Lesbische Spuren im Film


Die siebziger Jahre


BambuleVampiros LesbosDie bitteren Tränen der Petra von KantAdele SpitzederHarlisZärtlichkeit und RebellionUnd wir nehmen uns unser RechtAnna und EdithErikas LeidenschaftenEnde der BeherrschungDie KonsequenzMadame XDie beiden Freundinnen


Es gab wieder einen gewaltigen zeitlichen Sprung, bis ein deutschsprachiger Film mit deutlich lesbischem Inhalt gedreht wurde. Das "Oberhausener Manifest"1, das 1962 einen Schlussstrich unter die Produktion von Heimatfilmen ziehen wollte, wirkte sich lange Zeit nicht merklich auf die heterosexuelle Sujetdominanz aus.


1970 inszenierte Eberhard Itzenplitz nach dem Stück und dem Drehbuch von Ulrike Meinhof "Bambule", ein anklagendes Porträt über die Zustände in Erziehungsheimen. Da Ulrike Meinhof vor der geplanten Ausstrahlung als RAF-Mitglied in die Schlagzeilen geriet, wurde der Fernsehfilm nicht wie vorgesehen am 24. Mai 1970 in der ARD ausgestrahlt, sondern erst am 24. Mai 1994 im Südwestfunk.2 Ulrike Meinhof ging es in ihrem Stück um die Darstellung der unmenschlichen Heimstrukturen. Irene, die ihre Geschichte einer Erzieherin erzählt, scheitert in der Außenwelt, kann auch nicht verwinden, dass ihre Geliebte draußen auf dem Strich arbeitet und begibt sich resigniert und freiwillig wieder in Gewahrsam, da sie außerhalb des Heims nicht Fuß fassen kann. Nach der Flucht aus dem Heim wohnt sie bei den beiden Freundinnen Heidi und Jynette, die ebenfalls bis zur Volljährigkeit im Heim gewesen waren. Aber auch Heidi arbeitet als Prostituierte. In einem Feature des WDR vom 12. August 1969 umschreibt Meinhof die wirtschaftliche Situation der jungen Frauen und bringt die schlechte Bezahlung und Diskriminierung am Beispiel von Jynette auf den Punkt: "Männerarbeit, weil Jynette lesbisch ist. Frauenlohn – sie ist eine Frau."3


1970 entstand unter der Regie von Jess Franco in deutsch-französisch-spanischer Koproduktion der Sexfilm "Vampiros Lesbos", der die Anziehungskraft zwischen zwei Frauen in einen mysteriös-erotischen Verführungsrahmen bettet, in dem die Verführte letztlich als diejenige erscheint, der die Verführerin ausgeliefert ist. Was hier interessant klingt, ist nicht ganz so kolportagehaft in Szene gesetzt wie angesichts des Genres nahe liegen würde.4


Auf der Berlinale 1971 lief "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt"5 von Rosa von Praunheim. Erstmalig wurde die Situation von Schwulen in einem Dokumentarfilm dargestellt. Praunheim tourte wenig später mit dem Film durch verschiedene westdeutsche Städte. Zu den Aufführungen und einer im Anschluss an den Film stattfindenden Fernsehdiskussion kamen auch viele Frauen. Als die Dokumentation am 15. Januar 1973 auf den dritten Programmen der ARD laufen sollte, klinkte sich der Bayerische Rundfunk zensierend aus.6


Rainer Werner Fassbinders "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1971) zeigt das Scheitern einer lesbischen Beziehung in kühlen und harten Bildern. Die Modedesignerin Petra kann die freiheitsliebende Karin nicht bei sich halten und zerbricht an der Trennung. Nicht das Lesbischsein an sich steht hier im Vordergrund, sondern die Einsamkeit und Isolation der Petra von Kant, die versucht, ihre Geliebte an sich zu binden und deren Leben zu vereinnahmen. Filme wie dieser inszenieren die lesbischen Protagonistinnen nicht als Opfer einer diskriminierenden Außenwelt, sondern setzen bei den Beziehungsstrukturen an, beim Miteinander, das an Einsamkeit, Vereinnahmung und Machtanspruch scheitert. Margit Carstensen (Petra von Kant) und Eva Mattes, die die Tochter spielt, bekamen 1973 jeweils den Bundesfilmpreis als beste Darstellerin7, obwohl ein Kritiker fand, dass Carstensen sich "hoch in übernatürliche, theatralische Sprachlagen" deklamiert. "Sie spricht an wichtigen Stellen wahrhaftig Jamben. (...) Wieder einmal hat Fassbinder den so genannten guten Geschmack aufs Kreuz gelegt."8


Im Umfeld Fassbinders entstand 1972 Peer Rabens biografischer Bilderbogen "Adele Spitzeder", der die cleveren Strategien einer Alternativ-Bankerin Ende des 19. Jahrhunderts porträtiert. Spitzeder schlägt zunächst den wütenden Banken ein Schnippchen und lebt, was und wie sie will. Dazu gehört ganz selbstverständlich ein lesbisches Liebesleben. Sie kommt zu Fall, aber ihre Sexualität ist nicht Gegenstand der Vorwürfe. Ganz anders stellt Robert van Ackeren im gleichen Jahr ein lesbisches Paar dar. Ein Mann drängt sich in die Beziehung der Nachtclubtänzerinnen "Harlis" und Pera und sorgt für Eifersucht, Dramen und heterosexuelle Bettszenen, die sexueller wirken als ihre halbherzig in Szene gesetzten lesbischen Pendants. Eine Weile sehen wir eine Dreiecksgeschichte, aber seine heterosexuelle Dominanz kann der Film nicht verhehlen. Es ist nicht untypisch, dass männliche Regisseure Filme über Frauen und lesbische Liebe mach(t)en.9


Der ersten lesbischen TV-Spielfilmproduktion gingen zwei Dokumentationen10 voraus. 1973 drehte Eva Müthel mit "Zärtlichkeit und Rebellion – Zur Situation der homosexuellen Frau"11 ein Porträt einer Handvoll Frauen für das ZDF. Lesben erzählen vor der Kamera von ihren Beziehungen, ihren politisch-feministischen Ansprüchen und ihren Erfahrungen mit Reaktionen der Umwelt. Kurz danach sorgten Frauen der "Homosexuellen Aktion Westberlin" (HAW) für eine weitere, sehr viel kritischere Dokumentation im WDR, die zwar von einem Mann gedreht, aber von der radikalen Frauengruppe bestimmt wurde: "... Und wir nehmen uns unser Recht! Lesbierinnen in Deutschland"12 (1974). Mit diesen beiden Porträts war der Grundstein für die Auseinandersetzung mit lesbischen Lebensweisen innerhalb der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gelegt.


"Anna und Edith", 1975 gedreht, gilt als der erste deutsche Fernsehfilm, der das Thema Frauenliebe behandelte. Das Drehbuch von Cristina Perincioli war dem ZDF lt. Perincioli zu radikal, so dass ihre Regie durch einen Mann ersetzt wurde.13 Als verantwortliche Redakteurin zeichnete Alexandra von Grote14 diese Intervention ab; ihrer Erinnerung nach fehlte Perincioli ein angemessenes Regiekonzept. Die Befürchtung, Perincioli könne das Projekt nicht im vorgegebenen Zeitrahmen fertig stellen, sei der Grund für diese Entscheidung gewesen.15 Co-Autorin Cillie Rentmeister verarbeitete die Erfahrung der Entmachtung in dem Song "Für Frau Dr. A"16 , der auf der LP der "Flying Lesbians"17, der ersten deutschen lesbischen Frauenrockband, veröffentlicht wurde. "Anna und Edith" ist in erster Linie ein politischer Agitationsfilm. Anna trennt sich von ihrem nörgelnden Ehemann, der unbedingt ein Kind will und zieht zu ihrer Kollegin und Vorgesetzten Edith, die eher klassisch ein heimliches Verhältnis mit dem Chef unterhält, von dem doch alle wissen. Die selbstbewusste Edith wird von den Frauen im Büro unter Druck gesetzt, denn die Arbeitsverhältnisse werden immer schlechter. Die Angestellten fordern mehr Personal. Während dieses Arbeitskampfes beginnen Anna und Edith eine Beziehung miteinander, die natürlich nicht lange verborgen bleibt und vom Chef als Mittel gegen den Arbeitskampf eingesetzt wird – was die Frauen jedoch durchschauen und mit der Unterstützung der Kolleginnen abwehren. "Anna und Edith" lässt sich lesen als politisches Plädoyer; fast jeder Dialog birgt ein politisches Anliegen.


Die lesbische Komponente ist hier eher ein weiterer Befreiungsschlag gegen einengende herrschende Frauenrollen und -bilder. Ganz unspektakulär kommt es zwischen den beiden Frauen auf einem Ausflug zu einem Kuss, der weiteres einleitet, das wir jedoch nicht zu sehen bekommen.


Anfang der siebziger Jahre strebten auch langsam immer mehr Frauen ins Regiefach. Ula Stöckls "Erikas Leidenschaften"18(1976) lässt zwei Freundinnen in einer Art dramatischem Kammerspiel aufeinander treffen. Nach vier Jahren kommt Franziska zurück und gratuliert Erika in der ehemals gemeinsamen Wohnung zum Geburtstag. In den folgenden Stunden erinnern und diskutieren sie ihre Unterschiede, ihre Erwartungen und Wünsche. Trotz der heterosexuellen Beziehungen, die beide auch schon damals hatten, sind die Frauen einander sehr zugetan. Ohne dass sie explizit benannt wird, steht eine sehr innige Freundschaft im Raum, die sich zwischendurch im gemeinsamen Lachen oder in Tränen manifestiert. Beim Abendessen überlegen sie, was gewesen wäre, wenn eine von ihnen, Franziska, ein Mann gewesen wäre. "Ich hätte dich geliebt", sagt Franziska. "Ich dich auch", erwidert Erika – und beide strecken dabei die Köpfe vor, um einander etwas näher zu kommen. "Als Mann? Oder als Frau?", will Franziska wissen. "Als Mann", gibt Erika zurück. Später resümiert Franziska, Erika könne Frauen nicht lieben, weil sie immer noch "ihn" liebe – und "ihn" meint keinen speziellen Mann, sondern das Bild, das sie sich von einem Mann gemacht hat.


1976/77 entstand Gabi Kubachs ARD-Produktion "Ende der Beherrschung". Auch dieser Film schildert die Freundschaft zwischen zwei völlig unterschiedlichen Frauen. Elisabeth begleitet die unangepasste Carmen zu einer Abtreibung nach Holland und nimmt sie mit zu sich nach Hause. Carmens Gier nach Aufmerksamkeit und Zuwendung löst bei Elisabeth, die in einer heterosexuellen Beziehung lebt, diverse Konflikte aus. Schließlich kommt es zwischen Elisabeth, Carmen und deren Freund zum Eklat. Auch hier wird die Frauenfreundschaft als intensiv geschildert und damit rückt ihre gemeinsame Beziehung sozusagen in ein "lesbisches Licht", das jedoch ebenfalls ohne weiteres anders gedeutet werden könnte. Die Sichtbarkeit von Lesben im Kino und im Fernsehen, die zu Beginn des Jahrzehnts gerade im Begriff war, Gestalt anzunehmen, drohte schon wenige Jahre später in der Uneindeutigkeit zu versickern.


Obwohl sich in den siebziger Jahren die kulturelle Revolution der hiesigen StudentInnen- und Frauen/Lesben-Bewegungen genauso niederschlug wie die Bewegungen in den USA, führte ein libertinäres System nicht nur zu freizügigeren Inszenierungen, sondern auch zu klischeehaft kolportagehaften Sexfilmen. In dieser Welle tauchten eine Menge scheinbar lesbischer Frauen auf, die sich entweder nur bis zum Erscheinen eines Mannes einer Frau zuwandten, die einem sexuellen lesbischen Übergriff ausgesetzt oder selbst übergriffig wurden. Beliebt waren vor allem Filme, die sich in abgeschlossenen Lebenszusammenhängen abspielten, wie die Titel schon sagen: "Frauengefängnis" (1975), "Frauen im Liebeslager" , "Greta – Haus ohne Männer" , "Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne" (alle 1976), von Jess Franco, um nur einige stellvertretend zu nennen. Jess Franco war vor Michael Thomas (d. i. Erwin C. Dietrich) einer der fleißigsten "Sexploitation"-Filmregisseure im deutschsprachigen Bereich. Gefängnisse, Straflager, Klöster und Internate stellen die Schauplätze für sexuelle Spielarten.


Wolfgang Petersen – inzwischen durch Filme wie "Air Force One" (1997)19 oder "Troja" (2004)20 international bekannt – brachte zusammen mit dem Schweizer Autor Alexander Ziegler 1977 dessen Roman "Die Konsequenz"21 auf den Bildschirm. Ein wegen Verführung Minderjähriger inhaftierter Schauspieler inszeniert im Gefängnis ein Theaterstück und beginnt eine Beziehung mit dem jungen Hauptdarsteller, der von draußen geholt wurde. Dessen Eltern erzwingen daraufhin die Einweisung in eine Erziehungsanstalt, wo der junge Thomas wegen seiner Homosexualität permanenter Demütigung ausgesetzt ist. Der Fernsehfilm ist eine einzige Anklage und endet sehr desillusionierend.


Auch diese Ausstrahlung sorgte für großes Interesse unter Lesben, die kaum Vergleichbares zu sehen bekamen. Da der Bayerische Rundfunk sich abermals aus dem Programm der ARD-Anstalten ausklinkte, bekam die Verfilmung mehr Aufmerksamkeit als Bayern verhindern konnte.22


"Madame X – die absolute Herrscherin" war 1977 einer der ersten Langfilme der Filmemacherin Ulrike Ottinger. Die Herrscherin Madame X ruft per Telegramm alle Frauen zu sich auf ihre Dschunke; sie sollen ihr bisheriges Leben aufgeben und mit ihr als Piratinnen übers Meer fahren. Neun Frauen folgen ihrem Ruf. Über die Figur der dominanten Madame X werden allerlei Diskurse über Feminismus und Beziehungsstrukturen zwischen Frauen gehalten. Zwar wird die Piratin mitsamt ihrem Schiff und ihrem Gefolge augenzwinkernd ironisiert, aber gleichzeitig auch sehr experimentell in Szene gesetzt. Bis heute ist der Film damit eher einem kleineren ZuschauerInnenkreis zugänglich, gilt jedoch unter Kennerinnen als Klassiker des Frauenfilms, der sich zukunftsweisend von der patriarchal geprägten Erzählstruktur abwandte und einen eigenen Stil entwickelte.23 So gilt beispielsweise auch die unkonventionell dargestellte Annäherung zwischen Madame X und ihrer neuen Gespielin als Verweigerung des klassischen Erzählmusters: Statt des von Mainstreamproduktionen gewohnten Stöhnens ist die Szene mit dem Schnurren einer Katze unterlegt. Vorrangiges Kommunikationsmittel der Herrscherin ist ein tierisches Gebrüll.24 Nicht allen sind solche Formen der Inszenierung zugänglich. Monika Treut berichtet von einer Spaltung der Zuschauerinnen bei einer Aufführung 1981, die entweder fasziniert oder offen aggressiv reagierten.25


Das ZDF brachte dann die Döblin-Inszenierung "Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord" (1978) ins Fernsehen. Der auf einem authentischen Fall beruhende Bericht zeigt die Unmöglichkeit der Selbstbestimmung von Frauen im Berlin der zwanziger Jahre.26 Brutalität und Egozentrik des Ehemanns treiben Elli Link dazu, sich seiner mit mehreren Arsengaben zu entledigen. Trost und Wärme findet sie bei der ebenfalls verheirateten Freundin Grete Bende, die ihr schon bald leidenschaftlich zugetan ist. Die Inszenierung gibt der Darstellung des Ehealltags sehr viel Raum und legt nahe, dass die beiden Frauen nicht miteinander ins Bett gegangen wären, wenn sich das Zusammenleben der Eheleute anders gestaltet hätte.



© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005)


Zitiervorschlag:
Boxhammer, Ingeborg: Lesbische Spuren im Film - Die siebziger Jahre online. Bonn 2005. Available from: Online-Projekt Lesbengeschichte. Boxhammer, Ingeborg/Leidinger, Christiane. URL <http://www.lesbengeschichte.de/film_die_70_d.html> cited DATE.


1 26 Filmschaffende (nur Männer) unterzeichneten auf den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen ein Statement mit u. a. folgendem Wortlaut: "(...) Wir erklären unseren Anspruch, den neuen deutschen Film zu schaffen. Dieser neue Film braucht neue Freiheiten. Freiheit von den branchenüblichen Konventionen. Freiheit von der Beeinflussung durch kommerzielle Partner (...)." Zitiert nach Ulrich Gregor, Geschichte des Films ab 1960. München 1978, S. 122f.
2 Vgl. Lexikon des internationalen Films, Reinbek bei Hamburg 1995; siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Bambule, 2005.
3 Ausschnitt aus dem Feature "Jynette, Irene, Monika – Fürsorgeerziehung aus der Sicht von drei ehemaligen Berliner Heimmädchen" von und mit Ulrike Meinhof. Sendetermin: 12.8.1969 WDR, auf: Frauenstimmen. Stimmen des 20. Jahrhunderts. Deutsches Historisches Museum / Deutsches Rundfunkarchiv / Süddeutscher Rundfunk (Hrsg.) CD 1997.

4 Den Film habe ich – obgleich eine Koproduktion mit Spanien und Frankreich – hier aufgenommen, da er in Deutsch gedreht wurde und damit den vorab beschriebenen Kriterien genügt. Außerdem drehte Jess Franco in den siebziger Jahren noch zahlreiche Sexfilme, in denen es fast immer auch eine lesbische Einlage gab. "Vampiros Lesbos" soll hier stellvertretend für die weiteren Produktionen stehen.
5 Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. R und B: Rosa von Praunheim. Uraufführung Berlinale 1971.
6 http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_Fernsehen, 2005. Das bestätigt auch Rosa von Praunheim in seiner Mail vom 20.04.2005.
7 Siehe auch http://www.deutscherfilmpreis.de, 2005.

8 Vgl. das Zitat bei Robert Fischer/Joe Hembus, Der neue deutsche Film 1960-1980. Vorwort Douglas Sirk. München 1981, S. 76f.
9 Siehe dazu auch Julia Knight, Frauen und der Neue Deutsche Film. Aus dem Engl. von Fabienne Quennet. Marburg 1995 (= Aufblende. Schriften zum Film, Bd. 8), S. 84.
10 Zum Vergleich: Die erste Dokumentation über Schwule "Die Homosexuellen – Paragraph 175" von Peter von Zahn wurde bereits am 24. Mai 1965 erstmals im WDR ausgestrahlt. Innerhalb eines Jura-Seminars in Köln stellte sich ein (!) Schwuler den Fragen der Studierenden – im Seminar saßen vereinzelt ein paar wenige Frauen.
11 Zärtlichkeit und Rebellion – Zur Situation der homosexuellen Frau. BRD 1973. R: Eva Müthel. Erstsendung: August 1973, ZDF.
12 ... Und wir nehmen uns unser Recht! Lesbierinnen in Deutschland. BRD 1974. R: Claus Ferdinand Siegfried. Erstsendung: 14.01.1974, WDR. Der Film wurde zur Mobilisierung lesbischer Frauen genutzt: Während der Ausstrahlung wurde die Adresse der HAW eingespielt.
13 Telefongespräch mit Cristina Perincioli und Cillie Rentmeister vom 30. August 2004.
14 Das ist die spätere Regisseurin von "Weggehen um anzukommen" (1981) und "Novembermond" (1984).
15 Telefongespräch mit Alexandra von Grote vom 06. Dezember 2005.
16 Telefongespräch mit Cristina Perincioli und Cillie Rentmeister vom 30. August 2004.
17 Die "Flying Lesbians" hat sich als erste deutsche lesbische Rockband vermutlich 1973 in Berlin gegründet. Siehe hierzu auch http://www.sterneck.net/cybertribe/musik/flying-lesbians/index.php, 2005. Das Gründungsjahr ist umstritten.
18 Bereits 1968 hatte Ula Stöckl mit „Neun Leben hat die Katze“ einen feministischen Film gedreht, in dem es – neben heterosexuellen Diskursen – um Frauenfreundschaften ging. Katharina und Anne gehen hier „schwesterlich-zärtlich miteinander um“ (vgl. Claudia Lenssen, „When Love goes right, nothing goes wrong…“.“Neun Leben hat die Katze“, „Ein ganz perfektes Ehepaar“, „Erikas Leidenschaften“, in: Frauen und Film 12/1977, S. 12-18, S. 12.); der Filmemacher Alf Brustellin warnte, die „nächste Stufe wäre schon latent lesbisch“. Zitiert nach Renate Möhrmann, Die Frau mit der Kamera. Filmemacherinnen in der Bundesrepublik Deutschland. Situation, Perspektiven, zehn exemplarische Lebensläufe. München Wien 1980, S. 54.
19 Air Force One. USA 1997. R: Wolfgang Petersen. B: Andrew W. Marlowe. Harrison Ford kämpft als Präsident der Vereinigten Staaten an Bord seines Flugzeugs gegen Terroristen.
20 Troja (Troy). USA 2004. R: Wolfgang Petersen. B: Homer, David Benioff. Hollywood-Adaption des Homer-Stoffes.
21 Die Konsequenz. BRD 1977. R: Wolfgang Petersen. B: Alexander Ziegler, Wolfgang Petersen.
22 Siehe zu diesem Film auch Hermann J. Huber, Gewalt & Leidenschaft. Das Lexikon Homosexualität in Film und Video. Berlin 1989², S. 98f und vgl. dazu Axel Schock, Manuela Kay, Out im Kino. Das lesbisch-schwule Filmlexikon. Berlin 2003, S. 200.
23 Vgl. Karola Gramann und Heide Schlüpmann, Frauenbewegung und Film – die letzten zwanzig Jahre, in: Der Frauenfilm. Filme von und für Frauen. Von Gudrun Lukasz-Aden, Christel Strobel. München 1985, S. 251-266, S. 253 + 265.
24 Siehe hierzu auch Andrea Weiss, Vampires & Violets. Lesbians in Film. New York 1993 (1992), S. 128-132.
25 Vgl. Monika Treut, Ein Nachtrag zu Ulrike Ottingers Film „Madame X“, in: fuf 28/1981, S. 15-21; S. 15.
26 "Grundlage für Döblins Studie ist der Fall Ella Klein/Margarethe Nebbe, der im März 1923 vor dem Berliner Landgericht verhandelt wird. Er erregt große öffentliche Aufmerksamkeit, wozu nicht zuletzt die mehr als 600, zum Teil drastischen Briefe der Frauen beitragen, die als Beweismaterial herangezogen werden.“ Vgl. Ira Lorf, Ein massives Stück Leben. Zur Neuausgabe von Alfred Döblins "Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord", März 2002, auf www.literaturkritik.de.

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