mehr von dem vermeintlich männlichen Cosmo angezogen als von Sherin, die außerdem den Wagen von Cosmo bei einem entscheidenden Rennen dahingehend manipuliert, dass Mia gewinnt. Mia nähert sich Cosmo an und Sherin wird geächtet. Später demolieren Janine und Sherin den aufgetunten Käfer von Mias Mutter und entpuppen sich insgesamt als schlechte Verliererinnen. Janine rammt Cosmo im wichtigsten Rennen, Mia wendet das Auto, um nach dem Verunglückten zu sehen und sie erklären ihn zum Sieger. Sherin und Mia schließen Freundschaft und dem Heteropaar steht nichts mehr im Wege. Oberflächlicher Liebesfilm mit Autorennenambiente und bisexueller Hauptdarstellerin, um mehr Publikum anzuziehen. Felicitas Woll ist wie immer überzeugend, Sissi Perlinger wie gewohnt wirklich witzig – aber das macht noch keinen guten Film aus.




2004

ALLES AUF ZUCKER (ALLES AUF ZUCKER)
DEUTSCHLAND     Regie: Dany Levy, Buch: Dany Levy, Holger Franke
Ein ehemaliger DDR-Journalist hält sich mit zwielichtigen Geschäften in Berlin über Wasser, bis sich seine Krisensituation zuspitzt: Sein Erotikclub ist bis über beide Ohren verschuldet und wenn Jackie Zucker (Henry Hübchen) nicht bis Montag zahlt, wandert er ins Kittchen. Seine Frau (Hannelore Elsner) ist gerade im Begriff, sich von ihm zu trennen. Und da schneit auch noch das Telegramm seines ungeliebten Bruders Samuel ins Haus. Die Mutter sei gestorben, ihr letzter Wille sei, jüdisch in Heimaterde begraben zu werden. Um das Erbe antreten zu können, müssen beide Familien der Brüder sieben Tage lang gemeinsam nach jüdischer Tradition trauern. Aber Jackie stiehlt sich davon, um mit genialem Billardspiel das Geld zu verdienen, das der Club schuldig geblieben ist. Bei diesen heimlichen Ausflügen unterstützt ihn seine Tochter Jana (Anja Franke), die lesbisch lebt und bisher nicht viel von ihrem Vater hielt. Sie hat ein Kind von ihrem Cousin, dem Sohn Samuels, wie sich später herausstellt. Die Familien raufen sich zusammen, aber die Tochter bleibt mit ihrer Freundin Irene (Inga Busch) zusammen. Nett-humorige und gut gespielte Unterhaltung mit selbstverständlicher Inszenierung eines Lesbenpaares.




2004

BRIDGET JONES – AM RANDE DES WAHNSINNS (BRIDGET JONES: THE EDGE OF REASON)
UK/FRA/DEUTSCHLAND/IRL/USA     Regie: Beeban Kidron, Buch: Andrew Davies, Richard Curtis, Adam Brooks, Vorlage: Helen Fielding (Roman)
Sequel zu "Bridget Jones Diary": Bridget Jones (Renee Zellweger) ist zwar inzwischen glücklich mit Mark (Colin Firth) liiert, kann jedoch ihr Glück nicht glauben, benimmt sich daneben und sorgt für allerlei peinliche Pannen. Außerdem ist sie rasend eifersüchtig auf Rebecca (Jacinda Barrett), die sie immer wieder mit Mark zusammen sieht. Am Schluss jedoch stellt sich heraus, dass Rebecca eigentlich in sie, Bridget, verliebt ist. Halbwegs unterhaltsame Hetero-Liebeskomödie.




2004

CHARLOTTE UND IHRE MÄNNER (CHARLOTTE UND IHRE MÄNNER)
DEUTSCHLAND     Regie: Dirk Kummer, Buch: Hannah Hollinger
Biederer Familienfilm um Charlotte (Marianne Sägebrecht), die sich in erster Linie für ihre Kinder aufopfert und dabei deren Eigeninteressen aus den Augen verliert. Gepaart ist das Ganze mit einer ehemaligen Liebesgeschichte, dem Opa ihres Enkels und einem PR-Berater, Leo, der sich in die bodenständige Physiotherapeutin verliebt. Als Charlottes Kinder erwachsen werden und aus dem Haus drängen, offenbart ihr Kati (Louisa Herfert), dass sie eine Freundin hat, lesbisch ist und mit dieser Freundin einen Friseursalon aufmachen will. Charlotte ist nicht begeistert, macht sich scheinbar jedoch mehr Gedanken um die Salon-Idee als um das Lesbischsein ihrer Tochter. Schließlich wird die Einweihungsfeier des Salons gezeigt; Kati und Sarah sind am Ende des Films immer noch ein Paar.




2004

DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI (THE EDUCATORS)
DEUTSCHLAND/ÖSTERR      Regie: Hans Weingartner, Buch: Hans Weingartner, Katharina Held
Die drei jungen AnarchistInnen Peter (Stipe Erceg), Jan (Daniel Brühl) und Jule (Julia Jentsch) kidnappen den reichen Manager Hardenberg, als er sie dabei überrascht, wie sie seine Villa verwüsten. In einem Ferienhaus in den Bergen festgehalten, zeigt Hardenberg (Burghart Klaußner) als alter 68er einerseits Verständnis für die politische Motivation der drei, spielt sie jedoch andererseits geschickt gegeneinander aus. Eines Abends erzählt er von seinen WG-Zeiten und von den unterschiedlichen sexuellen Beziehungen, die sich unter den MitbewohnerInnen ergaben. Eine Zeit lang sei Lissy mit seiner Frau zusammen gewesen, schließt er den Reigen. Peter wusste bis dahin noch nichts davon, dass Jule sich in Jan verliebt hat. Wutentbrannt stellt er sie zur Rede. Die Klarheit rüttelt die drei auf, sie bringen Hardenberg nach Hause, sie trennen sich in scheinbarer Freundschaft, aber er hetzt die Polizei auf sie. Doch das Trio hat sich längst ins Mittelmeer abgesetzt ...




2004

FOLGE DER FEDER! (FOLGE DER FEDER!)
DEUTSCHLAND     Regie: Nuray Sahin, Buch: Nuray Sahin, ZDF
Die junge Türkin Helin folgt einem Heiratsangebot nach Berlin. Dort will sie ihre Schwester und ihre Mutter suchen, die beide den Vater und Helin vor Jahren in der Türkei verlassen haben. Neben den Problemen mit der Aufenthaltsgenehmigung muss Helin sich mit den damaligen Beweggründen ihrer Mutter auseinandersetzen und dazu Stellung beziehen. Leiten lässt sie sich durch eine Feder, von der ihre Großmutter ihr erzählt hat.
Ihre Schwester Ayda (Dilek Serindag) lebt mit ihrer Freundin Franziska (Alexandra Kalweit) zusammen; schockiert sieht Helin sie gemeinsam im Bett. Sie erzählt der Mutter davon, die lacht und gibt zu, anfangs auch Schwierigkeiten damit gehabt zu haben. Dies sei jedoch Quatsch.




2004

FREMDE HAUT (IN ORBIT/UNVEILED)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH     Regie: Angelina Maccarone, Buch: Angelina Maccarone, Judith Kaufmann
Die lesbische Iranerin Fariba (Jasmin Tabatabei) flieht mit gefälschten Papieren nach Deutschland. Dort erwartet sie der vorübergehende Aufenthalt in einer Zwischenwelt: In der Asylzone des Flughafens werden ihre Fluchtgründe ("politische" – gibt sie beim ersten Verhör an) protokolliert und geprüft – und als nicht lebensbedrohlich eingestuft. Als sich ein Landsmann von Fariba aus Angst und Kummer das Leben nimmt, eignet sie sich seine Identität an, erhält eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung und kommt in ein schwäbisches Zwischenlager. Fariba, nun Siamak, besorgt sich Arbeit ohne Papiere in einer Sauerkrautfabrik und lernt dort Anne (Anneke Kim Sarnau) kennen. Anne verliebt sich in den schüchternen und ruhigen Siamak, aber Siamak-Fariba fürchtet, dass ihre Identität auffliegen könnte. Anne und Fariba werden trotzdem ein Liebespaar, doch Annes Exfreund kann die Schmach, von einer Frau ausgestochen worden zu sein, nicht ertragen und sorgt für eine Schlägerei. Die von Annes kleinem Sohn herbeigerufene Polizei kassiert Fariba ein und schiebt sie in den Iran ab. Dort wird sie als Siamak einreisen. Es bleibt offen, ob die staatliche Verfolgung, die seinen Bruder und seine Freunde das Leben gekostet hat, tatsächlich eingestellt worden ist, wie die Behörden behaupten ...
Die gebildete und perfekt Deutsch sprechende Fariba scheint viel über Deutschland zu wissen; Menschenrechtsorganisationen (MeRSI/ai, z. B.) scheinen ihr jedoch nicht bekannt. Über die Situation von Lesben im Iran erfahren wir wenig. Dem Team Maccarone/Kaufmann ging es vorwiegend um die Schilderung einer sich im Asylantragsverfahren befindlichen Lesbe, die sich in Deutschland als Mann durchschlägt. Die Reaktion der beiden Freunde von Anne auf die Entdeckung Siamaks als Fariba erinnert stark an die Wut und Aggression der Männer in "Boys don't cry" von Kimberley Peirce (1999). Wenn auch bei Maccarone/Kaufmann keine Vergewaltigung bebildert wird, so sind jedoch die Gewaltszenen ähnlich unerträglich und degradieren die beiden Frauen zu hilflosen Opfern der Männer.




2004

INTIMZONE SCHWIEGERELTERN/PROBLEMZONE SCHWIEGERELTERN (INTIMZONE SCHWIEGERELTERN)
DEUTSCHLAND     Regie: Christiane Hartmann, Buch: Johannes Lackner
Annette (Doreen Jacobi) und Lars (Joram Voelklein) verstehen sich eigentlich gut. Nun wollen sie heiraten und sich gegenseitig ihre Eltern vorstellen. Schon im Vorfeld geraten beide aus später offensichtlichen Gründen unter Druck: Annettes Eltern sind bieder. Hermann (Michael Gwisdek) hängt seiner Zeit als Soldat und als Burschenschafter nach, während seine Frau ganz klassisch eher im Hintergrund bleibt. Lars hingegen hat nur seine Mutter Rita (Katrin Sass), aber die hält ihn entsprechend auf Trab. Als überzeugte Linke, Frauenrechtlerin und dazu noch Lesbe nimmt sie nicht nur Lars potenzielle Schwiegereltern messerscharf unter die Lupe, sondern auch seine Beziehung mit Annette. Eine insgesamt sehr überzogene Familienkomödie, aber in jeder Szene überzeugend gespielt, wobei sich die Jungstars gegen Gwisdek und Sass mächtig ins Zeug legen müssen, um nicht einfach nur blass auszusehen. Besonders unterhaltsam: Die ganze Truppe folgt Rita nach und nach in die Berliner Lesbenbar "Eat pussy", in der Hermanns Frau sofort blickt, was gespielt wird, während dem angeblich weltgewandten Hermann nur die Beobachtung bleibt, dass in Berlin wohl mehr Frauen in Kneipen gehen als in München in seine Stammkneipe. Vermutlich läge es daran, dass diese Etablissements Frauen verbilligte Getränke anbiete ...




2004

DIE KIRSCHENKÖNIGIN (DIE KIRSCHENKÖNIGIN)
DEUTSCHLAND/TSCHECHIEN     Regie: Rainer Kaufmann, Buch: Justus Pfaue
Der Film erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Baronin von Roll (Johanna Wokalek), die einen Bauern heiratet und dessen heruntergewirtschafteten Hof im Laufe der Jahre – auch nach seinem Tod – zu einem reichen Anwesen aufbaut. Von 1914 bis zur Nachkriegszeit werden Schicksalsschläge, Kriegswirren und allerlei andere Hindernisse im Leben der Baronin geschildert, die allen Widrigkeiten voller Stärke trotzt. Ihre jüngste Schwester, Käthe (Clémence Boué), schlägt den Weg einer Sozialistin ein, pflegt den Kontakt zur Kunstszene in den Zwanziger Jahren und besucht ihre Schwester Ruth von Roll mit ihrer Geliebten Nettie. Aus der Sicht von Käthe wird die Geschichte erzählt. Käthe wird mit ihrer Freundin einmal von Nazis bedroht, ein anderes Mal als „pervers“ bezeichnet.
Die teilweise interessante ZDF-Produktion, als Dreiteiler ausgestrahlt und mit sehr viel Authentizität ausgestattet, verliert durch kleinere Inszenierungsmängel und – bei überwiegend anspruchsvollen Dialogen – unerwartete Plattheiten und zunehmend einfallslose Wendungen.
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




2004

DIE KOMMISSARIN: MÖRDERISCHE ZWÄNGE (DIE KOMMISSARIN: MÖRDERISCHE ZWÄNGE)
DEUTSCHLAND     Regie: Charly Weller, Buch: Rainer Butt, TV
Kommissarin Lea Sommer (Hannelore Elsner) ermittelt in einem Mordfall, bei dem es um sadomasochistische Spiele ging. Eine Frau, Maren Grimm, ist dabei (?) ermordet worden. Der zwielichtige Richter Grimm, der mit ihr diese Spiele spielte, wirkt tatverdächtig. Dann stellt sich aber heraus, dass auch die Ex-Geliebte der Ermordeten, Sina von Gahlen (Angelika Bartsch), diese Sexpraktiken mit ihr ausübte. Sie verlor ihre Geliebte an Grimm – ist sie die Täterin? Die kluge Kommissarin überführt jedoch schließlich Grimms Exfrau Bettina Kant (Erika Skrotzki), die sich wegen seiner bevorzugten Praktiken sogar hatte scheiden lassen und ihre Tochter davor schützen wollte. Verquere Serienproduktion mit Klischee-Lesben.




2004

DIE LEIBWÄCHTERIN (DIE LEIBWÄCHTERIN)
DEUTSCHLAND     Regie: Markus Imboden, Buch: Harald Göckeritz
Mona Dengler (Ulrike Folkerts) wird, während sie als Leibwächterin der EU-Politikerin Johanna Sieber (Barbara Rudnik) arbeitet, von einem zwielichtigen politischen Gegner erpresst: Sie soll als Informantin fungieren und damit die Abschaffung der Investitionen der Tabakindustrie verhindern, ansonsten wird ihr Sohn Philipp, der seit einem Jahr clean ist, wieder drogenabhängig gemacht. Hin- und hergerissen lässt sie sich halbwegs darauf ein, begreift aber schon bald, dass es nicht nur um Informationen geht, sondern dass Johanna Sieber ermordet werden soll. Dies und die Tatsache, dass Frau Sieber sich ihr deutlich zu nähern versucht, machen Monas Lage nicht gerade einfacher. Von Johannas Lesbischsein erfährt Mona nebenbei. Sie hört in einem Gespräch Johannas mit ihrem Ehemann, dass es sich nur um eine Scheinehe handelt und sie jetzt geoutet worden ist. Mona kann sich nicht gleich auf Johannas Avancen einlassen, ist aber auch nicht völlig abgeneigt. Sie entgeht clever einem Anschlag auf ihr Leben und rettet schließlich auch noch Johanna. Von einem Schuss getroffen, der nicht tödlich ist, sinkt Mona in Johannas Arme; einer gemeinsamen Zukunft steht offenbar nichts mehr im Weg. ZDF-Produktion.




2004

MÄNNER WIE WIR (MÄNNER WIE WIR)
DEUTSCHLAND      Regie: Sherry Horman, Buch: Benedikt Gollhardt
Ecki (Maximilian Brückner), der als Bäcker im Betrieb seines Vaters (Dietmar Bär) arbeitet, ist leidenschaftlicher Fußballspieler. Als nicht nur er sein Schwulsein entdeckt, gibt es einen Eklat in dem kleinen Dorf. Auch sein Vater kann die Homosexualität seines Sohnes nicht akzeptieren. Ecki verlässt Boldrup, um in Dortmund eine schwule Fußballmannschaft zusammenzustellen, die seine alten Kameraden schlagen soll. Er verliebt sich in einen Mann aus seinem neuen Team und muss erst lernen, zu seinem Schwulsein zu stehen. Unter den schwulen Fußballern, die er rekrutiert, befindet sich auch Martin, der sich selbst als Lesbe im Körper eines Mannes bezeichnet. Ganz unterhaltsame Komödie.




2004

RTFM (READ THE FUCKING MANUAL)
USA/DEUTSCHLAND     Regie: H.L. Winkler, Buch: ?
"Set in San Francisco at the height of the dot com boom, RTFM explores a weekend in the life of overworked and undersexed computer geek Dev. After putting the finishing touches on her company’s most recent project – a website that recommends executive gifts – Dev heads back to her apartment for some much needed R&R. The only problem is that things at home aren’t quite what they used to be. Loosely taking its cue from the reality-altering works of David Lynch, RTFM is a wild fantasy ride of psychotic bosses, computer programming, and sexual intrigue. Polly Lister steals the show as the wide-eyed, sharply dressed Dev, who scrambles frantically to make sense of her new, upside-down world. Within a 48-hour period, she finds herself reduced to transcribing computer code from matchsticks found on her kitchen floor, struggling through surreal bar conversations, dealing with one-night stands that go up in smoke, and surrendering to a recurring dream that puts her face-to-face with her inner child. When the story runs the risk of becoming just another hapless examination of an alter-ego gone wild, lucky for us, there’s a surprise ending". (Quelle: Erin Cullerton, Lesbian & Gay Film Festival San Francisco, 2004)




2004

SEX & MEHR (DAS ZWEITE MAL)
DEUTSCHLAND     Regie: Peter Gersina, Buch: Mathias Dinter
Vier Freundinnen unterstützen sich gegenseitig in allen Lebenslagen. Als Valerie heiratet, will sie unbedingt eine zweite Erfahrung mit einem Mann machen; ihre Freundinnen, darunter die Lesbe Frenzy (Miranda Leonhardt), helfen ihr dabei. Belanglose ProSieben-Komödie.




2004

TATORT: MÖRDERSPIELE (TATORT: MÖRDERSPIELE)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH     Regie: Stephan Mayer, Peter F. Bringmann, Buch: Stephan Mayer
Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) ermittelt den Mord an einer Frau und hält die aus dem Münsteraner Aasee geborgene kopflose Leiche zunächst für die lesbische Ehefrau eines Antiquars, als ein ukrainischer Ölmagnat auftaucht und die Tote als seine Frau identifiziert.




2004

TATORT: VERLORENE TÖCHTER (TATORT: VERLORENE TÖCHTER)
DEUTSCHLAND     Regie: Daniel Helfer, Buch: Marc Blöbaum, Elke Schuch
Hauptkommissar Casstorff (Robert Atzorn) und seine KollegInnen Jenny Graf (Julia Schmidt) und Eduard Holicek (Tilo Prückner) ermitteln den Mord an einer 14-jährigen. Sie war Mitglied einer gewalttätigen Mädchenbande, die ihre Umgebung tyrannisiert. Die Spur führt zunächst zu Lucy (Elisa Becker), die in die tote Ronja verliebt war, ihre Gefühle aber nicht erwidert fand. Es dauert, bis Jenny diese Seite der Freundschaft überhaupt in Betracht zieht; die ErmittlerInnen kommen erst durch ein Buch über Pubertät und Sexualität auf die Idee, denn darin steht, dass sich Jugendliche ihrer homosexuellen Gefühle ihren FreundInnen gegenüber oft schämen.
Aber Lucy war nicht die Täterin, sondern die stille und Sartre lesende Marie (Marie-Therese Katt); die hätte viel lieber Ronjas Mutter (Inga Busch), die ihre Tante ist, zur Mutter gehabt. Nach deren Verlust versucht sie sich unentbehrlich für sie zu machen.




2004

WELLEN (WELLEN)
DEUTSCHLAND     Regie: Vivian Naefe, Buch: Günter Schütter, Vorlage: Eduard von Keyserling
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg fährt die heranwachsende Lolo (Kati Eyssen) mit ihrer erlauchten Familie an die Ostsee und lernt dort eine Frau, Alice (Marie Bäumer), kennen, über die sich alle Anwesenden die Mäuler zerreißen. Lolo jedoch ist fasziniert, täuscht ein Problem im Meer vor und wird von Alice gerettet. Als diese erkennt, dass Lolo nur einen Vorwand zum Kennenlernen suchte, warnt sie sie, küsst sie aber schnell noch anzüglich auf den Mund, was die sich nähernde Mutter (Sunnye Melles) auch mit einem empörten Ausruf zur Kenntnis nimmt. Bald wird Lolo sich für einen Mann interessieren; um Alice herum werden sich heterosexuelle Dramen abspielen. arte/ZDF-Produktion.

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2005

DER ALTE: HIMMEL UND HÖLLE (DER ALTE: HIMMEL UND HÖLLE)
DEUTSCHLAND      Regie: Hartmut Griesmayr, Buch: Volker Vogeler
Die bisexuelle Psychotherapeutin Georgia Stein (Anja Kruse) wird ermordet. Verdächtig ist nicht nur ihre Angestellte und Ex-Geliebte Dorette Altmann (Carolin Fink), sondern auch der Ehemann einer Patientin, denn die Therapeutin hatte ihr einen neuen Lover als Therapie vorgeschlagen, um ihn selbst als Lover loszuwerden. Schließlich werden sowohl Robert Seeler (Helmut Zierl) als auch seine Frau Veronika (Denise Virieux) der Morde überführt: Er ermordete die Therapeutin, sie ihren Lover... Die angestaubte Krimistruktur der ZDF-Reihe "Der Alte" bemüht sich redlich, der Handlung und den Ermittlungen einen modernen Touch zu verleihen, kommt aber aus seinen antiquierten Mustern nicht heraus.




2005

EINE ANDERE LIGA (EINE ANDERE LIGA)
DEUTSCHLAND      Regie: Buket Alakus, Buch: Buket Alakus, Jan Berger
Die junge Deutschtürkin Hayat ist mit Leib und Seele Fußballspielerin. Ihre Mutter ist an Krebs gestorben und auch Hayat bricht eines Tages auf dem Spielfeld zusammen. Eine Brust wird ihr abgenommen. Um ein Ausbreiten der Metastasen zu verhindern, soll sie weiterhin starke Medikamente nehmen. Die jedoch schwächen sie so sehr, dass sie nicht weiter als Leistungssportlerin einsetzbar ist. Todunglücklich stiehlt sie sich heimlich zum Training, damit ihr besorgter Vater nichts merkt. Aber aus versicherungstechnischen Gründen kann sie in dieser Liga nicht mehr mitspielen. So nimmt sie am Training weniger begabter Spielerinnen teil, die von einem verkrachten und desinteressierten Coach trainiert werden. Aus Solidarität gesellt sich schließlich auch ihre beste Freundin Ali zu dieser Mannschaft. Hayat verliebt sich in den rauen Trainer und er sich auch in sie, aber sie hadert nicht nur mit ihrer Krebserkrankung, sondern auch mit ihrer fehlenden Brust. Dennoch ergibt alles ein Happy-End.
Unter den geschnittenen Szenen, die der DVD hinzugefügt wurden, ist eine, die Hayat ihre beste Freundin Ali mit einer Frau im Bett überraschen lässt. Ali sagt, sie hätte sich nie getraut, ihr das zu sagen, jetzt wisse sie es wenigstens. Hayat sagt, sie hätte sich nie getraut zu fragen. Nachdem das geklärt ist, darf Hayat zwischen den beiden im Bett schlafen. Am nächsten Morgen frühstücken sie zusammen. Diesen Hinweis verdanke ich Elmas Pehlivan.




2005

BLOODRAYNE (BLOODRAYNE)
USA/DEUTSCHLAND          Regie: Uwe Boll, Buch: Guinevere Turner
Fantasyspektakel nach einem Videospiel: Im 18. Jahrhundert herrschen Vampire über Rumänien. Rayne (Kristanna Lokken), ein Dhampir (halb Mensch, halb Vampirin), will sich mit Hilfe zweier Vampirjäger an Kagan (Ben Kingsley) für den Mord an ihrer Mutter rächen. Auf ihrem Weg tötet sie mit einem Biss ihre Freundin und nähert sich auch später des Öfteren weiblichen Vampiren. Unausgegorenes Vampirgemetzel, das etwaige Frauenbeziehungen spekulativ ausschlachtet, jedoch nur heterosexuelle Begegnungen ernst nimmt.




2005

DIE BOXERIN (DIE BOXERIN)
DEUTSCHLAND          Regie: Catharina Deus, Buch: Martina Klein
Die unangepasste Johanna (Katharina Wackernagel) eckt mit ihrer Ungeduld und ihrer Aggressivität überall an. Ihre Mutter (Manon Straché) lebt von Sozialhilfe und will Johanna lieber in einem einträglichen Job sehen, der ihr gemeinsames Leben erleichtern soll. Aber Johanna träumt von einer Karriere als Boxerin, da ihr verstorbener Vater bereits Boxer war und sie trainiert hat. Ihr unangepasstes Auftreten provoziert die anderen jungen Frauen im Dorf dazu, ihre Weiblichkeit und ihre Heterosexualität in Frage zu stellen. Und als Johannas ehemals beste Freundin Stella (Fanny Staffa) vorübergehend wieder zu Hause ist, um ihren kranken Vater zu pflegen, macht diese mit ihr den Lesbentest: Sie knutschen miteinander rum, aber bevor das ausarten könnte, meint Stella dringend telefonieren zu müssen ... Vielleicht hätte Johanna sich auf Stella eingelassen, stattdessen gibt sie dem Werben eines jungen Mannes nach und probiert mit ihm eine Zweierbeziehung aus. Beinah mutiert sie zur Hausfrau – aber der Trainer, der ein Freund ihres Vaters war, unterstützt sie in ihren Boxwünschen und meldet sie zu einem Boxkampf an, den Johanna sogar gewinnt... Interessantes Porträt einer Heranwachsenden, das sich bemüht, Klischeedialoge und -Szenen zu vermeiden.




2005

DER BULLE VON TÖLZ: MORD IM KLOSTER (DER BULLE VON TÖLZ: MORD IM KLOSTER)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH      Regie: Wolfgang F. Henschel, Buch: Michael Lerchenberg, TV
Im Kloster St. Ehrentraud ist eine junge Nonne auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Da Männer keinen Zutritt haben, lässt sich Benno (Ottfried Fischer) von seiner Mutter bekochen, während Sabrina (Katerina Jacob) im Kloster ermitteln muss. Es stellt sich heraus, dass Nonne Maria Fidelis (Annalena Duken) "ein sehr persönliches Verhältnis" zur Verstorbenen hatte, wie nicht nur ein Foto zeigt, sondern auch Maria, eine Assistentin des Kaplans, bestätigt. Die zunächst verdächtigte Fidelis erkennt Mord und Motiv und schneidet sich die Pulsadern auf. Jede Hilfe kommt zu spät. Auch die des Mordes überführte Mutter Alcina (Sunni Nelles) stürzt sich schließlich in den Tod.




2005

EINSATZ IN HAMBURG: MORD AUF REZEPT (EINSATZ IN HAMBURG: MORD AUF REZEPT)
DEUTSCHLAND      Regie: Walter Weber, Buch: Jan Hinter, Stefan Cantz
Die Kommissarin Jenny Berlin (Aglaia Szyskowitz) klärt mit ihren beiden Kollegen einen Mord im Krankenhausmilieu auf und wird dabei am Seziertisch von der Pathologin Dr. Dunkel (!) (Victoria Trauttmannsdorff) angemacht – worauf Frau Berlin aber nicht eingeht, sondern sich die Zuwendung für ihre Recherchen zunutze macht. ZDF-Produktion.




2005

ELEMENTARTEILCHEN (ELEMENTARTEILCHEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Oscar Roehler, Buch: Oscar Roehler, Vorlage: Michel Houellebecq (Roman)
Zwei Halbbrüder, Michael (Christian Ulmen) und Bruno (Moritz Bleibtreu), hat der flippige Lebenswandel ihrer 68-Mutter unterschiedlich geprägt. Bruno kann nur noch an Sex denken, während Michael als Wissenschaftler an einem Projekt forscht, das Sexualität langfristig für die Fortpflanzung überflüssig macht.
In einem spirituellen freizügigen Camp lernt Bruno Christiane (Martina Gedeck) kennen, die, wie er, nichts mehr und doch alles vom Leben zu erwarten scheint. Sie berichtet, sie habe es auch schon mit Frauen versucht, aber das habe auch nichts gebracht.
Wegen einer Nekrose im Steißbein werden ihre Beine gelähmt bleiben; Bruno entscheidet sich zu spät, bei ihr zu bleiben. Da hat sie sich schon vom Balkon des Hochhauses, in dem sie wohnt, in den Tod gestürzt. Michael wird mit Annabelle (Franka Potente) glücklich.




2005

ESMAS GEHEIMNIS (GRBAVICA)
BOSNIEN-HERZEGOWIN/KROATIEN/DEUTSCHLAND      Regie: Jasmila Zbanic, Buch: Jasmila Zbanic
Die allein erziehende Esma (Mirjana Karanovic) kann und will ihrer 12-jährigen Tochter Sara (Luna Mijovic) nicht offenbaren, dass die Schwangerschaft mit ihr auf eine Massenvergewaltigung zurückgeht. Deshalb erfindet sie einen Kriegshelden als Vater, bis sich die Situation zuspitzt und Sara die Wahrheit wissen will ... Das engagierte und sowohl exzellent inszenierte als auch gespielte Nachkriegsdrama erhielt bei der Berlinale 2006 den Goldenen Bären.
Dies ist kein Lesbenfilm; es geht um die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Esma und Sara, um die Traumata, die Frauen in Krisengebieten überleben und verarbeiten müssen. Mutter und Tochter schauen häufiger fern. Interessanterweise läuft eines Abends der lesbische Kurzfilm "Sleeping Beauty" von Jamie Babbit im Fernsehen, eine 1999 in den USA gedrehte lesbische Dornröschengeschichte.




2005

GESPENSTER (GESPENSTER/FANTOMES)
DEUTSCHLAND/FRA          Regie: Christian Petzold, Buch: Christian Petzold, Harun Farocki
Drei völlig unterschiedliche Frauen treffen in Berlin aufeinander: Die introvertierte und sehr junge Nina (Julia Hummer), die in einem betreuten Wohnprojekt lebt, lernt zufällig Toni (Sabine Timoteo) kennen, als diese grad Ninas Arbeitskollegen bestiehlt. Die beiden verbringen den halben Tag und die Nacht miteinander. Aber am nächsten Morgen ist Toni verschwunden, sie hat sich offenbar auf den Regisseur Oliver (Benno Fürmann) eingelassen, um im Film groß rauszukommen. Als Dritte taucht die Französin Françoise (Marianne Basler) auf, die seit Jahren ihre gekidnappte kleine Tochter sucht und glaubt, sie in Nina gefunden zu haben. Während die einsame Außenseiterin Nina Nähe sucht und in Toni im wahrsten Sinne des Wortes ihre "Traum"-Frau gefunden zu haben glaubt, hat Toni hingegen bereits gelernt, dass sie sich das, was sie zum Leben braucht, mit allen Mitteln holen muss. Sie stiehlt und scheut auch nicht davor zurück, die Gelüste Olivers zu befriedigen, denn darin sieht sie die Chance einer Sicherung ihrer Existenz. Welche erzählten und angedeuteten Geschichten der "Wahrheit" entsprechen, wird nicht aufgelöst; Petzold legt mehr Wert auf die Darstellung der Einsamkeit und des mitunter verzweifelten Überlebenskampfes der drei Frauen und unterstreicht dies mit entsprechender Bildsprache: Viele Einstellungen zeigen nur den Vordergrund scharf, der Hintergrund bleibt verschwommen. Großaufnahmen wechseln sich mit wenigen Totalen ab, in denen meistens Nina allein in ihrer jeweiligen Umgebung zu sehen ist.




2005

DIE HOCHZEIT MEINER TÖCHTER (DIE HOCHZEIT MEINER TÖCHTER)
DEUTSCHLAND      Regie: Thomas Jacob, Buch: Ina Siefert, Andy T. Hoetzel
In der Fortsetzung von "Wunschkinder und andere Zufälle" ist Mutter Hilde (Ruth Maria Kubitschek) immer noch nicht damit zufrieden, dass ihre Töchter nun auch die ersehnten Enkel produziert haben. Nein, nun müssen sie auch noch heiraten. Mit von der Partie sind wieder die dritte Tochter Anja (Tina Ruland) und ihre Geliebte, Karin (Gesine Cukrowski), um deren Heirat es natürlich auch geht. TV-Produktion.




2005

EINE HOCHZEIT ZU DRITT (IMAGINE ME & YOU)
UK/DEUTSCHLAND      Regie: Ol Parker, Buch: Ol Parker
Rachel (Piper Perabo) ist im Begriff ihren Hector (Matthew Goode) zu heiraten, fängt jedoch den Blick der Floristin Luce (Lena Headey) auf und ist irritiert. Rachel heiratet Heck und kommt auf der anschließenden Feier mit Luce ins Gespräch, was ihre Verwirrung nicht besser macht. Luce, so erfährt zunächst nur das Publikum, ist lesbisch, Single und lebt mit ihrer Mutter zusammen. Bei einem gemeinsamen Essen erfährt Heck von Luce, dass sie lesbisch ist. Sie würde vielleicht doch irgendwann heiraten, meint sie zu ihm, jetzt, da die Gesetze geändert seien. Als Heck Rachel über Luce's Lesbischsein in Kenntnis setzt, besucht sie Luce schließlich in ihrem Blumenladen. Dort teilt sie ihr zwar mit, dass das, was noch nicht wirklich begonnen hat, ein Ende haben muss, aber im nächsten Moment küssen sie sich. Dabei werden sie vom ahnungslosen Heck gestört. Luce entscheidet, sich aus Rachels Leben zurückzuziehen. Aber die trifft plötzlich ebenfalls eine Entscheidung und zwar eine für Luce. In einer an "Notting Hill" erinnernden Verfolgungsjagd durch London schafft sie es, Luce – über mehrere Autos hinweg – ihre Entscheidung mitzuteilen. Sie laufen zu "Happy Together" von den "Turtles" (der Originaltitel spielt auf den Liedanfang an: "Imagine me and you...") aufeinander zu und fallen einander in die Arme.
"Eine Hochzeit zu dritt" ist eine konventionelle Komödie, die im heterosexuellen Kontext thematisch längst einen langen Bart hätte. Durch die lesbische Komponente gewinnt sie hier ein paar wenige Komponenten hinzu: Rachel fühlt sich in ihrer Ehe sicher, solange sie Luce für hetero hält. Ihr Vater hält ihr einen Vortrag, sie müsse ihrem Herzen folgen. Da er das zweifellos auch bei einem männlichen Geliebten gesagt hätte, wird die lesbische Liebe mit der heterosexuellen filmisch auf eine Stufe gestellt.




2005

LIEBEN UND TÖTEN (LIEBEN UND TÖTEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Wolf Gremm, Buch: Wolf Gremm, Mathias Klaschka, Vorlage: Barbara Wilde ("Wie das Gift in die Mango kam")
Isabelle (Anne Brendler) besucht ihre beste Freundin Julia (Gesine Cukrowski), die in Thailand eine Tauchschule besitzt. Zu Julias großer Enttäuschung bringt Isabelle ihren Ehemann Tom (Francis Fulton-Smith) mit, der Isabelle in der Vergangenheit misshandelt hatte. Isabelle und Tom wollen einen Neuanfang in Thailand wagen, aber er wird erneut rasend vor Eifersucht und schlägt Isabelle, die daraufhin zu Julia flüchtet. Als Isabelle nach einem Stelldichein mit dem Architekten Klaus spät nachts zu Julia kommt, verschweigt sie ihr die Liaison. Julia holt Isabelle aus der Klemme, tötet Tom und fährt mit Isabelle auf eine einsame Insel. Unterwegs erkennt Isabelle, dass Julia für Toms Tod verantwortlich ist. Julia gesteht ihr endlich ihre Liebe, der sie jedoch mit der Waffe Nachdruck verleihen muss. Bei einer vorgetäuschten Zärtlichkeit entwendet Julia ihr die Waffe und tötet Isabelle. Für Klaus und Julia ist der Weg frei.
Der deutsche Thriller vor exotischer Kulisse klaut u. a. Versatzstücke bei Hitchcocks "Vertigo", Regie und Drehbuch scheinen von solchen Finessen jedoch überfordert und verlieren sie aus dem Blick. Dass entweder einer der beiden Männer oder Julia psychopathische Killer sind, wird rasch klar. Julia erhält erst eindeutig krankhafte Züge, als sie Isabelle ihre Liebe gesteht. Das lesbische Begehren paart sich mit einer gestörten Persönlichkeit.




2005

PRINZESSIN (PRINZESSIN)
DEUTSCHLAND      Regie: Birgit Grosskopf, Buch: Birgit Grosskopf, Daniela Hilchenbach
Schonungsloses Porträt einer Mädchengeneration, die klaut, pöbelt und zuschlägt. Eine der Frauen, die von den Teenies abgezockt werden, ist lesbisch.




2005

DIE SCHÖNSTEN JAHRE (DIE SCHÖNSTEN JAHRE)
DEUTSCHLAND      Regie: Gabi Kubach, Buch: Scarlett Klein, Elke Heidenreich
Die erfolgreiche, aber verhärmt wirkende Journalistin Nina (Ulrike Kriener) nimmt ihre dominante Mutter Eva (Doris Schade) widerstrebend mit auf eine Dienstreise nach Budapest, wo sie Richard Gere für ein Interview zu treffen hofft. Auf der Reise entfaltet sich der bisher schwelende Mutter-Tochter-Konflikt. Mit Ninas Liebesbeziehung zur Fotografin Flora (Julia Bremermann) jedoch hat sie offenbar keinerlei Probleme, obwohl Nina seit Jahren verheiratet ist. Eva fliegt zurück nach Deutschland, erleidet dort jedoch einen Schwächeanfall. Im Krankenhaus wird Krebs im Endstadium diagnostiziert. Nina bricht sofort ihre Arbeiten in Budapest ab und fliegt zur Mutter. Flora folgt ihr. Eva vereint Ninas und Floras Hände miteinander und stirbt. Während der Haushaltsauflösung finden die beiden ein Kuvert für Nina, in dem sich Fotos befinden, die zeigen, dass zwischen 1940 und 1945 Eva und die Schwester von Ninas Vater, Carla, ein Paar waren.




2005

SONJA (SONJA)
DEUTSCHLAND      Regie: Kirsi Marie Liimatainen, Buch: Kirsi Marie Liimatainen
Die 16-jährige Sonja (Sabrina Kruschwitz) und ihre Freundin Julia (Julia Kaufmann) scheinen unzertrennlich zu sein. In diesem Sommer jedoch interessiert sich Julia sehr für das andere Geschlecht und macht erste Erfahrungen. Sonja begleitet sie zu dem einen oder anderen Treffen, kann der Begegnung mit den Jungen aber nichts abgewinnen. Argwöhnisch beobachtet sie ihre Freundin im Kontakt mit den jungen Männern. Sie verspürt kein Bedürfnis, es ihr gleich zu tun und findet ihren Verehrer Anton eher langweilig. Sonjas Mutter (Nadja Engel) befürchtet, dass ihre Tochter eher eher "Mädels" mag und liest zu Sonjas Empörung einfach ihr Tagebuch.
Obwohl die beiden Mädchen auch körperlich sehr vertraut miteinander sind, wendet sich Julia immer mehr ihrem Freund zu. Enttäuscht nutzt Sonja die Zeit bei ihrem Vater, um den Avancen seines Nachbarn nachzugeben, erkennt dann aber, dass das definitiv nicht das ist, was sie sucht. Wieder zu Hause bricht sie mit Julia, denn sie liebt sie eben "so" und kann nicht die Freundin sein, die Julia haben will. Sensible Studie einer ersten unglücklichen Liebe. Koproduktion der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" mit dem MDR.




2005

EIN UNGEZÄHMTES LEBEN (AN UNFINISHED LIFE)
USA/DEUTSCHLAND      Regie: Lasse Hallström, Buch: Mark Spragg, Virginia Korus Spragg
Nach vielen Jahren kehrt Einars (Robert Redford) Schwiegertochter Jean (Jennifer Lopez) mit ihrer Tochter in die Stadt zurück, wo sie mit ihrem Mann glücklich war, bis dieser bei einem Autounfall 21-jährig ums Leben kam. Der verbitterte Einar macht Jean für den Tod seines Sohnes verantwortlich und ist daher auch wenig begeistert, sie wiederzusehen. Sein Freund Mitch (Morgan Freeman) vermittelt vorsichtig, und Einars aufgeweckte Enkelin Giff erobert sein Herz. Für Giff sind die beiden Freunde ein Schwulenpaar, das sie an ein Lesbenpaar erinnert.




2005

V FÜR VENDETTA (V FOR VENDETTA)
UK/USA/DEUTSCHLAND      Regie: James McTeigue, Buch: Andy Wachowski, Larry Wachowski, David Lloyd
In England herrscht ein Großkanzler (John Hurt) faschistisch in einem Überwachungsstaat; eines seiner Sprachrohre, ein Fernsehmoderator, predigt Angst und reaktionäres Gedankengut. Hass gegen Homosexuelle und Andersdenkende wird geschürt. Da taucht ein mysteriöser Gegenspieler auf, V (Hugo Weaving), ein Maske tragendes Opfer diverser staatlicher Virusexperimente. Zufällig läuft Evey (Natalie Portman) V über den Weg; ihre Eltern wurden wegen politscher Aktivitäten umgebracht. Systematisch mordet V seine früheren Peiniger – die jetzigen Regierungsmitglieder – und hetzt das Volk gegen die Regierung auf. Und tatsächlich, am anberaumten Termin marschieren Tausende in Maske gegen das Parlament, das mittels V's U-Bahn und Dank Eveys Hilfe vor ihren Augen in die Luft gesprengt wird. V stirbt im Duell mit dem Polizeichef und seinen Handlangern.
In einer Gefängnisszene lässt eine wegen ihres Lesbischseins inhaftierte Frau ihren Zellennachbarn/ihre Zellennachbarin an ihrem Leben teilhaben, indem sie ihre Geschichte auf Klopapier schreibt und in einem Mauseloch deponiert. Ihre Freundin wurde inhaftiert und hingerichtet; sie selbst, Valerie, sitzt bis zum Tod im Kerker.

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2006

ANGSTHASEN (ANGSTHASEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Franziska Buch, Buch: Ulrich Limmer
Adrian Zumbusch (Edgar Selge) ist ein Hypochonder und ein Phobiker. Seine Ängste bestimmen sein Leben. Irrtümlicherweise diagnostiziert seine neue Ärztin (Nina Kunzendorf) ihm Leukämie und sagt ihm voraus, er habe höchstens noch ein halbes Jahr zu leben. Plötzlich mit dem scheinbar realen Tod konfrontiert, verliert Adrian all seine Ängste, verliebt sich in seine Ärztin und unternimmt all die waghalsigen Dinge, vor denen er sich bisher so gefürchtet hatte. Seine Frau hat sich inzwischen mit einer anderen Frau getröstet, mit der sie offenbar zusammenlebt, denn sie läuft hinter ihr durchs Bild, als sie dem verzweifelten Adrian öffnet, der mal wieder bei ihr Zuflucht sucht. Das offensichtliche Liebesverhältnis der beiden Frauen wird weder von der Regie noch von Adrian kommentiert. Ganz passable Fernsehkomödie von BR/SWR.




2006

AUF DER ANDEREN SEITE (YASAMIN KIYISINDA)
DEUTSCHLAND/TÜRKEI      Regie: Fatih Akin, Buch: Fatih Akin
Nejat ist Professor für Germanistik. Sein Vater Ali (Tunçel Kurtiz) überredet die türkisch-stämmige Prostituierte Yeter (Nursel Köse), zu ihm zu ziehen und nur für seine sexuellen Wünsche da zu sein. Als sie ihm klarmacht, dass sie durch diese Vereinbarung jedoch nicht sein Eigentum geworden ist, erschlägt er sie im Affekt. Der in sich gekehrte Nejat reist daraufhin nach Istanbul, um Yeters Tochter Ayten Öztürk (Nurgül Yesilçay) zu finden. Die wiederum wird wegen Terrorismusverdacht von der Polizei gesucht und flieht unter falschem Namen nach Deutschland, wo sie ihre Mutter zu finden hofft. In Hamburg lernt sie die junge Charlotte Staub (Patrycia Ziolkowska) kennen, die sie bei sich wohnen lässt, obwohl ihre Mutter Susanne Staub (Hanna Schygulla) – eine vereinsamte, aber aufrechte Alt-68erin – nicht sonderlich erbaut von dieser Idee ist. Yeter und Lotte verlieben sich ineinander, aber Yeters Asylantrag wird abgelehnt, sie wird in die Türkei abgeschoben und dort inhaftiert. Währenddessen hat Nejat einen deutsch-türkischen Buchladen übernommen und sich in Istanbul eingerichtet. Lotte fliegt in die Türkei, um Yeter zu helfen, wird jedoch von Kindern, die ihr die Tasche gestohlen haben, mit Yeters Pistole erschossen. Daraufhin reist auch Susanne in die Türkei, kommt – wie Lotte – bei Nejat unter und hilft Yeter, aus dem Gefängnis zu kommen. Ali, der seine Haftstrafe abgesessen hat, wird in die Türkei abgeschoben und kehrt dort in sein altes Heimatdorf zurück, wo Nejat ihn besucht.




2006

BASIC INSTINCT – NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMMELL (BASIC INSTINCT 2)
DEUTSCHLAND/UK/USA      Regie: Michael Caton-Jones, Buch: Leora Barish, Henry Bean, Vorlage: Joe Esterhaz (Charaktere)
Dreiviertel des Films ist ein müder Abklatsch des ersten Teils. Diesmal ist es kein Cop, sondern ein Psychiater, Michael Glass, der der skrupellosen Catherine Trammell (Sharon Stone) auf den Leim zu gehen scheint. Michaels Kollegin Dr. Gardosh (Charlotte Rampling) scheint auch etwas mit Catherine zu haben; ganz sicher jedenfalls lassen sie es so aussehen, dass er der Mörder seiner Exfrau zu sein scheint.




2006

FEMALE SUMMER (FEMALE SUMMER)
DEUTSCHLAND      Regie: Carl Andersen, Buch: Carl Andersen
Ein Berliner Lesbenpaar, die afrodeutsche Dela und die weiße deutsche Regina, machen Urlaub auf dem Land. Zu ihrer Überraschung ist die polnische Wirtin Malga selbst eine Lesbe. Bald kommt auch ihre Freundin zu Besuch. Gelangweilte und langweilende Gespräche nebst ebenso langweiligen sexuellen Spielchen folgen, wobei Dela und Regina immer mehr in Streit verfallen, weil Regina ihre religiösen Emotionen über die Gefühle zu Dela stellt. Die Paare trennen sich schließlich.




2006

FINALE (FINALE)
DEUTSCHLAND      Regie: Klaus Lemke, Buch: Klaus Lemke
Vor dem Hintergrund der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland im Sommer 2006 treibt es das Hamburger Callgirl Saralisa (Saralisa Volm) in die aufgewühlten Massen. Sie ist – nicht nur für ihren Ehemann Timo, von dem sie sich gerade scheiden lässt – für schnellen Sex zu haben und erfreut sich am Trubel. Eines Nachmittags lernt sie die Münchnerin Anneke (Anneke Schwabe) kennen, die für eine Perfomance einige Zeit in Hamburg ist. Die beiden gefallen einander und haben Sex. Allerdings sind sie sich darin einig, dass ihnen jeweils ein Penis fehlt. Diesen "Mangel" gleichen sie durch weitere sexuelle Begegnungen mit Männern aus. Schließlich kehrt Anneke wieder nach München zurück. Improvisiertes Erotikdrama vor Sportkulisse und – ganz wie in alten Lemke-Zeiten – mit LaienschauspielerInnen gedreht.




2006

FRAUENGEFÄNGNIS 4: FLUCHT VON DER TODESINSEL (WOMEN BEHIND BARS 4: ESCAPE FROM PRISON ISLAND/ANSGEL OF DEATH)
FRA/DEUTSCHLAND/ITA/DOM      Regie: Andreas Bethmann, Buch: Andreas Bethmann
Andreas Bethmann ist Regisseur zahlreicher Sexploitationfilme wie diesem hier: In seiner Version eines Frauengefängnisses werden brutale Vergewaltigungen genauso voyeuristisch in Szene gesetzt wie lesbische Sex-Spiele.




2006

LULU (LULU)
DEUTSCHLAND      Regie: Uwe Janson, Buch: Uwe Janson, Vorlage: Frank Wedekind (Theaterstücke), TV
Der spröde und steril gehaltene Fernsehfilm ist sehr genau nach Wedekinds "Erdgeist" inszeniert und folgt meist wortgetreu den Dialogen. Gräfin Geschwitz (Esther Zimmering) wird von Lulu (Jessica Schwarz) überredet, sich sexuell zu verkaufen. Sie überwindet sich für Lulu. Bald bringt Lulu ihre Freier mit in die Mansarde, in der sie mit Alva und der Gräfin wohnt. Gräfin Geschwitz drängt sich dazwischen und wird von dem Freier ermordet.




2006

DAS PARFÜM – DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS (THE PERFUME – THE STORY OF A MURDERER)
DEUTSCHLAND/FRANKREICH/SPANIEN/USA      Regie: Tom Tykwer, Buch: Tom Tykwer, Andrew Birkin, Bernd Eichinger, Vorlage: Patrick Süskind (Roman)
Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Patrick Süskind erzählt der Film die Geschichte des armen Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw), der im 18. Jahrhundert als Waise in den Slums von Paris aufwächst. Sein ausgeprägter Geruchssin führt ihn schon bald zu den gut duftenden Frauen, die er ungestüm erdrosselt. Beim Parfümeur Baldini (Dustin Hoffman) will er seine Duftmischerei vervollkommnen: Sein Ziel ist es, das perfekte Parfüm herzustellen. Dies glaubt er, jungen toten Frauen extrahieren und dann bewahren zu können. Für den Mord an der Tochter von Richis (Alan Rickman) soll er öffentlich hingerichtet werden, verzückt aber mit seinem Parfüm die Menschenmenge: Alle reißen sich die Kleider vom Leib und haben Sex mit denen, die gerade zufällig neben ihnen stehen. Auf diese Weise erringt Grenouille die Freiheit, wird aber, als er sich mit seinem Parfüm übergießt, von der Menge verschlungen. Als Anspruchskino beworben, gefällt der Film sich in üppiger Ausstattung, Starbesetzung und einem genussvollen Horrorszenario.




2006

POLIZEIRUF 110: ER SOLLTE TOT (POLIZEIRUF 110: ER SOLLTE TOT)
DEUTSCHLAND      Regie: Dominik Graf, Buch: Rolf Basedow
Kriminalhauptkommissar Tauber (Edgar Selge) ermittelt in Erding in einem Mordfall. Die unsichere und naive junge Prostituierte Maria Lorenz (Rosalie Thomass) wird des Mordes an einem reichen, älteren Mann verdächtigt. Sie erzählt Tauber ihre Geschichte, wobei deutlich wird, dass sie mit ihrer besten Freundin, Sabine Müller (Ulrike C. Tscharre), eine intime Beziehung hatte. Die hat sich jedoch inzwischen einer anderen Frau zugewandt.




2006

SIEH ZU, DASS DU LAND GEWINNST (SIEH ZU, DASS DU LAND GEWINNST)
DEUTSCHLAND      Regie: Kerstin Ahlrichs, Buch: Petra Lüschow, Frank Weller
Die 17-jährige Nike (Anna Maria Mühe) muss den väterlichen Hof übernehmen, als ihr Vater nach einem Herzinfarkt für einige Zeit im Krankenhaus liegt. Dabei stellt sie fest, dass er illegalisierte ArbeiterInnen für die Erdbeersaison angeheuert hat. Nikes beste Freundin Suse (Susanne Bohrmann) steht ihr zur Seite. Allerdings zieht sie eifersüchtig über die aufmüpfige Milena (Lea Mornar) her, die – wie Nike herausfindet – von der Polizei gesucht wird und sich auf der Flucht befindet. Nike ärgert sich immer mehr über Suses Oberflächlichkeit und fühlt sich stark von der unangepassten Milena angezogen, die in ihrer ausweglosen Situation unberechenbar und hinterhältig erscheint. Als durch Suses Einmischung Nikes Exfreund und Polizist die Spur der Nicht-Gemeldeten aufnimmt, verhilft Nike Milena schließlich zur Flucht.
Ohne erotisches Begehren zu benennen, zeichnet der Film die Anziehung zweier unangepasster junger Frauen nach. Die Rituale der Dorfjugend, das Desinteresse an allem, was nicht mit Spaß verbunden ist, stoßen Nike mehr und mehr ab. Die Männer, die die Entscheidungsgewalt innehaben (der Polizist im Auftrag des Staates, Suses Freund besitzt ein Auto, Nikes Vater verwirft den Plan eines Hofladens, den sie ausgearbeitet hat), sind trotz ihrer gesellschaftlichen Bedeutsamkeit lediglich Staffage für die dargestellten Frauenfreundschaften. Coproduktion mit arte, ZDF und dffb.




2006

VIER MINUTEN (VIER MINUTEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Chris Kraus, Buch: Chris Kraus
Die strenge und altmodische Klavierlehrerin Traude Krüger (Monica Bleibtreu) unterrichtet im Gefängnis die renitente, aber sehr begabte Jenny (Hannah Herzsprung). Im Psychoduell der beiden stellt sich heraus, dass sie beide schwer an ihren Erinnerungen tragen. Jenny wurde von ihrem Vater sexuell "missbraucht", Traude stand während der Nazizeit nicht zu ihrer Geliebten und fühlt sich schuldig an ihrem Tod. In eingestreuten Rückblenden durchzieht Traudes Gegenwart immer wieder die Erinnerung an die Zeit mit Hannah (Kathrin Kestler), ihrer Geliebten. Während des Krieges hatte Traude (Edita Malovcic) sie als Krankenschwester kennen gelernt. Hannah wurde verraten und zum Tode verurteilt. Zur Hinrichtung wurde ihr der Kopf kahl geschoren. Traude hatte sich im Verhör von ihr distanziert – wie es ihr der Nazioffizier nahe gelegt hatte.
In einer emotional-drastischen Konfrontation der beiden Frauen will Traude Jenny von ihrem Leben erzählen. Jenny will nichts hören von einer "blöden Hure". Daraufhin erwidert Traude, sie sei keine blöde Hure, sondern eine blöde Lesbe. Die lesbische Beziehung wird in diesem intensiven Drama bebildert und benannt, ein paar weitere Details jedoch hätten nicht geschadet.
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




2006

VIVERE (VIVERE)
DEUTSCHLAND/NL      Regie: Angelina Maccarone, Buch: Angelina Maccarone
Francesca (Esther Zimmering) hält mit ihrer Taxifahrerei die marode Familie zusammen, die ohnehin nur noch aus ihrem Vater und ihrer jüngeren Schwester Antonietta (Kim Schnitzer) besteht. Antonietta brennt am Weihnachtsabend mit ihrem holländischen Freund nach Rotterdam durch und Francesca folgt ihr widerwillig. Unterwegs trifft sie auf die scheinbar lebensmüde Gerlinde (Hannelore Elsner), die sich ihr ungefragt anschließt und mit nach Holland fährt, wo sie sich – wie sich herausstellt – an eine glückliche Zeit mit ihrer verheirateten Geliebten erinnert, von der sie gerade verlassen wurde. Alle drei einsamen und unglücklichen Frauen treffen schließlich aufeinander, betrachten ihre Schicksale mit anderen Augen und kehren gemeinsam nach Pulheim/Köln zurück.




2006

WAS AM ENDE ZÄHLT (AU BOUT DU CONTE)
DEUTSCHLAND/FRANKREICH      Regie: Julia von Heinz, Buch: Julia von Heinz, John Quester
Als der Ausreißerin Carla (Paula Kalenberg) beim Einsteigen in den Zug alles gestohlen wird, kommt sie beim Ganoven Ricky unter, der ihr Kost, Logis und Arbeit gegen Sex bietet. Nach der ersten Nacht lernt Carla auf Rickys Baustelle Lucie (Marie-Luise Schramm) kennen, mit der sie sich anfreundet und immer mehr zusammenwächst. Von der Nacht mit Ricky ist Carla schwanger geworden. Lucie, die vom Jugendamt betreut wird, bietet an, sich selbst als die Mutter auszugeben; Lucie und Carla ziehen zusammen. Leider zieht schließlich auch noch Lucies süchtiger Bruder ein, der das Gleichgewicht empfindlich stört und sich als Parasit entpuppt. Carla will ihr Baby doch nicht Lucie überlassen, sie zanken sich, das Baby fällt vom Tisch und erleidet Verletzungen. Lucie klaut das Drogengeld der Ricky-Clique und will mit Carla nach Frankreich gehen. Ob die beiden es wirklich schaffen, bleibt offen.




2006

DIE WILDEN HÜHNER UND DIE LIEBE (DIE WILDEN HÜHNER UND DIE LIEBE)
DEUTSCHLAND      Regie: Vivian Naefe, Buch: Vivian Naefe, Marie Graf, Uschi Reich, Vorlage: Cornelia Funke (Roman)
Die heranwachsende Sprotte (Michelle von Treuberg) ist mit dem gleichaltrigen Fred zusammen, wird jedoch immer wieder von grundloser Eifersucht geplagt, während Melanie (Paula Riemann) die Trennung von Willi nicht verwinden kann und unausstehlich wird. Wilma (Jette Hering) verliebt sich bei den Theaterproben zu Shakespeares "Sommernachtstraum" in die Neue, Leonie (Svea Bein). Sie verheimlichen ihre innige Freundschaft jedoch vor den Wilden Hühnern, bis es während der fünfjährigen Jubiläumsfeier der Mädchenclique offenbar wird. Melanie findet's eklig und stellt die Clique vor die Wahl: entweder Wilma oder Melanie. Die Clique, bestehend aus Sprotte, Trude und Frieda, entscheidet sich für Wilma, die jedoch in die Enge getrieben sofort das Weite gesucht hat. Die drei verbleibenden Hühner solidarisieren sich mit ihr und sagen auch Melanie erfolgreich die Meinung. Melanie entschuldigt sich bei Wilma und alles ist wieder gut. Gemeinsam – und auch mit der Unterstützung von Sprottes Mutter (Veronica Ferres) – sorgen sie dafür, dass Wilma ungehindert (ältere heterosexuelle Jungs wollen Stimmung machen gegen die Lesben) ihre Rolle im Theaterstück spielen kann.

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2007

BLACK ICE (MUSTA JÄÄ)
FINNLAND/DEUTSCHLAND      Regie: Petri Kotwica, Buch: Petri Kotwica
Die verheiratete Gynäkologin Saara ahnt, dass ihr Mann Leo eine Affäre mit der jungen Studentin Tuuli verheimlicht. Unerkannt meldet sie sich in einem Kurs von Tuuli an, die als Kampfsportlehrerin arbeitet, und freundet sich mit ihr an. Sie scheint ihren Mann zurückzugewinnen, gerät jedoch selbst nun immer stärker in ihr eigenes Lügengeflecht und erschrickt besonders, als Tuuli von Leo schwanger zu sein scheint. Eine beabsichtigte gynäkologische Untersuchung tarnt sie als erotische Annäherung. Tuuli erkennt jedoch bald Saaras Identität; im dramatischen Showdown kommt Leo um, während Tuuli und ihr Baby von Saara gerettet werden. Unschlüssiger Thriller.




2007

BUKAREST FLEISCH (BUKAREST FLEISCH)
DEUTSCHLAND      Regie: Andy Fetscher, Buch: Andy Fetscher
In Rumänien angesiedelter Gen-Thriller, in dem eine junge Deutsche (Friederike Kempter) auf den Spuren ihrer verunglückten Familie wandelt, die in Genmanipulationen verwickelt war. Sie wird mit gruseligen Fakten konfrontiert, die in klassischer Horrormanier über sie hereinbrechen. Während ihrer Suche lernt sie die eigenwillige Nikita (Ioana Jacob) kennen und nähert sich ihr auch körperlich.




2007

HELLO GOODBYE (HELLO GOODBYE)
CH      Regie: Stefan Jäger, Buch: Mona Petri, Stefan Jäger, Stefan Gubser
Nach dem gemeinsamen Drehbuch von Hauptdarsteller, Hauptdarstellerin und Regisseur in weiten Teilen auch improvisiert entstandenes Drama um eine Tochter (Mona Petri), die ihrem todkranken Vater (Stefan Gubser) beim selbstgewählten Sterben beistehen soll. Melina pflegt ihn seit einem Jahr und wird mit seinem Todeswunsch konfrontiert, als sie sich gerade in Carla (Franziska Tappa) verliebt hat und ihm ihre neue Liebe gern noch vorgestellt hätte. Interessant gefilmt, mit unscharfen Bildern, die Distanzen zu erläutern scheinen. Die Geschichte wird nicht linear erzählt, sondern überrascht an unerwarteten Stellen mit Rückblenden, die mitunter ein vorher scheinbar eindeutiges Gespräch in ein anderes Licht rücken. So beginnt der Film mit einer heterosexuellen Beischlafszene, deren unkonventionelle Perspektive (die Kamera bleibt auf seinem aufgewühlten Gesicht hängen, nicht auf dem der Frau, wie es der Mainstream ja vorzuschreiben scheint) später darin eine Entsprechung findet, dass dies in Melinas Leben nur eine Episode war. Ein eifersüchtiger Auftritt der neuen Geliebten ist etwas überzogen, aber ansonsten handelt es sich hier um ein sehr eindrückliches und nachdenklich stimmendes Drama.




2007

I'M NOT THERE (I'M NOT THERE)
USA/DEUTSCHLAND      Regie: Todd Haynes, Buch: Todd Haynes, Oren Moverman
Kaleidoskopartig inszeniert Todd Haynes aus sehr persönlicher Sicht sechs verschiedene Phasen aus Bob Dylans Leben, die sich gegenseitig durchdringen. Dabei besetzt er Dylan als jungen Mann mit einem Schwarzen (Marcus Carl Franklin), in anderen Lebensabschnitten spielen Christian Bale, Heath Ledger oder als Outlaw Richard Gere den Sänger Bob Dylan. Die lässige Phase, in der Dylan immer wieder kontraproduktive Statements der Presse und den Fans vor die Füße knallte, wird von Cate Blanchett als Jude verkörpert. Jude trifft zweimal auf eine alte Affäre, nämlich auf Coco (Michelle Williams).




2007

KDD – KRIMINALDAUERDIENST: AUF SCHMALEM GRAT (KDD – KRIMINALDAUERDIENST: AUF SCHMALEM GRAT)
DEUTSCHLAND      Regie: Matthias Glassner, Buch: Orkun Ertener
Der Pilotfilm zur Serie (ZDF) stellt die Polizisten und Polizistinnen einer Berliner Polizeiwache, deren Privatleben und die Fälle vor, mit denen sie es zu tun haben. Nachdem Kristin ihre Freundin bei der Preisverleihung versetzt hatte, verbringt diese die Nacht woanders. Zu diesem Zeitpunkt weiß die Zuschauerin jedoch noch nicht, dass es sich bei ihrer Beziehung um eine Frau handelt. Petra kommt mit zur Hochzeitsfeier, setzt sich jedoch sofort ab, als Kristin sie als ihre Mitbewohnerin und nicht als ihre Freundin vorstellt.
In den folgenden Episoden trennen sich Petra und Kristin. Ihr Lesbischsein kommt in die Presse, weil ihre Kollegin nicht dichthalten kann. Der Verlauf zeigt, dass das Lesbischsein nur als Publikumsköder gedacht war, denn Saskias Sexualleben (sie wendet sich wieder einem Mann zu) bleibt bis auf Weiteres in den restlichen Episoden unspektakulär und marginal.




2007

KIRSCHBLÜTEN – HANAMI
DEUTSCHLAND/FRANKREICH      Regie: Doris Dörrie, Buch: Doris Dörrie
Als die in München ansässige Trudi Angermeier (Hannelore Elsner) erfährt, dass ihr Mann Rudi (Elmar Wepper) todkrank ist und nur noch wenige Monate zu leben hat, überredet sie ihn, ihren erwachsenen Kindern in Berlin einen Besuch abzustatten. Ihre Tochter Karo (Birgit Minichmayr) lebt mit ihrer Freundin Franzi (Nadja Uhl) zusammen und kriegt angesichts ihrer Eltern, die auch noch ein paar Tage bleiben wollen, nicht weniger die Krise als ihr verheirateter Bruder. Zu einem Besuch des dritten Kindes in Japan kann Trudi Rudi nicht bewegen, und so fahren sie – zwar gegen Rudis Willen – ans Meer. Am nächsten Morgen ist Trudi tot, und Rudi muss sich und sein Leben neu organisieren, indem er die Träume seiner toten Frau verfolgt, nach Japan fliegt, dort seine Ruhe findet und stirbt. Im zweiten Teil etwas zäheres Drama, das im Übrigen von allen Beteiligten hervorragend gespielt ist.




2007

MEINE BÖSE FREUNDIN (MEINE BÖSE FREUNDIN)
DEUTSCHLAND      Regie: Maris Pfeiffer, Buch: Hannah Hollinger
Die stille Ellen (Anna Maria Mühe) joggt buchstäblich bis zum Umfallen, Ausgerechnet die neue Mitschülerin Isa (Alice Dwyer) besucht sie im Krankenhaus und bietet ihr in ihrer herben, eigentlich ablehnenden Art ihre Freundschaft an. Ellen fühlt sich trotz allem angezogen, kann jedoch die kalten Duschen, die ihr Isa zwischendurch immer wieder verabreicht, nicht einordnen. In ihren netten Phasen küsst Isa Ellen auch schon mal auf den Mund, um ihre Freundschaft zu besiegeln, aber eigentlich verachtet sie alle Menschen und zielt auf Provokation ab. Als ihr Verhältnis mit ihrem Theaterlehrer zerbricht und ihre auf Assistenz angewiesene Mutter stirbt, sorgt sie dafür, dass Ellen glaubt, sie habe ein Verhältnis mit ihrem Vater (August Zirner), der sich von ihrer Mutter getrennt hatte. Voller Wut hält Ellen mit dem Auto, das sie eigentlich für Isa gekauft hatte, auf diese zu und überfährt sie. Genau darum ging es Isa: Sie wollte sich von Ellen töten lassen. Aber Isa überlebt und Ellen geht eigene Wege.




2007

MEINE SCHÖNE BESCHERUNG (MEINE SCHÖNE BESCHERUNG)
DEUTSCHLAND      Regie: Vanessa Jopp, Buch: Richard Reitinger, Monika Rolfner, Marc Terjung
Zur Überraschung ihres aktuellen Ehemannes hat Sara (Martina Gedeck) auch alle ihre Ex-Männer und seine Ex-Frau mit Anhang zum Weihnachtsfest eingeladen. "Natürlich" geht das nicht gut, und in all dem Exen-Trubel knutschen plötzlich auch zwei der Frauen miteinander. Bissige Familienkomödie.




2007

MEIN FREUND AUS FARO (MEIN FREUND AUS FARO)
DEUTSCHLAND      Regie: Nana Neul, Buch: Nana Neul
Die unausgeglichene junge Mel (Anjorka Strechel) arbeitet im Catering-Bereich eines Flughafens. Sie lebt mit ihrem älteren Bruder und ihrem oft teilnahmslos wirkenden Vater zusammen. Eines Abends läuft ihr ein junges Mädchen vors Auto. Sie und ihre Freundin lassen sich von Mel zu einer Party fahren. Unterwegs genießt Mel die Aufmerksamkeiten von Jenny (Lucie Hollmann), bemerkt aber, dass Jenny sie für einen Jungen hält. Deshalb gibt Mel sich spontan als Portugiese Manuel aus und geht mit den Mädchen auf die Party. Jenny und Manuel verlieben sich ineinander, und Mel sieht sich schließlich zu einem Outing gezwungen. Jenny scheint mit Mels sexueller Identität nicht wirklich ein Problem zu haben, aber ihre Mutter und ihr Ex-Freund schalten sich bald ein, denn Jenny ist noch keine sechzehn. Dramatische Elemente sind nicht zielsicher, anderes hingegen ist nett inszeniert, aber insgesamt wirkt der Film zu belanglos.




2007

SECHS TOTE STUDENTEN (SECHS TOTE STUDENTEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Rosa von Praunheim, Buch: Rosa von Praunheim
Die unkonventionelle Agnes Wildbrandt (Ellen Reichhardt) wird als Professorin an eine Filmhochschule berufen, um die gelangweilten und desinteressierten Student_innen zu beleben. Nach ihrer Auffassung müssen sie Gewaltszenen und frauenfeindliche Darstellungen beherrschen, sonst haben sie in der Kunstszene keine Chance. Deshalb führt sie die kleine Gruppe in S/M ein und sperrt sie über Nacht in eine Gefängniszelle. Aber die Gruppe meutert, und Frau Wildbrandt, die Filme wie "Eine Lesbe macht noch keinen Sommer" drehte, gerät in Zweifel. Zur Seite steht ihr die nette Frau Dittrich aus dem Sekretariat, mit der sie eine Beziehung beginnt. Schräge Filmbiz-Satire.




2007

STADT LAND MORD: SITTENWIDRIG (STADT LAND MORD: SITTENWIDRIG)
DEUTSCHLAND      Regie: Thomas Nennstiel, Buch: Sylvia Haider
TV-Krimi (Sat 1), in dem eine Masseurin, Helga Lauber, mit einer Schere erstochen aufgefunden wird. Der Hauptkommissar (Siegfried Terpoorten) und seine Assistentin, Rebecca Lerchinger (Lilian Klebow), finden heraus, dass Helga Lauber (Sabine Pürzer) mit der Künstlerin Libgart Weiss (Susanne Schäfer) verpartnert war und einen Sohn hatte, der mit dem Sohn des Kommissars in eine Klasse geht. Mit dem Wissen ihrer Ehefrau hatte Helga Lauber nicht als Masseurin, sondern als Prostituierte gearbeitet. In ihrem Apartment war das halbe Dorf (Männer!) ein- und ausgegangen. Jemand hatte einen Teil der Freier mit Bildern erpresst; der Erpresser war Helgas Sohn, der Fotograf war der im Rollstuhl sitzende Sebastian Steinhuber, der auch Helga ermordet hat. Vollgepfropfter, teilweise mit Liebe zum Detail inszenierter Fernsehkrimi, der mit dem Lesbenpärchen lediglich auf Zuschauer_innenfang zu gehen scheint. Dass die Ehefrau und Mutter mit Wissen ihrer Gattin von Prostitution lebt, ist etwas gar zu dick aufgetragen.




2007

TEUFELSBRATEN (TEUFELSBRATEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Hermine Huntgeburth, Buch: Franziska Buch, Volker Einrauch, Vorlage: Ulla Horn (Roman), TV
Zweiteiliges Jugenddrama, das, nach dem Roman von Ulla Hahn gedreht, im Kölner Umland in den fünfziger Jahren spielt. Die clevere Hildegard Palm muss als Kind gegen die Engstirnigkeit der Mutter (Margarita Broich), den fanatischen Katholizismus der Großmutter (Barbara Nüsse) und das rabiate Proletariertum ihres Vaters (Ulrich Noethen) ankämpfen. Durch die Unterstützung des Lehrers darf sie auf die weiterführende Mittelschule gehen und lernt dort die vornehme Doris kennen, in deren Zuhause es viel gesitteter zugeht als bei den Palms. Obwohl beide Mädchen für Jungen schwärmen und erste Erfahrungen sammeln, testen sie auch einmal miteinander körperliche Intimität, die bis zum Streicheln und Küssen führt. Vermutlich fiel der Rest dem Schnitt zum Opfer; später wird nicht mehr auf diese Episode Bezug genommen. Produktion von arte, NDR und WDR.




2007

UNTER KONTROLLE (SURVEILLANCE)
USA/DEUTSCHLAND      Regie: Jennifer Lynch, Buch: Jennifer Lynch, Kent Harper
Blutiger und menschenverachtender Thriller über brutale Morde in einer abgelegenen US-Landschaft. Zwei Agents (Julia Ormond und Bill Pullman) beginnen ihre Ermittlungen, die auch die eingesetzten Polizisten verdächtig erscheinen lassen. Während der Tour de Force der Agents benutzt die Agentin eine Zeugin für ihre sexuellen Spielchen. Produziert wurde der Film vom Vater der Regisseurin, David Lynch.

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2008

88 MINUTES (88 MINUTES)
USA/DEUTSCHLAND      Regie: Jon Avnet Buch: Gary Scott Thompson
Professor Jack Gramm (Al Pacino), der viele Affären mit seinen sehr viel jüngeren Studentinnen hat, gerät unter Mordverdacht. Seine Assistentin Shelly (Amy Brenneman) ist lesbisch – und deshalb nicht in ihn verliebt? Thriller mit einem für die Rolle viel zu coolen Al Pacino; die Lesbenrolle ist leider nur eine Marginalie, immerhin wird lesbisches Leben nicht in Frage gestellt.




2008

BANDAGED (BANDAGED)
DEUTSCHLAND/USA      Regie: Maria Beatty Buch: Claire Menichi
Die junge Lucille (Janna Lisa Dombrowsky) lebt zusammen mit ihrem dominanten Vater (Hans Piesbergen) auf einem ländlichen Anwesen. Ihr Suizidversuch scheitert; sie überlebt mit zahlreichen Gesichtsverletzungen, die der Vater, ein Chirurg, mit gezüchteter Haut zu ersetzen sucht. Der einzige Lichtblick in Lucilles tristem Dasein ist die eigens für sie georderte Krankenschwester Joan (Susanne Sachße), mit der sich eine intime Beziehung entspinnt. Es kommt zu einem Psychoduell zwischen Arzt und Krankenschwester. Experimentell und teilweise minimalistisch inszeniertes Drama; die Ausstattung knüpft an Dramen der fünfziger Jahre an.




2008

BERLIN CALLING (BERLIN CALLING)
DEUTSCHLAND      Regie: Hannes Stöhr Buch: Hannes Stöhr
Als DJ Ickarus (Paul Kalkbrenner) immer mehr im Drogenrausch versinkt und in eine Klinik eingewiesen wird, lässt seine Freundin und Managerin Mathilde (Rita Lengyel) sich derweil von der smarten Türsteherin Corinna (Araba Walton) trösten. Am Schluss gibt es Versöhnung; Icka hat wieder Erfolg, Mathilde und Corinna bleiben ein Paar.




2008

GLIOBLASTOM (GLIOBLASTOM)
DEUTSCHLAND      Regie: Tanja Bubbel, Axel Ranisch Buch: Tanja Bubbel, Axel Ranisch
Die lesbische Stuntwoman Steffi (Bärbel Schwarz) fährt – von ihrer Mutter alarmiert – nach Hause zu ihren Eltern, um sich mit ihrem granteligen Vater, der offenbar todkrank ist, auszusöhnen. Als sie ihren Vater bei einer grotesken "Jagd" begleitet, muss sie sich auch gegen ein fanatisches Tierschützerpaar zur Wehr setzen. Tragikomödie als Kurzspielfilm. (41 min)




2008

MAMAS FLITTERWOCHEN (MAMAS FLITTERWOCHEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Thomas Jacob, Buch: Andy T. Hoelzel, Ina Siefert, TV
Die zweite Fortsetzung von "Wunschkinder und andere Zufälle" setzt bei Hildes (Ruth-Maria Kubitschek) Hochzeit mit Theo (Ernst Stankovski) ein. Alle Töchter sind mit Familie in das große Haus gezogen und Theo soll sich gefälligst an Hildes Gepflogenheiten anpassen. Er ist auch bereit dazu, verzweifelt aber, weil er in Hildes Augen nichts richtig zu machen scheint. Sie kämpft derweil mit Schwächeanfällen, die zu einem Schlaganfall führen. Zwei ihrer Töchter haben Probleme mit ihren Männern – wie schon im zweiten Teil. Anja (Tina Ruland) muss sich Sebastian (Oliver Clemens), den Vater ihres Kindes, vom Hals halten, weil sie immer noch Karin liebt, die jedoch nach Brasilien gegangen ist und im Verlauf des Films telefonisch mit ihr Schluss macht. Das Lesbische glänzt in diesem dritten Teil der unsäglichen Fernsehproduktion daher eher mit Abwesenheit.




2008

EIN MANN, EIN FJORD (EIN MANN, EIN FJORD)
DEUTSCHLAND      Regie: Angelo Colagrossi, Buch: Hape Kerkeling, Angelina Maccarone, Vorlage: Hape Kerkeling (Hörbuch), TV
Klamaukige Roadmovie-Komödie um Norbert (Jürgen Tarrach), den Gewinner eines Preisausschreibens. Unterwegs gibt es allerlei Verwechslungen, Konflikte und Sticheleien. Als seine Frau (Anneke Kim Sarnau) auf Ulrike (Petra Zieser) trifft, die auch gern ein Schäferstündchen mit Norbert verbracht hätte, knistert es zwischen den beiden und sie haben wilden Sex miteinander, der vom beeindruckten Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) belauscht wird.




2008

NACHTSPUREN (NACHTSPUREN)
DEUTSCHLAND      Regie: Michael Grothe, Andreas Hartmann, Marvin Hesse, Christopher Lorenz, Buch: Michael Grothe
Im Laufe einer Nacht kreuzen sich auf dramatische Weise die Wege verschiedener, zumeist sehr junger Personen. Ihre Beziehungsprobleme führen zu Eifersucht und Konflikten. Eine junge Frau sieht sich plötzlich in der Situation, sich für ihren Freund oder für ihre Freundin entscheiden zu müssen. In Teilen interessante Low-Budget-Produktion aus Bielefeld, die den dramatischen Showdown etwas übertreibt.




2008

ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE (ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE)
DEUTSCHLAND      Regie: Leander Haußmann, Buch: Gernot Gricksch, Vorlage: Gernot Gricksch (Roman)
Robert Zimmermann (Tom Schilling), seines Zeichens Yuppie und Gamedesigner, verliebt sich Hals über Kopf in die sehr viel ältere Monika (Maruschka Detmers). Halbherzig verfolgt der Film ein bisschen die Schwierigkeiten, die sich aus Altersunterschieden ergeben, und lässt kaum ein Klischee aus. Wenn auch Robert und Monika wenigstens vorübergehend zueinanderfinden, bleibt der Vater bei einer jüngeren Geliebten auf der Strecke. Zusätzlich ist Roberts lesbische Schwester Pia (Annika Kuhl) schwanger, weil sie unbedingt ein Kind haben will. Ihre Freundin Marga (Bettina Stucky) findet das alles andere als witzig. Aber irgendwie raufen sich alle am Ende doch wieder zusammen. Marga wirft dem jungen Robert vor, er würde die Liebe als Spiel betrachten, er denke und empfinde einfach zu klein, denn es ginge um etwas ganz anderes. Die großen Worte vermag der Film selbst nicht zu tragen, langweilt die gewollt lässige Klischeekomödie doch zwischendurch sehr, weil sie schlicht nichts zu erzählen weiß, das die 100 Kinominuten unterhaltsam füllen könnte.




2008

STUBBE – VON FALL ZU FALL: DRITTE LIEBE (STUBBE – VON FALL ZU FALL: DRITTE LIEBE)
DEUTSCHLAND      Regie: Peter Kahane, Buch: Peter Kahane, TV
Hat Spediteurin Eva Hartmann (Annett Kruschke) sich das Leben genommen? Hat einer ihrer Ex-Männer nachgeholfen? Oder war es gar die aggressive Lkw-Fahrerin Jimmy (Jana Schulz), die das erste Mal Liebe bei der älteren Eva fand? Es stellt sich heraus, dass Jimmy einen der Ex-Männer anonym erpresste, der wiederum Eva für die Erpresserin hielt und sie deshalb ermordete. Hauptkommissar Stubbe (Wolfgang Stumph) und seine Tochter Christiane (Stephanie Stumph) ermitteln. ZDF-Produktion.




2008

TATORT: KINDERWUNSCH (TATORT: KINDERWUNSCH)
ÖSTERREICH      Regie: Walter Bannert, Buch: Walter Bannert, Thomas Braun, TV
Die Ermordung einer lesbischen Aufdeckungsjournalistin in Linz führt bei den Ermittlungen den Sonderbeauftragten Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) zu ihrer früheren Geliebten, ihrer Kollegin Kubicek, welche die Tote zugunsten einer anderen, der Chefingenieurin Astrid Heidegger, verlassen hatte. Die verschwundenen Aufzeichnungen über künstliche Befruchtung weisen jedoch das Wien-Linzer Team in eine andere Richtung und fokussieren das Geschäft mit Insemination.




2008

TATORT: WOLFSSTUNDE (TATORT: WOLFSSTUNDE)
DEUTSCHLAND      Regie: Kilian Riedhoff, Buch: Kilian Riedhoff, Marc Blöbaum, TV
Nachdem eine Frau vergewaltigt und ermordet worden ist, häufen sich Vergewaltigungen und Kommissar Thiel (Axel Prahl) glaubt an einen Serientäter, während Pathologe Börne (Jan-Josef Liefers) und Chefin Klemm (Mechthild Grossmann) sicher sind, im Ex-Freund der Ermordeten den Täter überführt zu haben. Thiel ist fasziniert von einem der früheren Opfer des Vergewaltigers, aber Anna (Katharina Lorenz), die erneut bedroht wird, hat eine Geliebte, Toni. In der fraglichen Nacht lässt sie sie jedoch allein, so dass Thiel sich beweisen und den Täter stellen kann. Am Schluss sitzt jedoch Toni neben Anna im Wagen, der sie ins Krankenhaus bringt, nicht Thiel.




2008

DER VORLESER (THE READER)
USA/DEUTSCHLAND      Regie: Stephen Daldry, Buch: David Hare, Vorlage: Bernhard Schlink (Roman)
Michael Berg (David Kross), der mit 15 ein einschneidendes sexuelles Verhältnis mit der sehr viel älteren Fahrkartenkontrolleurin Hannah Schmitz (Kate Winslet) hatte, begegnet ihr als Jurastudent im Gerichtssaal wieder, wo sie Mitte der sechziger Jahre zusammen mit sechs anderen Frauen als KZ-Aufseherin angeklagt wird. Die fünf anderen Frauen schieben alle Schuld auf Hannah, die sie auf sich nimmt, weil andernfalls herauskäme, dass sie Analphabetin ist. Eine Überlebende berichtet, dass Hannah im KZ junge Frauen zu sich geholt habe und alle gedacht hätten, sie wüssten, zu welchem Zweck. Aber dann habe sich herausgestellt, dass sie die jungen Frauen gezwungen habe, ihr vorzulesen. Es bleibt (auch im Buch) offen, ob sie vielleicht auch an den jungen Frauen Gefallen gefunden hat.




2008

DAS ZIMMER IM SPIEGEL (DAS ZIMMER IM SPIEGEL)
DEUTSCHLAND      Regie: Rudi Gaul, Buch: Rudi Gaul, Heiko Voss
Während der nationalsozialistischen Herrschaft wird die jüdische Ärztin Luisa (Kirstin Fischer) von ihrem Freund Karl (Dragan Mija Kovic) in einer Münchner Mansardenwohnung versteckt. Nachdem er ihr regelmäßig Verpflegung und schließlich auch Bücher gebracht hat, bleiben seine Besuche aus. Luisa lauscht auf Stimmen und Bewegung im Treppenhaus und fürchtet jede Minute entdeckt zu werden. Dann taucht auf einmal Judith (Eva Wittenzellner) auf, jene Frau aus dem Untergrund, von der Karl erzählt hatte, und bleibt bei Luisa. In einer seltsamen Mischung aus Abwehr, Distanz und Nähe freunden sich die beiden Frauen an und werden auch intim miteinander. Die Lebensmittelreserven werden jedoch knapp, so dass es Judith aus der Wohnung drängt, während Luisa sich nur hier sicher fühlt. Nicht in allen Facetten überzeugendes, aber sehr eindringlich in Szene gesetztes, bedrohliches Kammerspiel. Es bleibt offen, welche Momente der Projektion einer grenzenlosen Einsamkeit entspringen (wie ist Judith in die verschlossene Wohnung gekommen?) und welche sich in einer Realität der Außenwelt (fantasiert Luisa, weil sie verhungert?) verorten lassen.
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.

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2009

ALL YOU NEED IS LOVE – MEINE SCHWIEGERTOCHTER IST EIN MANN (ALL YOU NEED IS LOVE – MEINE SCHWIEGERTOCHTER IST EIN MANN)
DEUTSCHLAND      Regie:Edzard Onneken, Buch: Jessica Schellack, Kerstin Österlin, TV
Katharina (Saskia Vester) ist geschieden und wohnt in einem kleinen oberbayrischen Dorf, wo sie als Bankangestellte arbeitet. Als ihr Sohn Hans ihr offenbart, dass er schwul ist und seinen Lebensgefährten in eben diesem Dorf heiraten möchte, bricht für Katharina eine Welt zusammen. Im Nu wird sie von allen im Dorf geschnitten. Sie wehrt sich mit Kräften, und als sie wiederholt von ihrer jungen Chefin ermahnt wird, fürchtet sie die Kündigung. Die Chefin allerdings outet sich selbst als Lesbe. Sie nimmt Katharina mit in ein örtliches Lesbenlokal und stellt ihr dort ihre Lebensgefährtin vor. Langsam gewöhnt sich Katharina an den Gedanken, dass ihr Sohn schwul ist. Nach einigem Hin und Her gibt es ein – allerdings recht unglaubwürdiges – Happy-end mit einer Schwulen-Hochzeit in Oberbayern, die alle glücklich macht.




2009

EIN DATE FÜRS LEBEN (EIN DATE FÜRS LEBEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Andi Niessner, Buch: Barbara Jago, TV
Die allein erziehende Auktionsexpertin Anna (Julia Stinshoff) verliebt sich in einen Kunden, mit dem sie immer wieder aneckt. Ihre halbwüchsige Tochter Paula macht das Ganze nicht leichter. Nachdem Anna deutlich gemacht hat, dass sie sich ebenfalls ein Tattoo zulegen würde, wenn ihre Tochter dies tut, verwirft Paula ihren Plan und will wissen, was ihre Mutter denn dazu sagen würde, wenn sie lesbisch wäre? Anna würde mit ihr ins Frauencafé gehen und ihr einen Werkzeugkasten kaufen. Aber natürlich ist Paula gar nicht lesbisch ... Anspruchslose Heterokomödie.




2009

FRAU UND FREI (DECHAINEES)
CH      Regie: Raymond Vouillamoz, Buch: Stéphane Mitchell
Als die 19-jährige Lucie (Adèle Haenel) bei einem Praktikum beim Schweizer Fernsehen auf historische Dokumente von politischen Aktivist_innen stößt, entpuppt sich eine der militanten Aktivistinnen als ihre Verwandte. Lucie, gerade ungewollt schwanger und desorientiert, forscht gegen alle Widerstände nach dieser Frau und findet in ihr die jüngere Schwester ihrer Großmutter, die sich als biologische Mutter ihrer eigenen Mutter herausstellt. Geneviève hatte ihrer Schwester das Baby "geschenkt", weil diese kein eigenes haben konnte. Davon hatte jedoch außer den beiden Schwestern niemand gewusst. Die Figur der Geneviève war beeinflusst von der Wiener Otto-Mühl-Kommune, die die Abschaffung der Zweierbeziehung postulierte und für freie Liebe eintrat. Es wird angedeutet, dass Geneviève damals auch lesbische Beziehungen hatte.




2009

GHOSTED (GHOSTED)
DEUTSCHLAND/TAIWAN      Regie: Monika Treut, Buch: Monika Treut, Astrid Ströher
Nach dem ungeklärten Tod ihrer taiwanesischen Geliebten inszeniert die Hamburger Künstlerin Sophie (Inga Busch) eine Performance in Taiwan und lernt dort eine geheimnisvolle Frau kennen, die ihr nach Deutschland folgt und ihr Herz erobert ...




2009

DIE GRÄFIN (LA COMTESSE)
DEUTSCHLAND/FRA      Regie: Julie Delpy, Buch: Julie Delpy
Der Film erzählt die Geschichte der ungarischen Gräfin Erzsébet Báthory (Julie Delpy), die von 1560 bis 1614 in Ungarn gelebt haben soll. Nach dem Tod ihres Mannes beginnt sie eine Liebelei mit einem jüngeren Mann (Daniel Brühl), der die Beziehung nach einiger Zeit ohne Erklärung abbricht. Sie glaubt, die Gründe dafür lägen in ihrem Alter und berät sich mit ihrer Vertrauten Darvulia (Anamaria Marinca), mit der sie früher offenbar auch häufiger das Bett teilte. Bald lässt die Gräfin junge Frauen töten, weil sie glaubt, deren Blut würde sie selbst verjüngen. Als der Klerus davon erfährt, geht er gegen die Gräfin vor, die längst auch Darvulia verloren hat und sich als Opfer der Machthaber sieht. Diese wollen sich ihren Besitz einverleiben und verurteilen sie schließlich zu lebenslanger Kerkerhaft. Sie wird lebendig eingemauert.




2009

MANKELLS WALLANDER: TODESENGEL (WALLANDER: DODSÄNGELN)
SCHWEDEN/DEUTSCHLAND/FRA      Regie: Agneta Fagerström-Olsson; Buch: Pernilla Oljelund, Vorlage: Henning Mankell (Kurzgeschichte)
Als die junge Solistin eines Mädchenchores, Miranda, verschwindet, forscht Wallander zunächst wegen ihrer kurdischen Herkunft in rechtsextremen Kreisen. Als Mirandas Leiche gefunden wird, entführt jemand ein weiteres Chormädchen. Es stellt sich schließlich heraus, dass die besitzergreifende und von Eifersucht zerfressene Chorleiterin die Täterin ist. Lina wehrt sich erfolgreich gegen die Frau, die immer deutlicher psychotische Züge zeigt und deren Figur das antiquierte Klischeebild "obsessive Lesbe" bedient.



2009

RADIO ROCK REVOLUTION (THE BOAT THAT ROCKED / PIRATE RADIO)
UK/USA/DEUTSCHLAND/FRA      Regie: Richard Curtis, Buch: Richard Curtis
Auf einem Schiff auf der Nordsee ist Mitte der sechziger Jahre ein britischer Piratensender stationiert, der mit Rockmusik und unmoralischen Sprüchen für große Aufmerksamkeit vor allem in England sorgt. Das britische Kabinett unter der Leitung von Sir Allister Dormandy (Kenneth Branagh), der als Tory die bornierten Gegner im Parlament repräsentieren soll, setzt alles daran, den Sender zu schließen. Derweil lassen es sich die Männer auf dem Schiff in jeder Hinsicht gut gehen. Die einzige Frau, deren permanente Anwesenheit erlaubt ist, ist die lesbische Köchin Felicity (Katherine Parkinson).




2009

ROMY
DEUTSCHLAND      Regie: Torsten C. Fischer, Buch: Benedikt Röskau, TV
Das biografische Drama hangelt sich von Romy Schneiders (1938-1982) Kindheit über erste Filmerfahrungen mit ihrer Mutter Magda Schneider bis hin zu den französischen Produktionen, bei denen sie Alain Delon kennenlernt, mit ihm lebt, von ihm verlassen wird und später Harry Meyen, dann Daniel Biasini heiratet. "Mädchen in Uniform", den sie 1958 drehte, wird einfach übergangen. In einer Eifersuchtsszene zwischen Alain Delon und Romy Schneider (Jessica Schwarz), in der er sich von einer anderen Frau küssen lässt, reagiert Romy offensiv und küsst die betreffende Frau ebenfalls sehr leidenschaftlich.




2009

SO EIN SCHLAMASSEL (SO EIN SCHLAMASSEL)
DEUTSCHLAND      Regie: Dirk Regel, Buch: Daniel Wolf, TV
Jil, Tochter einer orthodox-jüdischen Familie, soll einen jüdischen Mann heiraten, verliebt sich aber dummerweise in einen Christen. Um ihren Verwandten und besonders ihrer indiskreten Mutter (Marianne Sägebrecht) gerecht zu werden, heuert sie ihre lesbische Freundin Zippi (Cornelia Saborowski) an, die den "Goi" auf alle notwendigen Zeremonien drillt. Die Begegnung beider Familien gerät trotzdem zum Desaster, aber am Ende gibt's – und das ist natürlich alles andere als überraschend – ein Happy-end.




2009

SOUL KITCHEN (SOUL KITCHEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Fatih Akin, Buch: Fatih Akin, Adam Bousdoukos
Restaurantchef Zinos (Adam Bousdoukos) versucht mit Müh und Not, sein heruntergewirtschaftetes Restaurant am Laufen zu halten, aber sein Bruder Ilias (Moritz Bleibtreu), der im freien Vollzug nicht zurück ins Gefängnis will und allerlei Chaos anrichtet, scheint das zu vereiteln. Nach zahlreichen kleineren und größeren Katastrophen stellt Zinos den fähigen Koch Shayn ein, der bei einer großen Feier die Wirkung seiner aphrodisiakischen Zutaten unterschätzt: Schon bald sind alle willkommenen und unwillkommenen Gäste erotisiert und wenden sich wahllos einander zu. Ein ganz kurzer Schnitt auf zwei Frauen legt nahe, dass die erotische Anziehung, durch Shayns spezielles Dessert in Gang gesetzt, auch sie ereilt. Was daraus wird, sehen wir nicht. Turbulente Komödie.

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2009

DER STINKSTIEFEL
DEUTSCHLAND      Regie: Thomas Nennstiel, Buch: Stefan Rogall, TV
Der 53-jährige Berliner Lehrer Keller (Leonard Lansink) befindet sich bereits im Vorruhestand: Nachdem ihn seine Frau (Barbara Rudnik) verlassen hat, ist er nur noch verbittert, selbstbezüglich und rücksichtslos, bis er sich in seine attraktive Nachbarin verliebt, dessen Tochter er sozusagen gezwungenermaßen Nachhilfe gibt und schließlich zu netteren Umgangsformen bekehrt wird. Natürlich bekommt er am Schluss auch die ersehnte Frau (Proschat Madani). Eine seiner anderen Nachbarinnen sieht er plötzlich auf einer Feier eine Frau küssen. Sie dreht sich zu ihm und fragt: "Irgendein Problem damit?" Er reagiert nicht, aber kurze Zeit später findet seine Hand die Hand der von ihm angehimmelten Marie, deren pubertierende Tochter nicht sonderlich begeistert über diese Paarung zu sein scheint. Er dreht sich zu ihr und fragt ebenfalls: "Irgendein Problem damit?"




2009

TATORT: ARCHITEKTUR EINES TODES
DEUTSCHLAND      Regie: Titus Selge, Buch: Judith Angerbauer, TV
Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) sucht nach der vermissten Anett Berger, der Assistentin der erfolgreichen Karrieristin Sofia Martens (Nina Petri). Die beiden waren auch mal ein Liebespaar ...




2009

TATORT: FAMILIENAUFSTELLUNG
DEUTSCHLAND      Regie: Mark Schlichter, Buch: Thea Dorn, Seyran Ates, TV
Die Bremer Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) ermittelt in einer Familie türkischer Herkunft, deren älteste, wie sich herausstellt, sehr unangepasste Tochter Rojin (Mandala Tayde) ermordet wurde. Wichtige Informationen erhalten Lürsen und ihr Assistent von der offen lesbisch lebenden Anwältin Dilek Ilhan (Dorka Gryllus), die wissen will, dass Rojins Scheidung bereits eingereicht war und die Familie ihr schon früher mit Ermordung gedroht hatte. Kurze Zeit später wird auch die Anwältin ermordet aufgefunden. Spannender ARD-Krimi, allerdings erneut mit toten Lesben.




2009

VERBLENDUNG (MÄN SOM HATAR KVINNOR)
SCHWEDEN/DK/DEUTSCHLAND      Regie: Niels Arden Oplev, Buch: Nikolaj Arcel,Rasmus Heisterberg, Vorlage: Stieg Larsson (Roman)
Journalist Blomkvist (Michael Nyqvist) forscht nach einer Frau, die 1966 spurlos verschwunden ist, und kommt dabei einem Serienmörder auf die Spur. Blomkvist erhält Unterstützung von der taffen Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace), die offenbar bisexuell lebt, bis sie schließlich mit Blomkvist eine intime Beziehung beginnt. Solide und interessant inszenierter Thriller; erster Teil der Millennium-Trilogie (Verblendung – VerdammnisVergebung).




2009

VERDAMMNIS (FLICKAN SOM LEKTE MED ELDEN)
SCHWEDEN/DK/DEUTSCHLAND      Regie: Daniel Alfredson, Buch: Jonas Frykberg, Vorlage: Stieg Larsson (Roman)
Zweiter Teil der Trilogie, in der Lisbeth Salander (Noomi Rapace) nach Schweden zurückkehrt und schon kurze Zeit später für den Mord an zwei Journalist_innen gesucht wird, die dabei waren, einen Mädchenhändlerring aufzudecken. Nach einer heißen Nacht mit ihrer Geliebten Mirjiam (Yasmine Garbi) wird diese entführt und übel zugerichtet. Lisbeth spürt ihren noch lebenden misogynen Vater auf, der sie lebendig begraben lässt. Sie kann sich befreien und ihren Vater mit letzter Kraft niederstrecken. Mikael Blomqvist lässt sie ins Krankenhaus bringen.




2009

VERGEBUNG (LUFTSLOTTET SOM SPRÄNGDES)
SCHWEDEN/DK/DEUTSCHLAND      Regie: Daniel Alfredson, Buch: Ulf Ryberg, Vorlage: Stieg Larsson (Roman)
Dritter und letzter Teil der Millennium-Trilogie: Journalist Blomqvist sorgt dafür, dass die Polizei der richtigen Spur folgt. Lisbeth Salanders (Noomi Rapace) Entmündigung wird vor Gericht als haltlos entlarvt; Gutachter Teleborian wird noch im Gerichtssaal verhaftet. Salander, wieder auf freiem Fuß, geht ihrer Wege. Ihre Geliebte spielt in dieser Folge keine Rolle.




2009

VISION – AUS DEM LEBEN DER HILDEGARD VON BINGEN (VISION)
DEUTSCHLAND/FRANKREICH      Regie: Margarethe von Trotta, Buch: Margarethe von Trotta
Die Filmbiografie setzt einige markante Lebensstationen der mittelalterlichen Äbtissin und Mystikerin Hildegard von Bingen (ca. 1098 bis 1179) in Szene. Hildegard (Barbara Sukowa) wird Nonne, Heilkräuterkundige, Autorin und Oberin. Ihre intensive Freundschaft mit Richardis von Stade (Hannah Herzsprung) lässt der sehr emotionalen Bindung der beiden Frauen viel Platz und damit auch entsprechenden Interpretationsspielraum.

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2010

HOMEVIDEO
DEUTSCHLAND      Regie: Kilian Riedhoff, Buch: Jan Braren, TV
Der fünfzehnjährige Jakob leidet unter der Trennung seiner Eltern, deren Ehe gerade auseinanderbricht. Seine Mutter ist zu ihrer Geliebten gezogen. Zeitgleich entwickelt er Interesse an einer Mitschülerin und entdeckt seine Sexualität mit Hilfe seiner Videokamera. Als intime Aufnahmen von ihm im Internet auftauchen, wird er zum Gespött der Schule. Für Jakob bricht eine Welt zusammen. Seine zerstrittenen Eltern können ihm nicht helfen und er sieht keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen.




2010

MASSERBERG
DEUTSCHLAND      Regie: Martin Enlen, Buch: Jürgen Werner, Vorlage: Else Buschheuer (Roman), TV
Mitte der achtziger Jahre kämpft die 19-jährige Mel (Anna Fischer) in einer Augenklinik im thüringischen Masserberg verzweifelt um ihr Augenlicht. Rasch erobert sie die Herzen der durchweg wesentlich älteren Mitpatientinnen und auch die Liebe ihrer besten Freundin Victoria (Lilian Naumann) sowie des neuen kubanischen Arztes Dr. Sanchez (Pasquale Aleardi). Letzterer arbeitet seit Langem mehr oder minder freiwillig für die Stasi und ist mit dem DDR-linientreuen Klinikleiter selten einer Meinung. Die Figur der verlässlichen und Mel begehrenden Freundin Victoria wird für die heterosexuelle Liebesgeschichte zwischen (verheiratetem) Arzt und Patientin auf nette Staffage reduziert; die endlosen und miteinander konkurrierenden dramatischen Zuspitzungen überlagern sich bis zur Lächerlichkeit, so dass zum Filmschluss das Niveau eines Groschenromans erreicht ist.




2010

SCHICKSALSJAHRE
DEUTSCHLAND      Regie: Miguel Alexandre, Buch: Thomas Kirchner, Vorlage: Uwe-Karsten Heye (Roman), TV
Ende der dreißiger Jahre schwärmt Ursula (Maria Furthwängler) für den Sänger Wolfgang Heye (Pasquale Aleardi) und wird schließlich seine Frau. Als Hitler Polen den Krieg erklärt, wird Wolfgang als Soldat eingezogen, desertiert jedoch mehrmals und gefährdet damit seine Familie. Ursula lässt sich schließlich auf Druck der nationalsozialistischen Machthaber von ihm scheiden, um ihre Danziger Arbeitserlaubnis und damit den Unterhalt ihrer Kinder sichern zu können. Nach dem Krieg wird sie Schreibkraft der sowjetischen Besatzungsmacht, aber als ihr Geliebter, ein kritischer Offizier, spurlos verschwindet, beginnt sie dem neuen Machtapparat zu misstrauen. Zusammen mit ihrer neuen Freundin, der Sängerin Nora (Dorka Gryllus), und ihren beiden Kindern flieht sie nach Westdeutschland, wo sie jedoch ebenfalls mit neuen alten Machthabern konfrontiert wird. Vorübergehend lässt sie sich auf eine körperliche Beziehung mit Nora ein, sehnt sich jedoch nach wie vor nach Wolfgang, der inzwischen für tot erklärt wurde. Über Ursulas unverbrüchlicher Sehnsucht nach ihrem Mann zerbricht die unkonventionelle Familie und Nora zieht aus. Sie jedoch ist es, die Ursula nach Jahren, nämlich 1957, darüber informiert, dass Wolfgang noch lebt, und zwar verheiratet in Stuttgart. Eine Begegnung beider Familien bringt für Ursula die bittere Erkenntnis, dass die langjährige Trennung sie voneinander entfremdet hat. ZDF-Zweiteiler.
Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




2010

TATORT: FAMILIENBANDE
DEUTSCHLAND      Regie: Thomas Jauch, Buch: Lars Böhme, Hans Werner
Die Ermittler Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) werden mit dem Tod eines Jungen konfrontiert, der im Kühlhaus in einem Kölner Vorort erfroren ist. Verdächtigt wird die Freundin der Mutter, Iris Findeisen (Anna Schudt), die, wie sich herausstellt, eine Beziehung mit der verheirateten Nadja Bürger (Katharina Lorenz) hat. Das ganze Dorf ist davon überzeugt, dass die Lesbe schuldig sein muss. Das ist sie nicht, aber dafür, dass sie die Familie zerstört hat, wird sie von der Schwiegermutter ihrer Geliebten nahezu hingerichtet, so dass auch in diesem "Tatort" die Lesben mal wieder nicht überleben.




2010

DIE WANDERHURE
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH      Regie: Hansjörg Thum, Buch: Gabriele Kister, Vorlage: Iny Lorenz (= Ingrid Klocke und Elmar Wohlrath, Romane), TV
Weil sie ihn verschmäht hat, wird Marie Schärer (Alexandra Neldel), Tochter eines Tuchhändlers in Konstanz, 1414 von einem "ehrbaren" Bürger der Hurerei beschuldigt und nach vielen Vergewaltigungen und einer Auspeitschung aus der Stadt gejagt. Sie kann sich retten und wird von Wanderhuren aufgenommen, von denen sich besonders Hiltrud (Nadja Becker) um sie bemüht. Marie ist zwar dankbar, denkt jedoch nur an Rache und lässt sich nicht auf Hiltruds Werben ein. Hiltrud wird sich im Showdown in Konstanz vor den Marie bedrohenden Verleumder werfen und übel zugerichtet überleben. Maries Ehre wird am Ende wiederhergestellt. Sat1-Produktion.




2010

WIR SIND DIE NACHT
DEUTSCHLAND      Regie: Dennis Gansel, Buch: Dennis Gansel, Jan Berger
Ein Grüppchen Berliner Vampirinnen vergnügt sich seit Jahrhunderten miteinander in einem eigenen Szene-Club. Louise (Nina Hoss) verliebt sich in die junge Diebin Lena (Karoline Herfurth), verliert sie aber an den Polizisten Tom (Max Riemelt). Modernes Vampir-Spektakel mit antiquiertem Ende.

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2011

DORA HELDT: TANTE INGE HAUT AB
DEUTSCHLAND      Regie: Mark von Seydlitz, Buch: Stefani Straka, Vorlage: Dora Heldt (Roman), TV
Nach einer Lebenskrise trennt sich Inge von ihrem Mann und folgt dem Einfluss einer guten Freundin, um auf Sylt ihr Glück zu machen. Die Frage ihrer Nichte, ob Inge sich in Renate, die neue Freundin, verliebt habe, verneint Inge desinteressiert. Nach harmlos-klamaukigen Verwicklungen enden alle Paare wieder in den ursprünglichen Konstellationen.



2011

FÜR IMMER DREISSIG
DEUTSCHLAND      Regie: Andi Niessner, Buch: Ilja Haller, TV
Ein 46-jähriger Werbefachmann (Felix Eitner) versucht dem Alter zu entrinnen und tarnt sich angesichts einer neuen Kreativdirektorin (Marie-Lou Sellem) als junger Überflieger, der der erfahrenen Frau mal zeigen will, wo's langgeht. Natürlich verliebt er sich stattdessen und hat Mühe, seine Maskerade aufzugeben, aber es gibt selbstredend ein Happy-end.
Um seine Spießigkeit herauszustellen, wird ihm eine selbstbewusste lesbische Tochter (Sidonie von Krosigk) zur Seite gestellt, die mächtig von ihm und seinen Allüren genervt ist.




2011

LOLLIPOP MONSTER
DEUTSCHLAND      Regie: Ziska Riemann, Buch: Ziska Riemann, Lucy van Org
Zwei Teenagerinnen aus zerrütteten Elternhäusern finden gemeinsam die ersehnte Wärme und Sicherheit, bis eine von beiden ein Verhältnis mit einem älteren Mann beginnt.




2011

MÄNNER TICKEN, FRAUEN ANDERS
DEUTSCHLAND      Regie: Rolf Silber, Buch: Rolf Silber, TV
In dieser neo-liberalen Heterokomödie geht es um Alice (Julia Koschitz), eine Managerin, die auf der Toilette zufällig mit anhört, dass sie gegen einen männlichen Konkurrenten ausgetauscht werden soll. Fortan versucht sie mit Hilfe einer Freundin und allen möglichen Schachzügen dies zu verhindern. Ihre Freundin bringt in der Herrentoilette eine Wanze an, und die Intrigen und Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Die Angestellten des Unternehmens entsprechen der Heteronorm und frönen allesamt der Begierde nach Karriere. Ein Aufsteiger wird gefragt, ob er schwul sei. Er verneint; ihm wird jedoch geraten, sich mit einer Lesbe zusammen zu tun, da eine "normale" Ehe einen stabilen Menschen signalisiere. Auch Alice wird kurzzeitig für lesbisch gehalten – aber wenig überraschend für dieses Szenario: Sie ist es nicht.




2011

MOMMY IS COMING (MOMMY IS COMING)
DEUTSCHLAND      Regie: Cheryl Dunye, Buch: Sarah Schulman
Die weiße Dylan (Lil Harlow) und die afroamerikanische Claudia (Papi Coxx) sind ein Paar in Berlin; beide inszenieren gern ihren gemeinsamen Sex, der explizit – wie sonst nur im ausgewiesenen Porno – in Großaufnahme gezeigt wird. Trotz – oder wegen? – ihrer sexuellen Aufgeschlossenheit kriselt es zwischen den beiden jungen Frauen. In die Beziehungskonflikte platzt Dylans Mutter, die ihre Tochter besuchen und nach dem Rechten sehen will. Dabei fühlt sie sich sehr von Claudia angezogen, die sich gerade in Genderrollen versucht und von Mommy für einen Mann gehalten wird. Claudia ahnt nicht, dass es sich bei ihrer neuen Bekanntschaft um Dylans Mutter handelt. Ein bisschen zu demonstrativ "locker-flockig" inszeniert, scheitert das grenzüberschreitende Unternehmen des Autorinnenteams Dunye/Schulman an zu viel Sex und auch an der Verharmlosung daraus resultierender Konflikte.




2011

MORD IN LUDWIGSLUST
DEUTSCHLAND      Regie: Kai Wessel, Buch: Thomas Kirchner, TV
Eine Kriminalanalytikerin (Anja Kling) glaubt an der Frauenleiche der verheirateten "Lulu" eine Mordserie zu erkennen und stolpert über einen ehemaligen Geliebten, der nicht nur ein Kollege, sondern auch in den Fall verstrickt ist. Der mit zahlreichen in die Irre führenden Spurhinweisen überfrachtete Fernsehkrimi wartet schließlich mit einer lesbischen Täterin auf.




2011

ROMEOS
DEUTSCHLAND      Regie: Sabine Bernardi, Buch: Sabine Bernardi
Lukas (Rick Okon), vormals Mirjam, möchte ein soziales Jahr absolvieren. Aufgrund des Unverständnisses der zuständigen Behörde wird er fälschlicherweise im Schwesternwohnheim untergebracht, wo er auf seine beste Freundin Ine (Liv Lisa Fries) trifft. Zusammen machen sie die schwul-lesbische Szene von Köln unsicher. Schon bald interessiert Lukas sich für den eitlen Fabio (Maximilian Befort) und dessen durchtrainierten Körper, versucht jedoch verzweifelt, seine Geschlechtsangleichung geheimzuhalten. Obwohl die lesbische Ine sein Verhalten nicht immer nachvollziehen kann, hält sie stets zu ihm und erträgt auch seine wachsende Ich-Bezogenheit. So verführt sie kurzerhand die neue Freundin von Fabio, der sein Schwulsein hinter einer heterosexuellen Bankermaske verbirgt, und ebnet damit den Weg für ein Happy-end zwischen Lukas und Fabio.




2011

RUBBELDIEKATZ
DEUTSCHLAND      Regie: Detlev Buck, Buch: Detlev Buck, Anika Decker
Weil seine Karriere ins Stocken geraten ist, bewirbt sich "Charleys Tante"-Star Alexander Honk (Matthias Schweighöfer) auf Betreiben seines Bruders (Detlev Buck) als Schauspielerin für die Rolle in einem Hollywoodfilm über Nazis. Er schwatzt dem Regisseur eine lesbische Liaison zwischen dem BDM-Mädel, das Honk selbst verkörpert, und der jüdischen Geliebten des SS-Offiziers auf. Dies soll seine Rolle vergrößern und ihm die Aufmerksamkeit des Stars des Films, Sarah Voss (Alexandra Maria Lara), sichern. Nach den üblichen Verwechslungsklischees gibt es ein überraschungsloses Happy-end für das heterosexuelle Paar.




2011

SCHWALBENNEST (SCHWALBENNEST)
DEUTSCHLAND      Regie: Franka Braun, Caro Kadatz, Buch: Franka Braun, Caro Kadatz
"In Lisas Welt ist Homosexualität die Norm. Mit Heinrich verbindet sie zunächst ihre Leidenschaft Schwalbe schrauben, doch bald ist es mehr: Liebe. Als Lisas Väter von ihrer Liebe zu einem Jungen erfahren, muss sie sich entscheiden: Familie oder Liebe und die Freiheit sie selbst zu sein." (Werbetext)




2011

TATORT: IM ABSEITS
DEUTSCHLAND      Regie: Uwe Janson, Buch: Jürgen Werner, TV
Eine bekannte Bundesliga-Fußballspielerin wird in Ludwigshafen ermordet; Kommissarin Odenthal (Ulrike Folkerts) und Kopper (Andreas Hoppe) ermitteln bei deren Mitspielerinnen, bei der Trainerin und im Verein. Letztendlich entpuppt sich der Hausmeister, der das Fußballspielen an sich durch die Geldgier aller Beteiligten gefährdet sah, als der Täter. Die Spielerinnen geben im Verhör zu Protokoll, dass sie sich als Fußballspielerinnen nicht ernst genommen fühlen und oft mit der offenbar brüskierenden Annahme, sie seien alle Lesben, umgehen müssen.




2011

DAS TRAURIGE LEBEN DER GLORIA S.
DEUTSCHLAND      Regie: Ute Schall, Christine Groß, Buch: Ute Schall, Christine Groß
Ihr Spielfilm "Die Terroristin" gerät Regisseurin Charlotte (Nina Kronjäger) nicht so, wie sie es sich gewünscht hat. Zum Casting ihres neuen Projekts, einem Dokumentarfilm über eine alleinerziehende Hartz-4-Empfängerin, meldet sich die Theaterschauspielerin Gloria Schneider/Schulze (Christine Groß), die keine Zukunft für das Berliner Off-Ensemble sieht, in dem sie sich tagtäglich abarbeitet. Gloria, die sich aufgrund ihrer beruflichen Probleme gerade mit ihrer Geliebten überworfen hat, spielt der Filmcrew und der Produzentin Margarete von Lösch (Margarita Broich) das gewünschte Leben vor und bezieht nach und nach alle ihre Schauspiel-Kolleg_innen mit ein. Ausstatterin Susan kommt den Theaterleuten auf die Spur und schlachtet die nun unfreiwillige Reality Show effektvoll für ihre Zwecke aus.




2011

VERBLENDUNG (THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO)
USA/SCHWEDEN/UK/DEUTSCHLAND      Regie: David Fincher, Buch: Steven Zaillian, Vorlage: Stieg Larsson (Roman)
Glattgebügelte US-amerikanische Variante der europäischen Version von "Verblendung", in der die tragenden Rollen mit DarstellerInnen besetzt wurden, deren überraschungsarme Ausstrahlung niemanden irritieren soll: James-Bond-Mime Daniel Craig spielt den Journalisten Blomkvist, die Newcomerin Rooney Mara die taffe Lisbeth Salander, die Blomkvist bei der Suche nach einem brutalen Frauenmörder hilft und ihm das Leben rettet. Auch hier hat Lisbeth eine sexuelle Begegnung mit einer Frau, für die Handlung irrelevant und scheinbar zufällig. Im Verlauf des Films erhält Lisbeth immer stärker klischeehaft weibliche Züge. Um sie nicht gar zu "anders" erscheinen zu lassen, schmeißt sie eine für Blomkvist gekaufte Jacke in den Müll, als sie ihn mit einer anderen Frau sieht.




2011

DIE VERFÜHRERIN ADELE SPITZEDER (DIE VERFÜHRERIN ADELE SPITZEDER)
ÖSTERREICH/DEUTSCHLAND      Regie: Xaver Schwarzenberger, Buch: Ariela Bogenberger, TV
Im späten 19. Jahrhundert kommt die mittellose Schauspielerin Adele Spitzeder (1832-1895) mit einer Verzinsung zu Geld, deren Prozentsatz deutlich unter dem Prozentsatz der Banken bleibt. Sie gründet eine Privatbank und lässt es sich mit Männern wie mit Frauen gut gehen, bis die bayrischen Geldhändler und Bankiers sie mit Hilfe einer künstlich hervorgerufenen Massenanfrage in den finanziellen Ruin treiben. Da sie die Guthaben ihrer Kund_innen nicht auszahlen kann, wird sie vor Gericht gestellt und verurteilt. Siehe auch ADELE SPITZEDER (1972).



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2012

DAS ADLON. EINE FAMILIENSAGA (DAS ADLON. EINE FAMILIENSAGA)
DEUTSCHLAND      Regie: Uli Edel, Buch: Uli Edel, Rodica Döhnert, TV
Dreiteilige für das ZDF produzierte Familiensaga, die sich mit zwei ineinander verwobenen Familiengeschichten an der Historie des Berliner Hotels Adlon orientiert, das 1907 von Lorenz Adlon (Burkhard Klaußner) gegründet wurde. Parallel bekommt die minderjährige Tochter eines seiner Zulieferer ein uneheliches Kind, das als die Tochter des Verwalters Schadt und seiner Frau (Sunnyi Melles) ausgegeben wird. Die leibliche Mutter, Alma (Anja Kling) verliebt sich in die Fotografin Undine Adams (Christiane Paul) und geht mit ihr nach Amerika. Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




2012

FRAUENSEE (WOMAN'S LAKE)
DEUTSCHLAND      Regie: Zoltan Paul, Buch: Zoltan Paul & Ensemble
Die Fischerin Rosa fährt mehrmals täglich mit ihrem Boot die Seen im Norden von Berlin ab, um die Netze zu leeren und zu überprüfen. Eines Abends erwischt sie ein junges lesbisches Paar aus Berlin beim Wild-Campen. Eine der Frauen, Evi, flirtet sehr offensiv mit Rosa, die allerdings seit einiger Zeit ein Verhältnis mit der Berliner Geschäftsfrau Kirsten unterhält, aber dort nur die zweite Geige spielt, da Kirsten in erster Linie eine Workaholic ist. Als Rosa Evi und Olivia in Kirstens geräumiges Haus holt, werden die Beziehungen, die eh schon am seidenen Faden zu hängen scheinen, auf eine harte Probe gestellt. Dicht in der Figurenzeichnung, untersucht der Film vorsichtig die Bruchstellen moderner lesbischer Beziehungen.




2012

HALBE HUNDERT (HALBE HUNDERT)
DEUTSCHLAND      Regie: Matthias Tiefenbacher, Buch: Silke Zertz, TV
Drei Freundinnen (Martina Gedeck, Leslie Malton und Petra Gastdorf) werden fünfzig und hadern mit lebensverändernden Beziehungsproblemen, bedrohlichen Krebserkrankungen und betrügerichen Callboys. Anne (Gedeck) trennt sich vorübergehend von ihrem Mann, weil sie sich von ihm mit einer Jüngeren betrogen glaubt, die sich jedoch als Geliebte ihrer Tochter entpuppt.




2012

HIER UND JETZT (HIER UND JETZT)
SCHWEIZ      Regie: Katrin Barben, Buch: Katrin Barben
Zwei Frauen und ein Mann geraten unabhängig voneinander in unterschiedliche Lebenskrisen: Die Künstlerin Jo steht vor einer wichtigen Abschlussprüfung, der Gastwirt Luke verzweifelt an der Organisation seines Kneipenjubiläums und Musikerin Gibsi muss ihre Auftrittsangst überwinden. Alle dargestellten Personen haben einen selbstverständlichen lesbischen oder schwulen Hintergrund, der nur angedeutet wird.




2012

MANN KANN, FRAU AUCH (MANN KANN, FRAU AUCH)
DEUTSCHLAND      Regie: Florian Gärtner, Buch: Florian Gärtner, Götz Marx, TV
Von ihrem Freund gedemütigt, nutzt die junge arbeitslose und alleinerziehende Tine (Therese Scholze) die Chance, in seinem Namen und als Mann "getarnt" einen Job als Autor bei einem Männermagazin anzunehmen. Im "Männeroutfit" und Dreitagebart verliebt sie sich in den Platzhirsch Moritz (Tom Wlaschiha), wird jedoch auch von der Herausgeberin Dagmar (Nina Kronjäger) heftigst umworben. Die ganze Farce mit schwul-lesbischen Anspielungen wird wie so oft in konservative Heteromuster aufgelöst, sodass Tine ein heterosexuelles Happy-end mit Moritz erlebt.




2012

DIE SPIONIN (DIE SPIONIN)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH/UNGARN      Regie: Miguel Alexandre, Buch: Annette Hess, TV
Das trivial inszenierte weich gespülte Spioninnendrama orientiert sich lose an der mehrsprachigen deutsch-englischen Doppelagentin Vera von Schalburg (1912-unbekannt), die als Tänzerin in den Folies Bergères in Paris als Spionin der Abwehr angeheuert wird, sich in ihren Vorgesetzten, Hilmar Dierks, verliebt, in London eingesetzt und dort 1940 enttarnt und als Doppelagentin angeworben wird. Die lesbische Gräfin, die ihr in Paris auf die Schliche kommt, beseitigt sie skrupellos, nachdem sie ihr ein sexuelles Interesse vorgespielt hat. Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.




2012

TATORT: ALLES HAT SEINEN PREIS (TATORT: ALLES HAT SEINEN PREIS)
DEUTSCHLAND      Regie: Florian Kern, Buch: Michael Gantenberg, Hartmut Block, TV
Die Ermittler Ritter (Dominic Raacke) und Stark (Boris Aljinovic) klären den Mord an dem Berliner Taxiunternehmer Klemke auf. Unter den zahlreichen Tatverdächtigen befindet sich auch eine finanziell klamme Pächterin Klemkes, die Feinkosthändlerin Ziska Zuckowski (Alwara Höfels), die ihre hohen Mietkosten nicht mehr aufbringen kann. Sie hat offenbar eine intime Beziehung zu Klemkes Tochter Dagmar (Nicolette Krebitz), die ebenfalls in den Kreis der Verdächtigen rückt. Diese eingeschobene Geschichte soll allerdings nur von der wahren Täterin ablenken.




2012

TATORT: EIN NEUES LEBEN (TATORT: EIN NEUES LEBEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Elmar Fischer, Buch: Fred Breinersdorfer, Léonie-Claire Breinersdorfer, TV
Die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr untersuchen eine verkohlte Leiche und kommen einer Drückerkolonne auf die Spur. Sie wird von zwei jungen Frauen geleitet, die ein Paar sind: Isabella (Nina Proll) und Sandra (Mina Tander). Batic schleust sich als verdeckter Ermittler bei der dubiosen Tierrettungsorganisation (kanadische Robbenbabys) ein, die über manipulierte Kartenlesegeräte Kreditkarten abzockt. Nach und nach stellt sich heraus, dass Sandra mit einem der Angestellten ein Techtelmechtel hatte. Sie bleibt jedoch bei Isabella und sieht zu, wie diese ihn ermordet. Erst als Batic die Morde (die Autoleiche geht nicht auf das Konto der beiden Frauen, sondern auf einen Mitarbeiter, der mit dem Toten die beiden Chefinnen betrügen wollte und sich von seinem Kollegen geprellt sah) aufklärt, sich zu erkennen gibt und nun von Sandra ermordet werden soll, der Isabella die Pistole in die Hand gedrückt hat, entscheidet sich Sandra gegen ihre Geliebte und erschießt sie. Hölzerne und ungelenke Fantasie eines lesbischen Verbrecherinnenpärchens (oder mögliche verunglückte Interpretation eines ähnlichen Falles, s. dazu "Der Spiegel" 20/1998, S. 67f). Keine Frage, dass die harte und ungeliebte Lesbe am Ende nicht nur sterben muss, sondern auch sterben will (ist das eigentlich eine heterosexuelle Wunschvorstellung?), und ebenso steht außer Frage, dass die andere, emotionale weichere Frau im Grunde ihres Herzens hetero ist und bleibt und sich durch den Mord an ihrer Geliebten letztendlich befreit.




2012

ZWEI MÜTTER (ZWEI MÜTTER)
DEUTSCHLAND      Regie: Anne Zohra Berrached, Buch: Anne Zohra Berrached
Als Katja und Isabelle entscheiden, ihre Beziehung mit einem eigenen Kind zu erweitern, stoßen sie auf zahlreiche Schwierigkeiten: Weder gewähren ihnen als lesbischem Paar die Samenbanken in Deutschland einen Zugriff noch erhalten sie die notwendige Unterstützung durch die Ärzteschaft. Schließlich erkaufen sie sich teuer das benötigte Sperma und landen zuguterletzt bei einem privaten Verkäufer, der sich dann aber doch zu sehr für die Schwangerschaft und das Neugeborene interessiert. Dokumentarisch anmutende, überzeugend gespielte und inszenierte Studie über den verzweifelten Kinderwunsch eines Lesbenpaares; allerdings wirkt die kommerzielle Werbung für die potenziellen Spender, die sich selbst spielen, befremdend.


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2013

FEUCHTGEBIETE (WETLANDS)
DEUTSCHLAND      Regie: David Wnendt, Buch: Claus Falkenberg, David Wnendt, Sabine Pochhammer, Vorlage: Charlotte Roche (Roman)
Helen (Carla Juri), eine junge Frau, von der die Romanautorin sicher hofft, dass sie als "schamlos" beschrieben werden möge, erschließt sich ihre eigene Sexualität, indem sie jedes Tabu bricht, das ihre Mutter aufgestellt hat: z. B. das Postulat, die Genitalien müssten immer ganz sauber sein. Helens Lieblingstabubrüche sind Brüskierungen und Beleidigungen ihrer geschiedenen Eltern (Meret Becker und Axel Milberg). Helen leidet an Hämorrhoiden und rasiert sich brav komplett (denn so viel Tabubruch soll nun doch nicht sein); dabei verletzt sie sich unabsichtlich und muss operiert werden. Während sie den Krankenpfleger verführt, fantasiert sie sich in ein Bordell, in dem sie für Sex mit einer Frau Geld bezahlt.



2013

LILLY SCHÖNAUER: WEIBERHAUSHALT (LILLY SCHÖNAUER: WEIBERHAUSHALT)
ÖSTERR/DEUTSCHLAND      Regie: Karola Hattop, Buch: Anna Morgenrot, TV
Die von ihrem Mann vernachlässigte Innenarchitektin Eva (Mira Bartuschek) zieht mit der attraktiven Tischlerin Lucy (Anna Rot) in der Steiermark ein lukratives Geschäft auf. Lucy verliebt sich unglücklich in Eva, die zu ihrem Mann zurückkehrt, tröstet sich dann aber mit ihrer Ex-Freund.



2013

TATORT: SCHMUTZIGER DONNERSTAG (TATORT: SCHMUTZIGER DONNERSTAG)
SCHWEIZ      Regie: Dani Levy, Buch: Petra Lüschow, TV
Bei den Ermittlungen zum Mord an einem Bau-Ausschussmitglied während der Fasnachtzeit im Schweizerischen Luzern landet Kommissarin Liz Ritschard (Delia Mayer) mit einer Flirtbekanntschaft (Sandra Utzinger) im Bett.



2013

EIN WEITES HERZ (EIN WEITES HERZ)
DEUTSCHLAND      Regie: Thomas Berger, Buch: Thomas Berger, Franziska Gerstenberg, Annette Hess, Vorlage: Matthias Wegner (Roman), TV
Biografie über das Leben von Isa Vermehren (1918-2009), die als Kabarettistin, Schauspielerin und schließlich Ordensschwester der Sacre Coeur Schwestern gewirkt hat. In intellektuellem Hause aufgewachsen – ihre Mutter, Petra Vermehren (Iris Berben), wurde 1934 Redakteurin des Berliner Tagesspiegels – wendet Isa (Nadja Uhl) sich frech und provokant der Berliner Kabarettszene zu. Ihr Musiklehrer gerät nach der Machtübertragung in die Fänge der Nazis und wird offenbar ermordet. Währenddessen freundet sich Isa mit Elisabeth von Plettenberg (1911-2000, gespielt von Peri Baumeister) an, die eng mit Isas Bruder Erich befreundet ist. Die beiden Frauen verlieben sich ineinander, leben diese Gefühle jedoch nicht aus. Nachdem ihr Bruder Erich sich 1944 heimlich nach Großbritannien abgesetzt hat, wird sie mit ihrer ganzen Familie in Sippenhaft genommen. Ihre Eltern, die längere Zeit getrennt lebten, da der Vater (Friedrich von Thun) mit seiner Sekretärin ein Verhältnis hat, werden ebenfalls interniert und zusammen in eine Zelle gesteckt, wo sie sich miteinander aussöhnen. Dabei wird auch Isa in Ravensbrück interniert, kommt jedoch – wie ihre Eltern – wieder frei. ZDF-Produktion. Siehe auch die Liste mit Spielfilmen, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen.


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2014

BELLA BLOCK: FÜR IMMER UND IMMER
PORTUGAL/DEUTSCHLAND      Regie: Christian von Castelberg, Buch: Fabian Thaesler, TV
Bei einem privaten Aufenthalt in Lissabon löst Bella Block (Hannelore Hoger) quasi nebenbei das Rätsel um die vermeintlichen Morde an zwei jungen Kellnerinnen, deren Todesumstände damit erklärt werden, dass ein wesentlich älterer Mann (Henry Hübchen) das junge Lesbenpaar auseinandergebracht haben soll.



2014

BESTEFREUNDE (BESTEFREUNDE)
DEUTSCHLAND      Regie: Jonas Grosch, Carlos Val, Buch: Jonas Grosch, Carlos Val
Susi Q (Katharina Wackernagel), eine einsame lesbische Frau mit Bindungsangst, klammert sich an ihren Reise-Blog-Arbeitskollegen. Als dieser sich verheiraten will und eine ruhigere Betätigung sucht, redet Susi sich ein, in ihn verliebt zu sein. Letztendlich scheint es ihr jedoch nur darum zu gehen, ohne Veränderung immer wie bisher weiter machen zu können. Als sie begreift, dass sie ihre Wünsche nicht erzwingen kann, kann sie sich lösen und ihrer eigenen Wege gehen.




2014

GRAND BUDAPEST HOTEL (THE GRAND BUDAPEST HOTEL)
UK/DEUTSCHLAND/USA      Regie: Wes Anderson, Buch: Wes Anderson, Hugo Guinness, Vorlage: Stefan Zweig
In einem historisch anmutenden Potpourri voluminöser Ausstattung wird auf mehreren Zeitebenen eine mit einem Hotel verknüpfte Geschichte entwickelt: Am Vorabend des Ersten Weltkriegs führt Monsieur Gustave (Ralph Fiennes) als Concierge das Grand Budapest Hotel und ist allen seinen Freund_innen und Gästen stets auch sexuell zu Diensten, egal welchen Alters oder Geschlechts sie sind. Als Madame D. (Tilda Swinton) 84-jährig ermordet wird, erbt Gustave ihr wertvolles Gemälde "Jüngling mit Apfel", das ihm die Familie aber nicht überlassen will. So nimmt er es mit Hilfe des Lobbyboys Zero, der ihn treu begleitet, an sich und hängt zum Entsetzen aller Erb_innen stattdessen "Two Lesbians Masturbating" hin, das an Egon Schiele erinnern soll, aber freilich von einem Studiomaler gefertigt wurde. Gustave und Zero müssen sich retten, weil Gustave für den Mörder von Madame D. gehalten wird. Als Gustave umkommt, vererbt er das Hotel und sein Hab und Gut Zero, der als alternder einsamer Mann, dessen Frau Agatha (Saoirse Ronan) inzwischen verstorben ist, seine Geschichte einem jungen Schriftsteller (Jude Law) erzählt.




2014

HAPPY END!? (HAPPY END!?)
DEUTSCHLAND      Regie: Petra Clever, Buch: Petra Clever
Durch ein Versehen wird die brave Gymnasiastin und angehende Jurastudentin Lucca für eine Einbrecherin gehalten und zu Sozialdienst in einem Sterbe-Hospiz verdonnert. Dort lernt sie nicht nur, sich aus dem Einflussbereich ihres viel zu jungen Juristen-Vaters zu befreien, sondern auch, dass "unkonventionelles" Vorgehen juristisch mitunter effektiver sein kann als die Einhaltung strikter Normen. So sorgt sie mit der coolen Sängerin Valerie, in die sie sich längst verliebt hat, dafür, dass die Asche einer Verstorbenen auch in deren Sinn platziert wird und nicht ins ungeliebte Familiengrab wandert.




2014

ICH WILL DICH
DEUTSCHLAND      Regie: Rainer Kaufmann, Buch: Kathrin Richter, Jürgen Schlagenhof, TV
Marie (Ina Weisse) ist mit Bernd (Ulrich Noethen) verheiratet, mit dem sie zusammen als Architektin arbeitet. Sie haben zwei fast erwachsene Kinder und den gemeinsamen Freund Dom, der eines Tages seine große Liebe mitbringt, die er heiraten will: Ayla (Erika Marozsán). Ayla fühlt sich von Marie angezogen und fordert sie drängend heraus. Marie, die sich, wie der Rest des Films nahelegt, sehr schwertut mit Entscheidungen, lässt sich widerwillig mitziehen, gibt jedoch sehr schnell ihrer Begierde nach. Heimlich leben die beiden Frauen eine Parallelbeziehung. Als Ayla schwanger wird, träumt Marie von einer Großfamilie mit den Männern, trifft jedoch wieder keine Entscheidung – bis Ayla sie ihr abnimmt und mit Dom wegziehen will. Ob ihr das gelingt, lässt der Film offen. Beide Frauen versichern einander, nicht lesbisch zu sein – und offenbar fehlt der Frauenbeziehung ohne klares Label jegliche Basis.




2014

DER KREIS (DER KREIS)
SCHWEIZ      Regie: Stefan Haupt, Buch: Stefan Haupt, Christian Felix, Urs Frey, Ivan Madeo
Anhand der im Interview erzählten Erinnerungen von Ernst Ostertag und Röbi Rapp wird die Geschichte der Zürcher Schwulenbewegung in den fünfziger und sechziger Jahren in Spielszenen nachgezeichnet. Ernst Ostertag (Matthias Hungerbühler), der spätere Herausgeber der Homosexuellen-Zeitschrift "Club 68", wird Ende der fünfziger Jahre Abonennt der Zeitschrift "Der Kreis – Le Cercle" (1943-1967). Karl Meier alias Rolf organisierte mit diesem Organ die Zürcher Schwulenszene. Ernst Ostertag verliebt sich schon bald in den Friseur Röbi Rapp (Sven Schelker), der auf den Festen als betörende Sängerin auftritt. Während Röbis Mutter (Marianne Sägebrecht) mit der Homosexualität ihres Sohnes keine Probleme hat, traut sich Ernst in seinem intellektuellen und steifen Elternhaus kein Coming-out zu. Wegen mehrerer Morde an Homosexuellen verstärkt die Zürcher Polizei Überwachung und Auflagen, außerdem verbietet sie weitere öffentlich beworbene Feste. Die Zürcher Schwulenbewegung spaltet sich: Herausgeber Rolf will den Auflagen folgen und sich anpassen, während andere um Ostertag sich der Polizei nicht unterordnen wollen. Wenngleich auch die Bewegung um die Zeitschrift als ausschließlich schwul überliefert wird, sind im Film auf einer Party auch zwei mutmaßliche Frauen zu sehen, die miteinander tanzen.



2014

PIERROT LUNAIRE (PIERROT LUNAIRE)
KANADA/DEUTSCHLAND      Regie: Bruce LaBruce, Buch: Bruce LaBruce (Zwischentitel), Otto Erich Hartleben (Übersetzung), Vorlage: Albert Giraud (Gedichte)
Eine junge Frau in Männerkleidern (Susanne Sachße) verliebt sich in eine andere junge Frau (Paulina Bachmann) in Frauenkleidern. Als deren Vater herausfindet, dass Pierrot kein Mann ist, versucht er den Kontakt der beiden zu unterbinden. Pierrot verfolgt fortan die fixe Idee, sich – notfalls mit Gewalt – einen echten Penis anzueignen, um die Geliebte nicht zu verlieren. Avantgardistisch-experimentelle Interpretation der gleichnamigen Komposition von Arnold Schönberg, der 1912 einen Gedichtzyklus von Albert Giraud atonal, aber noch nicht in Zwölftontechnik vertonte.



2014

POLZEIRUF 110: SMOKE ON THE WATER (POLZEIRUF 110: SMOKE ON THE WATER)
DEUTSCHLAND      Regie: Dominik Graf, Buch: Günter Schütter, TV
Nach dem Mord an einer Journalistin hält Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) erst einen Musiker für den Mörder, dann ihre Geliebte, Corry Hüsken (Judith Bohle). Die jedoch bringt den Ermittler auf die Fährte eines illegalen militärischen Wirtschaftsprojektes, in das viele hochrangige Industrielle und auch Polizisten involviert sind. Als Meuffels Ermittlungen endlich Fahrt aufnehmen, haben die Schergen die lästige Lesbe – wie in dieser Art Krimi üblich – längst getötet. Gewaltverliebte Blutorgie mit Anleihen bei Haneke und Tarantino. Nur vordergründig kritisch.



2014

SCHON WIEDER HENRIETTE (SCHON WIEDER HENRIETTE)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH      Regie: Nikolaus Leytner, Buch: Jens Urban, Katarina Bali, TV
Sehr seichte Krimiunterhaltung à la Miss Marple, in der eine angesehene Kunstrestauratorin (Christiane Hörbiger) den Mord an einem talentierten jungen Künstler aufdeckt. Ihr zur Seite steht ein zunächst skeptischer junger Assistent, die sie prompt vorübergehend für lesbisch hält.



2014

SEITENSPRUNG (SEITENSPRUNG)
DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH      Regie: Sabine Boss, Buch: Verena Bird, TV
Fiona, eine erfolgreiche Werbetexterin (Claudia Michaelsen), handhabt ihre privaten Konflikte mit Ehemann und Kindern wie ihre beruflichen: lösungsorientiert. Deshalb entscheidet sie nach dem ersten Schock, ihre schwangere Nachbarin Julia in die Familie aufzunehmen – nicht, obwohl Fionas Mann der Vater ist, sondern genau deswegen. Fionas Mutter (Maren Kroymann) ist zunächst die Einzige, die das gut findet. Als Fiona Julia in der Klinik während der Entbindung beisteht, hält die Hebamme sie strahlend für ihr beruflich erstes lesbisches Paar. Die Erklärung, mit der Fiona aufwartet, ist der Hebamme dann allerdings – ganz im Rahmen dieser harmlosen Familienunterhaltung – zu viel.



2014

TATORT: AM ENDE DES FLURS
DEUTSCHLAND      Regie: Max Färberböck, Buch: Max Färberböck, Catharina Schuchmann, TV
Die Münchner Ermittler Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) werden mit dem Mord an einer Frau konfrontiert, mit der Leitmayr früher eine intime Beziehung hatte. Die Recherchen ergeben, dass sie zahlreiche Geliebte hatte. Als Mörderin wird schließlich – wieder einmal – eine lesbische Frau entlarvt.



2014

TATORT: ZWISCHEN ZWEI WELTEN
SCHWEIZ      Regie: Michael Schaerer, Buch: Evelyn Stähelin, Josy Meier, TV
Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser) ermitteln im Mordfall einer erschlagenen alleinerziehenden Mutter von drei Kindern. Diese drei Kinder haben unterschiedliche Väter, und deren eigene Interessen machen den Kindern (von denen eines, wie sich später herausstellt, für den Tod der Mutter verantwortlich ist) das Leben zur Hölle. Für die bohrenden Verhöre durch die Ermittlerin Ritschard rächen sich die Väter in einer Väter-Initiative, indem sie Ritschard beim Squash eine Frau küssend fotografieren und sie im Internet bloßzustellen versuchen. Liz Ritschard soll als erste offen lesbische Tatort-Kommissarin in die Fernsehgeschichte eingehen.



2014

DIE TOTE AUS DER SCHLUCHT
DEUTSCHLAND      Regie: Christiane Thede, Buch: Andreas Dir, Christoph Busche, TV
Die lesbische Münchner Kommissarin Susanne Landauer (Rosalie Thomass) entdeckt bei Ermittlungen in ihrem Heimatort die Leiche ihrer bis dahin unbekannten leiblichen Mutter und versucht, gegen die Abwehr des ganzen bayrischen Dorfes ihre Geschichte zu recherchieren. Es stellt sich heraus, dass Susannes biologische Mutter die als schizophren diagnostizierte Schwester der Ehefrau ihres Vaters war und vom hiesigen Leiter der Anstalt, in der sie sich befand, jahrelang malträtiert wurde. Die Story ist haarsträubend und voller Logiklöcher; Vieles, das für spannende Szenen sorgen soll, wird später nicht wieder aufgegriffen. Wirklich positiv ist, dass die lesbische Lebensweise der Protagonistin nicht diskutiert wird. Susanne wird durch ihre Beziehung zur Pathologin Isa (Lavinia Wilson) geschützt; Isa rettet ihr schließlich auch das Leben.



2014

VIER KRIEGEN EIN KIND
DEUTSCHLAND      Regie: Mathias Steurer, Buch: Volker Krappen, TV
Ein lesbisches Paar, die Literaturdozentin Neele (Christina Hecke) und die Zahntechnikerin Steff (Friederike Kempter) wünschen sich ein Kind. Steff wird durch eine Samenspende auch tatsächlich schwanger, aber es kam zu einer Verwechslung: Ein schwules Paar, Jens (Marc Hosemann) und Kalle (Christian Näthe), stellte das Sperma zur Verfügung. Die vier raufen sich zusammen, aber dann verliert Steff das Kind. Das bringt beide Beziehungen ins Wanken, bis Neele und Kalle nach ein paar Gläsern Wein ihr Glück mit künstlicher Befruchtung noch einmal versuchen. Neele bringt ein Mädchen zur Welt, und geläutert wachsen die beiden Paare enger zusammen und werden eine neue Familie.



2014

VON MÄDCHEN UND PFERDEN (VON MÄDCHEN UND PFERDEN)
DEUTSCHLAND      Regie: Monika Treut, Buch: Madeleine Dewald
Alex, eine kiffende und scheinbar desinteressierte Sechzehnjährige, soll sich als Praktikantin auf einem Pferdehof in Norddeutschland bewähren, wo die Reitlehrerin in lesbischer Beziehung lebt. Alex kommt bei den Pferden zur Ruhe und verliebt sich in Kati, die mit ihrem Pferd auf dem Hof Urlaub macht.



2014

WINNETOUS WEIBER
DEUTSCHLAND      Regie: Dirk Regel, Buch: Timo Berndt
Fünf inzwischen erwachsene weibliche Winnetou-Fans verbringen ihren Urlaub auf den Spuren der Dreharbeiten der Karl-May-Verfilmungen der Sechziger Jahre: Zu Pferd besuchen die unterschiedlichen Frauen die Drehorte in Kroatien. Unterwegs ist aber weniger Winetou das Thema, sondern die persönlichen Probleme der Beteiligten. Maren (Nina Kronjäger) hadert mit ihrer Tochter Nora (Josephin Busch); die aristokratisch angehauchte Elisabeth (Maren Kroymann) trauert um ihren Mann und wird von seiner Geliebten Simone (Teresa Weißbach) begleitet. Gabriele/Gabi (Floriane Daniel), eine Freundin von Maren, gerät mehrmals mit ihr in Streit, denn sie ist nicht nur erfolgreiche Unternehmerin, sondern auch in sie verliebt. Stellenweise unterhaltsame Komödie.



2014

DIE WOLKEN VON SILS MARIA (SILS MARIA)
FRANKREICH/SCHWEIZ/DEUTSCHLAND      Regie: Olivier Assayas, Buch: Olivier Assayas
Eine Geschichte über ein Theaterstück, dessen Figuren sich in der ihm angegliederten realen Welt weiterzuentwickeln scheinen: Im gleichnamigen Theaterstück hatte die junge und skrupellose Assistentin Sigrid eine Affäre mit ihrer älteren Chefin Helena, ließ sie dann jedoch einfach wieder fallen. Helena nahm sich das Leben – genau wie vor zwei Jahrzehnten ihre Darstellerin. Nun reist der gefeierte Bühnenstar Maria Enders (Juliette Binoche) mit dem Zug nach Sils Maria in die Schweiz, um den Autor zu ehren, der stirbt, während sie unterwegs sind. Sein Tod und die Begegnung mit einem alten Bekannten bringt die Schauspielerin aus der Fassung; auch ihre zuverlässige, aber kritische Assistentin (Kristen Stewart) verwirrt sie. Die Figurenkonstellation liefert ein Psychodrama, das sich zum Ende hin buchstäblich in Luft auflöst: Die Assistentin verschwindet spurlos und Maria muss den Platz als Star an eine Jüngere abtreten.



2014

ZIMMERMÄDCHEN LYNN (ZIMMERMÄDCHEN LYNN)
DEUTSCHLAND      Regie: Ingo Haeb, Buch: Ingo Haeb
Lynn (Vicky Knieps) liebt das Putzen über alles und ist daher auch die perfekte Hotelangestellte. Allerdings pflegt sie unter das Bett zu kriechen, um das Stelldichein der Gäste mit dem Callgirl Chiara zu belauschen. Sie ist so fasziniert, dass sie sich eines Tages Chiara zu erkennen gibt und sich mit ihr sexuell ausprobiert.

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2015

DIE AKTE GENERAL
DEUTSCHLAND      Regie: Stephan Wagner, Buch: Alexander Buresch, TV
Hervorragend besetzter biografischer Blick auf Fritz Bauer (1903-1968), den wegen seiner jüdschen Herkunft im NS verfolgten hessischen Generalbundesanwalt, der gegen alle Widerstände sowohl für die Ergreifung des SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann (1906-1962) wie auch in den 1960er Jahren für die sogenannten Auschwitz-Prozesse gegen nationalsozialistische Täter_innen sorgte. 1959 holt Bauer (Ulrich Noethen) sich einen jungen aufmüpfig scheinenden Staatsanwalt zur Unterstützung: Joachim Hell (David Kross) arbeitet aber auch schon bald für den Geheimdienst und spioniert seinen Vorgesetzten bezüglich ostdeutscher Kontakte aus. In einer Szene trifft Fritz Bauer seine Frau, die dänische Kindergärtnerin Anna Maria Petersen (1903-2002, dargestellt von Andrea Vagn Jensen), die einander 1943 als Schutz vor den (NS-)Behörden für eine Scheinehe geheiratet hatten. Sie fragt, ob er die Scheidung wolle, und er verneint. Sie denn? Auch sie verneint, es gäbe zwar keine Gesetze wie den § 175 StGB, sie wisse aber dennoch nicht, wie man hier auf zwei Frauen reagiere, die zusammenleben.
Quelle für Petersen: Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903-1968. Eine Biografie. München 2009, S. 28.



2015

AUS DER KURVE
DEUTSCHLAND      Regie: Stanislaw Mucha, Buch: Stefan Brüggenthies, Andrea Heller, TV
Ein junger Mann soll sich nach Jahren erneut für den Mord an einem kleinen Jungen verantworten, der in seiner Jugendzeit geschah. Er kann sich an Einzelheiten nicht erinnern und ist zeitweise selbst nicht sicher, ob er nicht doch der Täter ist. Ihm zur Seite steht Laura (Julia Riedler), eine aus der damaligen Clique, die als tabulos eingeführt wird. Um diese Zuschreibung abzurunden, informiert ein Dialog darüber, dass sie sich sexuell nicht für Männer interessiert.



2015

THE DANISH GIRL (THE DANISH GIRL)
UK/DEUTSCHLAND/USA      Regie: Tom Hooper, Buch: Lucinda Coxon, Vorlage: David Ebershoff ("Das dänische Mädchen")
Die dänische Künstlerin Gerda Wegener (Alicia Vikander) malt ihren Mann Einar (Eddie Redmayne), ein bekannter Landschaftsmaler, in ihren Skizzen zunehmend mit weiblichen Zügen. Einar beginnt in den 1920er Jahren in Kopenhagen, auch in der Öffentlichkeit als Frau aufzutreten und sich Lili Elbe zu nennen. Die Aufmerksamkeit des schwulen Henrik (Ben Wishaw) gefällt ihm, solange dieser Lili als Frau sieht. In den dreißiger Jahren lässt Lili sich als vermeintlich erste Person operativ zu einer Frau angleichen, und zwar von Dr. Kurt Warnekros (1882-1949, hier dargestellt von Sebastian Koch) in Dresden. Lili überlebt hier die zweite Operation nicht. Der Film, der sich nicht an biografische Fakten, sondern an den Roman von Ebershoff hält, konzentriert sich primär auf das Liebespaar Wegener. Außerdem wird beispielsweise die "journalistische Inszenierung" dieser Geschlechtsangleichung nicht berücksichtigt, dafür jedoch zahlreiche Behauptungen der medialen Berichterstattung als gegeben gesetzt.

Literaturempfehlungen zum Leben der dänischen Malerin Lili Elbe (1882-1931):
Gailey, Nerissa/Brown, AD: Beyond either/or: Reading trans* lesbian identities, in: Journal of Lesbian Studies, Vol 20., No. 1/2016, S. 65-86.
Meyer, Sabine: "Wie Lili zu einem richtigen Mädchen wurde": Lili Elbe; zur Konstruktion von Geschlecht und Identität zwischen Medialisierung, Regulierung und Subjektivierung. Bielefeld: Transcript 2015.
Meyer, Sabine: Mit dem Puppenwagen in die normative Weiblichkeit. Lili Elbe und die journalistische Inszenierung von Transsexualität in Dänemark, in: NORDEUROPAforum 20, 2010, S. 33-61.



2015

DAS FLOSS
DEUTSCHLAND      Regie: Julia C. Kaiser, Buch: Julia C. Kaiser
In der unkritischen Nachahmung heteronormativer "Junggesell_innenparties" beschreibt der Film ein vor der Verpartnerung stehendes junges lesbisches Paar mit Kinderwunsch. Die Parties – eine auf einem Floß, ausschließlich mit männlichen Bezugspersonen besetzt, und die andere als Frauenfeier in der heimischen Wohnung – bestehen aus Alkohol, tiefsinnigen Gesprächen und sexuellem Austesten, bis das Paar am anderen Morgen wieder zueinander findet.



2015

THE GIRL KING (THE GIRL KING)
FINN/DEUTSCHLAND/CDN/SCHWED/FRA      Regie: Mika Kaurismäki, Buch: Michel Marc Bouchard, Vorlage: Michel Marc Bouchard (Theaterstück)
Biografisches Drama über Kristina von Schweden (1626-1689): Die Thronfolgerin Kristina (Malin Buska) wird nach dem Tod ihres Vaters, Gustav Adolf, 1632 zur Königin Schwedens. Ihre Mutter (Martina Gedeck) hat den Leichnam des Vaters aufgehoben und widmet dem Toten mehr Aufmerksamkeit als der Tochter, die ohnehin eigentlich hätte ein Sohn werden sollen. Das eigenwillige Kind wächst vor allem unter den Augen des Reichskanzlers Axel Oxenstierna (Michael Nyqvist) auf und verlangt, sobald dazu altersmäßig in der Lage, die Beendigung des seit 1618 wütenden Krieges. Die unangepasste Herrscherin verliebt sich in eine ihrer Zofen (Sarah Gadon), Ebba Sparre (1629-1662), und macht sie zu ihrer Geliebten. Sie gibt sich nur wenig Mühe, diese Beziehung und ihr Verlangen zu verbergen, sodass am Hof und auch im Land verschiedene Gerüchte in Umlauf gebracht werden. Schließlich entscheiden ihre Höflinge, Ebba zu verheiraten und von ihr zu entfernen. Ebba ist von diesem Vorgehen in gewisser Weise überzeugt worden; Kristina bricht es das Herz.



2015

IM ZWEIFEL
DEUTSCHLAND      Regie: Aelrun Götte, Buch: Dorothee Schön
Die engagierte Pfarrerin Judith Ehrmann (Claudia Michelsen) betreut neben ihrem Kirchenjob Angehörige von Unfallopfern und setzt sich in ihrer Gemeinde (Brandenburg) - sie will Landesbischöfin werden - gegen Diskriminierung und für Weltoffenheit ein. In einer Sitzung kämpft sie für die Anerkennung von Lesben und gegen ihren Konkurrenten Hertling, der sich gegen den Einzug einer lesbischen Kollegin und ihrer Partnerin ins Pfarrhaus sperrt. Eigentlich geht es in diesem Drama um Fahrerflucht, die die Pfarrerin plötzlich ihrem Ehemann zuzutrauen beginnt.

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2016

BRIEF AN MEIN LEBEN
DEUTSCHLAND      Regie: Urs Egger, Buch: Laila Stieler, Vorlage: Miriam Meckel
Nach dem Buch der Journalistin und Wissenschaftlerin Miriam Meckel (geb. 1967) über ihr Burn-out beschreibt der Film anhand der fiktiven Figur Toni (Marie Bäumer) den Zusammenbruch einer stets unter Druck stehenden überarbeiteten Workaholic, die schließlich in einer Klinik Hilfe sucht. Angesichts der Tatsache, dass mit der Autorin Miriam Meckel und ihrer Lebensgefährtin Anne Will (geb. 1966) auch die lesbische Beziehung von zwei Frauen, die im medialen Rampenlicht stehen und hinreichend bekannt sind, beschrieben wird, ist zwar einerseits nachvollziehbar, dass diese nur einen vagen Rahmen für die eigentliche Handlung in der Klinik bildet. Andererseits sorgt eben diese zurückhaltende Darstellung für einen enormen Zuwachs an Oberflächlichkeit, denn ein genauerer Blick hätte hier spannend werden können. Die therapeutischen Gespräche reichen nicht über abgedroschene Phrasen und die anvisierte Selbstfindung hinaus. Wunderbar hätte sich über eine der Übungen zur "Teamarbeit" eine Verbindung zur aktuellen neoliberalen Arbeitswelt angeboten, in der vielfach als Eigenverantwortlichkeit getarnte Selbstbezogenheit und Ellenbogenmentalität gefragt und geradezu antrainiert werden. Leider bleibt der Film auch hier im Gedanken daran stecken. Vertane Chancen. Schade.



2016

ROSAMUNDE PILCHER: EIN DOKTOR & DREI FRAUEN
DEUTSCHLAND/UK      Regie: Stefan Bartmann, Buch: Martin Wilke, Jochen S. Franken, Vorlage: Rosamunde Pilcher (Kurzgeschichte)
Einem idyllischen britischen Örtchen, St. Mark, sterben oder laufen die Einwohner_innen weg. Die Bürgermeisterin Helen Thomson (Anja Knauer) aktualisiert regelmäßig die Anzeige der Ortseingangstafel, die zwischen 999 und 1003 schwankt. Dies soll den Film strukturieren, dessen haarsträubende Geschichte etwa so geht: Der Nachfolger eines Dorfarztes ist Migrant und zudem früherer Geliebter der Bürgermeisterin, außerdem scheint er mit mehreren Frauen verheiratet zu sein, u. a. - wie sich herausstellt - mit der lesbischen Shirin (Liza Tschirner), die schließlich mit Helens bester Freundin Donna (Nele Kiper), der lesbischen Tratschtante des Dorfes, ein Happy-End feiern darf. Der Nachfolgearzt ist letztendlich doch kein Bigamist und kriegt die Bürgermeisterin. Vorhersehbare Dialoge, kolportagehaftes Spiel, unglaubwürdiger Inhalt.

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Quellen zur Lesbenfilmliste


Ingeborg Boxhammer, Das Begehren im Blick Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte. Bonn 2007.


Lisa Daniel, Claire Jackson, The Bent Lens 2nd Edition. A World Guide to Gay and Lesbian Film. Crows Nest NSW (Australia) 2003.


Luis Miguel Carmona, Las Cien Mejores Películas sobre Lesbianismo. Cacitel 2007.


Cinema. Hamburg 1977ff.


Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933. Ein Filmführer. Günther Dahlke, Günter Karl (Hrsg.). DDR – Berlin 1988.


Richard Dyer, Now You See It. Studies on Lesbian and Gay Film. London New York 1990.


epd film. Zeitschrift des Evangelischen Pressedienstes. Frankfurt/Main 1983ff.


Hans-Werner Asmus, Das große cinema Film-Lexikon. Alle Top-Filme von A-Z. Hamburg 1992.


Geschichte des deutschen Films. Wolfgang Jacobsen, Anton Kaes, Hans Helmut Prinzler in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Kinemathek Berlin (Hrsg.). Stuttgart Weimar 1993.


Malte Hagener, Verstoßene, Uneheliche und Verkaufte. Sitten- und Aufklärungsfilme der Weimarer Rebuplik, in: Geschlecht in Fesseln. Sexualität zwischen Aufklärung und Ausbeutung im Weimarer Kino 1918-1933. München 2000, S. 167-177.


Stefanie Hetze, Happy-End für wen? Kino und lesbische Frauen. Frankfurt/Main 1986.


Laila und Britt Holm, Lesbische Liebe. Sonderausgabe der Becker Versand KG. Nürnberg 19692. Auflage.


Erwin In het Panhuis, Die Harten und die Zarten. Die Darstellung von Homosexualität im Film. Aus Anlaß der Eröffnung der Ausstellung des KCM, Schwulen- & Lesbenzentrums und des Centrums Schwule Geschichte am 14. Dezember 1997 in Münster. (= Schriftenreihe des KCM Schwulen- & Lesbenzentrum e.V., Band 3)


Ilona Brennicke/Joe Hembus, Klassiker des deutschen Stummfilms 1910-1930. Mit Bildern aus Kopien von Gerhard Ullmann und einem Vorwort von Xaver Schwarzenberger. München 1983.


Julia Knight, Frauen und der Neue Deutsche Film. Aus dem Engl. von Fabienne Quennet. Marburg 1995 (= Aufblende. Schriften zum Film, Bd. 8).


Siegfried Kracauer, Von Caligari bis Hitler. Ein Beitrag zur Geschichte des Films. Hamburg 1958.


Rosi Kreische, Lesbische Liebe im Film bis 1950, in: Eldorado. Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1850 -1950. Geschichte, Alltag und Kultur. Berlin 19922, S. 187-197.


Lexikon des internationalen Films. Katholisches Institut für Medieninformation (KIM) und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.). Reinbek bei Hamburg 1995ff.


Lexikon des internationalen Films. Katholisches Institut für Medieninformation (KIM) und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.). Ausgabe 2001. CD-ROM München 2000.


Lexikon des internationalen Films. Katholisches Institut für Medieninformation (KIM) und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.). Filmjahr 2002. Marburg 2003.


Verena Lueken, Die unmögliche Frau. Ingrid Bergman in "Die vier Gesellen", in: Frauen und Film 44/45/1988, S. 90-102


Robert Fischer, Joe Hembus, Der Neue Deutsche Film 1960-1980. München 1981.


Axel Schock, Manuela Kay, Out im Kino. Das lesbisch-schwule Filmlexikon. Berlin 2003.


Leo Phelix, Rolf Thissen, Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms. München 1983.


Reclams Filmführer. Von Dieter Krusche unter Mitarbeit von Jürgen Labenski. Stuttgart 1991.


Herta-Elisabeth Renk, Ernst Lubitsch. Hamburg 1992.


Rote Küsse. Vom Vamp zur Vampirin. FrauenFilmFestivalSymposion. Wien 1990 (= Sondernummer AN.SCHLÄGE Nr. 3a).


Heide Schlüpmann, Der kinematografische Angriff auf das bürgerliche Bild der Frau – Transvestiten, Rebellinnen, Detektivinnen im frühen Kino, in: Frauen und Film 43/1987, S. 61-75.


Anita-Mathilde Schrumpf, Schwerpunkt: Konflikt und Widerspruch in Egon Günthers Film "Der Dritte" – www.takes-and-shots.de – Ausgabe 2003-01 (Erstveröffentlichung am 31.03.2003).


Daniela Sobek, Lexikon lesbischer Frauen im Film. München 2001.


James Steakley, "Anders als die Andern". Ein Film und seine Geschichte. Mit einem Beitrag von Matthias M. Weber und Wolfgang Burgmair. Hamburg 2007.


Wolfgang Theis, Verdrängung und Travestie. Das vage Bild der Homosexualität im deutschen Film (1917-1957), in: Eldorado. Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1850 -1950. Geschichte, Alltag und Kultur. Berlin 19922, S. 102-115.


Paul Werner, Die Skandalchronik des deutschen Films von 1900 bis 1945. Frankfurt/Main 1990.


Zuschauerproteste gegen 'Die Geschichte der O', in: Frauen und Film, 7/1976, S. 3-5.


Internet:

Allmovie Guide/AMG
Arte
Chemnitzer Filmwerkstatt
CineGraph - Lexikon zum deutschsprachigen Film
Encyclopedia of lesbian movie scenes (Schweden), auch aus früheren Jahren als www.lezlove.com, www.lesbianfilm.com, Elms-Database angegeben
Der Film. Zeitschrift für die Gesamt-Interessen der Kinematographie Nr. 44, (02.11.1918)
Filmlexikon von Kabel 1
Filmproduktionsfirma
Filmseite zu Horror- und Science Fiction
Internet Movie Data Base/imdb
Lesbisch-schwule Filmtage Hamburg
Offizielle Seite zum deutschen Film
Private Seite zum frühen deutschen Film, 2004 (nicht mehr online, vom Autor zum Download zur Verfügung gestellt unter http://www.schultke.de/filmgeschichte.htm)
Private Seite zum deutschen Film
Private Seite zu lesbischem Inhalt im Fernsehen und im Kino
Sex- und Sexploitationfilme als Kult

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